Unser Hund kriecht nur unter Stühle, Tische, mega ängstlich

  • Hallo Zusammen,
    okay, wir sind früh mit dem Ersten Problem unterwegs.
    Seit gestern haben wir einen 6 Monate jungen Labrador/Dalmatiner Mix.
    Das Kerlchen wurde von uns aus dem Tierheim geholt und kam wohl von Polen nach Deutschland
    Er ist so ein lieber Rüde, bellt nicht, knurrt nicht aber hat wahnsinnige Angst. Möchte man ihn streicheln verkriecht er sich direkt unter einen Tisch oder einen Stuhl und kommt dort auch nicht wieder hervor.

    An der Leine verhält er sich "fast" normal, nur mag er nicht an Hauswänden vorbeilaufen, erschreckt sich bei jedem Geräusch und bleibt dann einfach stehen.

    Wenn man sich klein macht und ihm die Hand vor die Schnauze hält nähert er sich langsam an und schnüffelt.

    Seine Rute ist auch zu 90% eingezogen. Da steckt pure Angst und keiner kann sagen woher diese Angst stammt.
    Im Tierheim war er in einem Rudel aber eher der ruhge Part.

    Klar, wir haben Shy erst seit einigen Stunden aber wir möchten jetzt schon jeden Rat und jeden Tipp dankbar annehmen, weil wir nichts verkehrt machen möchten.

    Für Eure Unterstützung vielen Dank
    Shy, manu und torsten

  • Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Familienzuwachs.

    So würde ich es machen:
    Den Hund absolut in Ruhe lassen! Nicht hingehen zum streicheln etc.
    Warte bis er zu Dir/Euch kommt. Setz Dich vll. auch den Boden und halte Leckerchen in der Hand. Aber nicht zu ihm hingehen!

    Er muss sich erst an euch und seine neue Umgebung gewöhnen! Vll. kommt er aus schlechter Haltung, wurde geschlagen etc. Er muss erst Vertrauen fassen.

    Gebt ihm Zeit ... er wird von ganz alleine kommen!

  • Hallo!!

    Unsere Peppina war auch sehr ängstlich.. Wir haben es so gehandhabt, das wir sie weitestgehend in Ruhe gelassen haben.
    Wir haben uns immer auf den Boden gesetzt, wenn wir Zeit hatten und ferngesehen oder sonstiges.. Irgendwann kommt Hundi und schnüffelt. Peppina hat sich am 3.Tag mit dem Kopf auf meinen Schoss gelegt.
    Es ist sehr viel Arbeit und man braucht viel Geduld.
    Am Anfang konnte man mit Peppina noch nicht mal an mehreren Personen vorbeigehen, sie hat direkt Panik bekommen. Mittlerweile ist es so, das wir gestern in einem Zoo waren und Peppina war dabei und sie hat sich tapfer geschlagen ;) Nur wenn Personen direkt auf sie zugehen, weicht sie zurück. Aber ich denke das wird sich auch noch etwas geben.
    Man muss wirklich viel Geduld haben und immer ruhig bleiben, nie in Rage geraten, denn 2sek Fehler deinerseits wirft euch um Wochen zurück.

    LG
    Nicole

    Edit: Woher kommt ihr denn??

  • Hallo :)

    Auch von mir eine herzliche Gratulation - das ist bestimmt ein echtes Goldstück - euer Familienzuwachs.

    Das er sich so verhält ist vollkommen normal. Es ist für ihn ja auch alles komisch und neu. Alles riecht anders, alles sieht anders aus. Fremde geräusche, an der Leine rumlaufen - alles irgendwie neu und was neu ist macht Angst.
    Kinder im Kindergarten am ersten Tag sind auch nicht besonders happy sondern verkriechen sich ins letzte Eck, weinen oder verstecken sich.

