Umgang mit und Eingewöhnung des Pflegehundes

  • Grüße,
    ich nehme Mitte August einen Pflegehund (2 Jahre, ca 35 cm SH, 10kg) auf und hätte mache mir so meine Gedanken um eine relativ reibungslose Eingewöhnung. Ich habe 2 eigene Hunde (8 Jahre 55cm SH, 23kg; 3 Jahre 30cm SH, 11,5 kg), der zweite kam nur 1,5 Monate nach dem ersten; kein Drama keine Streitereien, nur ein dezentes Knurren wenn der Neue zu nah kam.

    1. Vorstellung
    Meint ihr ich soll (natürlich draußen) die Hunde nacheinander vorstellen? Meine beiden pöbeln am Anfang sehr, beruhigen sich dann aber nach ein paar Minuten. Ich dachte an mich + Pflegehund und je eine Bekannte + Althund. Ein großer Spaziergang (den neuen nicht überfordernd) und dann ab nach Hause.

    2. Ruheplatz
    Das neue Körbchen erst bei Ankunft rausholen und an einen "unbesetzten" Platz stellen?

    3. Konflikte
    Wann eingreifen? Ich glaube nicht, dass meine Große von sich aus etwas macht aber der
    Kleine tendiert zu Eifersüchteleien...

    4. Gute und schlechte Angewohnheiten übernehmen.
    Meine Hündin kam aus dem Tierheim und der Rüde aus einer Pflegestelle aber beide hatten nur 1-2 Mal in die Wohnung gepinkelt und das stressbedingt. Mir wurde gesagt, dass sich der Neuling wohl an den beiden orientieren wird aber ich natürlich mit einer Eingewöhnungsphase zu rechnen habe. Wie seht ihr das?

    5. Alleine bleiben
    Können meine beiden prima und ich habe vor es von Anfang an zu trainieren (keine Angst, darf die leere Wohnung meiner urlaubenden Nachbarn als Spionagezentrum nutzen, um bei Problemen einzugreifen). Wollte am zweiten Tag mit kurzer Abwesenheit beginnen.

    6. und trickyster Punkt: Leinenpöbeln
    Ich werde am Anfang nicht mit allen drei rausgehen; aber ich bin am Überlegen ob ich mit dem PH alleine oder in Kombination mit dem Kleinen rausgehen soll. Ich möchte ihn für die zukünftige Familie nicht verziehen, aber es kann ja sein, dass er sowieso kläfft (meine beiden haben auch nix gegen Hunde, die sie gut kennen aber sie führen sich an der Leine sehr theatralisch auf). Ich dachte mir, ich probiere es aus und wenn er auch bellt, dann geh ich mit zweien. Ich bin ja eh am trainieren aber es geht exteeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeem langsam voran... :muede:

    Sonst noch etwas, dass zu beachten wäre?

    Danke im Voraus

  • Ich kann Dir nicht raten, was Du tun sollst, lediglich von meinen Erfahrungen erzählen, die sich auf das eigene Rudel mit dauerhaften Neuankömmlingen sowie Gästen und auf Trainingshunde(rudel) erstrecken. Denke Dir daher immer ein "an Deiner Stelle würde ich...", sollte ich es mal vergessen. ;)

    Ich selbst mache schon einen Bogen um neue eigene Rudelmitglieder, wenn das vorhandene Rudel noch offensichtliche Alltagsbaustellen hat (an denen Du arbeitest, super). Noch viel weniger würde ich in diese Situation einen Pflegehund setzen, die Verantwortung, die ich als Pflegestelle übernehme, sehe ich noch um einiges höher.
    Nur aus Interesse, wenn Du antworten magst: warum soll es ausgerechnet jetzt ein Pflegehund sein? (Wenn Du das nicht schreiben willst, auch gut.)

