Schock - Hund ist weggelaufen

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  • Liebe Foris,
    gestern ist mir was passiert, das mir immer noch in den Knochen steckt und mich echt nachdenklich macht. Unsere Kimba ist ein Straßenhund aus Rumänien. Sie ist nun seit März letzten Jahres bei uns und die Probleme die wir damals hatten haben wir nun mehr oder weniger im Griff. Sie schnappt nicht mehr und ist auch mit den Kindern sehr "verträglich". Sie hört auf die gängigen Kommandos und auch ihre Angewohnheit Besucher anzubellen konnten wir ihr nach recht kurzer Zeit abgewöhnen. Manchmal geht sie uns noch aus dem Weg, aber ich akzeptiere das - sie ist halt so und sicherlich war die Zeit auf der Straße halt auch prägend.

    Gestern aber, das war echt ein Schock. Ich bin mit ihr spazieren gegangen und hab sie abgeleint, damit sie mit anderen Hunden spielen kann. Dummerweise war das auf dem Rückweg zum Auto (sie mag noch ímmer nicht gerne im Auto mitfahren), als ich sie dann gerufen habe ist sie nicht gekommen. Hat sich kurz umgedreht, mich angeschaut und ist dann weiter auf Mäusejagt gegangen.

    Ich hab das dann erstmal ignoriert - mir blieb ja auch gar nichts anderes übrig - und bin in die andere Richtung gegangen ohne viel gedönse zu machen - normalerweise kommt sie dann IMMER. Aber gestern hat sie das überhaupt nicht interessiert. Ich hab mich versteckt - mindestens 10 Minuten hab ich hinter dem Baum ausgeharrt - es war ihr völlig wurscht. Ich bin dann auf sie zu gegangen langsam, ohne etwas zu sagen, hab Leckerli in die Hand genommen und sie damit gelockt - nichts ! Sie ist einfach weitergegangen! Ich bin dann wieder in die andere Richtung und bin ganz schön weit von ihr weggegangen, immer noch im Glauben, sie würde dann schon kommen.

    Als ich mich dann umgedreht habe seh ich, dass sie in die Entgegengesetzte Richtung weggegangen ist. Ich hab mit der Hundepfeife gepfiffen - das ist für mich immer so die ultima ratio wenn gar nichts mehr hilft, die hilft immer. Fehlanzeige. Ich dachte mir nur noch... "das ist doch nicht mein Hund...!" Ich war dann echt frustriert und auch wütend. Bin dann zum Auto gegangen hab´ die Heckklappe aufgemacht und bin den Feldweg auf und ab gefahren, um ihr zu zeigen "jetzt wird´s richtig ernst, ich geh, wenn du nicht kommst."

    Sie hat zwar geschaut, aber ist in 10 Meter Entfernung von mir stehen geblieben. Ehrlich, das treibt mir heute noch die Tränen in die Augen, aber ich bin dann heimgefahren um meinen Mann zur Hilfe zu holen. Ich wußte nicht mehr, was ich machen soll. Ich hab das so auch noch nie erlebt. Ca. 15 Minuten später, als mein Mann und ich dann zurückgekommen sind, stand sie da wo die Straße anfängt und ich vorher geparkt hatte. Ich dachte, na gut, sie hat es kapiert und hat jetzt auf uns gewartet, freut sich bestimmt, dass wir wieder da sind....Pustekuchen!
    Als wir ausgestiegen sind, ist sie wieder davongelaufen.
    Es hat noch eine Stunde gedauert, bis wir sie dann endlich hatten.
    Ich bin jetzt echt ratlos. Das hat so gut geklappt. Jetzt bin ich total verunsichert - ist da der Straßenhund wieder durchgeschlagen? Würde sie so ein freies Leben unserer Gesellschaft vorziehen?

    Als wir sie dann wieder daheim hatten, hab ich sie erstmal eine Zeitlang ignoriert und auf ihrem Platz sitzen lassen.
    Ich weiß nun gar nicht, ob ich sie wieder von der Leine lassen kann. Ich hab mir vorgenommen, sie jetzt erstmal ein paar Wochen nur an der Leine und Schleppleine zu lassen und dann weiterzusehen. Aber sie hat jetzt eben mal so richtig die Erfahrung gemacht, dass sie davon laufen kann, wir ihr dann doch irgendwann hinterhergehen und dass sie alles in allem ein super Abenteuer hatte. Und die Pfeife kann man auch ignorieren ohne dass was passiert! Futter findet sie auch überall und Mäuse hat sie garantiert auch gefressen. Um auch wirklich alles mitzunehmen hat sie sich auch noch in irgendeinem Mist gewälzt. Das war Stinkefinder zeigen mit allen Raffinessen.

