Nichts ist vor ihm sicher...

  • ... mein 10 Monate alter Mischlingsrüde macht mich manchmal echt fertig. Immer dann wenn er alleine zu Hause bleibt ist am Ende des Tages irgendwas an- und/oder aufgefressen. Es fängt damit an, dass das Sofa mitlerweile keine Sitzfläche mehr hat und immer wenn ich nach Hause komme nicht mehr dort steht wo es vorher stand. Er stört sich überhaupt nicht daran, wenn ich weggehe, ich vermute mal, dass ihm dann einfach langweilig wird (auch wenn es meistens max. 4 Stunden sind). Ich habe
    schon soooo viel versucht:
    - lange Spaziergänge vorher
    - exzessives Spielen
    - Ball mit Leckerchen drin
    - Ochsenziemer in Zeitung und dann in Karton verpackt und zum auspacken dagelassen
    Leider juckt ihn das alles nicht. Habe sogar schon japanischen Heilpflanzenöl auf die schlimmsten stellen gemacht, so dass er da nicht mehr dran geht. Er ist allerdings scheinbar nicht wählerisch, denn er hat sich einfach neue Dinge (Tapete, Fernbedienung, Schuhe) ausgewählt.
    Ich weiß langsam wirklich nicht mehr was ich tun soll und bin mit meinem Latein am Ende. Ich habe noch eine ältere Boxerhündin, die früher sogar Löcher in Türen gebissen hat (Verlustangst). Sie ist aber durch den Rüden extrem viel entspannter geworden und es macht ihr gar nichts mehr aus alleine zu bleiben.
    Habt ihr vielleicht nen Tipp für mich?
    Vielen Dank
    Maren

  • Hallo.
    Es ist immer übel, wenn die Tierchen die Wohnung nach ihrem Geschmack umgestalten. :D

    Es könnte aber auch sein, dass dein Rüde keine Langeweile hat sondern mit der Situation überfordert ist.
    Du schreibst ja selbst, dass deine Hündin ruhiger und entspannter geworden ist.
    Dies könnte nicht nur daran liegen, dass sie Gesellschaft hat, sodern daran, dass sie nicht mehr die "Verantwortung" für euer Zuhause tragen muß, wenn du weg bist.
    Diese verheißungsvolle Aufgabe könnte sie bereitwillig dem Jüngling überlassen haben.;)

    Zwei Fragen zum Hintergrund:

    Wie habt ihr das Alleinbleiben aufgebaut?
    Haben die Hunde ZUgang zu allen Räumen oder ist ihr Aufenthatsraum innerhalb der Wohnung / des Hauses begrenzt?

    Reines Interesse:
    Wie verhälst du dich, wenn du nach Hause kommst, und findest solch ein Chaos vor?

  • Hallo,
    zunächst mal vielen Dank für die Antwort. Das mit der Gewöhnung ans Alleinebleiben haben wir ganz langsam und behutsam gemacht. Sind im Mai umgezogen (mit beiden Hunden) und wohnen nun in einer 4-Zimmer-Wohnung. Am Anfang hat mein Freund viel mit den beiden trainiert, und sie zunächst 10 Minuten alleine gelassen, dann wieder in die Wohnung und erst begrüßt, wenn sich die beiden beruhigt hatten. Das ganze hat er dann über einen Zeitraum von 2 Monaten auf 3 Stunden gesteigert. Nun hat mein Freund jedoch leider einen Ausbildungsplatz in einer anderen Stadt angenommen und ist nur noch am Wochenende hier. Ich bin Lehrerin und habe dementsprechend feste Arbeitszeiten, komme aber zwischendurch immer wieder nach Hause und tobe mit dem Kleinen. Naja und wie ich reagiere, wenn ich nach Hause komme: erstmal warte ich ab, bis die beiden sich beruhigt haben, dann begrüße ich sie kurz und dann erst schau ich mir das Chaos an. Natürlich bin ich dann manchmal ziemlich stinkig, versuche allerdings immer nach außen ruhig zu bleiben, da ich nunmal im Nachhinein ja keine Handhabe habe. Habe dann halt schlechte Laune und das merkt der Kleene wahrscheinlich auch.
    Wenn die Hunde alleine sind, dann haben sie auch nicht Zugang zu allen Räumen, mein Arbeitszimmer und Schlafzimmer sind tabu, sie können sich also nur in der Küche, dem Flur und dem Wohnzimmer aufhalten. Habe schon überlegt, ob ich einen Bereich im Wohnzimmer abtrennen sollte (da es eh zweigeteilt ist wäre das kein Problem). Mir würde es nur so für die Hündin leid tun, oder mach ich mich da künstlich verrückt? So hätte der kleine Hund halt weniger Platz um etwas zu zerstören und sie hätten immernoch so 15 m² Platz. Eine befreundete Hundehalterin empfahl mir einen Kennel in den ich ihn (zumindest wenn ich nicht so lang weg bin) einsperren soll, so wie das mit ganz jungen Hunden anscheinend trainiert wird. Aber auch hier gibts wieder das Problem mit unserer Hündin.
    Weiß wirklich nicht wie das weitergehen soll. Bin quasi komplett ans Haus gefesselt und habe natürlich ständig im Kopf was wohl gerade zu Hause mit den Hunden passiert, wenn ich weg bin.
    Danke für Anregungen und Tipps.
    Maren

