Zerstörungswütiger Hund.

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  • Hallo,

    ich bin gerade echt im der Zwickmühle. Wir haben seit ein paar Tagen einen Welpen (6mo) aus dem Tierheim. Anfangs war alles ok, nur jetzt wo er anfängt sich einzuleben fängt es an richtig schwierig zu werden.
    Was ich feststellte ist das er extrem sensibel ist und es wohl recht schwer wird ihn zu erziehen, da er mittlerweile total verängstigt ist und das nur wenn ich laut "Pfui" oder "Aus" rufe wenn er Blödsinn macht.
    Er flieht schon teilweise vor mir wenn ich auf ihn zugehe. :sad2:

    Ein anderes Problem ist das er nicht alleine bleiben kann, ich habe ihm zwei Räume Hundefreundlich hergerichtet....so dachte ich.
    Selbst bei kurzem Nichtaufenthalt (10min) von mir im Haus fängt er an zu randalieren, er zerkratzt Türen und Boden, bellt sehr viel und scheint sehr verzweifelt. Im Tierheim war er auch nie alleine, er war mit zwei anderen Hunden zusammen.

    Leider können einem die Tierheimmitarbeiter nie so genau sagen wie er sich verhalten wird, da es ja doch eine andere Situation im Zwinger ist.
    Ich hatte es mir doch etwas anders vorgestellt mit dem Hund, ich hatte schon immer Hunde und bin mit ihnen großgeworden, zuletzt habe ich mit 15 einen Briard bekommen, einen Welpen bei dem ich die Erziehung, zusammen mit ein wenig Hilfe meiner Mutter, erfolgreich hinbekommen habe.
    Ein solchen Verhalten kenne ich von keinem der drei Hunde sie ich bisher hatte und fühle mich doch überfordert.
    Nun hadere ich mit mir, bringe ich ihn lieber zurück und mache so etwas Schadensbegrenzung, weil nach längerer Zeit ist der Hund zu fest an uns gebunden und mein Sohn an ihn...oder soll ich das Risiko eingehen und es versuchen mit der Gefahr den Hund, wenn ich ihn dann doch abgeben muss seelisches Leid anzutun und meinem Sohn (5) das Herz breche.
    Ich fühle mich einer solch schwiereigen erziehung ehrlich nicht gewachsen, auch die Zeit habeich nicht mich derart intensiv um ihn zu kümmern, da ich auch halbtags arbeiten gehe...das verschlimmert übrigens das Problem mit dem alleine bleiben immens.

    Ich denke wenn ich meine Geschichte dem Tierheim schildere haben sie bessere Möglichkeiten den Hund besser zu vermitteln als zu uns.
    Ich glaube er ist in einer Familie in der immer jemand zu hause ist und sich zusätzlich etwas größere Kinder um ihn kümmern können wesentlich besser aufgehoben.

    Unglückliche Grüße,
    Susan

  • mhm.

    also: alleine bleiben muss ein hund - zumal ein junghund mit 6 monaten - langsam lernen. wenn er nach 10 minuten schon winselt, bellt, randaliert, dann sind diese 10 minuten schon zu lange.

    alleine bleiben wird minutenweise aufgebaut, sonst wird das noch viel schlimmer. im forum (über die suche) findest du viele ausführliche erklärungen, wie du das am besten machst.

    wie lange es dauert, bis dein junghund ein paar stunden alleine bleiben kann, hängt ganz vom hund ab. manche lernen es recht schnell wenn man langsam macht (nein - das beisst sich nicht, das ist wirklich so) und andere brauchen länger.

    du schreibst, du gehst halbtags arbeiten. hast du dir keinen urlaub genommen - ein paar wochen - damit du den kleinen eingewöhnen kannst? oder einen hundesitter als plan B ?


    dann: wieso ist er übersensibel? er ist ein paar tage bei euch und doch noch gar nicht richtig bei euch angekommen. wenn er also ängstlich reagiert, wenn du laut wirst - bist du zu laut. "aus" oder "nein" kennt dein hund wahrscheinlich noch nicht - auch das muss er erstmal lernen. er hört nur den lauten, wahrscheinlich harschen ton und reagiert so, wie jeder hund es tut, wenn er irgendwo noch fremd ist: er reagiert ängstlich.


    ich bin kein wattebällchenschmeisser - aber mehr als ein paar tage gestehe ich jedem hund zu um mich kennen zu lernen - und noch viel viel länger, um vertrauen zu mir zu fassen. und lernen dürfen alle meine hunde in ihrem tempo.

    hier ist "geduld" das zauberwort! vorallem, wen er schon anfängt, dich zu "meiden".

    hier hilft auch ein guter trainer, der sich die situation mal anguckt und der dir wenigstens ein paarmal zur seite steht und dir einen kleinen "lernplan/trainingsplan" macht, an dem du dich orientieren kannst.

    eventuell war die entscheidung, einen jungen hund zu holen, etwas überstürzt - ich mein das nicht böse -aber so liest sich dein post.

    vielleicht wäre es wirklich das beste, den hund wieder abzugeben - denn in einem hast du recht: wenn es nicht passt, dann ist es sicher die bessere lösung, und je schneller, desto besser.