    Auf die Gefahr hin, dass einige von euch mich anschließend als unfähigen Hundehalter beschimpfen: Ich hab mir echt überlegt, ob ich mir nicht so ein Halsband mit "Vibrator" zulege. Um sie (wenn sie wieder ohne Leine laufen darf) gleich im richtigen Moment, wenn sie nicht auf mein Kommando "komm" hört zu korrigieren.

    Was haltet ihr davon? Habt ihr eine bessere Idee?

    Sorry, das ganze wurde jetz ein ewiger Roman, aber das ging nicht kürzer.

  • Hallo,

    also als unfähig bezeichnet Dich hier bestimmt niemand.
    Das Vibrationshalsband kann sie zwar verunsichern, nur wie sie dann reagiert, das weist Du nicht.
    Sie könnte auch völlig panisch werden und erst recht wegrennen, oder es ist ihr schlichtweg egal.

    Ich würde sie an die Schleppleine packen und ihr gar keine Möglichkeit mehr geben abzuhauen.
    Auch würde ich sie ihr Futter erarbeiten lassen. Für gutes Benehmen gibt es Futter, den Rest kannst Du ihr ja abends dann aus der Hand geben.

    Von der Leine lassen würde ich sie gar nicht mehr in der nächsten Zeit. Mache auch immer mal wieder UO auf dem Spaziergang.
    Ich bin sicher mit der Zeit wird sich das legen.

    Je nachdem wie lange Deine Hündin auf der Straße gelebt hat, dauert es vielleicht länger. Sie hat sich ja eventuell eine ganze Zeit lang selbst versorgen müssen und ist dadurch auch etwas unabhängiger.
    Das wird sich aber legen wenn sie merkt, dass sie sich auf Dich verlassen kann und dass Du für sie sorgst.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Es erinnert mich ein bissl an die Pubertätsphase meines Hundes.

    Wie alt ist sie denn?
    Ich könnte mit verschiedene Theorien denken, eine wäre z.B. das sie eben nach fast einem Jahr selbstbewusster geworden ist und testen wollte, was passiert. Ist natürlich schwer aus der Ferne zu beurteilen.

    Empfehlen würde ich dir mehrere Sachen.
    Also in der nächsten Zeit nur noch mit Schleppleine arbeiten.
    Auf der anderen Seite würde ich nicht alles hintereinander ausprobieren...also alle Kommandos zig mal geben und pfeifen auch noch. Such dir ein einziges aus. Und dann sie ganz freundlich rufen. Mit hoher Stimme. Motivierend für meinen Hund ist es auch immer wenn ich so schnelle kurze hohe Töne mache qusi anfeuere und es ist gut, wenn du vielleicht noch ne Alternative zu deinen bisherigen Leckerlies findest. Also gibt es was, was sie spannend findet? Oder ein besonderes Leckerlie, was es nur gibt wenn sie kommt. Oder ein tolles Spiel mit Frauchen. Irgendwas Interessantes halt.

    Zu guter letzt ist das mit dem Verstecken auch gut, aber ich würde es erstmal so probeiren. Du könntest auch nochmal schauen, wie du reagierst, wenn sie nicht kommt. Was genau hast du gemacht? Beziehungsweise wie du sie bisher gelobt hast-vielleicht war es für sie kein Lob... hast du ihr noch über den Kopf gestreichelt oder hast du sie dann angeleint... nur als Beispiele.

    Das wären jetzt so meine Ideen.

  • Hallo Anastasia.

    Ich kann deine Sorgen gut verstehen.
    ich habe selbst eine ehemalige Straßenhündin aus dem Tierschutz
    und bin auch das ein oder andere mal kurz vor dem Verzweifeln gewesen :dead:

    Da war zum Beispiel die ach so tolle Kaninchenspur, die Sana entdeckt und mit Freude untersucht hat,
    immer darauf bedacht, sich nicht von mir fangen oder locken zu lassen.

    Die Rettung:
    Sie kann Platz auf Entfernung und ich konnt sie ins Platz legen und schließlich anleinen.
    (Wenn Hundeblicke töten könnten, na dann wär ich jetzt Mausetot :D )


    Oder da war der Maulwurfshügel der unbedingt umgegraben werden musste,
    sodass ich beinahe ohne Hund nachause gegangen wäre...

    Tja unser Höhepunkt war dann der Hase, der vor uns aufgesprungen ist,
    Ssana ist los, Schleppleine ist durch :hilfe:
    und ich lag da rum, ohne Hund
    der sich ein paar Minütchen Zeit gelassen hatte :hust:


    Jeder der diese Geschichte gehört hat, hat mich schön motiviert und versichert,
    dass ich nach diesem Hetzerfolg den Hund frühstens in fünf Jahren wieder von der Leine lassen könne...

