Betreuungshund wird angepöbelt

  • Wir hatten nun das erste Wochenende eine Labradorlady bei uns, die ich schoN vor unserer Neuanschaffung von Cooper (Labrador, jetzt 5 Monate) betreut habe. Beide gehen für gewöhnlich ohne Leine. Die Große ist absolut top erzogen. Unsere Kleine kriegte nun aller 10-15 Minuten im Feigang den Rappel und grollte und bellte die Große an, wobei sie sie umkreiste oder in Angriffshaltung um sie herumsprang.
    Verbunden mit dem Kläffen konnte man das nicht mehr als Spielauffirderung sehen. Ich habe Cooper dann immer absitzen lassen und an die Leine genommen. Nach einigen Minuten, wenn sie sich runtergefahren hatte, ging es dann wieder im Freilauf.
    Die Große hat ihr auch ab und zu mal was auf die Löffel gegeben, aber das beeindruckte Cooper nicht. Auch im Haus gab es ab und zu mal solche Phasen. Aber sie konnten auch stundenlang im Garten oder im gleichen Zimmer rumdösen. Ich habe nun natürlich Bedenken, dass unsere Kleine generell so ein schlechtes Sozialverhalten an den Tag legt. Bisher rennt sie im Spiel auch auf jeden Hund zu und versucht, die Oberhand zu gewinnen.
    Uns gegenüber zeigt sie kein dominantes Verhalten.
    Ist das nun einfach Wesenssache und muss man das akzeptieren? Wie sollte ich da einwirken? Ich hatte nicht das Gefühl, dass es im Laufe des Wochenendes besser wurde. Und es geht mir ja nicht nur um das Verhalten zu unserem Gasthund.

  • Ich denke, dass deine Kleine jetzt in die Rüpelphase kommt und sich einfach mal versuchen möchte.
    Ich würde es so machen, dass ich gar nicht immer Hundekontakt zulassen würde. Sie muss lernen mit ihrer Frustration um zu gehen. Lässt du sie dann doch mal spielen und es artet aus, kommt die Leine dran und das Spiel ist vorbei.
    In solchen Phasen habe ich meine Hunde selten mit unterwürfigen Hunden spielen lassen, weil sie so lernen, dass sie mit anderen Hunden machen können, was sie wollen. Stattdessen habe ich mir souveräne Hunde gesucht, die denen auch mal eine auf die Mütze geben.
    Versuchen einen Weg zwischen: "ich lasse sie spielen" und "ich schränke das Verhalten meines Hundes ein" zu finden.

  • Melanie, es war im Freilauf gemeint. Natürlich nur, wenn ich den anderen Hund zu spät bemerke oder die anderen HH das OK geben zum Spielen. Oder eben in der Gruppe des Dogwalkers, wo sie täglich mit ca. vier anderen Hunden läuft.

    Vielen Dank für eure Antworten, besonders Yvonnne. So eine ähnliche Strategie habe ich mir auch im zurecht gelegt. Wir kennen eine Dame mit drei Bordeauxdoggen, bei denen es besser klappt. Mit dem Dogwalker muss ich mich auch so verständigen, dass sie halt an die Leine muss.

    Gestern hatten wir Besuch von einem 8 Monate alten Whippet. Da lief es auch so, dass sie ihn immer geschnappt hat. Der arme Kerl kann zwar schnell laufen, hat sich dann aber immer zu seinen Herrchen verkrochen. Ich konnte Cooper immer nur 5 Minuten von der Leine machen, dann ging sie wieder los.

    Heute hatte ich meinen ersten Melt-down, seitdem wir Cooper haben. Sie ging sonst ohne Probleme an Joggern, Radfahrern und Menschen vorbei. Nur bei aufgekratzten Jugendlichen und Kindern musste ich sie am Halsband nehmen. Sie rannte heute auf einen Hobbyornithologen zu, der mit seiner Kamera was am Ablichten war, und sprang mehrmals an ihm hoch, zwar sachte und einfach nur interessiert, aber eben angesprungen und nicht nur geschnüffelt. Der hat mich natürlich gleich runtergeputzt. Ich fand das sooo peinlich, hab mich nur entschuldigt und erklärt, dass sie noch lernt. Das sah der Mann natürlich nicht ein. Im Auto musste ich erst mal heulen.

    So! Ich habe gerade eine neue Schleppleine aus Biothane bestellt, weil ich die andere einfach nicht ordentlich benutzen kann. Damit werde ich sowas hoffentlich vermeiden können.

    Am Wochenende sind wir drei Tage zum Kurzurlaub mit meinen Eltern und der Familie meiner Schwester. Sie lernen Coops zum ersten Mal persönlich kennen. Nun habe ich Angst,dass sie sich total daneben benimmt. :hilfe:

  • Ich würd ihr beibringen, dass sie ausnahmslos zu dir kommt, wenn ein Mensch / Radler / fremder Hund etc auftauchen.
    Wenn du ein wenig vorausschauender unterwegs bist, kannst du das unerlaubte " Begrüssen " verhindern.

  • Zitat

    Sie rannte heute auf einen Hobbyornithologen zu, der mit seiner Kamera was am Ablichten war, und sprang mehrmals an ihm hoch, zwar sachte und einfach nur interessiert, aber eben angesprungen und nicht nur geschnüffelt. Der hat mich natürlich gleich runtergeputzt. Ich fand das sooo peinlich, hab mich nur entschuldigt und erklärt, dass sie noch lernt. Das sah der Mann natürlich nicht ein. Im Auto musste ich erst mal heulen.

