Problemhund Tira

  • Hallo,

    ich habe viele Probleme mit unserer 8 jährigen Jack-Russel-Mischlingsdame.
    Gerne würde ich die Probleme hier im Forum vorstellen um vielleicht die eine oder andere Meinung einzuholen und auch hoffentlich sehr viele Tipps zu bekommen.

    Ein derzeit großes Problem ist ihre vermutliche Scheinschwangerschaft. Sie sucht sich überall ein "Nest", kratzt auf den Holzböden in den Ecken und läuft ständig jaulend mit ihren Spielsachen umher. Das hält jetzt schon einige Tage an. Kann man sie irgendwie ablenken und wie oft kann so eine Scheinschwangerschaft vorkommen? Ab wann ist es nicht mehr "normal"?

    Meine Mutter hat den Fehler gemacht und unsere Hündin als Welpe mit ins Bett genommen (wo sie auch heute noch schläft), seit dem ist sie sehr auf meine Mutter fixiert und ich komme nicht an sie ran. Sie hört schlichtweg nicht auf mich. Sobald meine Mutter das Haus verlässt beginnt der Hund zu warten und fängt an zu bellen, jaulen und lässt sich kaum besänftigen. Ich habe eine Zeitlang versucht einfach nicht zu reagieren und nur zu ihr zu gehen so bald sie still ist, mit und ohne Leckerli. Aber auch sowas bringt nichts. Wenn meine Eltern dann noch gemeinsam das Haus verlassen weint sie ganz schrecklich und es wird nur noch schlimmer.

    Ein weiteres Problem ist das Spazieren gehen. Wir gehen nicht mit dem Hund spazieren, sondern der Hund mit uns. Sie zieht solange bis sie sich die Luft abschnurrt und würgen muss.

    Etwas sehr belastendes ist ihr Spieltrieb. Natürlich spielen wir gerne und auch viel mit ihr. Aber eine typische Situation bei uns ist, vor dem Fernseher. Solange nur eine Person in unserem Haushalt mit ihr alleine in einem Raum ist kommt sie kuscheln oder legt sich einfach ganz gesellig dazu. Sobald sich allerdings eine weitere Person dazubegibt, hört sie nicht mehr auf zu spielen. Das belastet meine Eltern manchmal so sehr, dass Sie sogar schon getrennt fernsehn schauen. Man bekommt ja weder was vom laufenden Fernseher mit, noch kann man sein eigenes Wort verstehen. Sie legt einem ja nicht still das Spielzeug hin, sondern bellt es solange an, bis sich jemand bewegt oder schnappt es einem noch bevor man es hat wieder weg.

    Ich wohne erst seit kurzen wieder bei meiner Familie und habe kaum Bezug zu ihr gehabt. Ich würde gerne versuchen den Hund etwas zu erziehen. Ist das noch möglich in ihrem alter diese Probleme zu bewältigen?

    Über Meinungen, Tipps und Hilfestellungen würde ich mich sehr freuen.
    Weitere Fragen beantworte ich natürlich auch gerne.

    Vielen Danke,

    Velander

  • Moin Moin Velander!

  • Hallo Aura,

    vielen Dank für deine schnelle und informative Antwort! Ich werde deine Tipps beherzigen!

    Deine Anmerkung mit der Auslastung könnte sogar sehr gut zutreffen. Meine Mutter ist zwar sehr viel im Garten beschäftigt und spielt auch beiläufig mit dem Hund, aber eben nicht so, als wenn man "richtig" mit ihr spielt.

    Der Alltag bei uns ist eigentlich, dass der Hund bis ca. 10 Uhr morgens auf dem Bett liegt und noch schläft, während meine Mutter den Haushalt oder ähnliches macht. Danach wird spazieren gegangen und dann bewirtschaftet meine Mutter eigentlich weiter Haus und Garten. Mein Vater ist bis 17 Uhr auf seiner Arbeit, genauso wie ich. Der Hund jagd hinter unserem Zaun den Fahrradfahrern hinterher und läuft mit meiner Mutter mit. Sie wird also nicht sonderlich gefordert. Sobald mein Vater eintrifft spielt er eigentlich mit ihr und dann rast sie auch schon regelrecht durch den garten.