  • Hunde, die allein zu Hause sind, liegen normalerweise eh fast nur rum. Eine räumliche Begrenzung schadet daher kaum. Allerdings haben sie so ihre Lieblingsplätze, wo sie sich wirklich wohl und SICHER fühlen - da sollten sie schon hin können.

    Ein Kennel hätte zwei Funktionen:
    1. Er hindert, wenn stabil genug, den Hund am Zerstören. = reine Managementmaßnahme
    2. Er bietet, wenn Hund richtig an den Kennel gewöhnt ist, eine Art Schutzraum. = Hilft, wenn aus Verlustangst zerstört wird

    Du müsstest erstmal rausfinden, warum Dein Hund das macht. Also mehrere Kameras installieren. Ist das ehr Angst oder Wut?
    Danach erst kann man mit den richtigen Maßnahmen gegenlenken.

    lg
    susa

  • also Angst hat er nicht, würde ich jetzt mal so sagen. Es interessiert ihn nicht, wenn man geht, er jault nicht, er kratzt nicht an der Tür, er ist eigentlich total entspannt. Klar freut er sich wenn ich wiederkomme, aber ich denke das ist normal. ich vermute eher das es langeweile/zerstörungswut ist, zumal er das ja auch nicht immer macht. Manchmal geht es gut, ihn 5 Stunden alleine zu lassen, manchmal hat er nach 30 Minuten schon etwas zerstört. Wenn er Angst hätte, dann wäre das doch kontinuierlicher, oder?

  • Das ist eben ohne eigene Beobachtung wirklich schwer zu sagen. Vielleicht gibt es manchmal Geräusche, die Angst bei ihm auslösen - und manchmal eben nicht?
    Wutanfälle wegen des Kontrollverlustes wäre ja auch kontinuierlich.
    Und nur weil er zunächst keine Reaktionen zeigt, bedeutet dies nicht das er keine Angst hat nach einer Weile.
    Spekulationen helfen da nicht weiter, Du musst wirklich erstmal rausfinden, was dahinter steckt.
    Das ist m.M. ohnehin sehr spannend, was im eigenen Haus so alles passiert wenn man nicht da ist. :roll:

    lg
    susa

  • Zitat

    ...
    Sind im Mai umgezogen (mit beiden Hunden) und wohnen nun in einer 4-Zimmer-Wohnung. ...

    Zum Umzugszeitpunkt war der Youngster ca. 12 Wochen alt?
    Hattet ihr da schon mit dem Aufbau des Alleinebleibens begonnen, oder erst, nachdem ihr umgezogen seit?

    Zitat


    Am Anfang hat mein Freund viel mit den beiden trainiert, und sie zunächst 10 Minuten alleine gelassen, dann wieder in die Wohnung und erst begrüßt, wenn sich die beiden beruhigt hatten. Das ganze hat er dann über einen Zeitraum von 2 Monaten auf 3 Stunden gesteigert. ...

    Wie hat sich der Rüde in dieser Lernphase verhalten?
    Gab es da schon Anzeichen für seine "Dekorationsgabe" oder gar ganz konkrete Fälle?

    Dein Verhalten in Bezug auf die Untaten finde ich sehr lobenswert.
    Der Dampf würde mir aus dem Ohren steigen,
    schnaufend und vor mich hin meckernd würde ich das Chaos beseitigen... :D

    Was die räumliche Begrenzng betrifft, würde ich das WZ erstmal ganz klar zur Sperrzone erklären.
    Küche und Flur reichen völlig aus.
    Ein schlechtes Gewissen deiner Hündin gegenüber brauchst du m.M.n. nicht zu haben, sofern es für beide bereits feste Liegeplätze in den genannten Räumen gibt.

    Von dem Einsatz eines Kennels würd ich persönlich eher aus folgenden Gründen abraten:
    a. Der Hund kennt keine Box. Hier müsstest du wertvolle Zeit darauf verschwenden, Kerlchen daran zu gewöhnen. Wo du diese doch zielsicher auf einem anderen Gebiet anwenden kannst. (z.B. etwas Zeit investieren, den Youngster erneut an das Alleinbleiben heranzuführen.
    Wieder in winzigen Schritten..)

    b. Sperrst du ihn in eine Box, wird er sein Verhalten nicht ändern. Wenn du länger weg bist, wird er dennoch kein "braver Hund" sein, sondern eher ein gestresster.

