Wie sollte man reagieren, wenn ein fremder Hund...

  • einfach so von seinem Grundstück auf Einen zustürmt?

    Kurze Geschichte dazu, Es war heute nicht das erste Mal, dass dieser kleine Terriermix auf mich und meinen Hund zugerannt kam. Ich dachte beim Vorbeigehen erst, dass der fremde Hund in dem eingezäunten Garten wäre und dachte ich könnte da mit meinem (übrigens auf andere Hunde aggressiv reagierenden) Hund locker vorbei. Von dem Gebelle konnte ich ihn zumindest mit ein paar Kommandos ganz gut ablenken.
    Auf Höhe des fremden Hauses habe ich dann gemerkt, dass der kleine Terrier frei im halboffenen Vorgarten sitzt. Da habe ich natürlich die Beine in die Hand genommen und habe versucht mit meinem Hund so schnell wie möglich wegzukommen (nicht gerannt, aber schnell gegangen), aber dann fing der kleine wütende Zwerg an uns zu verfolgen. Ich kann den Kleinen auch iwie verstehen, dass er sein Territorium verteidigt, aber ich finde solche Begegnungen für meinen Hund nicht so toll und verstehe auch nicht, warum ein Hund im Vorgarten sitzen muss, wenn man auch ein eingezäuntes Grundstück hat?
    Aufjedenfall wurden wir dann unter Bellen und leichtem Geknurr bis zum Ende der Straße verfolgt.

    Meine Frage wäre jetzt, wie ich solche Situationen am Besten meistern kann? Vor diesem Hund hatte ich keine Angst, da ich schon mal so eine ähnliche Begegnung mit ihm hatte und wusste, dass er nicht so nah rankommt, aber was mache ich, wenn mal ein größerer Vertreter auf uns zu kommt und kein Besitzer in Sicht ist?

  • Ich würde mich einfach unvermittelt umdrehen, ganz groß machen und n deftigen Brüll loslassen, natürlich so, dass mein eigener Hund hinter mir ist. Vielleicht reicht die Zeit auch noch um den eigenen Hund kurz absitzen zu lassen, bevor man die Action startet.
    Ansonsten würde ich grundsätzlich wohl eher nen Bogen um das Grundstück machen. Die Halter des Hunden scheint es ja nicht zu jucken, was ihr Hund da treibt. Bei so ignoranten Menschen wirst du vermutlich nicht viel machen können.

  • Danke für deine Antwort :smile: Leider gibt es bei mir in der Umgebung noch mehrere Hunde, die ähnlich gehalten werden und weshalb ich manche Gegenden bei gutem Wetter, wenn die Hunde draußen (teilweise im verkehrberuhigten Bereich mitten auf der Straße) sein könnten total meide. Aber manchmal möchte ich die Strecken schon gerne nutzen und komme dann in so Situationen, wie mit dem kleinen Terrier. Bei dem würde ich mich das Anbrüllen noch trauen, das war mit geschätzten 25cm Schulterhöhe ja auch nur eine halbe Portion, aber wenn zum Beispiel der eine große schwarze Labi, der manchmal auf seinem Grundstück (mit nicht mal kniehoher Mauer) nur mit der kleinen Tochter allein zusammen draußen spielt plötzlich angerannt kommt, dann wäre das schon eine ganz andere Hausnummer. (Besagter Labi ist auch schon mal mittags über die stark befahrene Hauptstraße gelaufen, als ich mit meinem Hund auf der anderen Straßenseite langgegangen bin. Ich war echt froh, dass der dann doch nicht zu mir gelaufen ist und sich auf der Straße noch umgedreht hat. Hätte der eine Autofahrer nicht rechtzeitig gebremst, hätte er den Hund bestimmt erwischt. Der Hund hätte mir echt leid getan, aber den Besitzern hätte das vielleicht einen Denkzettel gegeben besser aufzupassen. Mein Hund traf in dem Moment keine Schuld, der hat den Anderen auch erst gesehen und angebellt, als der schon mitten auf der Straße stand. Aber ich hätte echt nicht gewusst, was ich hätte tun sollen, wenn der Labi ganz bis zu uns gelaufen wär, ich glaub das hätte richtig geknallt und ich hätte so schiss gehabt, das ich kein Wort rausgebracht hätte. Und wenn ich ihn angeschrien hätte und er auf die Straße gerannt wäre, hätte ich ihn ja noch zusätzlich in Gefahr gebracht, da hätte man mir vielleichr juristisch nen Strick drausdrehen können.)

