Schnappen (lang)

  • Hallo Ihr Lieben!

    Habe seit ein paar Tagen ein erzieherisches Problem und zwar da ich etwas tollpatschig bin fällt mir ab und an mal was runter der Deckel von ner Flasche nen Korken ect. sowas halt wenn sich dann die Fellnase dies nimmt und abhaut will ich es ihm abnehmen da ich 1. gerne die Flasche wieder zumachen würde udn 2. es nicht für gesund halte wenn er Plastik zerkaut.

    wenn ich also auf ihn zugehe und aus sage und nach dem Gegenstand greifen will schnappt er sofort zu und knurrt wien irrer und schnappt auch teilweise um sich.
    So jetzt meine Frage wie kann ich dies unterbinden ich müsste doch in der Lage sein ihm alles wegnehmen zu können bei seinem Spielzeug macht der nicht son Terror nur bei Sachen die er "findet"
    bin echt Ratlos..
    achja sorry das es so lang geworden ist
    Danke im vorraus
    LG Nina

  • Das Problem hatte ich vor einem Jahr bei meinem Welpen auch -wie alt ist denn dein Hund? Vielleicht wars ja so ähnlich wie bei uns:
    Bei Finn wars so, dass er sich auch mal gern was "genommen" hat. Sein eigenes Spielzeug oder Trockenfutter im Napf hat er nie verteidigt, nur eben geklaute Sachen, die er als seine Beute erachtet hat -aber nur gegen Menschen, andere Hunde durften ihm alles wegnehmen. Aber wenn wir ihm was abnehmen wollten, knurrte er und schnappte auch...später biss er richtig zu...
    Zum ersten Mal hat er dieses Knurr-Schnapp-Verhalten gezeigt, als der erste Besuch (mit eigenem Hund) bei uns war und beiden Hunden ein Rinderohr geben wollte. So viele Leute -und vor allem einen fremden Hund- war Finn nicht gewöhnt, das war natürlich purer Stress für ihn und ich fühl mich immer noch total schlecht, weil ich zugelassen habe, dass der Besuch beide füttert. Der Besuch hockte fasziniert neben Finn, während der vorsichtig sein erstes Ohr anknabberte...und wie das eben so ist, wenn man lange in der Hocke verharrt, kippte er irgendwann nach hinten, fuhr mit seinem Arm nach vorne -Finn entgegen-, um das Gleichgewicht zu halten. Finn erschrak und knurrte ängstlich, lies das Ohr fallen. Der Besuch wollte den Kleinen beruhigen und griff nach dem Ohr, um es ihm wieder zu geben...und dann ists passiert...
    Von da an hat Finn -ein generell etwas ängstlicher, im Umgang mit anderen Hunden schüchterner Rüde- jedesmal geschnappt, wenn man ihm was wegnehmen wollte...sicher hat das nicht nur mit dem Stress und dem Schreck zu tun, sondern auch damit, dass er zeigen wollte, wer der Chef im Haus ist...das kann jeder sehen wie er will...
    Bevor ich dir zu helfen versuche -weiß nämlich nicht ob ichs kann?-, wärs vielleicht noch wichtig zu erfahren, wie und wann das das erste Mal aufgetreten ist? Wie ist dein Hund sonst so drauf? Ist er eher draufgängerisch, ängstlich oder will er immer sogar immer den Chef spielen und ist ungehorsam?
    Liebe Grüße und Kopf hoch,
    -Phoenix-

  • Zitat

    wenn ich also auf ihn zugehe und aus sage und nach dem Gegenstand greifen will schnappt er sofort zu und knurrt wien irrer und schnappt auch teilweise um sich.
    So jetzt meine Frage wie kann ich dies unterbinden ich müsste doch in der Lage sein ihm alles wegnehmen zu können bei seinem Spielzeug macht der nicht son Terror nur bei Sachen die er "findet"
    bin echt Ratlos..
    achja sorry das es so lang geworden ist
    Danke im vorraus
    LG Nina


    Hallo Nina,

    hast du ihm früher schon Dinge einfach weggenommen? Könnte es sein, dass er jetzt genau weiß, dass er das Gefundene wieder los wird, sobald du kommst? Auf jeden Fall musst du die für ihn bedrohliche, negative Situation in eine positive Situation umdrehen. Dazu müsstest du wohl gleich drei Sachen üben. Das NEIN für die Situation, dass er es noch nicht im Maul hat, das AUS, wenn er es schon im Mund hat, und das und das Wiederherbringen, wenn er schon mit dem Gegenstand getürmt ist.

    Ich würde letzteres folgendermaßen machen: Solche Situationen provozieren und ihm dazu am Geschirr eine leichte Hausleine verpassen. Wenn er sich den Gegenstand geschnappt hat, solltest du aber auf keinen Fall hinterher laufen, sondern ihn zu dir kommen lassen. Lock ihn mit deiner Stimme, sei freundlich, nicht ärgerlich dabei. Wenn er nicht kommt, zuppel ein wenig an der Leine. Mir wäre es wichtig, dass ich den Hund nicht zu mir ziehe. Er soll von alleine kommen und es soll ihm nicht unangenehm sein. Aber man kann ihn mit der Leine daran "erinnern". Ist er bei dir, kannst du den Gegenstand mit etwas anderem tauschen. Oder du tust so, als ob er es dir apportieren sollte und freust dich tierisch darüber, das er es dir gebracht hat. So lernt der Hund, dass du ihm "seine" Beute nicht automatisch wegnimmst und er muss sie dir gegenber nicht mehr mit Schnappen und Knurren verteidigen.