    Zitat

    1. Vorstellung
    Meint ihr ich soll (natürlich draußen) die Hunde nacheinander vorstellen? Meine beiden pöbeln am Anfang sehr, beruhigen sich dann aber nach ein paar Minuten. Ich dachte an mich + Pflegehund und je eine Bekannte + Althund. Ein großer Spaziergang (den neuen nicht überfordernd) und dann ab nach Hause.

    Nur Du kannst wissen, wie sich Deine beiden einzeln und zusammen verhalten. Ich würde die ruhigste Konstellation wählen (Neuer + einer, Neuer + beide einzeln, Neuer + beide zusammen) und gemeinsam an der Leine zügig in eine Richtung spazieren gehen. Kein frontales Aufeinandertreffen. Solange zügig gehen, bis kein Krawall mehr (weder akustisch noch körpersprachlich) vorhanden ist, dann weitergehen mit gegenseitigem Schnüffeln, wenn erwünscht.

    Zitat

    2. Ruheplatz
    Das neue Körbchen erst bei Ankunft rausholen und an einen "unbesetzten" Platz stellen?

    Das lässt vermuten, dass auch Liegeplätze eine Ressource für Deine beiden sind? Die Regeln für Liegeplätze bei mir: jeder darf sich aussuchen, was gerade frei ist, keiner darf jemand anderes verscheuchen. Versucht jemand letzteres, regele ich, nicht der liegende Hund, kommt hier allerdings nicht vor.

    Zitat

    3. Konflikte
    Wann eingreifen? Ich glaube nicht, dass meine Große von sich aus etwas macht aber der
    Kleine tendiert zu Eifersüchteleien...

    Bedeutet das, dass Deine Große ggf. mit einsteigt? Vom Kleinen liest es sich ziemlich verharmlosend, nur so als Rückmeldung. Vielleicht nimmst Du es ja auch ernster und arbeitest bereits entsprechend daran. ;)
    Wann eingreifen und wie: es kommt halt drauf an. Nicht immer muss man unbedingt eingreifen, und es ist immer situationsabhängig, wie und wem gegenüber man eingreift. Ich will in meinem Rudel genau null Streitereien, darum greife ich bei Bedarf (maximal in den ersten Tagen eines Neuzugangs) sofort bei der ersten hochgezogenen Augenbraue ein, schau, wer ein Problem hatte und warum, und erarbeite mit demjenigen einen anderen Lösungsweg. Basis dafür ist aber auch, dass die Hunde so ausgesucht sind, dass sie prinzipiell wirklich zusammenpassen.

    Zitat

    4. Gute und schlechte Angewohnheiten übernehmen.
    Meine Hündin kam aus dem Tierheim und der Rüde aus einer Pflegestelle aber beide hatten nur 1-2 Mal in die Wohnung gepinkelt und das stressbedingt. Mir wurde gesagt, dass sich der Neuling wohl an den beiden orientieren wird aber ich natürlich mit einer Eingewöhnungsphase zu rechnen habe. Wie seht ihr das?

    Du redest unter dem Punkt gute/schlechte Angewohnheiten ausschließlich von Stubenreinheit - Absicht? Stubenreinheit ist pillepalle, das lernt der Neue, indem er häufig genug rauskommt und dort gelobt wird, nicht durch Abschauen. Sorgen würden mir die Ressourcenproblematik und die Leinenpöbelei machen. Wie schauts aus mit Jagdverhalten Deiner beiden?

    Zitat

    5. Alleine bleiben
    Können meine beiden prima und ich habe vor es von Anfang an zu trainieren (keine Angst, darf die leere Wohnung meiner urlaubenden Nachbarn als Spionagezentrum nutzen, um bei Problemen einzugreifen). Wollte am zweiten Tag mit kurzer Abwesenheit beginnen.

