Hund ignoriert mich beim Gassigehen, wie für gemeinsames Begeistern

  • Hallo zusammen,

    Erstmal zu uns, Pablo ist ein 2-3 jähriger Jack-Russel (ich vermute Mix) aus dem Tierheim. Wir haben ihn noch nicht lange, erst seit dem 05.10.15. Ich gehe noch zur Schule, deswegen hat meine Mutter ihn vormittags, ich nachmittags.
    Nun zu unserem "Problem", wenn wir draußen sind interessiert er sich nach kurzer Zeit fast garnichtmehr für mich, sondern nurnoch für seine Umwelt. An der kurzen, also 1-2 meter leine geht es noch, da habe ich ihn mittlerweile soweit, dass er sich ab und an zu mir umdreht und auf mich achtet. Etwas gemeinsam machen, wie buddeln, tricks, spielen oder so will er draußen trotzdem nicht. Kommandos wie bei Fuß klappen, aber auch nur begrenzt, sobald etwas interessanteres, wie ein Vogel, ein anderer Hund, etwas wovor er Angst/Misstrauen hat, bin ich abgemeldet. Ich fände es einfach schön, wenn er sich mehr an mir orientieren würde und ich mehr gemeinsam mit ihm machen kann, er auch bei stressigen Situationen anderen Hunden Schutz bei mir suchen würde, anstatt alleine damit dazustehen. Aktuell ist spazieren eher Hund läuft und ich hinterher. Im Haus und Garten ist er anders, er spielt gern, wir toben, zerrspiele, ich versuche ihm das apportieren beizubringen, wir machen etwas ZOS und tricksen. Im Garten ist er manchmal auch ziemlich desinteressiert an mir, aber nachdem der erkundet wurde, kann ich ihn motivieren. Ich hab das Gefühl ihm macht das auch Spaß, also das was ich mit ihm mache, nur gibt es im Wald/Stadt anscheinend viel wichtigeres. Wie gesagt, an der kurzen Leine gehts, wir üben aber auch an der Schlepp, damit er eventuell irgendwann mal auch frei laufen kann. Da ist es so, das er höchtens 10 Minuten lang hört, will heißen er kommt auf zuruf, er kann weiter (geht von iwas zum schnüffeln oder so weiter), macht kommandos etc. Spätestens danach bin ich abgemeldet, er ist nurnoch am Waldrand und von allem da wahnsinnig fasziniert. Ich fände es schön, wenn ich es schaffen würde, dass ich mich auch da so interessant machen kann, das er gerne da bleibt und mitmacht. Selbst sein Lieblingsspiel, zerren, ist ihm da wurscht. Futter, ist am Anfang wichtig, ich denke deswegen macht er da mit, später aber auch egal, er nimmts, aber er würde nichts dafür tun. Ich denke der Kern des Problems ist die Bindung zwischen uns, einerseits habe ich ihn ja noch nicht so lang und er ist auch so ein recht unabhängiger Hund. Wenn ich mit der Diagnose arg weit daneben lieg, gerne andere Vorschläge und welche, wie ich da gegensteuern kann. Danke euch schonmal.

  • Was Du auf jeden Fall versuchen kannst, ist, die Aktivitäten mit Dir zuhause abzustellen oder deutlich zu verringern und komplett nach draußen zu verlegen.

    Drinnen nur Ruhe, auch mal wegschicken, nicht permanent Auge auf den Hund haben und draußen dafür Spaß und action.

    So komplexe Dinge wie ZOS sind sicher gut und auch richtig, allerdings draußen sicherlich noch lange nicht machbar.

    Wenn Dein Hund recht verfressen ist, könntest Du ihm ein Aufmerksamkeitssignal antrainieren. Zum Beispiel "guck mal" und das Leckerchen fliegt und er darf es suchen (also ein kleines Jagdspiel).
    Wenn Du nicht möchtest, dass er draußen Dinge vom Boden aufnimmt, kannst Du ihm zuhause auch das Apportieren eines Futterbeutels beibringen und ihn den draußen suchen lassen und er bekommt dann daraus Futter.

    Vielleicht auch mal drüber nachdenken, einen Teil des Futters nicht nur aus dem Napf zu füttern, sondern ihn das auf den Spaziergängen "erjagen" lassen.

    Ansonsten finde ich, dass Du gut und strukturiert vorgehst.
    Vielleicht einfach noch nicht so viel auf einmal und erst mal den Fokus drauf legen, was fürs erste wirklich wichtig ist (z.B. Leinenführigkeit, Rückruf) und den Rest auf später verschieben.

