• Hallo an alle!

    Ich habe vorgestern einen 8 Monate alten Malinoi-Boxer-Mix für die nächsten 4-5 Wochen in Pflege genommen.

    Frauchen hatte eine Transplantation und durch nachfolgend auftretende Komplikationen muss sie jetzt erneut operiert werden.
    Ihr gesundheitlich schlechter Zustand erklärt auch, dass der junge Mann noch eine ganze Menge lernen muß.

    Nun habe ich aber ein Problem:
    Mogli ist sehr lernfreudig und zeigt sich Artgenossen gegenüber auch nicht agressiv – ausser im Spiel.

    Wenn Hunde einen nicht ebenso dominanten, wenn nicht gar einen geringeren dominanten Eindruck machen, fängt er neben dem Kläffen (was ich ja im Spiel noch für normal halte) auch an zu knurren und auch zu schnappen.
    Und zwar nicht so, wie ich es gewohnt bin (ich bin durchaus relaxt, wenn’s mal wild wird), sondern es führt zu ernsthaften Rangeleien.

    Leider passiert es immer wieder. Ich hab ihn dann immer sofort aus dem Spiel abgerufen bzw. ihn mir geschnappt und ihn zu 25 Sekunden „Strafbank-drücken“ neben mir verdonnert.
    Das kam in einer Häufigkeit von alle 2 Minuten vor.

    Für die kurze Zeit ist das nicht schlecht gelaufen, aber ich will dieses Problem gar nicht erst weiter einreißen lassen.

    Eine Schleppleine hab ich bereits bestellt (hatte die bei meinem Hund (Dackel-Mix) nie nötig).

    Im Prinzip könnte Mogli manche Artenossen unterwerfen, obwohl ein 8 Monate alter Welpe nach meiner Erfahung das bei einem älteren und erfahreren Hund nicht tut - auch nicht, wenn er kleiner ist.

    Er hatte auch nur eine Rangelei mit meinem Hund und dann war gut.
    Die Situation, die ich beschreibe, passierte mit einer ebenfalls 8 Monate alten Hündin in seiner Größe.
    Hätte er sie unterworfen, würd ich mich nicht wundern. Aber er hat ihr, sobald sie los lief, immer versucht, in die Seite zu schnappen. Er hat nicht versucht, sie zu unterwerfen.

    Bei älteren, gleichgroßen Hunden ist er im allgemeinen zwar frech, aber steckt auch zurück, sobald diese Hunde "kontern".
    Bei der o.g. Hündin hatte ich den Eindruck, daß er sich richtig reinsteigert.

    Übrigens ist er zur Hündin im Erstkontakt (auch an der Leine) super freundlich gewesen, so wie ich es bislang mit jedem anderen bei ihm erlebt hab.(Na gut, waren seit gestern nur 7 Hunde )

    Ich fand ja eigentlich, das er mich gar nicht so schlecht angenommen hat, allerdings möchte ich nicht erst an das Problem heran gehen,
    wenn die Bindung durch die Schleppleine gestärkt ist, sondern gleich "in Angriff" nehmen..

    Was kann ich sonst noch tun, um Eskalationen im freien Spiel abzutrainieren?

    Zu seiner Vorgeschichte:
    Frauchen hat ihn vor 7 Monaten in einem Kanal auf Mallorca gefunden und ihn mit der Hand aufgezogen.
    Neben ihm gibt es wohl noch zwei weitere Hunde im Haushalt, eine Mix-Hündin, die wohl auch mal biestig sein kann und einen Cocker-Spaniel. Da Frauchen aus gesundheitlichen Gründen weder die Kraft noch die Kondition hat, geht wohl sonst ab und an das 13jährige Nachbarkind mit Mogli aus und ansonsten haben die Hunde ein eigenes Zimmer, in dem sie sich miteinander oder mit einem Knochen beschäftigen.

    Er ist auch leicht untergewichtig, es fehlen ihm nach meiner Schätzung noch 3-4 kg zu seinem Idealgewicht. (siehe Bild)
    Er ist auch ziemlich verfressen und futterneidisch. (Obwohl mir die Verfressenheit gute Dienste beim Training leisten wird)

    Womit ich zur zweiten Frage komme:
    Wie bekomme ich die fehlenden Kg auf die Rippen? Hatte bislang nur mit Hunden zu tun, die abnehmen mussten.

