Hallo und vielen Dank erstmal

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    den Betreibern und fleissigen Mitgliedern dieses Forums. Ich hab hier nun schon eine Menge Beiträge gelesen und dabei einiges lernen können. Auch ein sehr informativer Artikel (nicht aus dem Forum hier) hat mir viele Fragen beantwortet und mit der veralteten Dominanztheorie aufgeräumt.
    Ich muss sagen dass mich das _enorm_ erleichtert. Es bedeutet nämlich dass ich auf meinen eigenen Kopf und meinen eigenen Bauch bauen darf und mich nicht zum Alpharudelführer verstellen muss. Es bedeutet auch dass es nicht gleich vermenschlichen ist wenn ich mich als Mensch frage "wie würde ich mich da an der Stelle des Hundes fühlen". Es mag doof klingen, aber ich fühle mich als hätte ich nun die Erlaubnis das zu dürfen und damit ein wichtiges Werkzeug wieder gewonnen.


    Infos die mir bisher sehr geholfen haben auch wenn ich noch nicht so lang hier lese:


    - Ich darf und soll Hunde blocken die meiner noch sehr unsicheren Hündin zu aufdringlich sind. Nix mit "das müssen die unter sich ausmachen" oder "so lernt sie wie man mit andren Hunden auskommt" oder "wenn sie nicht in der Hundezone mit andren Hunden rumtoben kann dann wird sie verhaltensgestört und unglücklich weil das nicht artgerecht ist". Meine kleine Myri ist nun seit Anfang des Monats bei uns und hat von der Ehrlichkeit der unsicheren Ratsuchenden und auch von den Tips der erfahrenen Halter schon profitiert. Ich hab schon Gelegenheit gehabt das Blocken an einem zugegeben sehr einfachen Hund zu proben und es hat prima geklappt. Er war wirklich ein ganz harmloser und ruhiger kleiner Kerl, aber meiner Myri halt nach ein paar Sekunden schnüffeln halt zu viel. Hab ihn sanft aber bestimmt weggeschoben und "nein" gesagt und er hat mich angekuckt und ist wieder abgezischt. Meine Kleine mag halt derzeit nur in geringen Dosen Hundekontakte und auch nur dann wenn der andre sehr höflich ist und auf ihre Signale auch eingeht, und das ist auch ok so.


    - Mit Milde komme ich bei meinem Hund bedeutend weiter als mit Strenge, die ich sowieso nicht mag. Hab ich ebenfalls ausprobiert und freue mich darüber, denn dieser Weg passt auch zu mir viel besser.


    - Mein Hund braucht nicht sofort alles nachholen dürfen was ihm im Tierheimzwinger alles verwehrt geblieben ist. Auch wenn sie noch ein Junghund ist und verspielt, Ruhe und "langweilige" nicht ewig lange Spaziergänge sind weitaus heilsamer im Augenblick. Zu viel Action hatte mir nur eingebracht dass sie angefangen hat Pipi ins Vorzimmer zu machen nur weil ich mir die Schuhe angezogen hab. Ausserdem hab ich es nun so gemacht dass ich die Schuhe angezogen hab, und dann wieder ins Wohnzimmer gegangen bin um noch etwas zu lesen ehe ich dann wirklich mit ihr rausging. Damit sie sich nicht so auf das Schuh anziehn einschiesst als Signal und dadurch so aufregt.
    Ausserdem überdreht sie schnell wenn ein Spiel zu aufregend wird und wird mir dann zu grob und fixiert, lässt sich nicht mehr von Verhalten abbringen das ich nicht möchte zB am Hosenbein zerren. Auch das hoffe ich durch das Schaffen von mehr Ruhe zu lösen. Bei meinem ersten Hund war ausgelassenes Spielen immer toll und gesund für beide Beteiligten. Darum war ich nicht sofort darauf eingestellt dass es auch schaden kann, zumindest in der Eingewöhnungszeit.


    - Mein erster Hund war extrem pflegeleicht und unkompliziert, aber Myri ist ein anderer Hund mit anderen Eigenheiten, dazu noch unbekannter Herkunft mit Aufenthalt im Tierheim. All die kleinen Macken die ich einfach nicht gewöhnt bin sind verglichen mit vielen Problemen über die ich hier gelesen hab, kaum der Rede wert. Locker bleiben, auch nicht gleich das Kopfkino mit dem Streifen "oh Gott ich hab was falsch gemacht" eröffnen.


    - Die Kleine kann einem zwar vorkommen wie der reinste Wunderhund bei allem was sie nach der sehr kurzen Zeit bei uns schon zeigt, aber das heisst nicht dass sie nicht noch am Ungewöhnungsstress leidet und angespannt ist. Sie hat mir wahrlich einen riesen Vertrauensvorschuss gewährt, sich von der ersten Stunde an bei Unsicherheit und Angst (zB beim Chipsetzen durch die TA im Tierschutzhaus) an mich gedrängt, kommt bereits wenn sie gerufen wird, sucht viel Kontakt zu mir, pennt neben mir ein und zwar laaaaaaaaang gestreckt und auch schonmal auf den Rücken gerollt, holt sich Bauchkraulis usw.. Wie gesagt, ich hab sie noch nichtmal zwei Wochen. Aber bei alldem darf ich nicht vergessen dass es noch dauern wird bis sie innerlich wirklich zur Ruhe gekommen ist und ausgeglichen.



    Das und noch mehr hab ich hier schon mitnehmen können und bin sehr froh darüber, und der Wauzi sicherlich auch. Dafür bedanke ich mich schon mal recht herzlich und werde fleissig weiterlesen.


    Liebe Grüsse


    Sani

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  • Schön, das Du soviel mitnehmen konntest!
    Der eigene Kopf und Bauch war eigentlich schon immer die richtige Entscheidung!

    Gruß
    Hanne


    Erfolg ist die Fähigkeit,von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren. Winston Churchill

  • Hallo Sani77,


    hört sich gut an, was du schreibst! Wenn du so weiter machst, dann bist du bestimmt auf dem richtigen Weg. Man kann viel lesen, hören, reden - letztenendes entscheidet du, was zu dir und deinem Hund passt. Es wird immer wieder "Besserwisser" geben, aber davon darf man sich nicht beeindrucken lassen. Viel Spaß und großartige Zeiten zusammen wünsche ich dir und deinem Hund :smile:

    LG, Kathrin


    "Wer Tiere quält, ist unbeseelt und Gottes guter Geist ihm fehlt,
    mag noch so vornehm drein er schaun, man sollte niemals ihm vertraun." (Goethe)

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