  • Danke für Deine ehrlichen Worte!

    Ich weiß nicht was ich tun soll, ich habe Angst zulange zu warten und dann nach Monaten den Hund doch wieder abgeben zu müssen. Er bekommt doch psyschiche Probleme und ist dann vermutlich sein Leben lang gestraft, nur weil ich zu naiv war mir zumuten zu müssen einen Welpen zu mir zuholen.

    Was ist nun egoistischer? Den Hund zu behalten mit dem eben genannten Risiko oder den Hund schnellst möglich wieder abzugeben und den Schaden dadurch zu minimieren? Ich weiß es nicht.... :sad2:

  • Ich schließe mich labellasstella völlig an.

    Und muss auch sagen, ein paar Tage sind keine Eigewöhnung.
    Man kann sowieso sagen, dass die meisten Hunde mind. 2-3 Wochen brauchen, um sich überhaupt so eingewöhnt zu haben, dass sie zeigen können, wie ihr wahrer Charakter ist, erst dann fangen sie meistens an, mall zu schauen, wie eigentlich die anderen Mitbewohner so sind, was man sich erlauben kann und was nicht usw.

    Du darfst auch nicht vergessen, Du hast da einen Junghund, mal abgesehen davon, dass er vermutlich noch keine Wohnungen kennt und wohl die meiste Zeit mit anderen Hunden verbracht hat, ist ein sechsmontate alter Hund überhaupt in einer schweren Lebensphase, beim Menschen wohl in etwa mit "Vorpubertär" zu vergleichen.

    Ich frage mich auch, wie du dir das überhaupt vorgestellt hattest.
    Das ist ein junger, unerfahrender Hund und du erwartest, dass dieser Hund, der noch nie alleine war, alleine bleiben kann, du erwartest, dass dieser Hund, der vermutlich eher wenig mit Menschen kommuniziert hat, dich 100% versteht.
    Stell dir mal vor, du kannst drei, vier Vokabeln Englisch und dann wirst du, mit 12 Jahren aus deiner intakten Familie und deiner Hauptschule plötzlich nach England auf ein Internat auf gymnasiumsniveou geschickt.
    Dort wirst du nicht nur von den Mitschülern angepöbelt, weil du dich beim Essen auf einen bereits reservierten Platz setzt, sondern auch noch von den Lehrern diskriminiert,weil du dem Unterrichtsstoff nicht folgen kannst.
    Was hast Du? Wie fühlst du dich?
    Vermutlich von leicht verunsichert bis verängstigt, so wie dein Hund.

  • Ob behalten oder nicht, das kann ich dir nicht beantworten. Ich kann nur so viel sagen, wir haben seit drei WOchen auch einen neuen Hund und er ist in manchen Sachen einfach anders als die Frau uns das sagte.

    Jetzt nach drei Wochen taut sie so langsam auf, wir müssen auch in sie noch viel an Erziehung stecken. Mit ihren 3,5 Jahren ist sie auf Welpenniveau. Allerdings stubenrein und allein bleiben (bei der frau waren es meist 3-4 std mit anderen hunden) klappt so weit ganz gut. Sie bellt nicht, sondern es passiert schon mal dass sie einfach sich was nimmt und zerstört. Wie viele nerven ich schon an ihr verloren habe, willst du nicht wissen. Aber ich bin vernarrt in den hund und ich sehe wie es tag zu tag besser wird....

    falls es geht, nimm dir wirklich erst mal 2 wochen urlaub und versuch das allein bleiben langsam zu steigern.... die zwei wochen werden nicht ausreichen, aber es wäre ein anfang.... kann einer der nachbarn vllt den hund tagsüber nehmen?

  • Kein Hund "ist" wie irgendwer es einem "sagt".

    Allein schon weil sich ein Hund anhand seiner Lebenssituation und der Menschen um ihn herum komplett verändert zeigen kann.

    Da gibt es Geschichten von reinen Traumhunden, nie Probleme, werden aus verschiedenen Gründen zu anderen Haltern abgegeben - da nehmen sie die Wohnung plötzlich ausseinander..

    Geschichten von Hunden, die laufen wie kleine Uhrwerke wenn ER mit ihnen rausgeht und komplett durchdrehn wenn SIE mit ihnen rausgeht..
    Oder umgekehrt.

    Kein Hund "ist xy". Das sind immer nur Tendenzen, die der Hund hat. Wie er am Ende IST, hängt ganz maßgeblich davon ab, wer bei ihm ist.


