Drago geht auf alles los....

  • Hallo!!

    Wir haben seit 2 Monaten einen neuen Mitbewohner- einen 20 Monate alten Schäferhundrüden namens Drago.
    Er ist ein echter Familienhund und liebt uns über alles, aber leider haben wir ein nicht ganz unerhebliches Problem:

    Er hat einfach Angst vor Allem und Jedem.Wenn wir spazieren gehen, müssen wir ihn bei jeder Begegnung mit Spaziergängern oder Hunden an die Leine nehmen, weil er alles anfällt, was ihm zu nahe kommt.

    Er stellt den Rückenkamm auf, stemmt sich in die Leine, kläfft und fletscht die Zähne als würde er sein Gegenüber zerfleischen wollen. Dabei liegt er zu Hause bei uns auf dem Schoß und schleckt uns ab, als würde es kein Morgen geben.

    Wenn die Leute Regenschirme oder Stöcke dabei haben, geht er in die Hocke und drückt sich an uns dran, als ob ihn jeder sofort verprügeln wollte.
    Wir wissen nicht, was für schlecht Erfahrungen er gemacht hat, aber mitlerweile hat die gesamte Nachbarschaft Angst vor unserem ach so "gefährlichen" Hund und wir wissen einfach nicht, wie wir diese aggressiven Reaktionen von ihm abstellen können.

    Wir hoffen hier im Forum ein paar Tips zu bekommen, wie wir uns vehalten sollen, um ihm zu helfen besser mit seiner Umwelt klar zu kommen.
    Wir sind froh über jede Anregung.

    Liebe Grüße!
    Alex,Maike & Drago

  • Hallo,

    Aus eurem Posting ist nicht zu entnehmen, ob es euer erster Hund ist und ob ihr eine Hundeschule besucht.

    Mit meinem Sammi (aus dem Tierheim, angeblicher Anfängerhund) hatte ich ein ähnliches Problem und ich habe zunächst zu lange gewartet und keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Dann - nach ca fünf Monaten - war ich erst in der "falschen" Hundeschule, in der einfach kein Platz und keine Kompetenz für mein spezielles Problem war.

    Irgendwann war ich fast soweit, den Hund wieder abgeben zu wollen; in meiner Verzweiflung bin ich zu Günther Bloch in die Eifel gefahren, die haben mich in meinen Ängsten bestätigt und zu einem Maulkorb, zumindest zu einem Halti geraten. Ein Einzeltraining dort erschien mir aber zu zeitintensiv, weil ich fast zwei Stunden Anfahrt gehabt hätte und mit dem Hund konnte ich in keine Pension und kein Hotel, ohne nach drei Stunden rauszufliegen...

    Ich habe dann eine unglaublich kompetente Trainerin in Duisburg gefunden, hatte dort einige Einzelstunden, habe ein Haltitraining gemacht und dadurch wieder ein wenig eigene Sicherheit gefunden, was sich auf den Hund überträgt. Im Anschluss an die Einzelstunden bin ich dort in eine Gruppe gegangen.

    Ich kann euch nur raten - sofort - eine Hundeschule bzw einen Hundetrainer aufzusuchen und zunächst Einzelstunden zu nehmen.

    Und da ihr wie ich in Duisburg wohnt, kann ich euch Annette Gräfenstein (http://www.hundespass-ag.de) empfehlen.

    Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann mal dort.

    Ich wünsche euch gute Nerven und viel Kraft!

    Mit solidarischen Grüßen :-)
    Andrea mit Sammi, der mittlerweile sogar mit fremden Menschen Aufzug fährt

  • Vielen Dank für deine schnelle Antwort!!

    Es ist unser erster Hund, wobei wir beide mit Hunden groß geworden sind. Diese hatten allerdings nicht solche Probleme.

    Wir sind hier vor Ort in einen Schäferhunde-Verein gegangen, um uns helfen zu lassen. Allerdings erscheint mir die Hilfe dort nicht als sonderlich kompetent und wirkungsvoll...

  • Ich war auch mit Hunden aufgewachsen und dachte mir, das schon zu schaffen ;-)

    Und meine erste Hundeschule war acu ein Verein.

    Ich kann euch Annette echt empfehlen und ihr erspart euch ne Menge Ärger...

    Liebe Grüße
    Andrea mit Sammi, der manchmal ne echte Kanalratte ist ;-)

  • Im Verein halten sie halt sehr viel von Stachel- und Würgehalsbändern. Wir leider so überhaupt nichts... :roll:

    Aber wir werden sofort morgen da mal anrufen und einen Termin machen.
    Vielen Dank für den Tip ;)

    Liebe Grüße
    Alex, Maike &Drago

  • Zitat

    Im Verein halten sie halt sehr viel von Stachel- und Würgehalsbändern.

    Halt' dich von dem Verein fern......Stachel- und Wuergehalsbaender lehren deinem Hund nicht seine Angstaggression zu ueberwinden.

  • Zitat

    Wenn die Leute Regenschirme oder Stöcke dabei haben, geht er in die Hocke und drückt sich an uns dran, als ob ihn jeder sofort verprügeln wollte.