    Auch dafür gibts bei mir keine allgemeingültige Regel. Wenns für den Hund ok ist, spricht nichts gegen den zweiten Tag. Auch die Frage, wie lange eine "kurze Abwesenheit" ist, beantwortet Dir der Hund am besten. Der eine bleibt von vorneherein auch lange alleine, der andere hat ein Problem, wenn Du innerhalb der Wohnung eine Sekunde lang eine Tür hinter Dir schließt. Logisch, dass Du, wenn Du die drei Hunde zusammenlässt, sicher sein solltest, dass keiner ein Thema mit Liegeplatz, evtl. umherliegendem (und übersehenem) Spielzeug oder dergleichen haben sollte. Wenn ein starker Futterverteidiger dabei ist, sollte sich keiner der Hunde während Deiner Abwesenheit übergeben müssen, gab mal bei Kundenhunden eine Klopperei deswegen.

    Zitat

    6. und trickyster Punkt: Leinenpöbeln
    Ich werde am Anfang nicht mit allen drei rausgehen; aber ich bin am Überlegen ob ich mit dem PH alleine oder in Kombination mit dem Kleinen rausgehen soll. Ich möchte ihn für die zukünftige Familie nicht verziehen, aber es kann ja sein, dass er sowieso kläfft (meine beiden haben auch nix gegen Hunde, die sie gut kennen aber sie führen sich an der Leine sehr theatralisch auf). Ich dachte mir, ich probiere es aus und wenn er auch bellt, dann geh ich mit zweien

    Verstehe ich nicht - wenn der Neue auch bellt, ist es eh egal? Falls ich das so richtig verstanden habe: bedenke bitte (gründlich!!!), dass Du Verantwortung übernimmst mit einem Pflegehund! Das heißt, dass Du ihn nach bestem Wissen und Kräften förderst in allem, wo er noch dazulernen kann! Pflegestellen sind halt nicht "nur" eine Durchgangsstation zwischen Tierheim und Endstelle, sondern fangen hoffentlich den Hund auf in einem Moment, der für ihn der vermutlich heikelste seines Lebens ist. Der Hund braucht genau in dem Moment Menschen, die um seine Bedürfnisse wissen, die dafür sorgen können, dass er seine neue Umgebung in Ruhe erfahren kann, dass er möglichst ausschließlich gute Erfahrungen bei allen Erstkontakten macht, Erstkontakt zu anderen Hunden, anderen Menschen, zu Autos, Tierärzten, Lärm, Leinen, Pflegeutensilien, usw., unendlich viel mehr.
    Wenn der Neue an der Leine pöbelt, gehst Du selbstverständlich mit ihm alleine und arbeitest daran, dass er diesen Stress so schnell wie möglich ablegen kann.

  • Beim Lesen Deines Threads dachte ich mir auch "Warum setzt sie da noch einen Pflegehund rein?"

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    1. Vorstellung
    Meint ihr ich soll (natürlich draußen) die Hunde nacheinander vorstellen? Meine beiden pöbeln am Anfang sehr, beruhigen sich dann aber nach ein paar Minuten. Ich dachte an mich + Pflegehund und je eine Bekannte + Althund. Ein großer Spaziergang (den neuen nicht überfordernd) und dann ab nach Hause.

    Was, wenn der Neuzugang draußen gar nicht läuft? Gerade, wenn Deine Zwei ihn gleich am Anfang mal anpöbeln und er davon so erschrickt, dass er sich gar nichts mehr traut?

    Wir haben die ersten Neuzugänge auf Hundeschulgelände mit den eigenen Hunden zusammengeführt (im Beisein der Trainerin), nach einiger Zeit kamen die Neuzugänge durch den Hintereingang in unseren Garten und nach dem Erkunden des Gartens kam ein Hund nach dem anderen von uns dazu. Laufen waren wir mit Neuzugängen nie, die wenigsten wären bei Ankunft überhaupt an Halsband und Sicherheitsgeschirr gesichert gelaufen.

