Aggressiv gegen schüchterne Hunde?

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  • Hallo zusammen,

    ich hab mit meinem BC (6 Monate, weiblich) ein Problem, was mir seit schon seit langem Kopfschmerzen bereitet. Meine Hündin kann mit jedem anderen Hund spielen und ist eigentlich mit jedem verträglich - nur bei schüchternden Hunden wird sie extrem dominant.

    Am besten ich schildere mal die Ereignisse von letztem Samstag auf dem Welpentreffen. Dazu kurz eine Vorgeschichte:

    Ich war von Anfang an mit ihr auf Welpentreffen. Anfangs konnte meine Nala mit der kläffenden Meute nicht viel anfangen und hatte sich nur mit einer Querbeet-Mischlingshündin namens Josie beschäftigt. Nach dem dritten Mal wars aber passé, Nala flitzte mit den anderen Hunden herum, Josie war immernoch verschüchtert und kam dann auch nicht mehr zum Treffen.
    Anfang Januar wurde Nala dann in die Junghunde-Gruppe gesteckt, wo Hunde im Bereich von 5-6 Monaten bis 1 Jahr drinnen sind. Soweit dazu ^^

    Mitte Januar kam Josie dann wieder zum Welpentreffen und wurde wegen ihrer Größe ebenfalls gleich zu den Junghunden geschickt, trotz dass sie immernoch extrem verschüchtert war.

    Soviel dazu. Und als Beispiel, um mein Problem zu schildern, erzähle ich euch jetzt von letztem Samstag:

    Wie immer kamen wir ein wenig später, was aber nicht schlimm ist, weil zwischen Welpen- und Jungehundetreff so ein fließender Übergang ist. Nala flitzte rein, schleckte ihre Lieblinge ab, rannte und spielte, ganz normal. Dann sah sie einen neuen Hund, schätzungsweise ein "Überbleibsel" der Welpengruppe, und ging auf ihn zu. Der Kleine hatte Angst und wich ein wenig zurück - und dann plötzlich fingen meine Nala und der Kleine wirklich synchron an aufeinander loszugehen :schockiert: Des war kein son Welpengerangel, sondern wirklich Ernst... ich hab meine Nala daraufhin weggezerrt, und sie bekam eine Auszeit von 5 Minuten, wo sie neben mir liegen muss und nicht spielen darf.
    Dann durfte sie wieder los und ging zu Josie - und da genau das gleiche :/ Also wieder den Hund runtergepflückt, wieder Auszeit, Hund dann wieder losgelassen - und Hund wieder runtergepflückt -.-
    So ging des bestimmt 5-6 mal, bis es mir zu blöd wurde und ich heimgefahren bin.

    Ich versteh es einfach nicht... Nala versteht sich normal mit jedem Hund und spielt auch mit jedem. Nur bei diesen zwei Hunden vom Welpentreffen macht sie des... und es nervt halt einfach.
    Vor allem, wenn Nala ihre "Strafe absitzen" muss, und diese kleinen Angsthasen dann abervorwitzig ankommen, se anschnuppern und dann plötzlich keine Angst mehr haben -.-

    Aber was mache ich falsch?
    Liegts an Nala und mir oder an den anderen?
    Vielleicht einfach zu nem andren Welpentreff gehen?

    Ich weiß ehrlich nicht was ich da noch machen soll... ich will dass mein Hund Spaß hat, und schließlich zahl ich auch dafür - aber die Hälfte der Zeit muss mein Hund neben mir sitzen :sad2:

  • Zitat

    Ich weiß ehrlich nicht was ich da noch machen soll... ich
    will dass mein Hund Spaß hat, und schließlich zahl ich auch dafür - aber die Hälfte der Zeit muss mein Hund neben mir sitzen :sad2:

    Welpen- und Junghundgruppen sind nicht "zum Spaß haben" da, sondern um fürs Leben zu lernen. Das Wichtigste hierbei ist, daß du einen kompetenten Trainer dabei hast, der die Hunde im Auge hat und euch erklärt, warum wer was macht, wer zu weit geht und wo wie eingegriffen werden muß.

    Passiert so etwas nicht ? Wofür bezahlst du ?

    Gruß, staffy

  • Naja, meiner Meinung nach hat das schon ein wenig mit Spaß zu tun - sie lernen halt spielerisch, drücken wirs so aus.

    Ich krieg von meiner Trainerin gesagt dass Nala halt viel zu dominant ist und sie eben ne Auszeit braucht, was ich dann auch mache.