    Ach je... ich meine klar ist das nicht toll wenn man als fremde Person angesprungen wird... aber nem fünf Monate alten Zwerg sauer sein, wenn kein Schaden entstanden ist und sich der Besitzer entschuldigt?
    Da biste dann wohl einfach nem Ekel aufgelaufen und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass deine Family auch so reagieren wird.

    Das mit der Schleppleine ist super, damit kannst du sie dann schön ausbremsen. ;)
    Das wird schon!

  • Naja, ich bin selbst Hundebesitzer und mag es auch nicht unbedingt, wenn mich fremde Hunde anspringen. Ich kann schon verstehen, dass sich jemand darüber aufregt. Aber gut, es ist passiert. Dir muss aber bewusst sein, dass es Menschen gibt, die nicht nur meckern. Wir haben bei uns im Wald vereinzelte Leute, die den Hund wegschießen würden. Zu deren Glück habe ich diese Menschen dabei noch nicht erwischt.

    Was dich vielleicht ein bisschen tröstet ist die Tatsache, dass es in der Hundeerziehung nicht immer bergauf geht. Jeden hat irgendwann mal Phasen, wo man den Anschein hat, dass Hundi alles verlernt hat. Das ist normal! Da heißt es nur tief durchatmen und einen oder auch 2 Schritte zurück gehen und neu ansetzen.
    Dein Hund hat scheinbar den Jagdtrieb entdeckt. Kommt vor, ist aber grundsätzlich kein Weltuntergang. Heißt für dich nun erstmal, dass die Schleppleine dran kommt und ganz intensiv am Rückruf und am dableiben arbeiten.

  • Danke an alle, die geantwortet haben!

    Mit der Schleppleine ging es heute recht gut. Wir hatten dann das Glück, dass es bei uns in der Heide, einem "riesigen Sandkasten" mit etlichen kleinen Teichen, menschenleer war. Da konnte sie flitzen und schwimmen und wir haben auch dort am Rückruf gearbeitet mit und ohne Schleppleine.

    Auf dem Rückweg am Parkplatz habe ich mich aber leider nicht an meine neue Maxime gehalten, da ich mich nicht auf mein Urteil verlassen habe. Es kam eine Familie mit einem sechs Wochen jüngeren Labrador an. Die wollten unbedingt, dass die beiden spielen können. Ich habe noch gesagt, dass Cooper sehr wild spielt und immer obenauf sein will.
    Dann habe ich mich dummer Weise überreden lassen und es kam, was kommen musste: Cooper schnappte spielerisch und versuchte den Welpen zu unterwerfen. Die Frau war ganz entsetzt und meinte: "Die beißt ja! " und ihr Mann nahm die Kleine gleich hoch. Frauchen guckte nach, ob die verletzt sei ( wobei das total übertrieben war).
    Ich könnte mich aber selbst nur noch :headbash: headbashen.

    Mein neues Mantra: Ich lasse Cooper nicht mit unterlegenen Hunden spielen. :gott: Andere Leute können das Verhalten meines Hundes nicht einschätzen. :gott: Ich werde mir die Verantwortung für solche Situationen nicht aus der Hand nehmen lassen. :gott:

    Meine Erklärung an andere HH wird sein: Mein Hund gebraucht schwächere Hunde als Beuteetsatz und hatte heute noch kein Abendbrot. Sollen die beiden immer noch spielen?

    Schade dass das mit dem Beuteersatz wahrscheinlich kein Witz ist. Ich will nicht, dass sie dadurch irgendwan ein einsames Hundeleben ohne Hundekontakte führen muss.

    Bald habe ich Ferien. Sie muss dann zwar nicht vom Dogwalker ausgeführt werden, aber ich möchte einmal pro Woche dort mitgehen, um mit dem Mann und den erwachsenen, großrassigen Hunden der Gruppe an Coopers Verhalten zu arbeiten.

    Habt ihr noch mehr Tipps?

    Mit unserer Hundetrainerin werde ich das Thema auch besprechen müssen.

  • Zitat

    Mein neues Mantra: Ich lasse Cooper nicht mit unterlegenen Hunden spielen. Andere Leute können das Verhalten meines Hundes nicht einschätzen. Ich werde mir die Verantwortung für solche Situationen nicht aus der Hand nehmen lassen.

    Meine Erklärung an andere HH wird sein: Mein Hund gebraucht schwächere Hunde als Beuteetsatz und hatte heute noch kein Abendbrot. Sollen die beiden immer noch spielen?

    Schade dass das mit dem Beuteersatz wahrscheinlich kein Witz ist. Ich will nicht, dass sie dadurch irgendwan ein einsames Hundeleben ohne Hundekontakte führen muss.

    Ich denke nicht. Sie ist einfach unsicher und weiss nichts mit dem kleinen Teil anzufangen. Ich wäre mir bei Anton auch nicht sicher, wie er sich bei sehr jungen Hunden verhält.
    Hatte mir das schonmal überlegt, bisher haben wir aber noch keinen Welpen getroffen.

    Ich würde Kontakt zu adulten sicheren Hunden suchen und mich frei machen von der Erwartung, dein Hund muss mit anderen " spielen " . Ich tippe, dass das was du als Spielverhalten deutest eher Stressverhalten ist.

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