Im Laufe der Zeit strenger/lockerer geworden?

  • Ich hab mal wieder eine Frage.
    Und zwar hab ich meinen Hund jetzt etwas über 1 Jahr. In letzter Zeit habe ich häufiger drüber nachgedacht, was wir in diesem Jahr erreicht haben und vor allem auch, wie ich mich verändert hab, im Laufe meiner "praktischen Hundeerfahrung".
    Und irgendwie würde ich sagen, dass ich lockerer geworden bin und Lucy nicht mehr soo viel verbiete wie am Anfang.
    Z.B. war es mir zu Beginn sehr wichtig, dass sie nicht mit ins Bett kommt. Von wegen Alpha...Mittlerweile halte ich von diesem Denkansatz nicht mehr so viel in mancherlei Hinsicht und es stört mich nicht mehr, wenn sie im Bett ist.
    Dann fällt mir noch ein, dass es mir früher sehr wichtig war, dass der Hund nicht vor mir läuft. Jetzt lasse ich es zu, solange sie dabei nicht zieht...
    Aber bei manchen Dingen bin ich auch strenger geworden. Z.B. mache ich es ihr etwas schwerer, sich ihr Futter zu erarbeiten. Und lauter solche Kleinigkeiten....

    Wie habt ihr euch denn im Laufe der Jahre verändert? Seht ihr die Dinge eher gelassener oder achtet ihr vielleicht auch eher genauer auf bestimmte Dinge?
    Würde mich über Antworten freuen :smile:

  • Ich sehe die Dinge inzwischen nicht strenger oder lockerer, aber komplett anders. Mir sind inzwischen drei verschiedene Möglichkeiten einen HUnd komplett grundauszubilden "untergekommen". Einige Dinge wurden mir beigebracht, andere habe ich mir selbst erarbeitet. Funktionieren tun alle WEge, aber der, den ich momentan gehe finde ich am Besten.
    Insgesamt bin ich grundsätzlich sehr konsequent und geduldig, immer und ständig, meine Mitmenschen macht das gelegentlich total affig, weil ich halt nie sage: "Ach, was solls, ich habe gerade keine Lust zu diskutieren". Bei mir gibt es kein "vielleicht" es gibt nur "Ja " und "Nein", erlaubt oder nicht erlaubt.
    Manchmal nervt es mich selber, aber das Ergebniss gibt mir recht, ich kann mich auf die Hunde mit denen ich arbeite 100% verlassen, sie diskutieren mit der Zeit nur noch nett, sprich sie machen Vorschläge ( was ich auch schön finde), wenn ich "Ja"sage machen sie es, wenn nicht, dann nicht, aber es gibt dann auch nie ein "vielleicht ja doch?"
    Das ist das was ich möchte, ich möchte keinen Roboterhund, aber ich möchte einen Hund auf den ich mich verlassen kann und einen der noch selber denkt und auch mal was lustiges macht. Ich hoffe ihr versteht was ich meine.
    Und vor allem ist mir wichtig, dass ich in dem Leben meines Hundes eine Bereicherung und keine Belastung bin.

  • Ich denke wenn man seinen Hund gut erziehen möchte, ist es ganz normal das sich gewisse Verhaltensweisen ändern. Man lernt seinen Hund kennen, weiss wo man streng sein muss (sei es Hund aufm Bett, Futter erarbeiten oder sonst was) und wo man nicht streng sein muss. Man lernt andere Standpunkte, Meinungen, Abhandlungen über Hundeerziehung und Hundehaltung und macht sich (hoffentlich) seine eigenen Gedanken, baut es evtl. in den Umgang mit dem Hund ein.

    Bei mir ist es so, das die Dogge jetzt auch gerne mal ins Bett darf, wenn er mag. früher durfte er das nicht. Weil unser früherer hovi hätte mich nach einem solchen Zugeständnis nicht mehr ins Bett gelassen. Deshalb durfte die Dogge anfangs nicht ins Bett. Seit ich den Hund besser kenne und er sich charakterlich soweit gefestigt hat, dass ich ihn einschätzen kann, darf er eben ins Bett.

  • Ich finde eure Antworten super! :)

    Eben genauso würde sich wohl auch ein hündischer Rudelführer verhalten. Ich kann mir kaum vorstellen dass ein Leithund immer und stets darauf bedacht wäre, all seine Rudel-mitglieder immer und ständig davon abzuhalten sich auf gewisse Fleckchen zu legen, an dem herumliegenden Knochen zu nagen, mit diesem oder jenem Stein zu spielen oder diese oder jene Ecke abzuschnüffeln. Da käme er wohl niemals selbst zur Ruhe.
    Er würde es genau in dem Moment unterbinden, wo er selbst daran Interesse hat und somit das Vorrecht dieses als Erster zu tun. Wenn er selbst das Interesse verloren hat, seinen Hunger gestillt, etc. dann dürfen die anderen ruhig auch schauen. Aber WENN er Interesse zeigt, dann haben alle anderen diskussionslos zu weichen.

    Ich denke so sollte man es auch als menschlicher Leithund halten. Der Hund MUSS immer die Ansagen befolgen, aber man sollte nicht in menschliche Pedanterie verfallen oder Konsequenz allzu fanatisch durchsetzen.
    Sofern Hund akzeptiert wenn Frauchen/Herrchen zuerst wollen oder eben gewisse Dinge unterbinden, dann kann man ihn auch mal gewähren lassen wenn es einem selbst nicht so wichtig ist.

