Epileptische (fokale?) Anfälle bei 14 jährigem Yorkie

  • Hallo,

    mein alter Yorkie-Herr hatte sich gerade von einer schlimmen Bauchspeicheldrüsenentzündung erholt (ging fast 2 Wochen mit Infusionen und Rundumbetreuung) und wird nun von etwas neuem geplagt. Er hat angefangen seltsam zu zucken, erst sporadisch, dass man es für gewöhnlich halten konnte, dann mehr, öfter. (Kurzes, mehrmaliges Zukneifen der Augen, Kopfzucken)
    Wir haben das dann direkt beim TA angesprochen und sein Blut erneut durchforsten lassen.
    Es wurde getestet: Zuckerwerte, Schilddrüsenwerte, Nierenwerte, Leberwerte plus ein Cushing-Test. Alles unauffällig (Leber minimal verändert, T4 minimal verändert, aber lange nicht ausreichend für Therapie). Röntgenaufnahme von Hals bis Po gemacht worden während Bauchspeicheldrüsenentzündung, keine Auffälligkeiten.

    Nun stehen wir wieder vor einem Rätsel.
    Anfang der BSD-Entzündung hatte er extrem schlechte Nierenwerte. Vielleicht eine Nachwirkung davon?

    Unser TA weiß nun bereits nicht mehr weiter. Man könnte noch ein MRT oder ein CT machen lassen.
    Allerdings benötigt das Tier dabei eine Narkose und die Untersuchung würde um die 1000€ kosten.
    Dabei geht es mir weniger ums Geld als darum, dass kein Ergebnis geliefert werden könnte, das anders behandelbar wäre als mit Phenobarbital.
    1) Gehirntumor / Anomalie / Verkalkung / ...: Versuch mit Luminaletten um die Erregbarkeit des Gehirns zu mindern.
    2) keine Auffälligkeit: Ursache weiterhin unbekannt, Versuch mit Luminaletten

    Bisher bekommt er noch keine Medikamente da wir auf Anraten der TA die Situation beobachten sollten und erst dann einschreiten, wenn eine Verschlechterung eintritt.
    Seit 3 Tagen aber habe ich das Gefühl dass das zutrifft. An manchen Tagen ist es stark, er zuckt, scheint kurzzeitig abzudriften. Wenn er beginnt etwas heftiger zu zucken passiert es auch, dass er das Gleichgewicht verliert oder die Vorderpfoten einfach auseinanderrutschen.
    Spricht man ihn an kommt er fast immer wieder zu sich und hört auf. Bemerkt er sein Zucken selbst, macht ihn das nervös; ab und an kann er sich auch selbst wieder "lösen" (durch Aufstehen o.ä.). Meistens beginnt so eine "Zuck-Serie" abends; er zuckt dann also recht oft (grobe Angabe: 3-15mal) über einen längeren Zeitraum hinweg (15min-1h), mit kleineren und größeren Pausen, aber auch mehrmals ohne Pause. Sein Bewusstsein verliert er dabei nicht.
    Sein sonstiger Allgemeinzustand ist gut (Mastzelltumor operiert und mit Palladia seit 3 Jahren unter Kontrolle)

    Mich würde interessieren wie andere, erfahrene Hundehalter mit so einer Situation umgehen würden.
    Weiter abwarten? Luminaletten verabreichen? Oder doch auf jeden Fall MRT/CT?
    Oder hat womöglich jemand eine andere Idee auf was man untersuchen könnte?
    Vielen Dank

  • was mich stutzen läßt ist dass er das teilweise selsbt durch Aufstehen beenden kann. Verspannungen oder eingeklemmte Nerven hat er nicht? Ich hatte mir selbst wohl mal was in der HWS blockiert und es gar nicht bemerkt. resultat war Ausfall des Gleichgewichtsorgans im Ohr, danach ging gar nichts mehr, musste so gut wie neu laufen lernen und es hat wirklich ein Jahr gedauert bis alles wieder fast beim Alten war. freihändig Radfahren oder gar Einrad kann ich immer noch komplett vergessen. Von daher würde ich da mal einen Ostheopathen oder Chiropraktiker genau suchen lassen.

    MRT oder CT mit Narkose würde ich dem Kerlchen auf grund seines Alters nicht mehr zumuten.

  • Unser Hund hat eine BSD-Insuffizienz und hatte auch vermehrt Zuckungen ab der Hüfte abwärts. Wir haben ihm versuchsweise einen hochdosierten Vitamin-B-Komplex gegeben, weil bei einer BSD-Insuffizienz oft die Vitamin B12 Resorption gestört ist. Seitdem wir ihm diesen Komplex geben, haben die Zuckungen nahezu aufgehört. Ob die Resorption von Vitamin B auch bei einer BSD-Entzündung gestört sein kann, weiß ich allerdings nicht.

    Da Vitamin B ja wichtig für das zentrale Nervensystem ist, könntest Du mit Deinem TA ja mal abklären, ob Du versuchsweise mal Vitamin B supplementieren kannst.