    Zitat

    2. Ruheplatz
    Das neue Körbchen erst bei Ankunft rausholen und an einen "unbesetzten" Platz stellen?

    Wir haben zig Plätze für die Hunde im Haus, kein Platz ist für einen bestimmten Hund gedacht. Daher kam bei uns auch nie ein neuer Platz dazu, sondern jeder kann auf jedem Platz liegen. Ist der besetzt, muss er sich eben einen anderen Platz suchen.

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    3. Konflikte
    Wann eingreifen? Ich glaube nicht, dass meine Große von sich aus etwas macht aber der
    Kleine tendiert zu Eifersüchteleien...

    Ich würde Zoff sofort unterbinden. Deshalb werden die Hunde anfangs auch getrennt gefüttert und erst, wenn ich weiß, dass es dabei keine Probleme gibt, dürfen sie gegenseitig die Näpfe ausschlecken.
    Was sie dürfen: Auf ihre Individualdistanz beharren. Wenn einer wo liegt und der andere versucht quasi drüber zu steigen, dann ist ein Knurren (auch mal ein Herumfahren) erlaubt. Aber normalerweise achte ich auch hier darauf, den Bedrängenden im Vorfeld schon in seine Schranken zu weisen. Nett und freundlich, aber bestimmt. Gleiches gilt, wenn Snacks gekaut werden. Kommt der andere Hunde zu nahe, ist Knurren erlaubt. Damit der knurrende Hund aber merkt, das er nichts regeln muss, nehme ich den anderen Hund rechtzeitig aus der Schusslinie :-)

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    4. Gute und schlechte Angewohnheiten übernehmen.
    Meine Hündin kam aus dem Tierheim und der Rüde aus einer Pflegestelle aber beide hatten nur 1-2 Mal in die Wohnung gepinkelt und das stressbedingt. Mir wurde gesagt, dass sich der Neuling wohl an den beiden orientieren wird aber ich natürlich mit einer Eingewöhnungsphase zu rechnen habe. Wie seht ihr das?

    Stubenrein sind die neuen Hunde bei uns schon wegen des jederzeit freien Zugangs zum Garten schnell. Aber dank geregeltem Tagesablauf wissen sie auch, wann es raus zum Spaziergang geht und so hatten wir bis auf einen Hund (ehemaliger Straßenhund) nie Probleme mit der Stubenreinheit. Aber sie gucken sich wirklich gute und schlechte Angewohnheiten ab: Bellt ein Hund am Zaun, bellt auch der Neuzugang. Buddelt einer die Pflanzen aus, macht das oft auch der Neue. Kennt der Neuzugang keine Treppen, lernt er vom Zugucken, dass er die hoch und runter laufen kann.

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    5. Alleine bleiben
    Können meine beiden prima und ich habe vor es von Anfang an zu trainieren (keine Angst, darf die leere Wohnung meiner urlaubenden Nachbarn als Spionagezentrum nutzen, um bei Problemen einzugreifen). Wollte am zweiten Tag mit kurzer Abwesenheit beginnen.

    Damit hatten wir bei keinem Hund Probleme, zum Glück. Wir haben das auch nie kleinschrittig trainiert, sondern die Neuzugänge blieben teils am zweiten Tag, teils auch erst nach einer Woche mit den anderen Hunden 2,5 bis 3 Stunden allein.

    Zitat

    6. und trickyster Punkt: Leinenpöbeln
    Ich werde am Anfang nicht mit allen drei rausgehen; aber ich bin am Überlegen ob ich mit dem PH alleine oder in Kombination mit dem Kleinen rausgehen soll. Ich möchte ihn für die zukünftige Familie nicht verziehen, aber es kann ja sein, dass er sowieso kläfft (meine beiden haben auch nix gegen Hunde, die sie gut kennen aber sie führen sich an der Leine sehr theatralisch auf). Ich dachte mir, ich probiere es aus und wenn er auch bellt, dann geh ich mit zweien. Ich bin ja eh am trainieren aber es geht exteeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeem langsam voran... :muede:

    Hätte ich einen Leinenpöbler, würde kein Pflegehund bei mir einziehen. Dauerhaft getrennt spazieren gehen oder aber zwei Leinenpöbler an der Leine zu haben, wäre nichts, was ich haben wollte.

