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Unsere unsichere Gina!

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    Hallo zusammen,


    ich entschuldige mich jetzt schonmal für den langen Text der nun folgt. :ops:


    mein Partner und ich haben jetzt seit ca. 2 Wochen eine reinrassige Deutsche Schäferhündin (Gina) bei uns im Hause. Die süße Maus ist 4,5 Jahre alt und wir haben Sie aus dem Tierheim.


    Mein Partner und ich wollen schon lange einen Hund, vorallem weil ich früher mit einem Labrador Retriever aufgewachsen bin und mir bis dato einfach eine Fellnase im Haus fehlt!


    Da wir beide jedoch berufstätig sind hatten wir uns dazu entschlossen ersteinmal damit zu warten bis wir einem Hund zeitmäßig gerecht werden. Wir machten also beim hiesigen Tierheim ein Wochenend-Seminar mit und waren somit berechtigt ehrenamtlich mit den Fellnasen aus dem Tierheim Gassi zu gehen. Nun kam es aber so wie es ja kommen musste und wir trafen unsere Gina. Gina war noch nicht lang im Tierheim, ihre Vorbesitzer waren wohl ein älteres Ehepaar wobei das ältere Herrchen eine HüftOP hatte und danach Gina nicht mehr gerecht werden konnte. Laut Tierheimmitarbeiter war der Verlust von Frauchen und Herrchen für Gina sehr schwierig und sie litt ziemlich darunter, deshalb waren Sie sehr froh als Gina sogar FREIWILLIG mal mit jemanden Gassi gegangen ist. Das waren dann wir.


    Nach vielen Malen Gassi-gehen wurde es für uns immer schwieriger Gina wieder ins Tierheim zurück zu bringen besonders weil sie dort sofort wieder völlig gestresst war. Für Gina waren die 2-3 Stunden Gassi gehen fast wie Urlaub, man sah an ihrer Haltung, Rute und Fell wie Sie von Weilchen zu Weilchen immer entspannter wurde.... bis es dann zum Rückweg ging.


    Zufällig erwähnte dann der Chef meines Partners dann an einem Wochenende, dass er wenn wir einen Hund haben würden den auch gern mit ins Büro bringen kann. Es gab schon früher mal einen "Bürohund" und solange noch irgendwie gearbeitet werden könnte wäre das kein Problem.
    Mein Freund arbeitet in einer IT-Firma. Also kein Kundenverkehr. "NUR" die Mitarbeiter vor Ort die durchs Büro schlurfen.


    Wir nun also voller Hoffnung Gina bei uns aufgenommen, da man es ja mal versuchen könnte.


    1 1/2 Wochen war ich mit ihr Zu-Hause weil ich mit einer fiesen Grippe flach lag.


    Wir haben Sie dann erstmal zur Ruhe kommen lassen bei uns. Sie war aber von Anfang an gleich sehr auf uns bezogen und hat sich für mein Empfinden sehr schnell wohl gefühlt. Herrchen ist für das Fahrradfahren zuständig und Frauchen macht tolle Suchspielchen mit ihr (was sie suuuper findet) und ein bischen üben muss auch sein. Draussen Bleib- und Komm-Training klappt aufjedenfall super!
    Bei diesen aktivitäten haben wir es dann auch erstmal alltäglich belassen damit wir sie nicht überfordern. Bei den Vorbesitzern war Sie wohl als "Wohnungshund" gehalten worden. Kondition ist aufjedenfall bei 0 ^^ Ausserdem soll Sie sich ja auch ersteinmal an uns gewöhnen. Das man damit einen DSH nicht auslastet ist ja völlig klar.


    Der Knackpunt ist nur der, Sie verbellt die Leute. Nicht alle... wenn ich mit ihr durch die Fußgängerzone marschiere... kein Mucks. Gehe ich mit ihr aber durch den Wald spazieren und einer alleine kommt an uns vorbei kann es schonmal sein das Sie voll aufdreht.
    Ebenso bei anderen Hunden, da lässt Sie sich je nach Hund der ihr da so begegnet auch nicht ablenken oder absetzen.


    Leider ist im Büro das Theater natürlich vorprogrammiert. Wir haben Sie ersteinmal an 2-3 Tagen nur für kurze Zeit ins Büro mitgenommen. Die Kollegen durften beschnuppert werden, mit Leckerlies wurde auch bestochen.