  • Wenn Du Schiss hast, würde ich Dir vom einfach-mal-Brüllen ehrlich gesagt abraten, das heizt die Stimmung bei allen Beteiligten nur unnötig auf, denn die merken sehr genau, ob hinter dem Brüller Souveränität oder Unsicherheit steht. Meine Empfehlung: such Dir einen Hundetrainer, unter dessen Anleitung Du Hunde vertreiben üben kannst (z.B. an seinen eigenen Hunden, wenns passt), und mit dem Du gleichzeitig an der Leinenpöbelei Deines Hundes arbeitest. Die ist nicht nur Stress für Deinen Hund, sondern oft auch ein Auslöser für die anderen Hunde, sich überhaupt um Deinen zu kümmern.

  • Da ich mit meinem Hund noch im Training bin, habe ich sowieso immer Leckerli dabei. Diese habe ich auch schon nähernden Hunden entgegen geschmissen, um sie abzulenken und sie von meinem (reagiert angst-aggressiv) fern zu halten bis der Besitzer zu Hilfe kommt. Bei zwei Grossen hat es einmal überhaupt nicht gewirkt. Die beiden haben meinen Hund dann leider angegriffen und geschüttelt. Seither bin ich natürlich besonders vorsichtig. Jetzt für den Sommer habe ich mir auch schon überlegt eine kleine Wasserflasche für den Notfall mitzunehmen. Notfall Nr. 1: mein Hund hat Durst, Notfall Nr. 2: freilaufender unfreundlicher Hund belästigt meinen Hund ;)

    In meiner Leckerli-Tasche habe ich auch noch ein extra Stück Leine, das ich notfalls bei dem fremden Hund (theoretisch) als Lasso oder so ähnlich anwenden könnte (in das Halsband greifen schaffe ich bestimmt nicht). Desweiteren habe ich gelesen, dass man den "Angreifer" mit einem tiefen und bestimmten "Sitz" eventuell erreichen kann (würde mir bei einem Labbi bestimmt auch nicht gelingen). Ein Hundebesitzer hat mal erzählt, dass er zur Abwehr des fremden Hundes, diesem reflexartig auf den Popo gehauen hat. Der war dann so erschrocken, dass er sofort hilfesuchend zu Frauchen rannte.

    Doch das ist alles nur Theorie. In Wirklichkeit geht ja alles rasend schnell. Ich versuche zwar diverse Situationen im Kopf durchzuspielen, doch real kommt es dann sowieso wieder ganz anders :???:

  • Puh.. das ist total schwer zu sagen. Ich würde es abhängig machen von einigen Faktoren:
    - Ist der Hund groß oder klein? Bin ich ihm oder er mir überlegen?
    - Welche Absicht hat er? Kann ich ihn einschätzen?
    - Sind die Besitzer in der Nähe?
    - Kennen sich die Hunde untereinander? Welches Verhältnis haben sie zueinander?
    - Wie fühle ich mich in der Situation? überfordert? ängstlich?

    Ich muss sagen, dass es Hunde gibt, da ist mir deren Wohl nicht mehr wirklich wichtig. Meistens würde ich es mit Deeskalation versuchen, wann immer möglich. Wenn nicht möglich, dann eben auch anbrüllen, drohen usw. Die Gefahr ist, dass der Hund dadurch noch wütender wird und ich möchte keinen Fremden 60kg Molosser auf mir haben, der mir nichts gutes will. Wenn es schon zu einer Situation kam, dass der Hund meinen totschüttelt würde ich zu allen Mitteln greifen. Als in dem Fall wildes auf ihn eintreten und mit der Leine auspeitschen oder was auch immer.

  • eientlich sollten solche momente gar nicht stattfinden. da man aber nicht alle menschen erziehen kann passiert sowas. ich machs so: ich werfe eine handvoll (genügend) leckerlis auf den boden. kommt der hund bedohlich nahe dann stelle ich mich vor meinen hund und sage bewusst aber nicht agressiv "nein", "schluss" oder was auch immer. spielt keine rolle, deine körpersprache muss bewusst und verstehbar sein. ein solches verhalten ist natürlich die letzte wahl da du deinem hund vermittelst dass du drohst. deshalb ist die leckerli-variante vorzuziehen.

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