jamie bewacht mich

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  • hallo
    wir kommen ja grade aus dem urlaub zurück(ostsee)und da ist es mir besonders aufgefallen.

    jamie bewacht/beschützt mich.

    wenn ich am strand gelegen habe, ist er nicht großartig rumgelaufen sondern setze sich irgendwo in meine nähe und hat aufgepasst. kamen andere hunde wurden die lautstark gemeldet, kamen fremde männer wurden die ebenfalls gemeldet (einmal war ich nicht fix genug und er ist hingelaufen und stand vor dem mann und hat ihn angebellt...naja, der typ hats locker genommen und ich hab mich entschuldigt).
    sogar unseren mitbewohner hat er gemeldet. er hat ihn, als wir ankamen, kennengelernt (wir[mein freund, hund und ich] haben uns ein zimmer gemietet und haben küche und bad mit noch einem wirklich netten mann geteilt), alles ok, aber jedesmal wenn der auf die toilette gegangen ist, fing jamie das bellen und knurren an.
    und er steigert sich dann da auch echt rein und ist nur schwer zu beruhigen. inzw. denke ich auch, das seine leinenaggression auch auf den wunsch zurück geht, mich beschützen zu wollen.

    er hat ja eine wachhundvergangenheit, aber es muss doch möglich sein, ihm das abzugewöhnen.

    mein freund(ziemlich unwissend in sachen hunde, ist eben jäger und kennt nur jäger die ihre hunde...naja sagen wir mal...sehr ruppig erzogen haben) kam auf einige "geniale" ideen die ich aber strickt abgelehnt habe (teletakt war eine davon...hab ihm dann gesagt, wir können das gern mal an ihm testen, ich würde ihm mal ne woche son ding umhängen und dann mal sehen, was er dau sagt).

    leider hat er grundsätzlich recht, wir müssen was dagegen tun.

    und ich weiß auch, dass das problem sicherlich bei mir liegt.

    wie kann ich dem hund vermitteln, alles gut, ich habs gesehen, ich kümmere mich?

    gegen melden habe ich ja nichts, aber er steigert sich da dann echt rein.

    hat jemand eine idee???

    übrigens was die leinen aggression betrifft: je nachdem welchen tiertrainer man fragt bekommt man zwei antworten.
    die einen gehen von seiner vergangenheit aus und sagen, er hat eben als kettenhund wohl einiges an der kette durchgemacht und hat nun die "nagriff ist die beste verteidigung" strategie und angst.
    oder:
    ich zeige zu wenig dominanz und zeige dem hund nicht, dass ich alles regeln kann.

    ich vermute, es ist ein mix aus beidem.

    aber, wie beweise ich ihm, das ich alles regle.

    ich stelle mich schon vor ihn, wenn wir fremden männern begegnen und er "komisch" wird (sehe das inzw. an seiner körpersprache, er hat nicht vor allen angst) befördere ihn hinter mich und regle das dann ja auch.

    bei hunden genauso. aber gerade bei anderen hunden schaut er zw. meinen beinen hindurch, oder daneben vorbei und macht teils nen echten aufstand.

    ablenken geht auch manchmal, indem ich eine leckerlie spur lege. das hat mir eine trainerin empfohlen. die beiden strategien wende ich bei seiner leinenaggression an(je nachdem, ob ich leckerlies dabei habe, oder nicht).

    aber dieses aufpassen und bewachen im urlaub war echt heftig...

    jemand eine meinung oder eine idee??
    entschuldigt die länge des textes...

    lg steffi

  • Hallo!

    Ob du ihm das abgewöhnen kannst?
    Ein Hund ist kein Computer.

    Üben und dran bleiben.
    Kettenhund - darauß lassen sich schon einige Rückschlüsse ziehen.
    Ich würde auf ängstlich aggressiv+ "tippen".

    Deswegen solltest du dir eine passende Hundetruppe oder Schule suchen. Ist sicherlich nicht einfach. Hundebegegnungen gezielt trainieren in der Hoffnung, dass der Hund gelassener reagiert und lernt, dass solche Situationen nichts besonderes sind.
    Das gleiche gilt bei Fremden. Üben, üben, üben...

    Und mach deinem Hund klar, dass du der Rudelführer bist. Klare Regeln, klare Befehle und konsequentes Verhalten.

    Erster Hund? Wie alt?
    Kannst du was zur Vorgeschichte berichten?