    Ach herrje :schockiert: der Hund wird vielleicht mit einem Stock geschlagen worden sein und daher kommt seine Angst.

    Ihr dürft auf diese Ängste nicht eingehen, indem Ihr den Hund betüddelt, denn das bestärkt ihn und Ihr unterstützt seine Angst. Er denkt dann "Oh, Frauchen sieht das genauso. Das muss ganz schlimm sein"

    so schwer es Euch auch fallen mag, Ihr müsst seine Angst ignorieren.

    Zitat

    Er hat einfach Angst vor Allem und Jedem.Wenn wir spazieren gehen, müssen wir ihn bei jeder Begegnung mit Spaziergängern oder Hunden an die Leine nehmen, weil er alles anfällt, was ihm zu nahe kommt.

    Er stellt den Rückenkamm auf, stemmt sich in die Leine, kläfft und fletscht die Zähne als würde er sein Gegenüber zerfleischen wollen.

    Das allerdings sieht nicht nach Angst, sondern nach Wutaggression aus.

    Ein ängstlicher Hund stellt in der Regel keinen Kamm auf.

    Dieses Verhalten solltet Ihr konsequent unterbinden. ein energisches NEIN, wenn er anfängt zu pöbeln.

    Kommen Euch andere Hunde entgegen, lauft einen großen Bogen und geht nicht gerade auf die anderen Leute/Hunde zu.
    Jeder Hund weicht von Natur aus aus und macht diesen Bogen.

    Auch solltet Ihr darauf achten, dass Ihr nicht die Leine straff zieht, denn das ist wieder ein Alarmsignal für den Hund und Eure Unsicherheit geht auf den Hund über.

  • Naja das Problem ist, dass man manchmal nicht ausweichen kann... und unterbinden kann man gar nichts bei ihm in solchen Momenten.
    Er ist eigentlich gut erzogen und kennt alle Grundkommandos. Aber in solchen Situationen hört er auf gar nichts mehr.

    Wir haben eigentlich immer versucht uns normal zu verhalten, um ihm Sicherheit zu geben und ihm zu zeigen, dass ihm keiner was tut.
    Wir haben ihn nie betüddelt, wenn er Angst hatte.

    Wir gehen auch davon aus, dass er arg verprügelt worden ist, weil er sich auch duckt, wenn man mit erhobenen Händen kommt. Wir machen sowas natürlich nicht.

    Die ehemalige Besitzerin hatte ihm ein Stachelhalsband angezogen und meinte, das bräuchte er.
    Die Leute im Verein meinten das auch, aber wir haben uns bis heute geweigert, weil wir von jeglicher Gewalt absolut nicht begeistert sind und wir den Hund damit sowieso nur versauen würden.

  • Zitat


    Er ist eigentlich gut erzogen und kennt alle Grundkommandos. Aber in solchen Situationen hört er auf gar nichts mehr.

    .

    Dann seid Ihr zu langsam (ist nicht böse gemeint).
    Ihr dürft dem Hund gar keine Zeit geben, sich so aufzubauen.

    Zitat

    Naja das Problem ist, dass man manchmal nicht ausweichen kann... und unterbinden kann man gar nichts bei ihm in solchen Momenten.

    .

    Es gibt noch die Möglichkeit der "Umkehr".

    Trainiert dieses Kommando erstmal ohne Ablenkung ein.

    Hund ist an der Leine, Kommando KEHRT und direkt die Richtung wechseln.

    Hat er das verstanden, könnt Ihr mit kleinerer Ablenkung beginnen, bspw. wenn Ihr von Weitem einen fremden Hund seht.

    Funktioniert das auch, die Entfernungen kleiner werden lassen.

  • das erinnert mich so sehr an meinen Hund...
    Die Angst vor Stöcken, winselnd auf dem Boden liegen bei erhobenen Händen und absolutes Ausrasten...

    Ich bin ne zeitlang nur noch in Gebieten gelaufen, in denen man ausweichen kann; davon haben wir in Duisburg ja reichlich. Falls ihr entsprechende Tips benötigt, gebe ich gerne welche.
    Dann ist es wichtig, dass ihr immer zwischen Drago und den anderen Menschen/Hunden seid und immer Bögen laufen, notfalls auch mal umdrehen, wenn keine Ausweichmöglichkeit besteht.
    Mir hat eine zeitlang das Halti sehr geholfen, wie ich schon sagte, aber es ist schon gut, dass zunächst unter sachkundiger Anleitung zu üben.

    Bei Sammi ist es so, dass es vor dem Ausrasten durchaus noch Momente gibt, in denen er ansprechbar ist. Die muss ich erwischen, also immer schneller sein als er und die Situation unter Kontrolle behalten. Mittlerweile erkenne ich seine Zeichen und das Verhalten hat sich wirklich stark gebessert.
    Wichtig dürfte es sein, Kommandos (zB "schau her") aufzubauen, um Blickkontakt mit dem Hund zu halten und für jeden Blickkontakt super stark bestätigen.

    Woher kommt denn Drago? Ist es ein reinrassiger Schäferhund?


    LG
    Andrea mit Sammi

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