Jogger angegangen - vorher noch nie - was tun?

  • Hallo zusammen!

    Ich hatte am Wochenende ein komisches Erlebnis was mir wirklich zu denken gibt. Wir haben einen Riesenschnauzer-Labrador-Mischling. Er ist gut erzogen, geht gut ohne Leine, ist fremden Menschen gegenüber eher ängstlich durch seine Vorgeschichte. Er vermeidet aber eher den Kontakt als dass er irgendwie böse reagiert...

    Ich war am Wochenende eine große Runde mit ihm unterwegs und habe dann vor unserem Hof (der ist offen - ohne Tor) eine Bekannte getroffen (ist ein Feldweg ohne Verkehr) eine Bekannte getroffen mit der ich mich unterhalten habe. Wir standen auf dem Feldweg und Brahms hat sich im Hof in den Schatten gelegt. Ich hab dann auch gar nicht mehr groß auf ihn geachtet muss ich gestehen. Es kam dann ein Jogger um die Ecke und auch da hab ich mir nichts gedacht. Brahms ist dann auf einmal aufgespritz und zielstrebig auf den Jogger zugerannt und hat ihn am T-shirt geschnappt. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren - da war's schon passiert. Er hat weder geknurrt, noch gebellt sondern einfach nur auf den Jogger gestürmt und geschnappt (auch nicht richtig gebissen...). Ich hab mich sofort bei dem Jogger entschuldig und Brahms zu mir gerufen (worauf er auch sofort reagiert hat) und ihn mit einem bösen "Nein" Platz machen lassen. Ich war auch total unsicher welche "Bestrafung" in dem Fall richtig gewesen wäre... ?!

    Er hat sowas noch NIE gemacht. Wir begnen vielen Joggern, Radfahrern usw. da war noch nie etwas auch nur ansatzweise... Ich mach mir nun richtig Gedanken... Warum hat er das auf einmal gemacht? Hat er sich bedroht gefühlt weil der Jogger so nah am Hof vorbei ist? Soll ich das jetzt einfach nur mal beobachten? Bin etwas ratlos... :/ Wie soll ich mich verhalten wenn er das nochmal macht? War die Reaktion mit dem harten "Nein" und ablegen richtig?

    Sorry - es wurde doch länger wie geplant. Vielleicht habt ihr ein paar Meinungen für mich .

    Grüße
    Jana

  • Ich kann Dir nicht sagen, warum er das gemacht hat. Dafür hätte man den Hund vorher beobachten müssen. Das hast Du ja laut eigener Aussage nicht.

    Zitat

    Wie soll ich mich verhalten wenn er das nochmal macht?

    Nochmal? Dazu sollte es ja nun nicht mehr kommen ;)

    Heißt: Leine dran, Hund im Auge behalten und sehen, was evlt. kommen könnte und agieren, nicht reagieren :wink:

    Was zu tun ist, wirst Du erst wissen, wenn Du herausgefunden hast, ob er unsicher ist, jagen möchte oder Revier verteidigen...

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Was zu tun ist, wirst Du erst wissen, wenn Du herausgefunden hast, ob er unsicher ist, jagen möchte oder Revier verteidigen...

    Viele Grüße
    Corinna

    Corinna, und was ist, wenns aus allem ein wenig ist :???:
    Habe das gleiche Problem mit Radfahrern, die zu nah an uns vorbei fahren.
    Bei Revierverteidung kann ich gut arbeiten, weil Joka "is´ OK" kennt.
    Nur, was ist, wenn das Frauchen in seinen Augen schläft, weil der Radfahrer so schnell von hinten kommt, dass dies selbst ein Luchs nicht erkannt hätte ;)

  • Vielen Dank für die ersten Antworten.

    Ja, in dem Fall hab ich wirklich "gepennt" und stand sogar noch mit dem Rücken zu ihm - einfach weil ich's nicht erwartet hätte... Clever war's nicht - das stimmt schon :/

    Also jagen schließe ich aus. Aber die beiden Faktoren Unsicherheit und Revierverteidigung können gut sein. Gerade auch weil er fremden Menschen gegenüber unsicher und etwas ängstlich ist. Aber er hat sich dann eher zurückgezogen bzw. sich auf uns verlassen wenn es ok war (so wie du geschrieben hast hilli) und geht nicht "drauf los".

    Hmmm weiß einfach nicht wie ich zukünftig (auch an der Leine) reagieren soll. Lob wenn er brav war? Kein Lob wenn nichts ungewöhnliches war? "Bestrafen" wenn er blöd reagiert hat?

    Viele Grüße
    Jana

  • Ich arbeite im Moment mit: Augen überall haben, geht aber leider nicht immer.

    Falls es zu einem Vorfall kommt - heisst für mich: Radfahrer kommt, Frauchen sieht es nicht, Joka bellt und knurrt und will hinterher - halte ich die Leine fester als ohnehin (nicht kürzer, weil Joka ja schon drin hängt) und lobe ihn, wenn er wieder ruhig auf seinem Popo sitzt. Doch Joka scheint das nicht zu schnallen :ops:
    Schimpfen bringt in meinen Augen nicht viel, da er dann meint, ich würde ihn anfeuern.