  • Danke für eure Ideen.
    An Nährstoffmangel hatte ich noch nicht gedacht. Das werde ich ansprechen... wie kann man denn sowas testen? Oder versucht man das einfach gegen zu wirken?
    Er bekommt seit der BSD-Entzündung übrigens nur noch selbst gekochtes Fleisch mit Sättigungsbeilagen und Gemüse, ab und zu gibt es eine Dose von Terra Canis o.ä. "guten" Herstellern.
    Hatte aber Rücksprache gehalten und die TA meinte bei meiner Aufzählung was er alles bekommt das sei ok. :fear:

    Ob es ein Nerv o.ä. sein könnte... er hat leichte bis mittlere Arthrose im Hinterbeinchen. Aber würde er dann nicht irgendwie hinten zucken? Es wirkt weniger wie ein "Schmerzzucken" als ein "Gehirnzucken". Sein Kopf oder Gesicht ist immer betroffen.
    Aber ich bin für jeden Tipp dankbar und werde der Sache nachgehen. Zunächst werde ich meine TA darauf ansprechen und ggf. einen Spezialisten ausfindig machen (wobei das im Umkreis Stuttgart generell schwierig zu sein scheint).


  • Er bekommt seit der BSD-Entzündung übrigens nur noch selbst gekochtes Fleisch mit Sättigungsbeilagen und Gemüse, ab und zu gibt es eine Dose von Terra Canis o.ä. "guten" Herstellern.

    Bekommt er Fleisch mit Nudeln, Reis usw. plus Gemüse?
    Das ist keine ausgewogene Ernährung.
    Es fehlt das Kalzium in der Nahrung. Außerdem müsstest Du auch Innereien füttern, damit er ausreichend Vitamine bekommt.

    Ein Kalziummangel kann auch zu Krämpfen führen.

  • An Durchblutungsstörungen hatte ich auch kurz gedacht. Ich habe hier schon eine ganze Liste mit Dingen die ich ansprechen werde und Karsivan gleich dazugeschrieben. Danke!

    Er hat eine leichte Bindegewebsschwäche (Trachealkollaps). Das wurde schon früher diagnostiziert, aber er hat davon (scheinbar) "nur" einen leichten Husten. Dieser ist aber auch schlechter geworden. Damals sagte man da könne man erstmal nichts tun. Diesbezüglich dachte ich mal daran dass er dadurch vielleicht auch sonst beim Atmen behindert wird und das zu Sauerstoffmangel führen könnte... aber ich dachte das sei weit hergeholt.

    Als Nahrung bekommt er Fleisch und alles, was ein Hund essen darf, sprich Nudeln / Couscous o.ä. mit Gemüse dazu. 1-2 mal in der Woche bekommt er auch Dosenfutter (u.a. mit Innereien).
    Ich werde dem etwaigen Nährstoffmangel auf jeden Fall nachgehen... zum Glück füttere ich ihn nun "erst" knapp 2 Monate so. Vorher bekam er nur Dosen, was dann nach der BSD-E schwierig wurde.

  • Bei einer nicht ausgewogenen Ernährung wird nicht sofort ein Nährstoffmangel auftreten. Ich mache mit meinem Hund gerade eine Ausschlussdiät und die ersten 8 Wochen gab es hier auch nur Fleisch und eine Kohlenhydratquelle. Dann habe ich angefangen, ein Vitamin- und Mineralstoffpräparat zuzufüttern. Also die zwei Monate, die Du jetzt nicht ausgewogen fütterst, sollten nicht schlimm sein.

    Wenn Du Hilfe bei der Fütterung deines Hundes brauchst, kannst Du Dich auch an Ernährungsberater für Haustiere wenden. Futtermedicus.de zum Beispiel oder an die Uni in Berlin oder München. Die erstellen auch Ernährungspläne.

  • MRT usw. würde ich nicht machen lassen wegen der Narkose.
    Da ist das Risiko höher als der Nutzen.

    Ich würde auch eher Richtung Durchblutungsstörungen nachdenken oder Vitamin-B-Ergänzung.
    Vielleicht ist der Hund auch einfach altersdement. :ka:

    Ein großes Rad würde ich da nicht mehr drehen. Einfach akzeptieren, dass der Hund in die Endgerade eingebogen ist.

    Die x Untersuchungen machen Dir zwar ein gutes Gewissen, dem Hund aber nur Stress (und bringen ja auch keine brauchbaren Ergebnisse, wie Du schreibst).

  • Hallo,

    ja mir ist klar dass er ein alter Herr ist. Deshalb habe ich mich inzwischen auch gegen MRT o.ä. entschieden - das schadet mehr als es bringt. Aber kleinere Untersuchungen möchte ich schon "ausschöpfen", sprich Durchblutung und Nährstoffmangel prüfen, denn bei sowas könnte ihm ja schnell und einfach geholfen werden.

    Von meinem anderen Hund weiß ich auch, wie schlimm ein epileptischer Anfall sein kann (falls es beim Yorkie auch darauf rauslaufen sollte). Er hat Cushing mit einem langsam fortschreitenden Tumor im Gehirn. Ihm kann man nun auch nur noch mit Phenobarbital sein Lebensende angenehmer gestalten. Zum Glück sind beide über 14 und waren immer gesund und glücklich.

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