Der "gefährliche" Hund

  • In mir löst es die Frage aus - wenn es denn stimmt: Was passiert mit den Hunden, wenn sie nicht mehr diensttauglich sind?

    Pension bei nem Diensthundeführer mit guter Zwingeranlage oder Euthanasie wahrscheinlich. In die Öffentlichkeit lassen kannst so nen Hund nicht, oder an ein liebes Plätzchen vermitteln.

    Kenn nur einen Diensthundeführer der Polizei und der hatte auch keinen Zugriffshund, sondern nen "normalen" Diensthund und einen pensionierten. Der pensionierte durfte auch mit der Freundin mit und führte mit Beißkorb gesichert ein recht normales Leben. Der aktive Diensthund hätt a) aus versicherungsrechtlichen Gründen mit niemanden sonst mit dürfen und b) weil er war wie er war.

    Zitat: "Der Rotti machte den Job halt, weil man ihm sagte, dass er es tun muss. Der Herder macht ihn, weil er es will."

  • Das ist insofern ja spannend, als es von offizieller Seite hieß, alle Hundeführer arbeiten mit allen Hunden in der Kaserne, nicht nur dem eigenen.

    Was die Frage aufwirft, war der Soldat Hundeführer? Oder hat man einen anderen Soldaten zum Versorgen geschickt?

    Es hieß zwar in manchen Berichten er sei Hundetrainer gewesen, das dürft aber eine Begriffsverwechslung aus Unkenntnis gewesen sein. Also Hundetrainer statt richtigerweise Hundeführer.

    Der Getöte war Berufssoldat und seit 2 oder 3 Jahren Diensthundeführer. Für die Hunde der Kaserne zuständig scheinen ausschließlich die Hundeführer gewesen zu sein und zwar jeder für alle, auch wenn man einen eigenen Diensthund hat.

    An dem Tag hatte das Opfer anscheinend Hundedienst.

    Ob die Zugriffshunde eigene Hundeführer hatten, keine Ahnung. Und ob nur die Zugriffshunde im Zwinger gehalten werden.

  • Was mich an der Sache mit den Diensthunden ärgert: Gefühlt als ganz zuerst kam von offizieller Seite "Es gibt keine Aggressionszucht bei uns" und "Es wird über den Spieltrieb ausgebildet".

    Sorry, ich bin echt kein Schäferhundversteher, andere können da mehr dazu sagen, aber warum wird dann so häufig betont, dass eben beim Sportschutz über Spiel ausgebildet wird, während alles andere nicht im privaten Bereich erlaubt ist, also übern Wehrtrieb. Und halt die Zivilschärfe.

    Diese Hunde fallen unter das Waffengesetz und dürfen nicht von Privatpersonen gehalten werden. Man nimmt auch nicht jeden X-beliebigen Hund aus irgendeiner Zucht dafür, das ist nicht nur Sport.

    Und Verzeihung, ein Zugriffshund, der bei ner Geiselnahme auf den Geiselnehmer los gelassen wird, damit möglichst kein Mensch erschossen wird, spielt doch nicht. Das ist bitterer Ernst.

    Vielleicht hallt da die Schutzhunddiskussion in Wien so rund um 2009 nach, als der Hund eines Diensthundeführers, wobei es nicht der Diensthund war (allerdings wurde und wird gemunkelt, es wäre doch der Diensthund gewesen sein und man wollte das nicht öffentlich machen. Ich halte auch diese Variante für möglich), das eigene Kind tötete.

    Es stand u. a. ein Komplettverbot der Schutzhundesports im Raum. Gerade in Wien wär das hundepolitisch sicherlich immer noch sehr willkommen.

  • Über den Fall des in Ö von Diensthunden getöteten Soldaten äußert sich ein gerichtlich beeideter Veterinärmedizin-Experte:

    https://www.krone.at/2043883

    Das ist insofern ja spannend, als es von offizieller Seite hieß, alle Hundeführer arbeiten mit allen Hunden in der Kaserne, nicht nur dem eigenen.

    Deswegen fand ich es auch interessant. Nicht wegen der Wortwahl Alpha.


    Hier ein Interview vom 20. Nobember 2019, also ganz frisch, mit einem Ausbilder im Militärhundezentrum des Bundesheeres.

    http://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=10215

    So läuft die Hunde-Ausbildung im Bundesheer

  • Auszug aus dem österreichischen Waffengebrauchsgesetz

    https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassun…nummer=10005345

    Also dass Diensthunde (Schutzhunde. Gibt ja noch andere Formen des Einsatzes) nur auf künstliche Ärmel gehen ist ja wohl nicht Sinn der Sache.

    Ein Euphemismus lautet u. a. "Ausbildung zum Nachteil des Menschen".

  • Und laut Diensthundeausbildungsverordnung darf auch Korallenhalsband eingesetzt werden.

    Also nur zur Relativierung von alles nur Spaß und Spiel ist. Ich bin nämlich definitiv nicht gegen den Einsatz aller Arten von Diensthunden.

    Mir geht nur das sinngemäße "Alles lieb umd nett bei uns und ein Diensthund verbellt halt ein bisschen und trägt mal ein Steckerl durch die Gegend" aufn Zeiger.

    Kann man echt nimmer offen darüber reden, dass Diensthunde mit ner Schutzausbildung und Zugriffshunde sowieso, nicht nur nett und putzig sein sollen?

  • Kann man echt nimmer offen darüber reden, dass Diensthunde mit ner Schutzausbildung und Zugriffshunde sowieso, nicht nur nett und putzig sein sollen?

    Nein, das erträgt die Menschheit heutzutage einfach nicht mehr.

    Man darf z. B. auch nicht erwähnen, dass der Job von Herdenschutzhunden nicht nur aus "Wuff-Wuff" besteht im Fall X.

  • Hmm, vielleicht bin ich ja naiv aber: Ich gehe davon aus, dass bei einem Angriff auf die Herde der HSH nicht nur verbellt sondern auch in den Zweikampf geht um seine Herde zu verteidigen und das ist für mich auch der Job eines HSH.

    Sind doch keine überdimensionierten Plüschwauz mit Knopf im Ohr.

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