    Wir arbeiten im Moment viel am Grundgehorsam, das hilft mit der Zeit.
    Allerdings ist Frauchen da auch zu doof für, bzw. Joka hat noch immer nicht das Vertrauen in mich, dass ich auch wirklich alles für ihn regeln kann, da ja immer mal wieder jemand aus dem "Hinterhalt" kommt, um die Ecke kommt, den man vorher nicht sieht. Und Joka ist auch ein ängstlicher Hund.

    Gut klappt dies allerdings mittlerweile bei Hunden, die Joka nicht so geheuer sind. Dann hocke ich mich hin (Joka ist ja ´ne Fusshupe), halte ihn neben mir und sage ihm is´ OK. Allerdings sind wir da auch noch nicht so weit, dass wir direkt weitergehen können, sondern wir müssen natürlich erst schauen, dass der Feind auch geht. War er ruhig, bekommte er je nach Tageslaune ein Superleckerlie, ein "Apport"-Teil (manchmal einfach der Haustürschlüssel) oder ein kleines Wettrennen mit Frauchen.
    Im Freilauf liebt Joka alle Hunde.

    Ich denke, bei unsicheren Hunden braucht man halt länger, bis alles klappt und darf die Hunde auch nicht überfordern.

  • Zitat


    Falls es zu einem Vorfall kommt - heisst für mich: Radfahrer kommt, Frauchen sieht es nicht, Joka bellt und knurrt und will hinterher - halte ich die Leine fester als ohnehin (nicht kürzer, weil Joka ja schon drin hängt) und lobe ihn, wenn er wieder ruhig auf seinem Popo sitzt. Doch Joka scheint das nicht zu schnallen :ops:

    Es könnte sein, dass er das Theater vorher mit in die Verhaltenskette eingebaut hat und Du es ihm somit als "muss vorausgehen" unabsichtlich beigebracht hast. Solche unbewusst trainierten Verhaltensketten erlebe ich immer wieder bei meinen Schülern :wink:

    Besser wäre es, wenn Du nur dann belohnst, wenn er ruhig geblieben ist, ohne vorher Theater zu machen. Macht er es, dann würde ich gar nichts tun außer ihn festzuhalten und abwarten bis er wieder ruhig ist und dann einfach ruhig weitergehen.

    Viele Grüße
    Corinna

  • :datz: klar, so schlau ist das kleine Kerlchen also.
    Püh, und Frauchen ist :kopfwand:
    Jetzt, wo du es schreibst, ists logisch.

    Also gibts nur Lob, wenn er Radfahrer anschaut und nicht tobt :D
    Was ja vorkommt, wenn diese genug Abstand haben.

    Und ich dachte immer, mein Hund ist in manchen Sachen lernresistent, obwohl nur das Frauchen das Falsche beibringt.

    LG, Katja, die jetzt mal in sich kehrt und überlegt, was sie das auf die nur mässig vorhandene Leinenführigkeit übertragen kann

  • Zitat

    Vielen Dank für die ersten Antworten.

    Ja, in dem Fall hab ich wirklich "gepennt" und stand sogar noch mit dem Rücken zu ihm - einfach weil ich's nicht erwartet hätte... Clever war's nicht - das stimmt schon :/

    Also jagen schließe ich aus. Aber die beiden Faktoren Unsicherheit und Revierverteidigung können gut sein. Gerade auch weil er fremden Menschen gegenüber unsicher und etwas ängstlich ist. Aber er hat sich dann eher zurückgezogen bzw. sich auf uns verlassen wenn es ok war (so wie du geschrieben hast hilli) und geht nicht "drauf los".


    Viele Grüße
    Jana

    Okay , mal ganz blöd gefragt : Es kann nicht sein , daß Dein Hund den Jogger als Bedrohung eingestuft und Dich verteidigt hat ?

    Du hast ja den Jogger nicht kommen sehen , Brahms aber schon . Ich denke , da liegt die Ursache .

    Und bei Hilli ähnlich , da kommen die Radfahrer schnell von hinten , die Hilli nicht sieht oder wahrnimmt.

    Liebe Grüsse,

    Katzentier

  • Ich denke eine dieser Ursachen (Revierverteidigung/mich verteidigen, Usicherheit) wird es schon gehabt haben bzw. war vielleicht wirklich ein Mix aus allem. Es ist auch selten dass ich ihn nicht im Auge habe oder ihn bei ungewissen Situationen (wo ich selbst noch nicht weiß wie er reagiert) nicht an der Leine hab.

    Ich werde einfach in Zukunft auch so reagieren wie Corinna es beschrieben hat: Wenn er "blöd" wird dann reagiere ich nicht - gehe ruhig weiter. Wenn er brav ist, lobe ich. Bei uns stand das eben nie "zur Diskussion" - deshalb weiß ich nicht recht wie ich mich "lob- bzw. schimpftechnisch" verhalten soll.

    Danke euch schonmal =)

  • Mhmm , wenn bei uns so eine Unsicherheitssituation ensteht , abends z.B. , wenn mir mehrer Leute in der Gruppe entgegen kommen oder eine Person sich auffällig verhält und Gismo unsicher reagiert , also fixiert oder langsamer wird , dann reagiere ich mit : "Okay , hab`s gesehen !" , und gehe ruhig weiter .

    So sieht Gismo : Ah , Frauchen hat bemerkt und sie hat es als ungefährlich eingestuft .

    Er reagiert folglich also ruhiger und wenn wir an der Person oder den Personen ruhig vorbei sind , gibt es ein : " Fein , hast Du supi gemacht " .


    Liebe Grüsse,

    Katzentier

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