    Demjenigen, der sich diesen Roman bis zum Schluß durch gelesen hat, gebührt mein Dank. :gott:

  • Hallo.
    Mein Hund reagiert ähnlich. Ist auch ein Mali-Mix. Ich denke, es ist zum Einen für das Alter und auch für die Rasse normal. Ich mache es jetzt so, dass ich bei meinem Hund beim Spielen die Schleppleine dran lasse, um ihn jederzeit abrufen zu können bzw. ich gegebenenfalls die Schleppleine aufnehmen kann. So rufe ich ihn immer dann aus dem Spiel ab, wenn es zu "laut" wird und ich das Gefühl habe, die Situation könnte gleich umschlagen. Wenn er mir dann folgt, gibt es eine kurze Ablenkung und ich schicke ihn wieder los.

    Mit dem in die Seite rennen will er die Bewegungsfreiheit der anderen Hunde einschränken. So wie mir gesagt wurde, ist auch das bei Hunden normal, vor allem, wenn es sich um Hunde handelt, die "stärker" bzw. "selbstbewusster" als andere sind. Ich benutze jetzt absichtlich nicht die Worte Dominanz oder Rangordnung.

    Ich würde ihn weiterhin immer wieder aus dem Spiel rufen und ihm was Spannendes bei dir bieten. Vielleicht hilft die Schleppleine, um ihn unter Kontrolle zu behalten.

    LG.

  • Hallo,

    kommt es in den beschriebenen Situationen zu ernsten Drohgebärden? Also Zähnefletschen und ernsthaftes Zubeißen?

    Zuerst einmal ist der Hund kein Welpe mehr. Mit 8 Monaten ist er ein Junghund, der vielleicht auch schon beginnt zu pubertieren und Grenzen austestet.

    Hundespiele sehen manchmal echt gruselig aus. Uns Menschen rutscht das Herz in die Hose, wenn geknurrt, gejault und gebellt wird oder wenn die Hunde sich gegenseitig umwerfen, überrennen und anspringen. Von Ronja kenne ich dieses "In-Die-Seite-Zwicken" auch. Sie beißt aber nie zu. Die Hunde rennen quasi nebeneinander her und sie schnappt nur in die Luft neben dem anderen Hund. Würde sie mit Verletzungsabsicht beißen wollen, täte sie es auch!

    Grundsätzlich find ich es richtig, daß Du den Hund aus der Situation rausnimmst, wenn es zu arg wird. Welche Rasse ist es eigentlich? Oder hab ich das überlesen? Und wie verhält er sich ansonsten? Eher der Draufgänger-Typ oder eher ängstlich und verunsichert? Wie spielt er mit Dir? Wird er da auch grob?

    Es ist schwierig, Tips zu geben, wenn man diese Situationen nicht sieht und demnach das Verhalten der Hunde (des Hundes) nicht richtig einschätzen kann. Erzähle mal mehr und beschreibe eine solche Situation genauer, in der Du der Meinung bist, daß er zu heftig "spielt" und aufdreht.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

    PS.: Es gibt Hunde, die sind sich absolut nicht grün. Und wenn da dann ne Spielsituation eskaliert, würde ich das Ganze kompett abbrechen.

  • Also:

    @ BlackBetty

    Ja, in den beschriebenen Situationen kommt es sowohl zu Zähnefletschen als auch zum Zubeißen.
    Generell nur im Spiel und nur kleineren Hunden bzw bei Hunden, welche ihm gegenüber unterwürfig sind.

    Menschen gegenüber lässt er sich gut führen und stellt auch seine Positon im Rudel nicht in Frage.

    Zitat

    Würde sie mit Verletzungsabsicht beißen wollen, täte sie es auch!