    Heute war ihr erster "Arbeitstag" und so wie es jetzt ist kann es aufjedenfall nicht bleiben. Solange alle sitzen liegt sie genüßlich und tiefenentspannt auf ihrem Kissen und schnarcht was die Bäume so hergeben. Sobald aber Bewegung ist und evtl sogar jemand in ihrer Nähe vorbeigehen muss springt Sie auf und verbellt was das Zeug hält. Sie lässt sich dann auch nicht absetzen, mit irgendwas ablenken oder sonstiges.
    Wenn die Mitarbeiter dann wieder sitzen wird auch schonmal hinmarschiert und geschnuppert und gestreichelt werden darf man dann auch gerne.


    Mir ist klar, dass wir natürlich kein Wunder von unserer Maus erwarten dürfen. 2 Wochen sind NIX an Eingewöhnungszeit und Sie muss ich noch an uns UND auch ans Büro gewöhnen. Ich hoffe ja das es besser wird wenn Sie merkt das WIR die Rudelführer sind und wir sie beschützen, dass Sie das nicht mehr für sich alleine machen muss.


    Heute habe ich dennoch aber Kontakt zu einer hiesigen Hundetrainerin aufgenommen und hoffe das wir dort gezeigt bekommen wie wir es unserer Gina begreiflicher machen können bzw wie wir uns zu verhalten haben damit Gina nicht so gestresst sein muss.


    Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen Gina wieder ins Tierheim zurückbringen zu müssen :fear:


    Eventuell hat ja auch jemand von euch schon Tipps, generell ging es mir aber nur darum mir mal meine Sorge um unser Trüffelschwein :D runterzuschreiben. :ops:

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  • Hallo,


    ich denke, Gina braucht mehr Zeit, sich an die neuen Dinge zu gewöhnen.
    Sie hat einen Tierheimaufenthalt, einen Besitzerwechsel und einen Wohnortwechsel zu verarbeiten.
    Sie soll mit ins Büro, was generell eine tolle Sache ist, aber meiner Meinung nach zu früh.
    Gebt Ihr mehr Zeit und berichte mal, was die Trainerin Euch rät

  • Ich wäre auch sehr an Tipps interessiert, von eurer Hundetrainerin oder hier aus dem Forum.


    Meine Hündin Ruby ist auch sehr unsicher und neigt dazu, Leute zu verbellen. Wie bei Gina sind viele Menschen wie z.B. in der Innenstadt kein Problem, es sind Einzelpersonen, die ihr Angst machen. Die Situation im Büro kommt mir mehr als bekannt vor, Ruby verhält sich oft ähnlich. Sitzen ist okay, Bewegung ist bedrohlich usw.


    Es hat sich sehr verbessert seit wir sie haben (ca. 8 Monate). Sie musste/muss eben erst lernen, dass wir die Verantwortung tragen und auf sie aufpassen und das braucht Zeit. Großen Erfolg hat uns aber auch das "Schönfüttern" gebracht, das habe ich u.a. bei Joggern ganz gezielt gemacht. Ich habe beliebte Laufstrecken ausgesucht, die aber übersichtlich sind und viel Platz zum Ausweichen bieten und mich dort zu den "Stoßzeiten" platziert. Mit Leberwurst oder anderen super tollen Leckerchen hat das sehr schnell Erfolge gebracht.


    Aber: Die grundsätzliche Unsicherheit bleibt und ich habe mittlerweile den Eindruck, dass (zumindest bei uns) das Trainieren von spezifischen Situationen eben nur bei diesen spezifischen Situationen hilft. Es gibt ihr zwar auch insgesamt etwas Sicherheit, weil sie seltener Angst haben "muss", aber ich wünsche mir für sie und mich, dass sie Menschen prinzipiell erst einmal toll findet und nicht bedrohlich.
    Ich habe mir jetzt das Buch "Trau nie einem Fremden! Angstbedingtes Verhalten bei Hunden verstehen und beheben" von Patricia B. McConnell gekauft (Autorin von "Das andere Ende der Leine"). Ich hoffe, dass ich damit einen Trainingsplan erstellen kann, der das Problem bei der Wurzel packt.
    Mein anderer Plan ist ein selbstsicherer Zweithund, aber das nur am Rande... :pfeif: :D

    Jana mit Ruby (*12/2012)

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