    Lieben Gruß
    Sonja

  • jamie ist, laut th, 2004 geboren(das ist allerdings geschätzt) kam aus schlechten verhältnissen(bis er da rausgeholt wurde, lebte er an einer 1,5m "langen" kette) ein border/aussi mix(auch eine vermutung) und kannte ix als er hier ankam.
    er ist nicht mein erster hund.
    aber der erste für den ich komplett allein verantwortlich bin.
    ansonsten gut sozialisiert, ohne leine mit so ziemlich allem hunden verträglich(der ebenfalls verträglich ist) kastriert(kam schon kastriert ins th) und ein großer schmuser.

    wir haben viel geschafft(habe ihn seit anfang letzten jahres), er konnte wirklich nichts und kannte kaum etwas. mit viel geduld beherrscht er nun alle gängigen komandos(plus einige tricks zwecks beschäfigung), kommt mit zur arbeit wenn ich nachtschicht habe(behindertenwohnheim), lässt so ziemlich alles mit sich machen.
    männer mag er nur bedingt,da muss er wirklich jeden einzelnen kennenlernen, aber hat er den erstmal ins herz geschlossen, kein problem.

    frauen hingegen mag er fast bedingungslos, kinder ebenfalls.
    die dürfen alles mit ihm machen(ich gehe auch nur zu weiblichen tierärzten).

    wir haben die begeleithundeprüfung(ok, ne lightversion, wie ich inzw. vermute) mit der bestnote bestanden und auch ansonsten hat er eben alles kennengelernt, was es so zu lernen gibt.

    freilauf funktioniert auch, rückruf ebenfalls, allerdings hat er einen hetztrieb(da ist dann das mit dem rückruf so ein thema...da ist der treib dann stärker) und immer die nase im wind. riecht er was, ist er im wald verschwunden(deshalb gibts hier nur noch spaziergänge an der leine am und im wald).
    großstadt stresst ihn sehr und da ist dann auch nur noch wenig durchkommen zu ihm(wir leben, noch, sehr ländlich, arbeiten aber schrittweise daran, das er sich an stadt gewöhnt, da wir da wohl ende des jahres hinziehen werden)

    nun, was heißt abgewöhnen... ich will ihm eben klar machen, das ich das regle.

    eine tiertrainerin habe ich kontaktiert und bin auch in einer hundeschule, wo ab und an mal das problem leinenpöbeln angegangen wird.
    allerdings zu wenig.
    aber das mit der trainerin wird noch ein paar tage dauern, wir waren bis gestern im urlaub und ich schaffs beruflich nächste woche wohl nicht.

    regeln gibt es natrürlich. jamie hat auch eigentlich kein rangordnungsproblem. er hat die nie in frage gestellt.
    das hat sich ganz einfach am anfang zusammengefügt.
    also, er beantsprucht keine resourcen für sich, die habe ich alle im griff(bedeutet, er akzeptiert problemlos wenn ich ihm sein futter wegnehme[passiert natürlich nur, wenn er was frisst was ungesund ist], er steht auf und geht aus dem weg, wenn er in selbigen liegt und ich da lang will, alle spielzeuge u.ä. lässt er auf kommando los oder gibt sie mir oft von sich aus. er hat mir noch nie gezeigt "meins, nimm die finger weg!") und das ich hier das sagen habe, daran hat er nie gerüttelt.
    war wirklich problemlos.

    nur eben diese leinenpöbelei..das wird einfach nicht wirklich besser.
    ok, manchmal klappt es, wenn ich den anderen hund wirklich vorher sehe, ich jamie absitzen lassen kann, dann funktioniert es manchmal und er bellt und knurrt nicht(ist allerdings deutlich gestresst, das merke ich natürlich) also ruhig hinsetzen und cool vorbeilassen ist eben nicht.

    aber an einem fremden hund vorbei gehen, geht gar nicht.

  • Du bist auf dem richtigen Weg.
    Aber mach dir klar, dass das harte Arbeit wird.
    Und du arbeitest daran.

    Er ist eigentlich noch nicht solange bei dir, bedenke man seine Vorgeschichte.
    Vielleicht überforderst du ihn auch, in der Hinsicht, dass er einfach noch nicht soweit ist?

    Wenn er als Junghund nicht viel kennenlernen konnte und durfte, dann kann das ein Problem sein und bleiben.
    Und vielleicht solltest du dich auch mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass das nie ganz in den Griff zu kriegen sein wird, weil er einfach so ist. Aber davon gehen wir nicht aus.