    Genau das hat er nun am Wochenende getan, er hat 2x meinen Dackel gebissen.
    Aus diesem Grund hat sich der Thread eigentlich schon wieder erledigt, denn, egal, wie toll ich Mogli finde (und in meinen Augen ist er ein noch ungeschliffener Diamant),
    auch wenn ich das Potenzial sehe, was in diesem Hund steckt, so bin ich nicht bereit, dieses Risiko zu tragen.
    Deswegen habe ich heute sein Frauchen angerufen und gesagt, das ich nicht für 4-5 Wochen in Pflege nehmen werde. Sie wird ihn Mittwoch vormittag abholen.
    Was mich dann irritierte, war, daß sein Frauchen gar nicht überrascht schien. Sie meinte, das wäre halt schon öfter vorgefallen.

    Schade, in meinen Augen gehört der Hund entweder als Einzelhund oder nur zu einem min. gleichgroßen, selbstsicheren Hund in hundeerfahrene Hände.
    Denn bei solchen Hunden zeigt sich dieses Verhalten nicht.

    Ich werde aber weiterhin hier im Forum aktiv sein, ich finds anz nett hier und eventuell habe ich ab Mittwoch ja noch neues zu berichten... :D

    Edit: ganz vergessen: vielen Dank überhaupt für eure Antworten ! :blush2:

  • Hallo,

    wahrscheinlich sieht er bei kleineren und unterwürfigen Hunden "seine Chnace" mal Dampf abzulassen, mal ganz laienhaft ausgedrückt.

    Wenn er Deinen Hund ernsthaft gebissen hat, kann ich verstehen, daß Du die Pflege abgesagt hast. Würde genauso handeln, wenn ich Angst haben müßte, daß mein eigener Hund zu Schaden kommt. Wäre wünschenswert, wenn von seiten des Halters dran gearbeitet werden würde, aber darauf haben wir ja hier leider keinen Einfluß.

    Schön, daß Du hier bleibst und wir erfahren hier noch mehr von Dir und Deinem Hundi. Ist wirklich nett hier...:-) Find ich auch.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Zitat

    BlackBetty:
    Wäre wünschenswert, wenn von seiten des Halters dran gearbeitet werden würde, aber darauf haben wir ja hier leider keinen Einfluß.

    Nein, leider nicht.

    Am Telefon erwähnte sie auch ein Bein, was er gebrochen haben soll (bei nem anderen Hund), aber da müßte ich noch mal nach haken. :roll:

    Aber sie ist anscheinend jemand, der nicht "Nein" sagen kann.
    In Anbetracht Ihrer Situation und daraus resultierend die Situation der Hunde (siehe Threadanfang) erzählt sie mir heute,
    daß sie noch zusätzlich auf einen Dobermann für 2 Tage aufgepasst hat (ich hab ihn gesehen, 1 Jahr jung und 76 cm hoch - ein Kalb :schockiert: )
    und der hat sich wohl mit ihrem Cocker gefetzt. Sie dazwischen und wurde prompt ins Bein gebissen (vom Dobi).

    Die Möglichkeit zur Veränderung würde sich bieten, wenn sie einsehen würde, das sie schlicht überfordert ist.
    Aber da ist eben halt schlichte blinde Tierliebe... :|


    Aber mal was positives:
    Sehr wahrscheinlich habe ich ab Mittwoch einen eigenen Zweithund.
    Aber dazu dann mehr in einem neuen Thread... :D

  • ich denke mit dem aus dem Spiel rufen bist Du auf der richtigen Spur.

    Mach es einfach noch öfter als bisher, damit er sich erst gar nicht so hochpuschen kann. Mach die "Strafbank" auch recht nett für ihn mit Futter, Kauzeug und Massagen, so daß er dort auch gut entspannen kann. Es hilft nichts, wenn er da gespannt wie eine Feder liegt und nur geiert, bis er wieder losstürzen kann.
    Wir benutzen dazu ein konditioniertes Entspannungssignal und üben auch gerade "entspannen" beim Anblick von anderen Hunden.

    Du kannst sein "schönes" Spiel auch mit einem Wort kommentieren - sag es oft, während er nett spielt und lob und belohn ihn dafür - so kann er das Wort mit seinem Verhalten verknüpfen. DANN hast Du nämlich die Möglichkeit, ihn mit dem konditionierten Entspannungssignal und dem "schön spielen"-Signal zwischen durch immer mal wieder daran "erinnern", dass er vorsichtig spielen soll!

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