    Was ich noch ansprechen wollte: Unsere Hündin muss in der Nacht mindestens einmal raus. Manchmal sogar bis zu viermal! auch wenn man noch kurz vor dem schlafengehen mit ihr raus geht. Woran kann das liegen? Eine schwache Blase kann es nicht sein. Sonst hält sie es auch mal den ganzen Tag aus.

  • Ja, also das hört sich wirklichj eher so an, als würde sie so nebenher laufen im Alltag...

    Das ist nicht wirklich optimal und führt dann zu solchen Problemen.

    Ich kann verstehen, dass du da was ändern möchtest.

    Also als allererstes... red mit deinen Eltern.
    Sie sind die Hauptbezugspersonen der Hündin und sie sind die jenigen, die da was ändern können/sollten.

    Wegen des nachts ruas müssens... vielleicht, um sicher zu gehen, die Blase des Hundes mal durchchecken lassen beim TA.
    Sollte der Tierarzt nichts feststellen, wird der Hund lernen müssen, auszuhalten.

    Auch eine Sache, die nur deine Eltern ändern können.

    Ich denke wirklich, du solltest das Gespräch suchen und herausfinden, wie viel Änderungsbereitschaft da ist, wenn sie im Gegenzug dazu ein harmonischeres Leben mit dem Hund bekommen können.

    Ich hoffe für die Kleine, dass der Wille da ist, wenn man sie mal drauf anspricht.
    Vielleicht findest du auch eine Hundeshcule in der Nähe, in die DU mit der kleinen gehen kannst?

  • Da wäre schon das nächste Problem mit dem Tierarzt. Wir können ihr nicht mal ein Maulkorb anlegen (ohne Maulkorb geht unsere Ärztin nicht an sie ran), weil sie sonst zubeißt! Auch so lässt sie sich erst nach einer sehr langen Zeit von fremden anfassen. Ich habe manchmal das Gefühl sie ist regelrecht verstört. Zudem ist sie sehr verwöhnt.

    Aber ich werde auf jedenfall deine Meinung berücksichtigen und genanntes anwenden!

    Vielen, vielen Dank für deine Antworten und gute Nacht ;)

  • Hi,
    also, es tut mir leid, wenn das jetzt sehr direkt kommt, aber es hört sich für mich hier nach einem typischen Fall von unter-ausgelastetem, verzogenem, verwöhntem Köterchen an!
    Es ist sicher, dass du nix dafür kannst, aber frag mal deine Eltern: Würden sie es sich gefallen lassen, wenn ein Kind so lange mit Spielzeug vor ihnen rum-krakeelt, bis es seinen Willen bekommt? Der Hund kennt ja seine Grenzen nicht! Genauso das mit dem TA und dem Maulkorb. Ein Hund muss lernen, sowas zu ertragen, klar, viele haben Angst, aber wenn Frauchen dabei ist, muss es doch möglich sein, den Hund so zu fixieren, dass er nicht beißen kann.

    Ich weiß nicht. Kannst du mit deinen Eltern reden? Wir kennen sie ja nicht. Hilft es was, wenn du ihnen klar machst, dass sie vielleicht bei einem größeren Hund solche Unarten nie dulden würden? Oder finden sie das alles "nicht soooo schlimm"?

    Allgemein gesagt, kannst du dem Hund sicher noch einiges beibringen, im Sinne von Kommandos, aber wenn deine Eltern nichts ändern, wird sich das Verhalten (fordernd, frech, auf deine Mutter fixiert) nicht ändern.

    Viele Grüße
    Silvia

  • Hi Velander,
    hatte ähnliche "Probleme".... und haben uns dann professionelle Hilfe geholt. Wir haben eine private Hundetherapeutin, die sich viel Zeit für uns nimmt und uns sehr sehr viel beibringt. Ich betonte hier, UNS nicht wirklich unserem Labbi, denn leider ist es wirklich so,dass in 90 % aller Probleme der Mensch das größte Problem ist, nicht der Hund.

