Erfahrungen mit Staupe?

  • Wir haben heute ein erschreckendes Ergebnis vom Tierarzt bekommen: Staupe. Hat jemand hier Erfahrung mit der Erkrankung?

    Wir haben Trixi im Alter von 4 Monaten am 23.11.2015 vom "Züchter" - ein Unfallwurf 2er Dalmatiner, ungeplant - geholt. Sie wurde mit Ihren Eltern und Geschwistern im Garten gehalten, beide Elternteile und 2 der Geschwister habe ich kennen gelernt. Bei der Übernahme war sie 1x geimpft, DHPPi+LR - also auch gegen Staupe. 2 Tage nachdem ich sie bekommen habe hae ich die Impfung auffrischen lassen. Damit haben wir die 1. Impfung am 14.10., die 2. Impfung am 25.11.

    Der Hund war quitschfidel - bis zum 7.3.. Da fing sie an, ihr Futter (barf) zu erbrechen. Ich habe mir erst nichts gedacht, auf Magenverstimmung getippt. Nach 4 Tagen ohne Besserung bin ich mit dem -immernoch munteren- Hund zum Tierarzt gefahren. Sie hatte inzwischen nichts mehr gefressen und klare, schleimige Flüssigkeit gespuckt. Temperatur hatte sie da 39,1 - haben wir auf die Aufregung geschoben. Der TA hat ihr Medikamente für den Magen verschrieben und meinte, dass sie einfach Magensäure hochwürgt.
    Weitere 3 Tage ohne Besserung und ein Bekannter von uns, seines Zeichens auch Tierarzt (ohne Praxis), hat ihr in den Hals geschaut und abgetastet weil er einen quersitzenden Knochen vermutete, auch da fand sich aber nichts.

    Noch 2 Tage: kein Fressen, Tier in die vom TA-Freud empfohlene Tierklinik gefahren, 3. TA konsultiert. Blutuntersuchung und Röntgen: da stand die Aussage Staupe schon im Raum, allerdings als "Staupe kann es ja nicht sein, sie hat ja den kompletten Impfschutz".
    Nach 2 Tagen im Tierkrankenhaus die neue Erklärung:
    Sie frißt nicht weil das Schlucken so weh tut durch entzündete Mandeln und ein Abstrich der inzwischen verschleimten Nase zeigt eine bakterielle Infektion. Leichte Entzündung der oberen Atemwege werden auf dem Röntgenbild sichtbar. Weiße Blutkörperchen zu niedrig, Leber- und Nierenwerte okay. Fieber bei 39,9. Also Antibiose und Schmerzmittel.
    In der kommenden Woche wurde etwas besser, sie hat ein wenig gefressen - dann hat sie wieder massiv abgebaut. Gestern, nach fast 10 Tagen mit Antibiotikum, dann ein neuer Tiefpunkt: Hund liegt nur noch fiebernd in der Ecke, ist nur noch Haut und Knochen und verdreht die Augen. Also zum Notdienst gefahren und heute morgen die Diagnose "Distemper". Gekoppelt mit der Aussage, dass man den Virus nicht bekämpfen kann sondern nur das angedockte Bakterium und dass die Überlebenschance für Welpen sehr gering ist.
    Ich habe sie jetzt heute in der Klinik gelassen, morgen ist wieder die deutsche Tierärztin (die, die sie als 3. TA letzte Woche behandelt hatte) da und ich hoffe, sie kann mir eine Einschätzung geben.

    Also Staupe trotz Impfung?

    Hat jemand hier Erfahrungen mit Staupe? Hat jemand einen Hund, der die Infektion überlebt hat? :fear: :verzweifelt: :fear: :verzweifelt: :fear: :verzweifelt:

  • Wir hatten neulich einen nachgewiesenen Staupefall. Der Hund war ungeimpft, Junghund von 5 Monaten, fiebrige Allgemeinerkrankung mit neurologischen Ausfallerscheinungen. Nach einigem hin und her und anderen Verdachtsdiagnosen (Meningitis) war dann erst der Antikörpertiter und dann auch der Direktnachweis per PCR aus Blut positiv.
    Der Hund hat es relativ gut überstanden. Er war mal eine Nacht an der Infusion, ansonsten haben päppeln zuhause und begleitende antibitotische Behandlung (um bakterielle Sekundärinfektionen zu verhindern) sowie entzündungshemmende und fiebersenkende Medikamente über das Gröbste hinweg geholfen.
    Er hat einen minimalen Staupetick (leichtes Kopfwackeln/-zucken bei Aufregung) abgekriegt und da er noch im Zahnwechsel war, wird es abzuwarten bleiben, ob die bleibenden Zähne eventuell Schaden genommen haben (Staupegebiss). Aber sonst ist er ganz gut drauf.


    Eine Bekannte hat vor einigen Jahren eine erwachsene Galgohündin aus Spanien bekommen, die bei Ankunft akut krank war: Hohes Fieber, am rotzen, entzündete Augen, apathisch und appetitlos, Durchfall, neurologische Symptome (unkoordinierter Bewegungsablauf, ataktisch, konnte kaum stehen und gehen).
    Da hat es sehr lange gedauer, bis die Diagnose "Staupe" stand (was da damals an Diagnostik gemacht wurde weiß ich nicht), weil sie geimpft sein sollte und das somit auch direkt ausgeschlossen wurde.
    Sie wurde symptomatisch behandelt, mehrere Tage intensiv: Am Tropf, Zwangsernährung, reichlich Antibiose usw.
    Sie hat leider ziemliche Spätfolgen zurückbehalten, sie läuft nach wie vor deutlich ataktisch. Hat aber auch ne ganz gute Lebensqualität insgesamt.

  • Danke Marula!

    Trixi hat ja leider schon die Sekundärinfektion, das war ja das erste, was diagnostiziert wurde :lepra: Ich warte auf den Rückruf der Tierärztin gleich um zu hören, wie es ihr heute geht. Ob ich sie nach Hause holen kann? Spritzen kann ich hier ja auch, aber ob sie zwangsernährt wird war nicht klar gestern... :(

    Danke, dasss du mir von den beiden erzählt hast! Ich hoffe jetzt einfach nur noch, dass Trixi das ohne schwerwiegende Schäden überlebt...

  • Ich zitiere mich aus dem verlinkten Thread. Da schildere ich meine Erfahrung mit der Staupe.


  • Ach Du Schreck...es tut mir sehr leid für Euch.Ich hoffe es gibt heute gute Nachrichten aus der Klinik,alles Gute für Euch und Euren Hund.
    LG Alex

  • Ich habe Trixi gestern einschläfern lassen müssen.

    Als ich in die Klinik gekommen bin hatte das Virus das Hirn schon stark geschädigt: sie ist nur noch zuckend herum getorkelt, hat mich zwar erkannt ist aber bei den 3 Schritten auf mich zu aus dem Käfig fast orientierunslos zusammengebrochen.

    :( :( :(

    Sie durfte in meinen Armen sterben. Als ich nach Hause kam stand über unserem Haus ein Regenbogen. :(

  • Oh nein,
    daß tut mir sehr leid für Euch-welch schreckliche Erfahrung.
    Alles Gute und viel Kraft für Euch!
    LG Alex

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!