    Für mich ist 1000%ige Sicherung das A und O in den ersten Wochen.
    Der Hund muss vom Moment des Einzugs an versichert sein und auch bei Tasso registriert.
    Das ist mir persönlich sehr wichtig.

    Und ich habe gerne einen souveränen Hund dabei, wenn ich mit dem Pflegehund laufe, damit er eben nicht lernt, zu pöbeln und auch keine Angst in bestimmten Situationen hat bzw. diese Angst schneller ablegt.

  • Hallo und danke für eure Antworten.
    Warum ein Pflegehund? Der kleine war aus der Tötung und dann bei einer Pflegestelle aufgepäppelt worden; ich möchte gerne zurückgeben.

    Vielleicht hätte ich zur Klarstellung einen Disclaimer voranstellen sollen:
    ich habe zwei an sich pflegeleichte Hunde, an denen man in der Wohnung nichts aussetzen kann. Es gibt keine Resourcenverteidigung, manchmal wird halt angezeigt, wer gerade am Knochen kaut und nicht gestört werden möchte. Der Kleine legt sich gern in alle Liegeplätze und die Große geht dann woanders hin. Mit Eifersuchteleien meine ich, dass ich genau beobachtet werde, wenn ich Große streichel und er dann oft auch ankommt, um sich etwas abzuholen. Das einzige, das stört ist das Meckern an der Leine. Bei ihm wohl Überdrehtheit und bei ihr Unsicherheit.
    Ich möchte einen bestmöglichen Start hinlegen, daher die Ausführliche Aufzählung der Punkte. Allerdings habe ich mich nicht groß mit Gliederung befasst und daher nein, Stubenreinheit ist ein Punkt aber nicht der einzige

    Das Meckern an der Leine ist natürlich nervig und er soll es nicht übernehmen aber ich denke, dass das kein Grund ist, den Pflegehund nicht aufzunehmen. Lat Organisation wird er hier eine viel Größere Chance auf Vermittlung haben (er hatte einen Hüftschaden, der operiert wurde, aber das hält wohl viele davon ab, ihn zu adoptieren. Ist er erstmal in Deutschland, hat man die Möglichkeit mit eigenen Augen zu sehen, dass der Bewegungsablauf normal ist).

    Natürlich bin ich nicht die perfekte Pflegestelle aber wer ist das schon? Der Hund kommt aus einem Tierheim, das nicht mal die tägliche Versorgung mit Futter zu 100% garantieren kann und äußerst karg ausgestattet ist.
    Und ja: DAS IST FÜR MICH AUSSCHLAGGEBEND, da könnt ihr gerne anderer Meinung sein ;) (bitte nicht schlagen)

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    1. Vorstellung
    Meint ihr ich soll (natürlich draußen) die Hunde nacheinander vorstellen? Meine beiden pöbeln am Anfang sehr, beruhigen sich dann aber nach ein paar Minuten. Ich dachte an mich + Pflegehund und je eine Bekannte + Althund. Ein großer Spaziergang (den neuen nicht überfordernd) und dann ab nach Hause.

    Ich würde den neuen Hund einem Bekannten in die Hand drücken und selbst meine Hunde führen, so ist es wenigstens für sie eine halbwegs normale Situation. Wenn Deine an der Leine pöbeln, würde ich zu einer neutralen, umzäunten Wiese o. ä. raten. Deine Hunde dann eben ohne Leine hinterm Zaun und der Neue an der Schleppleine vorm Zaun. Sobald die Hunde ruhig sind, geht spazieren. Hab dabei ein Auge auf den Pflegi, wenn er durch den Ortswechsel schon gestresst ist, würde ich nicht zu lange laufen.