    Ich finds halt nur komisch, dass bei andren Hunden nichts dergleichen passiert - sprich, Nala dominiert andere, andere dominieren meine Nala, halt ganz normal und immer zwischendurch mal, ohne Keilerei oder großartige Beißerei.
    Nur bei schüchternden Hunden wirds immer ne Beißerei.


    Und wofür ich bezahl? Weiß ich eigentlich auch nicht so genau :???:
    Großartige Tipps kriegt man da eigentlich nicht, eher so qualifizierte Kommentare wie "Dein Hund ist aber ganz schön zickig" ...
    Aber is halt einer der wenigen Welpentreffs, der hier in der Nähe ist, und wo kein Zwingerhusten o.ä. seine Runden dreht. Und ein gut sozialisierter Hund ist mir ziemlich wichtig.

  • Ich bin zwar keine Fachfrau, aber manchmal gibt es eben Kombinationen, wo es nicht "passt" und vermutlich nie passen wird. Wir sind ja auch nicht mit jedem "per Du" und beste Kumpels. Und lernen wird Deine Nala auf jeden Fall, daß der Spaß aufhört und sie bei Dir bleiben muss, wenn sie sich auf einen anderen Hund einschießt. Vielleicht solltest Du auch mal mit den Besitzern der anderen Hunde reden; möglicherweise gibt es einen Weg, die Hunde langsam aneinander zu gewöhnen. Sie müssen sich ja nicht lieben, aber höflich ignorieren können. Langsames Aneinandervorbeigehen mit allmählicher Verringerung der Distanz soll gut sein, habe ich mal gelesen.
    Das sollte doch Deiner Trainerin auch bekannt sein.
    LG
    Kirsten

  • hallo tinschn !
    wir haben auch so eine erfahrung hinter uns.
    chayenne ist jetzt 1,5 jahre alt.
    bei uns war es letztens auch in der hundeschule ganz schlimm.
    chayenne hat sich den "schwächsten" hund aus der gruppe raus-
    gesucht und ist zu ihm hin und hat gemoppt was das zeug hält.
    sie war bis dahin total verträglich mit jedem, aber nach der läufigkeit
    hat sich irgendwie was verändert.
    genauso ist es jetzt mit den spaziergängen: zu jedem hund muss sie hinziehen und evtl. (wenn der hund schwächer ist) auch mal zeigen, dass sie der boss ist.
    unser trainerin hat dazu folgendes gesagt:
    sie ist ein sensibler unsicherer hund und vertraut uns noch nicht so ganz.
    deshalb ist sie total unterwürfig bei ihr gegenüber starken hunden, wenn schwächere ihren weg kreuzen ist es vorbei und sie lässt ihren ganzen frutst über ihre unsicherheit bei den schwachen raus. sie hört dann auch ganz schlecht auf uns und bei freilauf (zur zeit nur mit hunden die sie kenn möglich) ist sie nicht rückrufbar.
    wir arbeiten zu hause an der unterordnungsgeschichte, wie z.b. nicht betteln und so kleinigkeiten, damit sie merkt, das wir auch draussen alles reglen können.
    oh, soviel wollte ich gar nicht schreiben..........
    grüsse
    bettina

  • Danke euch erstmal für die Antworten :smile:

    Was mich persönlich halt wundert, ist die Tatsache, dass sich Josie und meine Nala so absolut wunderbar verstanden hatten, sich dann einen Monat nicht gesehen haben - und sich jetzt hassen?
    Kommt mir irgendwie komisch vor.

    Ich würde ja gerne dran arbeiten (so wie von bennyone beschrieben), aber auf unserem Hundeplatz ist das kaum möglich, da er nicht besonders groß ist. Da sehe ich auch ein großes Problem drinnen - Hunde, die sich nicht leiden können, können sich nur bedingt aus dem Weg gehen.
    Die Besitzerin von Josie scheint da auch nicht wirklich dran interessiert zu sein etwas an diesem "Problem" zu ändern, weil sie meint dass es ja nur von Nala ausgeht.
    Ich persönlich kann es schlecht sagen, ich kenne außer den erwähnten Hunden auf dem Welpenplatz keine schüchternden Hunde sonst. Wie gesagt, Nala dominiert und wird dominiert, ich sehe da bei den Hunden in unserem Dorf und den Hunden meiner Schwester keinerlei Probleme.