    Toll.

    Naja, jetzt sind ein paar klene Monate rum und Sana läuft (ausgenommen dem Haupthasengebiet) fast immer frei.


    Sicherlich, es hört sich bei Sana jetzt alles nicht soooo extrem an, aber ich in mir sicher, dass du das gut wieder hinbekommst.

    Meine Tips
    1. Schleppleine dran und rückruf und Platz auf Entfernung üben.
    Viel belohnen und nur rufen, wenn du sicher bist, dass Kimba kommt oder du das Kommando mittels der Schleppleine durchsetzten kannst.

    2.Es hört sich so an, als ob Kimba nicht richtig weggelaufen ist, sondern sich nur hat nicht einfangen lassen. Dann ürfte es kein Problem sein,
    die Schleppleine einfach schleifen zu lassen und im Notfall draufzutreten

    3.Buddel mit ihr zusammen nach Mäusen oder Leckerlies. Knie dich for ein Mauseloch,
    gib komische Geräsche von dir und tu so, als hättest du was megageiles gefunden.
    Glaub mir, das klappt meistens.
    Sana kommt dann immer angerast und buddelt mit mir zusammen.
    Ab und zu findet sie ein richtig cooles leckerchen oder Spielzeig.

    4.Arbeite mit ihr zusammen.
    Es gibt viele Möglichkeiten, zB. Apportieren, Unterordnung, Clickern, Suchspiele


    Viel Erfolg :winken:

  • Hallo Steffi, Mareike und Sanafrauchen,
    danke für eure Antworten und Ratschläge. Kimba ist so ca. 1,5 Jahre. Hab mir heute überlegt, dass es sein könnte, dass sie bald wieder läufig wird und deshalb so seltsam war. Aber das ist naturlich nur eine Spekulation. Ich kann´s einfach immer noch nicht fassen. Heute hab ich beim Spazierengehen - natürlich mit Schleppleine einen anderen Hundehalter getroffe, und der meinte, dass sein Jack Russell (auch ein ehemaliger Straßenhund) auch immer wieder abgehauen ist. Aber nun haben sie herausgefunden, dass der Gute derartig wild ist auf seinen Ball dass er sich nicht mehr weit weg von seinem Herrchen bewegen mag. Leider ist bei Kimba der Spieltrieb nicht besonders ausgeprägt. Und komischerweise ist sie momentan auch nicht so wild auf ihr Futter, obwohl ich das nun schon reduziert habe und ihr nur noch aus der Hand gebe. Heute hab ich mir so einen Futterbeutel gekauft und übe mit ihr das Apportieren. Hab mir auch überlegt ob ich nicht mit dem Clickern anfangen sollte, aber ob das dann nicht alles zuviel wird? Andererseits wäre es gut, wenn sie wieder etwas mehr Aufmerksamkeit auf mich lenken würde. Bin auch am überlegen ob ich meine 10 Meter Schleppleine nicht auf 20m verlängern sollte, damit ich sie auch wenn sie weiter von mir weg ist korrigieren kann?!

    Ach je, dahin ist die Ruhe.

    Mareike: Danke auch für deine Tipps. Was ich noch nicht verstanden habe war die Sache mit dem vielleicht falsch verstandenem Lob: Ist über den Kopfstreicheln für einen Hund unangenehm?

    liebe Grüße
    Anastasia

  • Manche Hunde fühlen sich beim über den Kopf streicheln bedrängt. Oder aber halt nicht belohnt, weil sie zum Beispiel von was ganz Tollem gerade zu dir kommen und was machst du? du schaltest auf Massage.... jetzt nicht böse od. persönlich, nur zur Veranschaulichung, aber es gibt Zeiten, ja auch bei uns, da ist es uns nicht nach kuscheln und so ne Situation gehört auch dazu. Futterdummy finde ich gut zur Beschäftigung, aber ich würde dir was körpernahes zum Spielen empfehlen, weil du ja willst, dass sie bei dir bleibt bzw. sie besonders belohnen willst. Das kannst du zum Beispiel mit einem Fangenspiel. Sonst guck halt, wenn sie das Futter nicht mag, dass du mal was besonderes mitnimmst. Leberwurst etc. irgendwas mag sie bestimmt. Und wenn sie erst 1,5 ist heisst es üben,üben, üben! Dann klappt das schon. Ich hab auch ne 15m Leine genommen zwischendurch, dass war auch gut. Dadurch hält er jetzt einen gewissen Radius ein und ich konnte Kommandos nochmal verbessern auf Distanz.

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