    Gebt ihm Zeit. Zeit um zu merken, dass ihr ihm nichts tun wollt. Blickt ihn nicht direkt an. Nähert euch seitlich, nicht frontal - grinsen evt auch vermeiden (Zähne zeigen) und ganz wichtig= tröstet ihn nicht, sonst könnte er schnell lernen= ich versteck mich und alle haben mich lieb *g* Hunde lernen schliesslich seeeeehr seeeeehr schnell. Und genauso schnell wird er lernen, dass alles ok ist bei euch. Wirst sehen, in 2-3 Tagen habt ihr einen süßen frechen pupertierenden Hund daheim!

    Liebe Grüße
    Dana

  • puh, danke, das beruhigt. wir werden das dann mal, wie von Euch vorgeschlagen, ganz lässig angehen und shy positiv ignorieren.:-)

    nachdem ich mich nun geduldig neben seinen fress-napf gehockt habe kam er auch endlich aus seinem versteck und hat gefressen.
    Dachte schon er wird verhungern!!!
    In der Ruhe liegt die Kraft:-))
    merci

  • Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen - ganz in Ruhe lassen, vor allem KEINEN anderen an den Hund heranlassen - weder Freunde zu Hause noch Nachbarn oder gar Fremde auf der Straße.

    Wir hatten auch so ein süßes, ängstliches Würmchen als wir Barney bekommen haben und das größte Problem war das jeder Fremde meinte er müsse zeigen, wie man den Hund anlockt und "ach du süßer, ich tue dir doch nix, komm mal her" "ich will dich doch nur streicheln" usw. - wenn der Hund dann noch an der Leine ist wird seine Panik immer größer, weil er nicht flüchten kann. Leider muss man bei sehr vielen Leuten regelrecht "unverschämt" werden, damit sie diese Anlockversuche sein lassen.

    Zu allererst muss der Hund Vertrauen zu euch fassen, alle anderen kommen später.

    Setzt ihn nicht vielen wechselnden Orten aus, solange er sich noch nicht mal bei euch zu Hause sicher fühlt - spazieren gehen möglichst da wo wenig andere Menschen sind und auch sonst nicht viel Ablenkung (Autos, Busse, Schule o.ä.) ist, am besten immer die gleiche (kurze) Strecke - solange bis er sich da einigermaßen sicher fühlt - dann langsam ausdehnen und langsam etwas "aufregendere" Strecken versuchen.
    Wenn ihr einen Garten habt reicht es auch erst mal mit ihm nur in den Garten zu gehen.
    Wenn er zu unsicher wird, ging es zu schnell und müsst wieder einen Schritt zurück machen.

    Und wie schon gesagt, nicht "trösten", wenn er ängstlich ist, sondern ganz selbstverständlich weitermachen - aber beim nächsten mal eine Stufe zurückschalten.

    Hundeschule würde ich auch noch nicht machen, leider gibt es da auch noch viel zu viele, die meinen "da muss er durch - einfach ins kalte Wasser schmeißen".

    Nicht schimpfen, solange er so ängstlich ist - egal ob er noch nicht stubenrein ist oder sonstigen Blödsinn macht - Komentarlos nehmen und raustragen bzw. Dinge wegnehmen, die er nicht darf.

    Auf gar keinen Fall im Nacken packen, auf den Rücken drehen oder sonstige "Erziehungsmaßnahmen" versuchen - egal was irgendwelche "Hundekenner" (vor allem die 50+) euch raten.

    Nach ein oder zwei Tagen Eingewöhnung könnt ihr ihn viel aus der Hand füttern, das fördert die Bindung zu euch - aber auch da erst mal nur füttern, nicht versuchen gleichzeitig zu streicheln oder so - für eine ruhige Umgebung sorgen und nur Futter hinhalten und mit leiser, freundlicher Stimme zu ihm sprechen.

    Wenn ihr Glück habt hat er einfach nur noch nie etwas anderes als seinen Zwinger gesehen - dann kann es sehr schnell gehen das er sich an alles gewöhnt. Wenn er aber wirklich schlechte Erfahrungen gemacht hat kann es Tage, Wochen oder auch Monate bis Jahre dauern, bis ihr einen Hund habt, mit dem ihr "normal" umgehen könnt, darüber solltet ihr euch bewusst sein.

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