    Grüße,
    das Krümelmonster.

  • Hallo,

    das Kommando "Aus" richtig üben, dein Hund scheint es nicht zu beherrschen oder negativ zu verknüpfen. Aus hundischer Sicht verhält er sich normal, er verteidigt seine Beute.
    Gib ihm einen Gegenstand (z.B. Spielzeug) ins Maul und halte ihm ein Superleckerlie vor die Nase (Schweineohr, Pansen etc.)
    In dem Augenblick, wenn er den Gegenstand freiwillig ausspuckt, um das Leckerchen anzunehmen, sagst du "Aus". Üben, üben, üben. Irgendwann wird er es positiv verknüpfen und Gegenstände ausgeben und nicht verteidigen.

    Gruß Leo

  • Hallo,

    das was Rottifrauchen geschrieben hat, ist genau richtig.

    Wenn Du Dich Deinem Hund frontal näherst, dann ist das für ihn eine Bedrohung.
    Sollte er schon gelernt haben, dass Du ihm alles wegnimmst was er findet, dann ist seine Reaktion nicht ungewöhnlich.

    Filou war auch so und mir hat es geholfen, ihm die Sachen nicht abzunehmen, sondern entweder zu tauschen, oder ihn diese "verbotenen" Sachen apportieren zu lassen. Er brachte sie mir drei, vier Mal und dann hab ich es gegen ein anderes Spielzeug getauscht ohne viel Aufhebens darum zu machen.

    Sollte er wieder etwas finden, dann sag ich immer total freudig: Was hast Du denn da? Ist ja super! Brings!" und er bringt es mir mit hoch erhobener Rute und mächtig stolz.

    Je weniger Aufhebens wir Menschen darum machen und je selbstverständlicher und unbefangener wir damit umgehen um so schneller lösen sich solche Konflikte auf.
    Letztendlich ist es nur ein Zeichen, dass der Hund einem noch nicht wirklich vertraut.

    Liebe Grüße und versuche es wirklich mal spielerisch und mit Tauschen. Steht er nicht drauf, dann spiel selbst mit dem Spielzeug und mach es dadurch interessant.

    Steffi

  • Hallo!
    Vielen Dank für die hilfreichen tipps!
    Da er grade 1 jahr alt ist ist ja noch nichts verloren...
    werde eure tipps ausprobieren bzw schauen mit welcher methode ich und hund am besten zurecht kommen.
    Das mit dem tauschen hatte ich mal probiert anscheinend war das was ich anbot nicht gut genug :/
    Nochmal vielen dank

  • Hallo,

    ich weiss ja nicht wie Du getauscht hast, aber auch gilt: zeig nicht zu viel Interesse an dem Objekt welches er gerade hat, sondern suche Dir ein begehrtes Spielzeug aus und beschäftige Dich mit diesem, ganz für Dich alleine.
    Hab Spaß mit dem Spieli und beachte den Hund nicht.

    Die meisten Hunde sind so neugierig, dass sie dann angelaufen kommen und dieses Spielzeug haben wollen.
    Erst dann ist der Hund bereit zu tauschen.

    Du musst auch nicht immer so ein Gedöns machen beim Tauschen, aber zu Beginn reicht es nicht aus, ihm einfach etwas vor die Nase zu halten und zu hoffen, dass er das interessanter findet.

    Mit der Zeit merkt er, dass es gar nicht schlimm ist etwas abzugeben, sondern es auch Spaß bringen kann und dann wird er es freudiger abgeben.
    Doch zuerst muss er vertrauen finden.


    Liebe Grüße

    Steffi

  • Ja, ich kann dir auch nur raten, dass Aus mit anderen Gegenständen noch mal richtig zu üben, damit er lernt, dass es nicht schlimm ist, wenn er etwas hergeben muss oder etwas tauscht.
    Wenn er sich wieder was geklaut hat -es vielleicht sogar schon zerbissen ist- versuch ruhig zu bleiben. Dein Hund merkt sofort, wenn du dich aufregst und verspannt sich. Setz dich in einiger Entfernung hin, beachte ihn nicht und fang an das Lieblingsspielzeug oder was absolut leckeres zum Fressen in höchsten Tönen zu bewundern. Bei Finn wirkt ein: "Oh, schau mal!" echt Wunder! Am Anfang war ich schon zufrieden, wenn er die Beute hat liegen lassen und zu mir kam, aber besser ist, was Steffi E. gesagt hat: Lass deinen Hund die Beute zu dir bringen und tausche.
    Ich würde nicht zu ihm gehen und ihn zum Tausch auffordern, das wirkte jedenfalls für Finn zu bedrohlich.
    Außerdem hab ich Finn Leckerlies im Haus versteckt und ihn dann auf die Suche geschickt. Es hat ne Weile gedauert, aber schließlich hat er gelernt, dass er das Gefundene nicht einfach nehmen darf, sondern darauf warten muss, bis ich ihm das erlaube. Jetzt klaut er sich nichts mehr.
    Wünsch dir viel Geduld und Glück beim Üben,
    -Phoenix-

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