    Zitat


    2. Ruheplatz
    Das neue Körbchen erst bei Ankunft rausholen und an einen "unbesetzten" Platz stellen?

    Körbchen kannst Du jetzt schon aufstellen und für Deine Fellnasen zur Tabuzone erklären. Der Pflegi braucht evtl. 'nen ruhigen Rückzugsort. Wenn Du Dir wegen evtl. Eifersüchteleien nicht sicher bist, ist es ganz gut, wenn Du zunächst die Plätze zuweist.

    Zitat


    3. Konflikte
    Wann eingreifen? Ich glaube nicht, dass meine Große von sich aus etwas macht aber der
    Kleine tendiert zu Eifersüchteleien...

    Wenn es Dich etwas angeht, ein Hund sich daneben benimmt oder tatsächliche Gefahr droht.
    Du bist eine wichtige Ressource, deshalb solltest Du aufpassen, dass um Dich keine Konkurrenz entsteht. Am besten verteilst Du Deine "Liebe" fair, wenn die Hunde entspannt auf ihren Plätzen liegen. Rivalengewusel um Deine Person solltest Du vermeiden und nicht beantworten. Je nach dem, wie's läuft, kannst Du diese Regeln langsam aufweichen.

    Zitat


    4. Gute und schlechte Angewohnheiten übernehmen.
    Meine Hündin kam aus dem Tierheim und der Rüde aus einer Pflegestelle aber beide hatten nur 1-2 Mal in die Wohnung gepinkelt und das stressbedingt. Mir wurde gesagt, dass sich der Neuling wohl an den beiden orientieren wird aber ich natürlich mit einer Eingewöhnungsphase zu rechnen habe. Wie seht ihr das?

    Ich mach's beim Erwachsenen wie beim Welpen, nur mit längeren Abständen. Klappte bisher immer.

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    5. Alleine bleiben
    Können meine beiden prima und ich habe vor es von Anfang an zu trainieren (keine Angst, darf die leere Wohnung meiner urlaubenden Nachbarn als Spionagezentrum nutzen, um bei Problemen einzugreifen). Wollte am zweiten Tag mit kurzer Abwesenheit beginnen.

    Auch hier würde ich's wie beim Welpen angehen, wenn dem Pflegi das Alleinsein in der Gruppe nichts aus macht, wirst Du das merken und kannst die Trainingsschritte vergrößern.

    Zitat


    6. und trickyster Punkt: Leinenpöbeln
    Ich werde am Anfang nicht mit allen drei rausgehen; aber ich bin am Überlegen ob ich mit dem PH alleine oder in Kombination mit dem Kleinen rausgehen soll. Ich möchte ihn für die zukünftige Familie nicht verziehen, aber es kann ja sein, dass er sowieso kläfft (meine beiden haben auch nix gegen Hunde, die sie gut kennen aber sie führen sich an der Leine sehr theatralisch auf). Ich dachte mir, ich probiere es aus und wenn er auch bellt, dann geh ich mit zweien. Ich bin ja eh am trainieren aber es geht exteeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeem langsam voran... :muede:

    Auch hier... Wie beim Welpi, lass Deinen Hund erstmal ankommen, Haus, Garten und dann das nähere Umfeld erkunden. Mach' es von seinen Reaktionen abhängig und davon wie gut die Hunde sich verstehen, wie schnell ihr die neue Heimat erkundet und wer euch dabei begleitet. Ein zweiter Hund kann zu mehr Sicherheit oder zusätzlichem Stress führen.
    Zu Pöbeleien solltest Du es erstmal gar nicht mehr kommen lassen. Wenn Du keine ausreichende Ausweichfläche hast, um die Hunde ruhig vorbei zu führen, belohne sie lieber im noch ruhigen Zustand und drehe dann um. Lieber abbrechen, als falsches Verhalten festigen oder aufbauen.

