Jackmix Senior mit Demenzverdacht

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    Hallo miteinander, ich bin hier wegen meinem Jackrusselmix (Ca. 13 Jahre, 14 KG Normalgewicht..keine Ahnung was da noch mit drin steckt) der sich (altersbedingt) verändert.


    Er hat das, für ältere Jackrussels wohl oft typische, Muskelzittern in Ruhe das laut Tierarzt und Physio altersbedingt ist. Auch hat er Gastritis mit Reflux, da bekommt er dauerhaft Omeprazol und Sucrabest, Ulmenrinde half nicht mehr. Sein (überwiegend Trocken-) Futter wird eingeweicht und für den Geruch mit ein Bisschen Dosenfutter ergänzt, aber beides abgewogen. Sonst geht es ihm für sein Alter körperlich gut, sein letzes geriatrisches Profil war komplett unauffällig.


    Mehr Sorgen machen mir geistige Veränderungen, die der Tierarzt als beginnende Demenz geäußert hat. Es ist aktuell nur leicht, aber es verschlechtert sich auch.


    Ungefähr Mitte letzes Jahr fing er an, wenn er beim Dösen meinte etwas zu hören sofort hochzuschrecken und zu bellen (das Reagieren auf Geräusche war vorher untypisch für ihn) aber er steigerte sich dann so rein, das man ihn aktiv berühren musste um ihn da wieder raus zu bekommen. Während dem Bellen hat er dann einen etwas verloren wirkenden Gesichtsausdruck und sobald ich ihn aus der Situation rausgeholt habe ist er, als wäre nichts gewesen.


    Im Frühjahr dieses Jahr fing es an, das er besonders morgens beim Spaziergang manchmal einfach da steht, scheinbar ins Leere guckt wie geistig abwesend und danach nicht mehr zu Wissen scheint, was er vor hatte oder wo er hin wollte. Auf Ansprache reagiert er dann in so einem Moment auch nicht, oder manchmal auch nur etwas verzögert.


    Das Muskelzittern nahm auch zu, es war erst nur selten ein Hinterbein im Stehen oder mal auf der Seite liegend. Dann kamen im Sitzen beide Vorderbeine dazu und aktueller Stand ist, das auch im Stehen teilweise alle 4 Beine zittern. Besonders wenn er sich körperlich angestrengt hatte, für seine Verhältnisse. Arzt und Physio meinen es würde ihn nicht stören.


    Um ehrlich zu sein bin ich vor allem wegen dem geistigen Abbau besorgt, weil ich keine Erfahrung damit habe und nicht weiß was da auf mich/uns zu kommt.


    Ich kann daher auch keine konkrete Frage stellen, sondern habe eher die etwas allgemeine Frage: Was kann da in geistiger Hinsicht noch alles kommen? Und kann man da auch irgendwie positiv unterstützen? (Mit Nahrungsergänzung oder Übungen?) Es ist mein 2. alter Hund aber mein erster mit geistigem Abbau. Online gelesen habe ich auch schon, aber mich würden eher eure eigenen Erfahrungen interessieren. Ich denke es hilft nicht jedem Hund jede Sache gleich gut.


    LG und Danke, NaDeKa.

  • Hallo, NaDeKa,

    ich hatte einen Mischling, der knapp 18 Jahre alt geworden ist und am Ende wegen Demenz eingeschläfert werden mußte. Körperlich war er noch recht fit, ist mit 16 noch am Fahrrad gelaufen.

    Angefangen hat es ähnlich wie bei Deinem, manchmal ins Leere starren, Schreckhaftigkeit etc.

    Später mußte ich dann mit der Leine mit ihm in den Garten gehen, weil er allein den Rückweg zum Haus nicht mehr gefunden hat.

    Ganz zum Schluß hat er mich nicht mehr erkannt, er wurde dann auch unruhig, ist dauernd aus seinem Körbchen aufgestanden, an der Wand entlang bis zum nächsten Heizkörper oder Schrank - dann wußte er nicht mehr weiter und fing an zu schreien ( habe ich sonst nie von einem Hund gehört). Wenn ich ihn wieder zurück ins Körbchen gebracht habe, fing nach 2 Minuten alles von vorne an. Da habe ich ihm ein starkes Schlafmittel gespritzt (bin Krankenschwester) und bin mit ihm zum TA gefahren - er hat das nicht mehr mitbekommen.


    Es ist sicher nicht schön, diesen Verfall mitzuerleben. Aber es ist auch ein Prozeß, der langsam voranschreitet, Dein Hund kann durchaus noch eine lebenswerte Zeit haben. Es ist wahrscheinlich für Dich schlimmer als für ihn, weil Du weißt, was kommt.

    Medikamentös fällt mir nur Karsivan ein - das wird von Tierärzten gerne bei älteren Hunden gegeben. Es verbessert die Hirndurchblutung.

    Ich wünsche Euch beiden noch eine möglichst lange gemeinsame Zeit.

    Du wirst merken, wenn es an der Zeit ist, ihn gehen zu lassen.


    LG,Gisela

  • Es ist sicher nicht schön, diesen Verfall mitzuerleben.

    Danke für deine offene und ausführliche Erzählung.


    Es kommt mir nicht überwiegend vor wie ein Verfall, eher wie eine Veränderung. Wir haben viele sehr innige Momente, die ich vorher mit einem selbstständigen und aktiveren Hund gar nicht so emotional tiefgründig erlebt hatte. Es macht mich einerseits schon traurig, seinen Abbau zu sehen, da hast du Recht. Aber mir kommt gleichzeitig unsere Verbindung seitdem noch enger/besonderer vor.


    Ich habe emotional schon vor einem guten Jahr angefangen für mich mit dem Abschied zu befassen. Die Urne ist schon hier und das Krematorium ist anbezahlt. Damit ich ihn wirklich dann auch gehen lassen kann, wenn es irgendwann so weit ist und ich dann nicht vor lauter "nicht loslassen können" ihm das Ende nur unnötig hinaus zögern würde. Er kann die restliche Zeit in seinem Tempo verbringen, ich begleite ihn und alles andere ist schon erledigt. Das finde ich auch für mich wichtig, das ich die restliche Zeit mit ihm auch bewusst genießen kann und mich um nichts anderes mehr Gedanken machen brauche.


    Vielleicht braucht er auch keine medikamentöse Unterstützung oder irgendwelche Übungen, sondern einfach nur jemand der ihn die restliche Zeit bedingungslos begleitet und für ihn da ist...

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  • @NaDeKa

    Aber mir kommt gleichzeitig unsere Verbindung seitdem noch enger/besonderer vor.

    Das habe ich bei Kiro auch so empfunden.


    Es war die Zeit der stärksten Liebe, weil ich jeden Tag als ein Geschenk gesehen habe.

  • Aber mir kommt gleichzeitig unsere Verbindung seitdem noch enger/besonderer vor.

    Genauso war es bei uns auch.

    sondern einfach nur jemand der ihn die restliche Zeit bedingungslos begleitet und für ihn da ist...

    Das hast Du schön gesagt - das ist auf jeden Fall das Wichtigste. Trotzdem kannst Du ja Deinen TA mal nach Karsivan fragen, möglicherweise verlangsamt es den Prozeß etwas.


    LG,Gisela

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Mehr Sorgen machen mir geistige Veränderungen, die der Tierarzt als beginnende Demenz geäußert hat. Es ist aktuell nur leicht, aber es verschlechtert sich auch.

    Vll. kann man mit Karsivan etwas dagegen einwirken bzw. die Symptome mildern. Frag mal Deinen TA. Aber Vorsicht, manche vertragen es gut, andere nicht.

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