    Des Weiteren kannst Du später dann die Abelenkung trainerisch bewusst mit einbeziehen. Rückruf am Futternapf vorbei, am fliegenden Ball/Leckerchen vorbei usw.

    Und kleine Übungen zur Impulskontrolle sind bei diesem Hundetypus unerlässlich. Also an bewegten Objekten Ruhe bewahren und NICHT drauf zu reagieren.

  • Im Haus und Garten ist er anders, er spielt gern, wir toben, zerrspiele, ich versuche ihm das apportieren beizubringen, wir machen etwas ZOS und tricksen.

    Kommandos wie bei Fuß klappen, aber auch nur begrenzt

    Hallo,

    ich finde, du machst in der kurzen Zeit, in der er bei euch ist, viel zu viel Programm - ich rate, das Ganze zu reduzieren und komplett nach draußen zu verlegen.
    Konzentriere dich auf max. ein Beschäftigungsprogramm.
    Dein Hund möchte draußen etwas erleben und die Umwelt erkunden, ich finde das für einen Hund normal, lass ihn einfach auch mal machen.

    LG Themis

  • Hallo,

    ich finde, du machst in der kurzen Zeit, in der er bei euch ist, viel zu viel Programm - ich rate, das Ganze zu reduzieren und komplett nach draußen zu verlegen.
    Konzentriere dich auf max. ein Beschäftigungsprogramm.
    Dein Hund möchte draußen etwas erleben und die Umwelt erkunden, ich finde das für einen Hund normal, lass ihn einfach auch mal machen.

    Ich finde das auch normal und auch ok, deswegen hab ich auch die Schlepp besorgt, damit er auch mehr freiraum hat, nur z.B. der Rückruf ist etwas das schon klappen sollte, er weis genau was ich von ihm will, es interessiert ihn nur nicht.
    Hmm, zu viel, darüber hab ich nochgarnicht nachgedacht, ich dachte immer eher zu wenig, weil er draußen ja garnicht mitmacht und ich da also fast "nur" laufe. Spielen ist fast nur sein zerrseil, toben ohne irgendwas, da rennen wir zsm. im Garten, da ist er auch auf mich fixiert, im Wald undenkbar. Apportieren hab ich mir gedacht das ich mach, weil er gerne sachen hinterherrennt, das ihm das evtl auch Spaß machen würde, nur das gebe ich glaube ich auf, er raffts nicht, das er mir das bringen soll bzw. wills erst recht nicht hergeben. Tricks, erstmal waren es nur die Grundkommandos, die konnte er nch nicht als er zu mir kam, da ihm das ganz gut gefallen hat die zu lernen er drinnen auch toll mitmacht hab ich einfach noch n paar dazu genommen, insgesamt sind das aber noch nicht viele, ich bring immer erst ein neues bei, wenn das alte sitzt. Wir sind erst bei sitz, platz (jeweils auch auf entfernung), bleib, Pfote, rolle und schäm dich. Hier und auf iwas hochhüpfen kann er auch. Wenn wenigstens die Grundsachen draußen auch klappen würden, wäre ich ja happy, aber sobald Ablenkung herrscht, kann ich das vergessen. Wenn er draußen nicht spielen will, sondern lieber Gegend erkunden, damit kann ich leben.

    Wurde jetzt ziemlich lang, danke an euch, das ihr versucht zu helfen.

  • Hallo,

    ich kann jetzt raus lesen, dass du hauptsächlich drinnen und im Garten geübt hast? Da hast du wahrscheinlich kaum bis gar keine Ablenkung, natürlich funktioniert dort alles. Ich würde auch alle Aktivitäten nach draußen verlagern und auf den Spaziergängen mehr machen. Da im einsamen Wald oder Feld anfangen. Wenn er erst mal schauen muss, dann bleib eben mal 10min mit ihm an Ort und Stelle und er darf alles erkunden und soviel schauen wie er will.
    Ich hatte das Problem am Anfang und teilweise heute noch, das dauert einfach eine ganze Weile bis er Hund sich an den Umweltreizen "satt gesehen" hat. Es ist ja wirklich erst so kurz bei dir. Wenn es dann mal "klick" gemacht hat, kann er sicher all die Dinge, die er drinnen gelernt hat, auch draußen umsetzen.

  • Du übst zu Hause mit ihm Apportieren, ZOS, Tricks (Rolle, Pfote) Grundkommandos (Rückruf, bei Fuß, Sitz, Platz, bleib, das alles auf auch Entfernung), wahrscheinlich noch zusätzlich noch ein Abbruchkommando, spielst und tobst mit ihm.