    Ich möchte dir jetzt auch keine Tipps zum Verhaltenstraining geben ( Leckerchen, locker etc. blahblah und dann wird alles gut ), denn davon findet man genug.

    Eher möchte ich zu einem weiteren Teil des Problem, mMn, kommen, dem "Rudelführer". Und das darfst du jetzt keinesfalls persönlich nehmen, denn es bezieht sich auf meinen vorherigen Beitrag. Der Begriff ist auch zu belastet, aber ich hatte keine Lust einen neuen zu erfinden.
    Was ich unter Rudelführung verstehe wird hoffentlich gleich deutlicher.

    Dein Hund regt sich halt an der Leine auf. Und dann bist du natürlich Luft für ihn. Er will die Situation alleine Regeln, was er ohne Leine darf und kann, aber durch die Leine kann er das nicht und verfällt in diese Übersprungshandlung.
    Das Melden bis zum Reinsteigern hat da doch Paralelen ( Bewachen war / ist sein Bereich ).
    Dem Hund verständlich zu machen, dass seine Aufregung unnötig ist wird nicht gehen, indem du nur die Hundebegnungen trainierst und das melden abstellst ( was der andere Rudelführer ja richtig fand und somit ok war ). Das ist nur ein Teil der Arbeit. Und da muss jeder testen, wie es am besten mit seinem Hund klappt und welche Hilfen die Richtigen sind.

    Wesentlicher Teil der Arbeit ist deinem Fall an der Bindung zwischen Hund und Herrchen zu arbeiten.
    Du musst ihm erst einmal bewusst machen, dass du der Rudelführer bist und damit meine ich nicht nur durch Regeln, Gehorsam etc..
    Er muss dir vertrauen und dich wirklich, als der, der die Situation beherrscht empfinden.
    Und da hat dein Hund probleme mit. Es fehlt ihm an richtiger Sozialisation und damit von Anfang an die richtige Beziehung zum Menschen.
    Er weiß somit garnichts von einem Rudelführer in unserem Sinne, aber das wird er lernen können.
    Arbeite an der Bindung, hol dir da gute Fachliteratur ( auch zum Thema Hundepsychologie ), frag auch mal in deiner Hundeschule, deinen Trainer, was da alles zu beachten ist und was es für Möglichkeiten gibt und zieh das Beste für dich und deinen Hund da hinaus.

    Das wird viel Geduld, Liebe, keine Gewalt und Struktur brauchen.

    Aber alles braucht seine Zeit.
    Denk daran, dass der vorherige Rudelführer ihn an der Kette gehalten hat und das diese Beziehung zum "Rudelführer/Rudel" eine gestörte war.


    Viel Durchhaltevermögen

    Sonja

  • dankeschön für den beitrag.

    was unsere bindung betrifft.
    an der habe ich, mit viel mühe, gearbeitet und tue es immer noch, jeden tag.
    (tut man doch immer automatisch mit) aber am anfang eben sehr intensiv.

    wir haben unsere begleithundeprüfung, und das üben dahin, in einer hundeschule gemacht und sind nun in einer anderen, weil in der erste kein passender kurs mehr war. und letztes jahr hatte ich eine trainerin bzgl. seiner leinenaggressiivität da.
    und alle, durch die bank weg(inkl. der prüferin bei der prüfung) loben bzw. haben gelobt wie toll doch unsere bindung ist und das jamie auf mich fixiert und geprägt ist. waren alle ganz begeistert(vorallem die trainerin die ihn ja fast von anfang an kannte) wie gut und schnell sich die bindng, trotz seiner vorgeschichte, aufgebaut hat.

    denke also, die bindung ist kein problem.

    ich kann ihn auch problemlos aus dem spiel heraus abrufen. gestern in der hundeschule wieder: 3 hunde spielen, es wurde etwas zu heftig und wir sollten sie zu uns rufen. meiner kam, die anderen beiden nicht(die sind aber auch deutlich jünger und da fehlt noch ne ganze ecke an erziehung), war ganz stolz auf meinen hund. war mir bisher gar nicht aufgefallen, wie großartig das eigentlich ist.
    kommentar der trainerin(ich neige dazu, etwas zu schreien bzw. zu laut zu sein, wenn cih eine situation als zu heftig empfinde und meinen hund bei mir haben will): ruf leiser, dein hund ist so auf dich fixiert, der kommt auch wenn du nicht so brüllst. das muss nicht so laut sein.
    ich arbeite auch da an mir.

    ok, also ruhiger werden und versuchen jamie klar zu machen, das ich die führung übernehme.

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