    Zu dem Hund hier - ICH tendiere dazu zu sagen, gib ihn zurück.

    Aber nicht, weil der Hund zu anstrengend oder falsch oder komisch oder sonstwas ist - der ist komplett normal.

    Eher weil du jetzt schon(!) sagst, du fühlst dich so überfordert, dass du ihn abgeben willst.
    Dann landet er, wenn er mal richtig ins Flegelalter kommt, ohnehin wieder im Heim. Und da geb ich dir dann recht - dann besser jetzt gleich, dann stehn seine Chancen auf ein neues zu Haus deutlich besser.

  • Hallo,

    ich glaube, ihr braucht jetzt einfach ein wenig Geduld.
    Ein Hund aus dem Tierschutz ist immer etwas anderes als ein gut geprägter vom Züchter. Ihr müsst beide den Umgang miteinander erstmal kennen lernen und euch daran gewöhnen.
    Ich habe jetzt aus euren anfänglichen Problemen keine schwerwiegenden herausgelesen.
    Das mit dem Alleinsein würde ich in ein paar Wochen erst anfangen zu üben, wenn ein gewisses Vertrauen da ist und der Hund weiß, dass er bei euch zu Hause ist und ihm nichts geschieht.

    Gibt es bei euch in der Nähe eine gute Hundeschule? Dort könntet ihr schön lernen, wie ihr euch eurem sensiblen Hund nähern könnt, und ihr werdet schnell sehen, dass auch ein sensibler Hund schnell lernt und gut erzogen werden kann.
    Nur halt eine Spur softer als bei "normalen" Hunden!

  • Zitat

    Was ich feststellte ist das er extrem sensibel ist und es wohl recht schwer wird ihn zu erziehen, da er mittlerweile total verängstigt ist und das nur wenn ich laut "Pfui" oder "Aus" rufe wenn er Blödsinn macht.
    Er flieht schon teilweise vor mir wenn ich auf ihn zugehe. :sad2:

    Das verstehe ich irgendwie überhaupt nicht. Kannst du denn deinen Tonfall nicht an deinen Hund anpassen? Es gibt doch nicht nur die Extreme "superfreundlich" und "super-aggressiv". Ich wähle doch meinen Tonfalll, wenn ich dem Hund etwas verbieten will, so, dass es nur gerade so unfreundlich wie nötig ist, damit er das unerwünschte Verhalten abbricht.

  • Zitat

    Das verstehe ich irgendwie überhaupt nicht. Kannst du denn deinen Tonfall nicht an deinen Hund anpassen? Es gibt doch nicht nur die Extreme "superfreundlich" und "super-aggressiv". Ich wähle doch meinen Tonfalll, wenn ich dem Hund etwas verbieten will, so, dass es nur gerade so unfreundlich wie nötig ist, damit er das unerwünschte Verhalten abbricht.

    Zudem übrigens ein Hund, der so sensibel auf das Feedback seines Halters reagiert um Lichtjahre leichter zu erziehen ist als einer, der drauf pfeift..

    Es sei denn, man hat Schema X im Kopf mit dem "jeder Hund gut erzogen werden kann", stürzt diesen sensiblen Hund damit in eine panische Krise und wundert sich nachher, wenn er irgendwann beißt..

    Ich hab bei der Sache hier ein absolut ungutes Gefühl...

  • Zitat

    Zudem übrigens ein Hund, der so sensibel auf das Feedback seines Halters reagiert um Lichtjahre leichter zu erziehen ist als einer, der drauf pfeift..

    So sehe ich das auch. Ist der Kleine so schön sensibel, dann wäre das ein Grund sich zu freuen. Die Erziehung wird um einiges leichter sein als bei einem ordentlich selbstbewussten Dickschädel.

    Aber wenn Du jetzt schon überlegst, ihn zurück zu geben - dann tu es. Du scheinst jetzt schon überfordert, obwohl doch eigentlich noch gar nichts passiert ist. Wenn der Knopf mit 10, 11, 12 Monaten dann in seine hübsche Flegelphase kommt, wird es wohl richtig haarig werden. Jetzt stehen seine Chancen auf ein gutes Zuhause noch richtig gut. Meine Tendenz, so wie ich Dich hier lese, lautet auch: abgeben. Du scheinst Dich mit der Situation und dem Hund nicht wohl zu fühlen....und dem Hund ist NULL Vorwurf zu machen. Seit ein paar Tagen erst da, ein verunsichertes Sensibelchen, dass Euch erstmal kennenlernen und einordnen muss, laute Töne, alleine sein (und auch 10 Minuten sind dann LANG), wie soll er das denn einordnen :| Also, entweder flugs Abgabe oder ran an den Speck, eigene Verhaltensweisen mal ganz neu überdenken. Liest sich für mich aber - sorry, wenn ich Dir zu nahe trete - nicht so, als wärst Du dazu wirklich bereit.

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