    Gestern habe ich mir also meine Border-Bücher rausgekramt und gesucht und folgendes gefunden:
    [...] Bei Hunden wird zwischen zwei Hauptformen der Aggressivität unterschieden: es gibt ängstlich-aggressive Hunde und dominant-aggressive Hunde. (...) Ein dominant-aggressiver Hund spricht eine ganz andere Körpersprache. Seine Ohren stehen aufrecht und seine Rute ist bewegungslos nach oben gerichtet. Er ist sehr selbstsicher und hat einen hohen Rang in der Hundewelt. Der Angriff ist nämlich auch ein Zeichen seiner Macht und keine Folge von Angst. [...]

    "Border Collie", S.40-41, Kosmos Verlag


    Und genau diese Körpersprache hat meine Nala, sprich Rute nach oben, Öhrchen oben. Solang der andre Hund jetzt nicht "blöde" glotzt kann ich Nala noch abrufen, aber sobald der ihr "dumm" kommt (Bellen, Zähne fletschen), isses schon zu spät. Und wie gesagt - sie zeigt es eben nur bei diesen schüchternen Hunden, ansonsten ist sie immer eine absolut liebe und verspielte Hündin.


    Hab ich wirklich so einen kleinen :zensur: loch-Hund, der ängstliche Hunde mobbt? :schockiert:

  • Deine Hündin zeigt ein recht rassteypisches Verhalten für einen schelcht sozialisierten Hund. Gerade die "schüchternen" Border Collie-Damen beginnen mit Eintritt in die Pubertät jüngere zu mobben und gezielt ihre eigene Unzulänglichkeit in aggressiver Weise daran auszuleben.

    Auch, wenn sie derzeit nur zuschauen kann, weil sie dauernd unter Kontrolle gehalten werden muss, würde ich jetzt nicht gehen... Es dauert eine ganze Weile, bis die dieses blöde Hobby wieder ablegen. Ich würde sie laufen lassen, aber ihr gezielt verbieten zu diesem Hund gehen, indem ich mich vor den Stelle und sie ziemlich bösen Wind bekommt, wenn sie an mir versuchen würde vorbeizugehen.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Deine Hündin zeigt ein recht rassteypisches Verhalten für einen schelcht sozialisierten Hund.


    :schockiert:
    Also sorry, dass ich da jetzt so blöd frage, aber... Nala hat mindestens jeden 2ten Tag mit anderen Hunden Kontakt - klar sinds nich so viele auf einem Haufen wie beim Welpentreffen, manchmal isses auch nur einer, und dann sinds aber wieder 7, mit denen sie über das Feld wetzt (auch übere längere Zeit, 30 min oder mehr).
    Wir gehen mit den 3 Hunden meiner Schwester regelmäßig spazieren, manchmal auch mit den Leuten hier aus dem Dorf... ich kann mir irgendwie nicht vorstellen dass sie da schlecht sozialisiert sein soll?

    Oder kann das vielleicht noch von der Zeit kommen, bevor sie bei uns war? Da kannte sie nämlich gar nichts außer Pferde, Geschwister & Eltern und ihre Box.

  • Ja, ich meine damit die Bedingungen, in denen sie vorher gelebt hat. Das, was sie dort verpasst hat bzw. negativ kennen gelernt hat, wird sie ihr Leben lang begleiten. Und es ist eben recht typisch, dass Border Collies aus solchen Bedingungen eine solche Entwicklung durchlaufen. Ich habe quasi fast ständig einen derartigen Knirps in meiner Hundeschule und es ist fast, als ob man eine Wiederholungsschleife hätte... Leider...

    Ich wünschte, man könnte das den Hunden ersparen und würde solche Welpen nicht kaufen - aber das ist wieder ein anderes Thema :/

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hmm... das ist natürlich irgendwie doof :/

    Wobei ich aber sagen muss - der Welpe war ja da, besser er wird gekauft und hat dann (hoffentlich) einen Besitzer, der sich bemüht ihm dieses Verhalten wieder abzugewöhnen, abends brav Bücher wälzt, sich informiert usw., als dass er dann in seiner Box versauert, dann als "gestört" eingestuft wird und sonstwo landet.
    Ich liebe meinen Hund mehr als alles andre und bin daher auch bereit, mit ihr bis zum Erbrechen daran zu arbeiten.

    Trotzdem schade... die Elterntiere waren absolut liebe und verschmuste Hunde (auch uns Fremden gegenüber), und da ging ich schon ein wenig davon aus dass Nala eher wenig Probleme bereiten würde.

    Wie auch immer, danke euch allen für eure hilfreichen Beiträge.
    Ich werd weiterhin zum Welpentreffen gehen und Josies neuer Bodyguard werden ;)
    Falls sich etwas ändern sollte, lass ich das euch natürlich wissen. Danke!

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