    Zitat


    Sonst noch etwas, dass zu beachten wäre?
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    Vielleicht solltest Du die ersten 2, 3 Tage Schonkost (Huhn, Reis, Möhren) füttern, bevor Du ihn an sein neues Futter gewöhnst. Der Umzugsstress schlägt schnell auf'n Magen.
    Halte Küchenrolle und Reiniger in einer Sprühflasche bereit. :D
    Füttere ggf. zur Sicherheit erstmal getrennt.
    Spielzeuge und Knabbersachen erstmal nicht frei zugänglich rumliegen lassen.
    Wenn Kauzeug verteilt wird, sollte 'ne Aufsicht da sein.

    Und: Bloß keinen Stress! :smile:

  • Ach, kleiner Tipp für Ruhe in der Bude noch:
    Der Hund, der am ruhigsten, bravsten ist, kommt immer zu erst. Egal, ob es um Zuwendung, Futter, Leckereien oder sonstwas geht.

  • Danke für den Hinweis. Hier liegt überall Spielzeug rum, weil es deswegen im Moment nie Stress gibt (Große spielt nicht). Ich hatte mir überlegt, den neuen selbst zu nehmen aber vielleicht ist es doch besser meine beiden Pappenheimer zu führen. Die Ankunft der Großen war ein GAU aber als der Kleine kam, gab es gar keinen Stress. Mal sehe wie es diesmal kommt. Hier gibt es gefühlte 1,2 Hunde pro Quadratmeter, daher ist großflächiges Ausweichen leider nicht drin, aber wir arbeiten an uns...

  • Zitat

    Danke für den Hinweis. Hier liegt überall Spielzeug rum, weil es deswegen im Moment nie Stress gibt (Große spielt nicht). Ich hatte mir überlegt, den neuen selbst zu nehmen aber vielleicht ist es doch besser meine beiden Pappenheimer zu führen. Die Ankunft der Großen war ein GAU aber als der Kleine kam, gab es gar keinen Stress. Mal sehe wie es diesmal kommt. Hier gibt es gefühlte 1,2 Hunde pro Quadratmeter, daher ist großflächiges Ausweichen leider nicht drin, aber wir arbeiten an uns...

    Nimm besser Deine. Für den Pflegi ist der ganze Tag wahrscheinlich ohnehin schon (aus seiner Sicht) äusserst merkwürdig verlaufen. Sollte es dazu dazu kommen, dass einer der Althunde sich ihm gegenüber wirklich daneben benimmt, solltest Du als deren Bezugsperson das regeln - kein Bekannter.
    Du solltest Dich mit Deinen Hunden beschäftigen und der Neue eher beiläufig dazu kommen. Arenaatmosphäre sollte vermieden werden.
    Vllt. überlegst Du vorher genau, wo Du die Hunde zusammenführen willst. Der Ort sollte nicht nur neutral, sondern auch ruhig sein. Wenn alle zwei Minuten fremde Menschen und Hunde vorbeilaufen, ist das der Entspannung meist nicht förderlich.

    Nur interessehalber: Wie arbeitest Du an der Pöbelei?

  • hey, hatte nicht gesehen, dass noch ein Beitrag kam. Der Doraimon (komischer Name) wird per Landtransport gebracht. Dann können die ganzen Hundis sich in einem eingezäunten Garten die Beine vertreten, trinken und toben. Und dann geht's heim (noch mal 3h Autofahrt :hangman: ) Ich habe mir überlegt, die Begegnung im Schrebergarten meiner Mutter durchzuführen aber ich weiß nicht, wie ich eigene Hunde dahin bekomme (Mutter und Schwester haben Angst vor Hundehaaren im Auto :muede: ) Ein Bild, falls der Link funktioniert

    https://scontent-a-fra.xx.fbcdn.net/hphotos-xpa1/t…649151646_n.jpg

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