    Zitat

    ...
    Weiß wirklich nicht wie das weitergehen soll. Bin quasi komplett ans Haus gefesselt und habe natürlich ständig im Kopf was wohl gerade zu Hause mit den Hunden passiert, wenn ich weg bin.
    Danke für Anregungen und Tipps.
    Maren

    Was immer den Kerl dazu bewegt, sich so zu benehmen....
    Evtl. kann das, was Vordergründig nach Langeweile und Zerstörungswut ausschaut für den Hund wirklicher Stress sein.
    Verursacht durch die Überforderung plötzlich "der Herr im Hause zu sein" :???:

    Die Idee mit der Kamera ist bestimmt keine schlechte...sie gibt dir sicherlich auch Aufschluß darüber, was der Auslösende Faktor für seine Handlung ist. Und bringt dich evtl. der Urache einen ganzen Schritt näher.

    Was macht dich so sicher, dass tatsächlich der Rüde der Dekorateur ist und nicht die HUndin? ;)

  • hallo,
    wir haben erst nach dem Umzug mit dem Training begonnen, da unsere alte Wohnung sehr klein war und dort die Hündin ja immer so ausgetickt ist. Während der Trainigsphase war eigentlich immer alles soweit in Ordnung, klar hat er da auch schon sachen angenagt, aber lange nicht so schlimm wie es mitlerweile ist und auch nur Sachen, die "legitimiert" waren. Das Problem mit dem Wohnzimmer als komplette Sperrzone ist, dass beide Hunde hier ihre festen Liegeplätze haben und sich eigentlich nur zum Fressen in der Küche aufhalten. Ansonsten gibt es da allerdings auch keine Möglichkeit sich hinzulegen, denn das Körbchen musste gleich zu Beginn dran glauben :(. Das einzige was ich machen könnte, wäre so ne Art "Zaun" vom Kinderlaufstall oder so zur Trennung des Wohnzimmers aufzustellen. Allerdings befinden sich im hinteren Teil ziemlich viele Bücher, die ja auch durchaus recht verlockend sein könnten.
    Und die Hündin kann nicht die Übeltäterin sein, weil sie quasi kaum noch Zähne im Maul hat und ich an den Bissstellen klar sehen kann, dass der Kleene am Werk war.
    Im Grunde genommen möchte ich auch nicht wirklich einen Kennel aufstellen, weil ich den Hund nicht so sehr einengen möchte. Außerdem befürchte ich, dass er dann anfängt zu bellen, was er immer macht, wenn ihm etwas nicht passt. Nur ich weiß wirklich kaum noch vor noch zurück.
    Hmmm, erstmal aufnehmen... und dann wohl weitergucken, was?!
    Vielen Dank für die Anregungen!
    Maren

  • Zitat

    ... Während der Trainigsphase war eigentlich immer alles soweit in Ordnung, klar hat er da auch schon sachen angenagt, aber lange nicht so schlimm wie es mitlerweile ist und auch nur Sachen, die "legitimiert" waren. ...

    M.M.n. ist es nicht in Ordnung, wenn die Welpette in der Übungsphase beginnt Sachen zu zernagen. Auch keine die "legitimiert" sind...
    (Was war das???)

    Hier wäre der Ansatzpunkt gewesen, die Zeitspanne des Alleinbleiben um mind. 2 Zeitschritte zurück zu setzen.
    Z.B. bis zu einer Stunde ist alles iO, kommt ihr aber später, hat Hundi bereits das Toben begonnen = Trainingszeit wieder zurücksetzen auf 45 min.

    Vergangenes ist nicht mehr zu ändern.
    Jedochist es sicher ratsam in der Gegenwart
    Maßnahmen zu ergreifen,
    die in zukunft das (ZUsammen)Leben leichter machen ;)

    Auch wenn es einem Mühsam erscheint und man im Zeitdruck auch gerne mal kleine Fehlverhalten duldet.
    Diese steigern sich und werden damit kaum besser.
    Das Ergebnis siehst du leider viel zu oft in deinem WZ. ;)


    Mein Rat wäre, dem Youngster nochmal Gelegenheit zugeben, zu begreifen, dass er nicht in Stress geraten muss, wenn Fraule mal ne Weile ausser Haus ist, in dem du versuchst, das Alleinebleiben nochmal aufzubauen.
    Noch hat sich sein Verhalten evtl. nicht sooo stark manifestiert, dass relativ schnelle Erfolge in kleinen Schritten erzielt werden können.

    Solange WZ zu.
    Kuscheldecken dauerhaft im Flur oder Küche platzieren.
    Die Hundis werden sich an diese Änderung sicher gewöhnen.

    =)

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