Kastration wg. Entzündung minimalinvasiv?

  • Guten Morgen ! Meine ca. 8 Monate junge Hündin hat nach ihrer ersten Läufigkeit Ausfluss und eine noch nicht sehr ausgeprägte Entzündung in der Gebärmutter. Ultraschall, gebe Ab, bekommt Injektionen Hormone und es wurde mir zur Kastration geraten.

    Es geht ihr gut, wir könnten also noch ein bisschen warten. Die Tierärztln möchte ihr noch soviel zeit als möglich geben , um sich noch zu entwickeln. Wird engmaschig kontrolliert alles. Soweit so gut oder eher schlecht......

    Meine Frage an euch : Kann auch bei einer solchen Diagnose minimalinvasiv kastriert werden? Ich würde das lieber durchführen lassen habe aber bei solchen Fragen Bedenken , dass die Antworten der Tierärzte eben nicht objektiv sind. Also dass der Arzt , der eben eine solche OP nicht durchführt, eben auch sagt dass dies nicht angezeigt ist und umgekehrt . Welche Erfahrungen habt ihr ? Danke für Tipps und Rat!

  • Bei einer so jungen Hündin mit bereits bestehender Gebärmutterentzündung wäre ich persönlich mit „abwarten“ eher vorsichtig. Auch wenn es ihr im Moment gut geht und die Entzündung noch mild ist, bleibt die Gebärmutter ein hormonabhängiges Organ, das sich nach jeder Läufigkeit wieder verschlechtern kann. Genau das macht die Situation so trügerisch.

    Eine minimalinvasive Kastration ist in solchen Fällen leider nicht immer sinnvoll oder möglich. Sobald die Gebärmutter verändert oder entzündet ist, steigt das Risiko bei einer Laparoskopie deutlich. Deshalb raten viele Tierärzte dann ganz bewusst zur offenen OP, nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil sie schlicht sicherer ist und man alles direkt sehen und kontrollieren kann.

    Unterschiedliche Aussagen von Tierärzten haben meist weniger mit fehlender Objektivität zu tun, sondern mit Erfahrung, Einschätzung des individuellen Risikos und dem tatsächlichen Zustand der Gebärmutter. „Schonender“ heißt leider nicht automatisch „besser“.

    Ich würde den Fokus daher weniger auf minimalinvasiv oder nicht legen, sondern darauf, was für diese eine Hündin die größtmögliche Sicherheit bedeutet. Eine gut geplante offene Kastration zur richtigen Zeit ist oft die vernünftigere Lösung als ein eleganter Eingriff mit erhöhtem Risiko.

  • Ich rate auch zur „normalen“ OP.
    Eine frühere Hündin von meinem Partner hatte auch eine Entzündung der Gebärmutter,
    leider habe ich nach der ersten noch abgewartet, die zweite war dann heftiger.
    Die Gebärmutter wurde dann offen entfernt, sie hat das recht gut weggesteckt.

  • Danke! Die notwendige !Kastration soll auch nicht rausgeschoben werden . Im Moment ist ja noch alles kontrollierbar und die Ärztin möchte auch noch warten weil die Läufigkrit grade erst " abgeschlossen" wurde. Warten heisst hier, bei einer günstigen Entwicklung durch AB und Hormone , max. ein bis zwei Monate. Um einen ruhigere Hormonlage zu haben. Oder ist das Quatsch? Das minimalinvasiv nicht so günstig ist, in so einem Fall hsbe ich mir fast gedacht. Aber aus vielen schlechten Erfahtungen sichere ich mich immer 10mal ab. Weil ich weiß dass wirtschaftliche Interessen eben ser oft den Rat eines Arztes beeinflussen. Ich habe auch große Sorge vor einer schlechten Entwicklung , aber da es Neels sehr gut geht und der Ultraschall auch nichtsgegenteiliges ergeben hat , glaube ich nun erstmal der Ärztin. Sie haben zu zweit drauf geguckt und ich hatte eigentlich ein gutes Bauchgefühl. Eigentlich.......

  • Unsere Nellie musste nach der zweiten Läufigkeit kastriert werden. Beide Läufigkeiten verliefen richtig übel (Hungerstreik, Milchproduktion, Panik etc.). Medikamente halfen da kaum. Ich wollte sie auch minimalinvasiv kastrieren lassen. Da sie aber Ausfluss aus der Gebärmutter hatte, riet die Ärztin dringend dazu, aufgrund des damals schon vorhandenen Entzündungsgeschehens, ebenfalls die Gebärmutter entfernen zu lassen. Damit war die minimalinvasive Variante vom Tisch.

    Nellie wurde also „normal“ kastriert und die Gebärmutter wurde dabei entfernt. Die Naht war erstaunlich klein. Nellie hat die OP prima weggesteckt und es geht ihr so viel besser ohne das Hormonchaos.

  • Meine Hündin hatte auch eine offene Pyometra nach der ersten Läufigkeit in einem ähnlichen Alter wie deine. Wir haben ebenfalls mit Antibiotika behandelt und ca. 2 Monate später offen kastriert mit Entfernung der Gebärmutter.

    Mein Tierarzt hat mir damals auch gesagt, dass es selten ist dass Hunde schon so bald eine Gebärmutter Entzündung bekommen und er deshalb kein Risiko eingehen würde.

    Mit der Kastration hatte mein Hund keine Probleme und auch die Wundheilung war problemlos.

    Aber ich merke dass sich meine Hündin durch die frühe Kastration nicht zur vollwertigen Hündin entwickelt hat. Körperlich sind ihre Zitzen nicht wirklich ausgebildet und sie ist sehr schlacksig geblieben und charakterlich würde sie unsicherer, wobei ich natürlich keine Glaskugel habe und deshalb nicht sagen kann wie sich mein Hund ohne Kastration entwickelt hätte.

    Die Tierärzte machen jetzt 7Jahre später die sehr frühe Antibiotikagabe auch mit für die chronischen Magen-Darm-Probleme verantwortlich aber auch das ist Glaskugelraten

    Und eine weitere Pyometra riskieren, die sehr wahrscheinlich ist, wenn es so bald auftritt, war und ist ja auch bei dir keine Alternative.

  • Danke für die Berichte. Eure Erfahrungen zeigen , dass minimalinvasiv wohl keine Option ist. Schade. Und natürlich hätte ich ihr eine ( frühe) Kastration (und überhaupt OP) gerne erspart. Nun hoffe ich dass wir wenigstens einen günstigeren Zeitpunkt abwarten können. Bisher geht es ihr gut, aber AB und auch die hormonelle Unterstützung scheinen ja selten wirklich nachhaltig zu greifen. Mich macht das alles unglaublich nervös , ich habe ständig Angst ihr Zustand könnte sich in kürzester Zeit dramatisch verschlechtern und beobachte jede Regung. Ätzend. Wenn alles so bleibt wie jetzt , wird nächsten Montag noch mal geschallt und dann entschieden wie es weitergeht. Am Montag muss dann aber auch alles richtig gut aussehen. Vor dem Wochenende graut es mir.

  • Wir konnten damals nicht länger warten.

    Ich verstehe deine Bedenken und Sorgen total. Ich wollte Nellie auch eigentlich nicht kastrieren lassen und hatte große Angst vor der OP. Es lief dann aber viel besser als erwartet.

    Alles Gute für euch! 🍀🍀🍀

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