Erster TS Junghund zieht ein - Alleine bleiben, Alltagssicherheit und Trainerempfehlung

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  • Hallo liebes Forum,

    nachdem meine geliebte Hundedame vor Kurzem gehen musste, wird in 2 Wochen die nächste Generation den Platz an meiner Seite füllen.

    Sie ist mein dritter Hund. Die beiden Vorgänger stammen aus der Molosser Ecke, produziert von Vermehrern. Da ich irgendwie keine passende (und gesunde) Molosser Rasse finden konnte und ich auch nicht mehr von Vermehrern kaufen wollte, habe ich mich im TS umgeschaut.
    In Portugal wurde ich dann fündig (nach Molossern sind Malis wohl optisch meine Nummer 2, aber da ich keinem Gerecht werden könnte (vermute ich), kann keiner einziehen 😀 Auch hatte meine Mutter eine ganz tolle Schäferhundmixhündin). Die Schäferhundmixdame einer Aussteigerin, die im Camper im Wald lebt, wurde ungewollt von Mr. X schwanger und es können nicht alle Welpen dort bleiben.
    Geboren am 25.12. sind die Kleinen mit der Mutter und einigen anderen Hunden und viel Liebe aufgewachsen. Haben ein paar Ausflüge, u.a. an den Strand gemacht, leben mit einer Katze und kennen Kinder.
    Optisch wollte ich mich eigentlich unbedingt für eine Schwester entscheiden, aber nachdem die Orga nochmal vor Ort war und es mehr Videos und Beobachtungen gab, hab ich mich doch umentschieden, da meine jetzige Wahl besonders offen und freundlich, aber auch selbstbewusst, war/schien.

    Nun hatte ich noch nie einen TS Hund und auch sind die Welpen vorher jünger eingezogen. Ich stress mich nun nicht, aber wollte dennoch ein paar Fragen stellen und mir Input von Euch holen.

    1. Ich arbeite zu 100% im Home Office. Die meiste Zeit des Tages findet das Leben in meiner Wohn-/Arbeitszimmer Kombo statt. Hier wird sie erstmal einen sicheren Bereich bekommen, so dass wir uns möglichst stressfrei kennenlernen können.
    Generell finden 99% der Aktivitäten, die nicht zu Hause stattfinden, mit Hund statt. Sprich, wir sind eigentlich 24/7 zusammen. So toll ich das an sich auch finde, muss die Kleine ja dennoch lernen, auch mal alleine zu bleiben. Das habe ich aufgrund der Lebensumstände nie gut hinbekommen. Die vorige Hundedame hat es recht spät noch lernen müssen und toll gemacht, aber man hätte es auch einfacher haben können. Das möchte ich nun stressfreier und besser hinbekommen.
    Bin mir nur noch nicht sicher, wie ich das Ganze angehe. Kleinschrittig immer mal weg sein ist ja sicherlich der Start. Da das aber bis auf alle paar Tage mal Müll raus bringen und die üblichen Badgänge nicht so in meiner Natur liegen wird, muss ich da wohl mal einen Plan aufstellen, wann ich wie oft und wie lang mal weg gehe und was auch immer tu. 😅
    Theoretisch könnte ich sie auch in den Flur oder ein anderes Zimmer verfrachten, aber das fühlt sich "falsch" an, wenn sie sich hier an ihren vorerst eingeschränkten Bereich gewöhnt hat.

    Ideen und Denkanstöße nehme ich gern. 😀


    2. Unsere engsten Sozialkontakte werden wohl meine beste Freundin und die 4 Katzen dort sein. Ab wann können wir da das erste Kennenlernen ansetzen? Hängt sicherlich auch davon ab, wie gut die Kleine hier ankommt, aber ich frag mich trotzdem, welcher ungefähre Tag nach Ankunft passen könnte. Sie hatte nun immer Hunde und eine Katze um sich rum und kommt nun allein in einen Singlehaushalt. Einseits denke ich, dass es für sie toll sein wird, wenn sie hier schnell tierische Freunde hat. Andererseits ist Umstellung schon so groß, neue tierische Freunde sind ja auch nochmal neu und vielleicht gar nicht so direkt positiv, wie man es sich vorstellt. 😅


    3. Der Umzug von der Natur in den Ruhrpott (wenn auch eher das grüne Herne mit Kleinstadtfeeling) wird ja schon eine Umstellung. Auch wenn ich wie oben beschrieben eher ruhig und alleine lebe, besuche ich dennoch ein paar mal im Jahr per Zug meine Familie, Freunde und meinen Arbeitgeber. Mein vorige Hündin war überall immer dabei. Nun weiß ich natürlich nicht, wie die Kleine charakterlich wird und ob sie auch dafür geeignet sein wird. Ab wann und wie oft, sollte ich hier mich mal unter Menschen und in Züge mit ihr begeben, auch wenn ich gerad nicht irgendwo hin muss, damit sie es optimal lernen kann? Auch hier ist es wie mit dem allein bleiben: regelmäßig, dass sie potentiell (im Optimalfall) einfach mitläuft, passiert nun nicht einfach so und ich muss es für das Training/die Gewöhnung extra machen/organisieren. 😀


    4. Habt ihr Trainer-/Vereins-/Hundeschulempfehlungen im PLZ Bereich 44651? Da ich ja nicht weiß, wie die Kleine wird, hab ich nun keine fixen Pläne für Hundesport o.ä. . Das finden wir dann gemeinsam raus.