    Überlege dir, wieviel Zeit du täglich investierst, in welcher er deine volle Aufmerksamkeit zu Hause bekommt...
    Ich schätze, eine ganze Menge.
    Irgendwie nachvollziehbar, dass er in der freien Natur dann seine Interessen verfolgt, du bist doch sonst stets präsent.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass das viele Üben sowie das Erlernen der Kommandos auch zur Reizüberflutung führt.

    LG Themis

  • Zum Thema Apportieren kann ich hier vielleicht sogar meinen Teil beitragen! Wir haben auch eine (Parson) Jack Russell Mischlingshündin, seit fünf Monaten, also gerade mal zwei Monate mehr, aus Spanien adoptiert. Meiner macht das Dummytraining waaahnsinnig viel Spaß, hast du so einen Futterbeutel? Das würde ich sogar bei so kurzer Zeit der doch komplizierteren ZOS vorziehen, hab ich zumindest so gemacht.. Und davor wollte sie auch absolut nicht apportieren, aber mit dem Dummy (sie bekommt die köstlichsten Leckereien, die im dem Beutel sind, ja NUR, wenn sie ihn dir brav bringt) war das tatsächlich - ungelogen - innerhalb zweimal 15 Minuten in der Wohnung drin. Seitdem bringt sie mir auch brav die meisten anderen Sachen, unter anderem den Napf und die Leine, wenn's mal Nassfutter gab und das im Kong, dann auch den Kong (aber nur, wenn er leer ist :D), da wird dann als Belohnung eben entweder nachgefüllt oder Gassi gegangen.

    So ein Dummy kostet nur 5€ und schweißt schon auch zusammen - man muss ihn eben schmackhaft machen (keine normalen Leckerli, die ihn eh nicht interessieren - Hau Wurst oder Käse rein, also was richtig Gutes!), dann könntest du auch draußen interessanter sein, wenn er sieht, dass du den Dummy dabei hast, vielleicht beim Abrufen dann, wenn er gehört hat, absitzen und apportieren lassen, es eben immer spannend halten.
    Und dass er gerade in neuer Umgebung erstmal alles erkunden will, ist auch verständlich. Ich kann dir sehr gut nachvollziehen, dass das ärgerlich ist, wenn sich der Hund für alles interessiert außer für dich. Aber vielleicht wirklich, wie davor gesagt, den Hund dann erstmal nen bestimmten Abschnitt in Ruhe erkunden und beschnuppern lassen und dann mit dem Programm beginnen, wenn er mit der Umgebung eben besser vertraut ist.

    Mit der allgemeinen besseren Orientierung hab ich einen Tipp eines anderen Users beherzigt, den er mir in meinem Leinenorientierungsthread gab (und wahrscheinlich etwas großzügig abgewandelt :D): Für jeden Scheiß belohne ich sie teilweise draußen. Läuft sie gut an der Leine, schaut sie mal kurz her, bleibt sie relativ ruhig, wenn sie was relativ Spannendes sieht, oder sonst was.. Also eigentlich für alles, was sie gut macht, wird sie geclickert. Nicht immer oder auf jedem Spaziergang, weil sonst würde sie einfach nur fett werden, aber schon einmal am Tag so 20 Minuten durch. Und dann bekommt sie das Leckerli eben mal in den Mund geschoben, oder sie muss/darf ihm hinterherhetzen oder sie muss es fangen. Mal so, mal so. Dass es eben immer spannend bei dir bleibt. Das wird aber wahrscheinlich erst gehen, wenn dein Hund eine Runde schon quasi in und auswendig kennt und da dann eher die Möglichkeit besteht, dass du auch interessant wirst.

    Wie sieht denn ein normaler Spaziergang so bei euch aus? Lobst du viel, wenn er mal was richtig macht (ALLES wird er ja wohl nicht 'falsch' machen?) oder meckerst und verzweifelst du eher?

    An der Schleppleine, wenn er mal gar nicht guckt, kannst du auch mal das Verstecken probieren.. Heißt: Hund hört nicht, du sagst "pff, okay, mir doch egal", versteckst dich irgendwo und wartest.. Vielleicht ab und zu mal rufen, aber damit der Hund einfach auch lernt: "oh, will ich Frauchen nicht verlieren, muss ich n bisschen auf sie achten!"

    Liebe Grüße, eine quasi Leidensgenossin auf sehr gutem Wege!

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