    Dies gilt natürlich nur für Dinge, die eben "nicht so dramatisch" sind. Kinder mal anbellen, mal nicht, oder an Autos pinkeln, mal nicht, solche Dinge sollten natürlich immer unterbunden werden. Aber bei allem anderen was niemand anderem schadet oder dem Hund selbst, kann man sicher etwas toleranter sein.
    Auch hier lohnt sich ein Blick in die Tierwelt...und kucken wie es die Leitwölfe machen :)

  • Zitat


    Eben genauso würde sich wohl auch ein hündischer Rudelführer verhalten. Ich kann mir kaum vorstellen dass ein Leithund immer und stets darauf bedacht wäre, all seine Rudel-mitglieder immer und ständig davon abzuhalten sich auf gewisse Fleckchen zu legen, an dem herumliegenden Knochen zu nagen, mit diesem oder jenem Stein zu spielen oder diese oder jene Ecke abzuschnüffeln. Da käme er wohl niemals selbst zur Ruhe.
    Er würde es genau in dem Moment unterbinden, wo er selbst daran Interesse hat und somit das Vorrecht dieses als Erster zu tun. Wenn er selbst das Interesse verloren hat, seinen Hunger gestillt, etc. dann dürfen die anderen ruhig auch schauen. Aber WENN er Interesse zeigt, dann haben alle anderen diskussionslos zu weichen.

    Genau so! :gut: Klasse Antwort!


    Ich bin mittlerweile viel lockerer geworden- Janosch ist nun 2,5 Jahre alt und hat die Spielregeln verstanden. Wir haben ein harmonisches Miteinander- besondere Strenge muss ich nicht mehr walten lassen. Es funktioniert einfach.

  • In mancherlei Hinsicht habe ich die Zügel enger gezogen, habe Regeln aufgestellt, die es bis dahin nicht gab, einfach weil ich gemerkt habe, dass sie im Umgang mit anderen Menschen, die draußen unterwegs sind unerlässlich sind und habe meinen Hund mehr "eingeschränkt".

    Andererseits genießt Maja inzwischen auch viele Freiheiten, die sie früher nicht hatte und die ich ihr gerne zugestehe, solange sie sie nicht ausnutzt.

    Alles in allem würde ich sagen, ich habe da keine erkennbare Linie, sondern schwanke immer mal wieder, wie streng ich bin, orientiert daran, wie es gerade nötig und sinnvoll ist :)

    LG, Henrike

  • Ich sage mir halt immer, das ein guter Gehorsam dem Hund zu mehr Freiheiten verhilft. Wenn mein Hund z.b. ohne Leine laufen darf, muss ich mich darauf verlassen können, dass er zuverlässig abrufbar ist, allein schon, damit er nicht vor einem AUto landet.
    Insofern finde ich es vernünftiger konsequent zu sein um dem Hund schlussendlich mehr Freiheiten geben zu können, als von Anfang an zu lasch zu sein, um dann entweder einen kaputten Hund zu haben oder den Kampf durchzustehen die REgeln strikter als zuvor umzusetzen.

    Es war bis jetzt bei allen Hunden mit denen ich gearbeitet habe so, dass man am Anfang sehr deutlich seinen Standpunkt klarmachen musste und die Regeln festsetzen musste und das später alles viel entspannter lief. Is t aber denke ich auch normal, man muss sich ja erstmal kennenlernen.

  • Hm, ich möchte sagen, daß ich anders konsequent geworden bin.
    Ich habe früher bei Dusty viele Fehler inpunkto Erziehung gemacht und um ihr Vertrauen wieder zu bekommen, hat es mehrere Jahre gedauert :sad2: Bei Bibo bin ich die Erziehung anders angegangen, allerdings ist sie auch völlig anders.
    Ich möchte auch keinen Roboterhund und 100% verlassen kann man sich in meinen Augen auf kein Tier, aber ich weiß, daß meine Hunde versuchen, daß zu machen, was ich möchte.
    Wenn ich besonders aufmerksam bin, dann sind sie es auch, wenn ich mal rumschludere, dann nutzen sie es aus, aber dafür sind es nun mal Tiere. Ich habe mich den vielen Jahren an ihre Eigenarten gewöhnt, wie sie sich an mich und das ist mir wichtig.
    Wir sind im Gegensatz zu früher ein Team geworden und das ist für mich das Wichtigste!!

  • Hhhm,

    wie soll ich es sagen?
    Manches sehe ich lockerer und einiges strenger.
    Da wir mittlerweile angefangen haben, am Schaf zu arbeiten und zu trainieren, bin ich, was das sofortige Gehorsam betrifft wesentlich strenger geworden.
    (Bleibt ja nicht aus, da die Tierliebe eben nicht beim eigenen HUnd aufhören darf, wenn es um die Arbeit mit dem Jagdtrieb geht!)
    Ich habe für mich festgestellt, wenn man bei einem HUnd, der sich mitten in der Pubertät befindet, irgendetwas locker sieht, weder dem HUnd noch sich selbst damit einen Gefallen tut.
    Das Tierchen braucht Regeln und niemand tut einem HUnd einen Gefallen, wenn er plötzlich die Zügel lockerer läßt.
    Denn auch hier wird sich die Gewohnheit einschleifen und weitreichende Kreise ziehen....
    So long.
    Chip hat ein gutes Leben.
    Hierarchie ist unumgänglich ;)

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