Pankreatitis - seit 6 Tagen nicht gefressen

  • Hallo,
    ich bin neu hier und getrieben von einem großen Problem.
    Letzten Freitag, also am 13., fing mein 14 jähriger Yorkie an zu Erbrechen und bekam Durchfall, war aber noch ganz gut drauf. Am Samstag erbrach er wieder und wieder, sodass ich dann am Abend noch als Notfall zu unserem TA gefahren bin. Dort bekam er dann Cerenia (Brechreizhemmer), Omeprazol, Sucrabest und Canikur (alle wohl Magenschutz und Entsäuerung). Sonntag war furchtbar, es ging ihm schlecht. Er aß nichts mehr und trank auch wenig.
    Montag morgens wieder TA, er fing dort im Wartezimmer an sich zu erbrechen (dunkelbrauner Schleim mit metallischem Geruch) und war schon so schwach, dass er einen Schwächeanfall bekam. Daraufhin kam er sofort an den Tropf und ihm wurde Blut abgenommen. Ergebnis: Nierenwerte stark erhöht, Pankreas-Test war positiv, also lautet die Diagnose bisher: akute Pankreatitis (also Bauchspeicheldrüsenentzündung).
    Seit Montag sind wir jeden Tag beim TA und er bekommt Infusionen - die ersten 3 Tage intravenös, danach subkutan. Er erhält Schmerzmittel (Novalgin), Antibiotika und immer noch Omeprazol, Sucrabest und CaniKur.
    Die Nierenwerte waren direkt am Dienstag wieder fast normal.

    Inzwischen ist sein Allgemeinbefinden wieder etwas besser geworden, aber das große Problem ist, dass er absolut nicht essen will.
    Ich habe ihm schon alles, was er haben darf (fettarm und leicht verdaulich) angeboten, frisch gekocht, Dose, Brei, Leckerli - aber nichts. Er will es nicht.

    Es ist nun schon so weit, dass er heute den 3ten Tag "Zwangsernährt" wird, soll heißen er bekommt etwas spezielle Kost (Brei) direkt in den Mund. Dazu gab es auch noch Vitamine und Zucker in seine heutige Infusion.
    Und Cerenia mussten wir heute auch absetzen, da man diese Brechhemmer nicht so lange nehmen darf... ich hoffe sein Brei von heute morgen bleibt drin, sonst wäre das ein herber Rückschlag.

    Allerdings hat die Ärztin mich heute ziemlich beunruhigt, denn sie meinte dass es nicht normal sei, dass er so lange das Futter verweigert. Die weitere Planung ist nun, dass am Montag wieder Blutkontrolle ansteht, wo Niere und Pankreas geprüft werden. Sollte dabei rauskommen, dass sich das alles gebessert hat und er trotzdem weiterhin nicht fressen will, schlägt sie ein Röntgenbild vor, um zu klären ob nicht etwas anderes (also Krebs) ihm den Appetit nimmt.
    Man muss dazu sagen dass er bereits seit über 2 Jahren Krebspatient ist. Er hatte einen Mastzelltumor am Ballen, der operativ entfernt wurde, aber bereits mindestens in die Lymphknoten gestreut hatte. Bisher war das durch Chemotherapie mit Palladia gut im Griff und kam (augenscheinlich) nicht zurück.

    Nun, ich habe jetzt folgende Gedanken dazu:
    - Wenn es der Krebs wäre, würde dann nicht eher eine Verschlechterung als eine Besserung eintreten müssen, denn das würde bedeuten dass das Krebswachstum nicht mehr von Palladia gehemmt wird zur Zeit (er kann es zZ natürlich nicht nehmen). Krebs im Magenbereich soll auch meist sehr aggressiv sein.
    - Im Internet habe ich eine Seite gefunden auf der offensichtlich Tierärzte gegen Geld beraten. Dort war ein ähnlicher Fall beschrieben und der antwortende TA sagte dass eine Woche Fressensverweigerung durchaus normal sein kann und man das mit Infusionen ausgleichen sollte. Auch sagt er dass der Heilungsprozess langwierig sei.
    - vielleicht hat er gleichzeitig schon eine Insuffizienz und kann das Futter nicht mehr verdauen?

    Ich werde wohl auf jeden Fall röntgen lassen falls bis dahin nicht ein Wunder geschieht. Aber ich bin sehr beunruhigt. Gerade als ich das schreibe hat er 2 mal gewürgt und aufgestossen. Aber immerhin kam nichts mit hoch...

    Hoffentlich gibt es hier jemanden, dessen Hund auch mal eine Pankreatitis hatte und der mir etwas helfen kann.

  • Allerdings hat die Ärztin mich heute ziemlich beunruhigt, denn sie meinte dass es nicht normal sei, dass er so lange das Futter verweigert.

    Das war bei meinem Yorkie aber ähnlich, als er seine Pankreatitits hatte. Sobald der Kerle Futter vor der Nase hatte, wurde ihm durch den Geruch und die darauf folgenden Reaktionen des Verdauungssystemes, die dann durch die Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse zu Schmerzen und Übelkeit führten, schon kodderig.

    Wir haben damals einige Tage mit ReConvales Tonikum überbrückt und die Schmerzmittel für kurze Zeit auf Opiate umgestellt, da das Metamizol offensichtlich nicht ausgereicht hatte. So konnte er das ReConvales dann ohne Bauchweh zu sich nehmen und kam dann allmählich wieder ans selbst fressen.
    Man muss versuchen zu vermeiden, dass der Hund Futter mit Schmerzen und Unwohlsein und auch mit Zwangsmaßnahmen verknüpft. Entsprechend muss man anfangs ggf. auch recht "aggressiv" vorgehen, was die medikamentöse Schmerztherapie angeht.

    Natürlich können bei Tieren mit Mehrfach-Erkrankungen auch andere Gründe zur Futterverweigerung führen - aber auf der anderen Seite ist es auch verständlich, dass ein Organismus, der sich mit mehreren Krankheiten gleichzeitig rumschlagen muss, auch eine deutlich längere Rekonvaleszenz-Zeit benötigt. Da Du slchreibst, dass sich der Allgemeinzustand in kleinen Schritten bessert, würde ich die Hoffnung, dass der kleine Kerl bald das selbst Futtern wieder anfängt, noch nicht aufgeben. Die Stufendiagnostik, die Deine TÄ vorschlägt, klingt sinnvoll.

    Pankreatiden sind schwerwiegende Erkrankungen, die einen langen Heilungsverlauf benötigen und auch währenddessen immer noch Beschwerden verursachen können.

    Ich drücke Euch die Daumen.

    LG, Chris

  • Bei meinem war es die chronische Insuffizienz mit akuten Phasen, und die Lösung hieß Verdauungsenzyme zufüttern. Aber er aß immer gern. Ich wünsche euch, dass ihr die Lösung findet und es ihm bald wieder gut geht!

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