    Was du beschreibst, erinnert mich stark an unseren Labbi....

    Hast du dir schon mal die Frage gestellt, ob die Rangordnung geklärt ist ? wer ist denn der Rudelführer ? wenn sich ein Hund als dieser fühlt, wirst du mit fast nichts Erfolg haben.

    Bei uns hat sich alles -eigentlich durch nichts machen- gebessert.
    Auch die Leinenführigkeit war ruck zuck gut, mit wirklich KONSEQUENTEM stehen bleiben bzw. umkehren, wirst du das hinbekommen, denn denk dran, der Rudelführer bestimmt den Weg und der bist DU.
    Wir haben es wirklich innerhalb von 2-3 Tagen geschafft. Ich musste erstmal lernen, was es wirklich bedeutet konsequent stehen zu bleiben..... hört sich vielleicht blöd an, aber der Hund ist eigentlich ganz einfach gestrickt, nur der Mensch weiß oft nicht, was wirklich Konsequenz bedeutet. Der Hund sucht Grenzen und klare Regeln, die du als Rudelführer aufstellen und KONSEQUENT ohne Ausnahme einhalten musst. Hierzu zählt natürlich auch das Gassi gehen... der Rudelführer geht voraus - also DU, nicht dein Hund !!!

    Auch das alleine bleiben kann damit zusammen hängen, denn somit lassen ja die Rudelmitglieder den Rudelführer alleine und damit kommt sie nicht klar.... oder auch das im Bett schlafen fördert natürlich nicht die Rangordnung. Aber in diesem Zusammenhang gibt es so unendlich viele Kleinigkeiten, die du nicht verallgemeinern kannst !... dem einen Hund ist es gar nicht wichtig, wo er schläft, dem anderen ist das Futter nicht so wichtig.... das ist bei jedem anders. Aber jeder Hund braucht Grenzen und Tabu's !!!

    Das alles hört sich vielleich jetzt einfach an... ich weiß aber, dass es ganz und gar nicht einfach ist, aber ich weiß inzwischen auch, dass es anders geht. Je nachdem wie sich der Mensch verhält ! ... wir mussten viel lernen, um unserem Labbi zu zeigen, wer hier der Chef ist und wer fordern darf und wer nicht.

    UND DAS ALLES OHNE GEWALT, einfach mit viel Ignorieren und konsequentem Menschen-Verhalten.

    Ich betone nochmals, wir haben einen wirklichen "Härtefall" (er beisst nicht und ist nicht böse, aber ist bzw. war ein sehr gestresster Hund durch die Führerschaft und das ständige Aufpassen auf den Menschen)....

    Gerne gehe ich näher darauf ein und versuche dir zu erläutern, was wir geändert haben und welche Regeln wir aufgestellt haben....
    Vielleicht kannst du mal beschreiben, wie sie sich im Alltag genau verhält.... wann frisst sie, wer und wann spielt ihr, wieviel gassi geht ihr, wo ist ihr platz usw.... vielleicht ist es ähnlich wie es bei uns war und ich kann dir ein paar Tipps geben.
    lg nadine

    ... ach und noch was... der Garten, egal wie groß, ersetzt auf keinen Fall das Gassi gehen. Ein Hund möchte raus und mit seinem Besitzer die Welt erkunden. Der größte Garten ist für den Hund eigentlich nur ein großer Zwinger !

  • also ich hätte auch noch einen tipp zm gassi gehen ,denn ich hatte mit unserem jack-russel.rüden genau das gleiche problem..ich habe es dann so gemacht wir sind rausgegangen und immer wnen er gezogen hat bin ich mit ihm in eine andere richtung begangen imma wieder...dann irgendwann wusste er nicht mehr wo ich als nächste hin will und er hat gewartet...:)

    naja lg.........alina
    p.s.bitte benachrichtige mich mal ob es geklappt hat:)danke

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