Ein Australian Shepherd...
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Nicht ich, aber meine Nachbarn haben ein kleines graues plüschiges, etwa 6-7 Monate altes Hundetier aus dem Tierheim. Die Mutter war ein Australian, Vater unbekannt.
Die Welpen wurden um Neujahr vermittelt, mit knapp 6 Wochen. Ich habe das Tier ein paar Wochen später kennen gelernt.
Und zwar erstmal als Kläffer. Klingel -kläff, Besuch -kläff, Cati und ich bewegen uns -kläff. Dabei kann sie sich richtig gut rein steigern.
Dann habe ich die Besitzerin (Anfang Februar?) beim Gassi gehen getroffen, da wurde mir erzählt, das der Hund Fahrräder, Jogger, Spaziergänger jagt, Besuch anhaltend verbellt, genauso Hunde.
Ach, und ihr Geschäft erledigt sie nur in der Wohnung.Irgendwann kam dann der Tag wo beide die selbe Schicht arbeiten mußten und Hund hat die Wohnung zerlegt, vollgek***t, durchgehend gekläfft. Bis ich gesagt habe, das mir das zu viel ist (Ich mache Homeoffice) und den Hund gerne tagsüber zu mir nehme.
So habe ich sie inzwischen etwas besser kennen gelernt: Sie ist sehr unsicher, orientiert sich sehr gut an dem was man ihr sagt, war die erste Zeit massiv aufgedreht und hat Cati so weit genervt, das es da irgendwann deutlich Kontra gab. Jetzt ist sie höflich zu Cati und wenn sie bei mir ist wird in der Wohnung geschlafen.
Treffen wir draußen auf Menschen versuche ich sie auf dem Abstand zu haben, den Hund erträgt und versuche ihr möglichst viel Ruhe und "Alles supi" zu vermitteln (ruhig sein, sie nicht mit der Situation allein lassen, Futter rascheln und geben,...). Meistens hab ich sie so weit, das sie nur noch bufft, an kläffenden Zaunhunden kriege ich sie auch inzwischen kommentarlos vorbei.
Die Besitzer sagen, das sie deutlich ruhiger geworden ist seit ich sie mitnehme (leider unregelmäßig...)
Sie reagiert auf JEDEN Umweltreiz, und reagiert halt gestresst. Wenn sich der Reiz bewegt wird er gejagt, setzt sich der Reiz in Form eines Menschen zu einem wird gekläfft.
So, ganz besonders großartig scheint das Thema Besuch zu sein. Und da haben sich die Besitzer jetzt einen Trainer geholt. Der hat "Caesar Milan Like" den Hund jedes mal wenn sie kläffen wollte ange-"Schhhht!". Und Fräulein neurotischer 7 Monats Jungspund war natürlich beeindruckt und hat die Klappe gehalten.
Jetzt mein Ding:
Klar, schneller Erfolg war für die Besitzer beeindruckend, ich habe gerade angemerkt, das mir das nicht wie die passende Erziehungsmethode für einen unsicheren Australian Jungspund vorkommt. Der irgendwann mal nicht mehr ausweicht sondern jetzt schon deutliche Zeichen vom nach vorne gehen zeigt.
Die Besitzer "erziehen" viel mit strengem "NO", kommt mir aber auch nicht so gelungen vor...
So, was erkläre ich ihnen jetzt, Rasse-spezifisch?
Ruhe lernen: Wie? Ich biete dem Hund die Gelegenheit zu toben, fordere danach zu Hause Ruhe?
Besuch nicht angehen: Wie? Ich würde sogar dazu tendieren, sie nahe am Körper zu haben, damit sie sich bei mir Sicherheit holen kann?
Jogger, Fahrradfahrer, Spaziergänger: Wie? Ich sehe die Objekte vor ihr und versuche dann (positiv) präsenter in ihrem Hirn zu sein, als das Jagdobjekt?
Überhaupt Umweltsicherheit: Immer und immer wieder neues -in nicht-überanstrengenden Dosierungen- zeigen, in Ruhe erkunden lassen?
Ich hab zum Thema Hund bei denen ein Stein im Brett (weil die Kleine bei mir innerhalb von zwei Tagen das Thema Stubenreinheit im prinzip begriffen hat :) ), kann also was erzählen. Aber ich würde das gern möglichst elementar halten...
Meine Angst ist, das der Hund aus dem Ruder läuft und/oder total neurotisch wird...
Tipps für mich, oder die ich den Nachbarn weiter geben kann werden erbeten

Ach so: Gutes Buch empfehlen scheitert daran, das ich in Italien bin und die Italienische Hunde Literatur gar nicht kenne.
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Hi,
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Zunächst einmal finde ich es super, dass du dich um den Hund kümmerst.
Leider hast du da eine Vielzahl von Problemen, die man nicht mal eben so weg bekommt.
Aber wie du schon richtig erkannt hast, ist RUHE ein ganz wichtiges Thema. So muss man in erster Linie den richtigen Weg zwischen Auslastung und Überbeschäftigung finden. In Sachen Auslastung würde ich entweder zu Nasenarbeit oder Longiertraining tendieren. Nasenarbeit einfach aus dem Grunde, weil dies den Hund einfach sehr anstrengt, ohne ihn körperlich hoch zu pushen. Gerade bei Aussies ist es wichtig, dass man mit ihnen ruhig arbeitet und sie konzentriert bei der Sache sein müssen. Zum Longieren würde ich dann tendieren, weil der Hund sich hier ausreichend bewegen kann, hier aber auf die Körpersignale des Hundeführers achten muss. Dies stärkt dann wieder die Kommunikation zwischen Halter und Hund.