    Nun bekomme ich ja aber einen Mix, mit zumindest sicherem Schäferhundanteil. Da werden, mal abgesehen vom unbekannten Vater, schon potentiell andere Dinge auf mich zukommen als bei meinen Molossern. Ich hätte gerne eine kompetente Person, mit der ich vielleicht starten kann, die auch von Außen die Kleine beurteilen kann. Bin mir unsicher, ob ich alle Specialskills, die potentiellen Rassen mitbringen, direkt erkenne und richtig handel. Alltagserziehung an sich bekomme ich schon hin, aber bei Bedarf hätte ich gern jemand kompetentes an der Hand.
    Auch wäre eine Junghundegruppe vielleicht toll.

    Habe bestimmt irgendwo noch mehr in meinem Kopf, aber ist mir gerad entfallen. 😀

    Vielen Dank Euch!

    TheQZang

  • Ich sehe mich in den ersten 3 Punkten sehr wieder. Wir haben letztes Jahr eine 10 Monate alte Goldie Hündin übernommen, kam von einer vernünftigen Züchterin, wurde aber über den TS abgegeben. Ich arbeite komplett im Home Office und rausgehen ohne Hund gehört definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich musste mir da auch Ziele stecken. Nach Müll rausbringen folgten dann Dinge wie 10 Minuten an die Pferdewiese stellen, was rüberbringen zur Nachbarin, 500 Meter zum Glascontainer laufen. Ich hab's dann nachmittags mit meinen Stallaktivitäten (der Stall war direkt neben der Wohnung) ausgedehnt, immer mit Kamera als Sicherheit. Als das dann ganz gut ging für 1 Stunde haben wir es schnell ausgedehnt und dann war sie auch mal 3-5 Stunden alleine, ohne auffällig zu sein. Dann sind wir umgezogen, anfangs lief es noch ganz gut, dann fing sie plötzlich an, Dinge kaputt zu machen, auf Sofa und Bett rumzuturnen, die Katzen zu jagen und sehr sehr sehr viel rumzulaufen. Der Stall nebenan ist mit dem Umzug leider verschwunden, also müsste ich gucken, was ich stattdessen mache. Ich habe mich dann vormittags während meiner Arbeitspausen in den Keller verkrümelt, Wäsche gemacht oder dort ein Buch gelesen. Irgendwann bin ich mal eine Runde walken gegangen - Mensch, das war wirklich schön, mal ein bisschen ohne Hund draußen zu sein! Dann war es mal wegfahren, tanken. Dann einkaufen. In andere Orte fahren und was von Kleinanzeigen holen. Mit den Katzen zum Tierarzt fahren. Und nun sind wir wieder bei 2 Stunden, die sie gut übersteht. Länger musste sie jetzt noch nicht. Sie hat währenddessen mittlerweile nur noch den Flur, aus dem alles weggeräumt wird, was sich potentiell rumschleppen und zerstören ließe, außer ihr Bett (aktuell noch ohne Deko wie eine extra Dicke und Kissen) und ihre Spielzeuge. Wenn du vorhast, dass sie einen bestimmten Raum zum Alleinebleiben hat, dann würde ich das von Anfang an so üben.

    Was uns wahrscheinlich auch geholfen hat: vormittags, wenn ich arbeite, hat sie den Flur zur Verfügung. Ich bin im Arbeitszimmer mit Kindergitter. Sie liegt in ihrem Körbchen, nimmt mich natürlich wahr, aber sie liegt nicht direkt in meiner Nähe (wenn sie das Kindergitter blockt, schicke ich sie weg). Das hat uns geholfen, etwas Abstand zu gewinnen. Deshalb funktionierte das Alleinebleiben vormittags auch am ehesten. Mittlerweile gehts auch Nachmittags gut. Abends haben wir erst einmal wieder ausprobiert.

    Wenn wir gehen, schicke ich sie auf ihren Platz, damit ich mich in Ruhe fertig machen kann, räume alle Sachen weg und ganz zum Schluss bekommt sie einen Snack, bevor dann die Tür zugeht. Das ist jetzt unser Ritual, das sie verstanden hat. Wenn wir zurück kommen, wird sie wieder erst auf ihren Platz geschickt, wir ziehen uns in Ruhe aus und dann wird sie ruhig, unaufgeregt und kurz begrüßt.

    Wenn sie Katzen kennt, wird das Kennenlernen wahrscheinlich recht einfach ablaufen. Meine Hündin kannte keine Katzen, hat unsere von Tag 1 kennengelernt und kommt nun auch mit den Katzen der Familienmitglieder zurecht. Nur auf Spaziergängen, da sind Freigängerkatzen schwierig. Da würde ich ehrlich gesagt jetzt nicht Zeitraum X abwarten. Wenn du deine Freundin besuchen willst, besuche sie und nimm den Hund mit. Irgendwann ist eh das erste Mal. Wichtig ist nur, sie zu sichern, den Katzen Fluchtmöglichkeiten und es langsam angehen zu lassen.

    Ich träume auch von einem Immer-dabei-Hund, aber in den 8 Monaten, die sie jetzt bei uns ist, war ich wenig mit ihr in der Zivilisation, weil das gar nicht meinem Leben entspricht. Aber, die paar Male, die sie mitgekommen ist, verliefen ziemlich entspannt. Ich würde ihr ein paar Tage zum Ankommen geben und dann in erste Abenteuer starten. Dann siehst du ja auch schon, wie sie sich verhält, was sie von sich auch schon mitmacht und wo noch Übungsbedarf besteht.

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