Auf mich verlassen - mal Ja, mal Nein

  • Hallo,

    ich blick da in einem Punkt bei Ronja nicht durch. In der letzten Zeit ist es mir verstärkt aufgefallen.

    Ronja ist teilweise ängstlich. Besonders großen Hunden und fremden Menschen gegenüber.

    Kommen uns Hunde entgegen, die ihr (erstmal) suspekt sind, sucht sie meine Nähe, geht neben oder hinter mir und schaut mich mit diesem "Regel Du das mal"-Blick an. Find ich prima, klappt auch gut. Selbst ohne Leine geht das gut, sie bleibt neben oder hinter mir und wenn sie sich nicht mehr traut, weiter zu gehen, bleibe ich auch stehen und "schirme sie erstmal ab". Wenn es dann zu Kontakt unter den Hunden kommt, wird sich entweder gefreut und gespielt oder sie zeigt sich eben weiterhin ängstlich und unterwürfig. Dann ruf ich sie kurz und gehe weiter, sie kommt dann auch sichtlich entspannt mit mir mit.

    Kommen uns Menschen entgegen, ist das nicht so. Ohne Leine ist es ganz schlimm, sie rennt dann vor, verbellt...traut sich nicht ran ans "Objekt", ist aber auch nicht wirklich abrufbar. Sie steht da wie in Trance und bellt. Hab ich sie an der Leine, kann ich sie eigentlich gut ablenken, dann geht sie auch neben mir und schaut mich an. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß sie es mir bei Begegnungen mit Menschen nicht zutraut, das zu regeln. Aber warum...??? Bin da echt ratlos, weil ich mich genauso verhalte wie bei Hundebegegnungen. Ich gewähre ihr Schutz (den sie dann aber nicht will), "schirme ab", laufe auch nen Bogen, wenn möglich. Warum kommt sie bei Menschen nicht zu mir? Da geht sie nach vorne und verbellt (sichtbar unsicher, leicht geduckt, waagerechte Rute, Nackenfell aufgestellt).

    Hat da jemand ne Erklärung für? Oder seh ich den Wald vor lauter Bäumen nicht? Da ist der Groschen irgendwie noch nicht gefallen bei mir.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Hallo Betty,

    ich vermute, das hängt mit den Reaktionen zusammen. Menschen reagieren auf einen Hund, der bellend vor ihnen steht mit Zurückhaltung oder weichen weg - ganz logisch. Sie weiß also, dass sie diese in Schach halten kann und tut es.

    Bei Hunden ist das anders. Die meisten Hunde lassen sich nicht anblöken und das weiß sie. Also bleibt sie bei Dir.

    In beiden Fällen ist der Hintergrund der selbe. Ich würde das bei den Hunden nicht so interpretieren, dass sie Dir da mehr vertraut, sondern eher mangels Alternativen...

    Ist aber auch egal, warum sie das macht. Wichtig ist, dass sie bei Dir bleibt.

    Gib ihr einen klaren Leitfaden, was sie zu tun hat, wenn Menschen kommen. Also z.B. neben Dir gehen, Dich anschauen, solange bis was anderes ansteht. Das musst Du aber ersteinmal so üben, dass es in allen möglichen anderen Situationen gut klappt. Erst dann kannst Du es unter Stress abverlangen.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo,

    danke für Deine Antwort. So gesehen hast Du recht. Das hab ich noch nicht bedacht. In der Regel gehen andere Hunde einfach weiter, laufen ja auch meist nen Bogen auf sie zu...Menschen tun das nicht, stimmt. Die erschrecken sich oder gehen zurück.

    Ich werd jedenfalls weiter mit ihr üben. Sie orientiert sich auf Spaziergängen recht gut an mir und das Abrufen klappt eigentlich auch sehr gut (außer eben, wenn sie mit Verbellen beschäftigt ist).

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

    PS.: Bin übrigens da geboren, wo es Ahle Wurscht und Weckewerk gibt :-)

  • Hallo,

    ich denke, dein Hund hat Angst vor Menschen und versucht so ihnen zu zeigen, dass sie von ihr weg bleiben sollen. Mein Hund hatte das früher auch und da ist viel Geduld gefragt.

    Nimm deinen Hund zur Seite, lass ihn ein Sitz machen und versuche, dass er dich anschaut. Das kannst du auch viel zuhause üben, damit es unter Stress dann auch irgendwann klappt. Und dann stopfe deinen Hund mit Leckerchen voll. Schlucken beruhigt. Vielleicht kannst du auch Fremde bitten, deinen Hund zu füttern. Du musst aufpassen, dass du nicht unbewußt das Verhalten deines Hundes verstärkst.

    Mein Hund hat bevorzugt bei Menschen so reagiert und tut es ab udn an heute noch, die knallrot angezogen sind, warum auch immer. Ich habe lange gebraucht, um dahinter zu kommen.

    Versuche mal einen Bogen um die Menschen zu laufen und Abstand zu halten, so machst du es deinem Hudn leichter. Nimm ein Leckerchen in die Hand und versuche so per Fuß weiterzukkommen. Durch dein verhalten signalisierst du dann auch deinem Hund, dass du alles unter Kontriolle hast. Auch wenn du unsicher wirst, spührt das dein Hund. Je sicherer du bist, um so besser wird es.

    Sei geduldig. Mein Hund verbellte früher alles was ca. 100m weg war. Heute ignoriert sie alle und geht locker vorbei. Aber es dauert. Gleichzeitig merkt natürlich dein hund, wer Angst vor ihr hat und testet mal, wie weit sie gehen kann. Auch da bist du gefordert sie mitzunehmen und ihr Aufgaben zu geben. Du musst deinem Hund sagen, was er anstatt tun soll.

    LG Schopenhauer

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