In Sachen Unsicherheit und Kläffen bei den Gassirunden würde ich ihr das "Back" beibringen. Heißt, dass der Hund lernt hinter dem Halter zu laufen und im Moment der Aufregung/Begegnung hinter dem Halter stehen bleibt. So lernt Hundi, dass der Halter alles im Griff hat und vorweg geht.
Zum Besuch: enger Körperkontakt könnte hier falsch sein. Denn bei einem angstmotivierten Hund kannst du diese durch zuviel Zuwendung schnell verstärken. Ist es eine Agression, die keine Angst als Ursprung hat oder ein Schutztrieb (den der Aussie gerne mal hat) kann diese ebenfalls verstärkt werden. Ich würde das so angehen, dass der Hund lernt, dass der Halter bestimmt, wer kommen und gehen darf. Es ist also nicht die Aufgabe des Hundes Besuch zu vergraulen, weil der souveräne Halter alles im Griff hat. Ich würde viel mehr dem Hund im Zimmer einen ruhigen Platz einrichten. Möglichst an einen taktisch unklugen Ort (so, dass Hund nicht alles überblicken kann). Nun würde ich diesen Platz positiv bestärken. Der Hund lernt, dass er auf diesem Platz verweilen soll. Zunächst sollte das ohne Besuch geübt werden. Später dann erst mit Besuch. Wichtig ist, dass Hundi halt immer wieder dort hin geschickt wird und man seeeeeeehr konsequent bleibt. Und bitte erklären, dass Konsequenz nichts mit Gewalt zutun hat. Viel mehr ist das so, dass, wenn der Hund 1000 mal aufsteht man ihn 1001 mal wieder zurück bringt/schickt, bis er von alleine dort bleibt.
Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen helfen konnte. -
Ja, Danke!!
Aber nochmal genauer nachgefragt:
Mit "Back" und "festem Platz in der Wohnung" manage ich im Prinzip den Hund? Also ich baue Taktiken auf um im Zweifel ein Alternativ-Verhalten einfordern zu können?Macht auch Sinn. Ich würde im Moment allerdings noch versuchen, die Grusel-Auslöser positiv zu belegen, damit sie weniger Situationen als kritisch empfindet?
Besonders weil ich Bauschmerzen dabei habe den Besitzern etwas zu raten, was mit "Befehl geben und ausführen" zu tun hat.
Wichtiger ist, glaube ich, das ich den beiden was an die Hand geben kann, wie sie ihrem Hund die Sicherheit vermitteln, das die Menschen schon ganz gut alles Regeln können während Hund in Ruhe schauen kann, das auch diese neue Situation wieder ungefährlich ist und kein Handeln durch den Hund verlangt.(Back kann ich ja trotzdem üben, Hundchen lernt verdammt schnell und gut)
Besuch/Jogger/Fahrradfahrer: Hier ist ganz klar Aggression gegeben, sicherlich teils aus Unsicherheit. Allerdings habe ich eher den Eindruck das da was anderes als Angst hinter steckt.
Beim Jogger/Radfahrer hat es was von "Ey du Saftgesicht, mach dich vom Acker, aber schnell!" Und das die dann auch noch schnell flüchten ist natürlich der Jackpot!
Wieder, mit Back würde ich deckeln, aber die Energie ist ja nunmal da, sollte ich die nicht anderswohin kanalisieren?
Weiter habe ich die Befürchtung, wenn ich den Besitzern das so sage, werden sie versuchen das "Back" ein zu fordern, ohne es vorher auf zu bauen. Das heißt: Hund jagt Rad, Besitzer ruft hinterher, wird immer schärfer im Ton, Hund hört irgendwann von selbst auf zu jagen und bekommt eine Moralpredigt (kommt also auch erst, wenn es nichts besseres mehr gibt), die Situation wird noch viel stressiger als sie eh schon ist.Ähnlich würde ich fürchten, die "ruhige Ecke" in der Wohnung wird ganz schnell zur Strafecke werden...
Bei Fahrrad, Jogger, Besuch denke ich allerdings das es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie das erste Mal beißt, hier ist also dringender Handlungsbedarf.
Nasenarbeit: Super Idee! Im Moment versuche ich es noch mit rollenden Leckerlie, die findet sie noch nicht zuverlässig :)
Longieren: Hab ich noch nie gemacht, wird hier wohl auch nicht angeboten... Allerdings wäre "auf Körpersprache achten" vielleicht etwas fatal, da die Besitzer es bisher schaffen per Körpersprache Sitz, Platz und Komm zu vereiteln, was sie eigentlich super drauf hat. Mit Anleitung wäre das wahrscheinlich perfekt.
Sorry, ich will nicht kritisieren was du schreibst, aber wenn ich Tipps weitergeben will, in verdaubarer Form, muß ich sehr genau wissen was ich sage. Darum die Nachfrage.
Deine Ansätze werde ich auf jeden Fall mit einbinden!
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