Hündin frisst und trinkt seit Tagen nicht.

  • moin,

    ich wende mich an Euch mit der Bitte um Rat.
    Vor rd. 10 Tagen mussten wir mit unserer 12-jährigen Rauhaardackelhündin Gina zum Tierarzt.
    Grund war, dass sie seit 2 Tagen nicht mehr fraß und trank und zudem Durchfall sowie Erbrechen hatte.
    Ausserdem wirkte sie völlig apathisch.

    Die Notärztin diagnostizierte einen schlechten Zustand und verabreichte eine Infusion wegen der Austrocknung.

    Am nächsten Tag stellte unserer Haustierarzt durch eine Blutuntersuchung Verdacht auf Niereninsuffizienz fest,
    wobei er auf sehr schlechte Nieren- Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerte hinwies.
    Auch dort erhielt Gina eine Infusion.

    Die darauffolgende Ultraschall- und Blutuntersuchung ergab, dass wohl die Bauchspeicheldrüse das Problem wäre.
    Es ist nun so, dass wir seit 10 Tagen täglich zum Tierarzt fahren, damit Gina ihre Infusion gegen Austrocknung bekommt.
    Der Tierarzt meint, dass sich ihre Werte kontinuierlich verbessern würden aber weder trinkt sie bisher noch frisst sie.
    Bei uns zuhause liegt sie meist herum und schläft; wenn sie wach ist, ist sie sehr berührungsempfindlich und wir haben den Eindruck, dass sie Schmerzen hat weil sie häufig zittert.
    Wir wissen wirklich nicht, was wir machen sollen.
    Auf der einen Seite haben wir natürlich Vertrauen in den Tierarzt aber andererseits ist unserer Eindruck, dass Gina
    wirklich leidet und wir fragen uns, wie lange man akzeptieren kann, dass der Hund weder trinkt noch frisst.

    Wie lange kann man einem Hund sowas zumuten??
    Es ist so schwer, den Hund leiden zu sehen.
    Wir haben immer mehr den Eindruck, dass wir sie erlösen sollten aber wenn sich die Blutwerte tatsächlich verbessern, kann das auch falsch sein.
    Wir wissen einfach nicht mehr weiter.

    Gruß
    Thore

  • Du schreibst, sie bekommt eine Infusion gegen Austrocknung.
    Aber wird denn auch die Bauchspeicheldrüse behandelt?

    Ich würde auch eine Tierklinik aufsuchen.

    Alles Gute für Gina.

  • Zitat

    Du schreibst, sie bekommt eine Infusion gegen Austrocknung.
    Aber wird denn auch die Bauchspeicheldrüse behandelt?

    Ich würde auch eine Tierklinik aufsuchen.

    Alles Gute für Gina.

    Danke,

    sie bekommt Antibiotika zusammen mit der Infusion sowie Schmerzmittel und Vitamine.
    Grad bekam ich einen Anruf vom Tierarzt der sich nach ihrem Befinden erkundigte.
    Ich sagte, dass sich ihr Befinden nach unserem Eindruck nicht verbessert hat.
    Er meinte, dass ihre Pankreas-Werte wohl auch noch nicht verändert hätten und noch über 1000 liegen.
    Nachher soll sie ja wieder hin und ihre Infusion bekommen.
    Ich glaub, es geht dem Ende entgegen.
    Scheiße !!!

  • Oh man :-(
    Ich hab vor 14 Tagen meinen Tom gehen lassen müssen,er hatte Niereninsuffizienz :-(

    Er hat die letzten Tage nur noch gesoffen und nicht mehr gefressen.
    Ist dann zu Hause ins Koma gefallen......:-(

    Würde mich an deiner Stelle mit den TA beraten wie es weiter geht.

    Ich bin mir sicher,du wirst die richtige Entscheidung treffen,alles Gute für euch und LG

  • Ich wünsche Euch, dass die Infusionen doch noch anschlagen und drücke Gina die Daumen.

  • Eine schwere Bauchspeicheldrüsen-Entzündung braucht eine sehr energische Therapie, die an vielen verschiedenen Stellen des Krankheitsgeschehens ansetzt.
    Was mich u. a. stutzig macht, ist, dass Eure Hündin offensichtlich trotz Schmerzmedis noch Schmerzen hat - was bekommt sie denn da in die Infusionen? Möglicherweise müsste man da noch energischer gegen die Schmerzen vorgehen.

    Die Niere kann sich durchaus gut erholen, wenn die Ursache für die Niereninsuffizienz, nämlich die Austrocknung (eine Pankreatitis verbraucht unglaubliche Mengen an Flüssigkeit) behoben ist - wenn die Nierenwerte sich im Verlauf bereits gebessert haben, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Auch die Leberwerte steigen bei Erkrankungen im Verdauungstrakt häufig reaktiv an - auch da wäre es ein gutes Zeichen, wenn sie sich gebessert hätten.

    Ich würde mir ebenfalls noch eine 2. Meinung einholen, am besten in einer gut ausgestatteten Tierklinik, die evtl. auch etwas aggressiver therapiert. Wie das aussehen könnte, kannst Du hier nachlesen:
    http://www.idexx.de/pdf/de_de/smal…itis-dog_de.pdf

    Ich drück Euch und Gina allle Daumen.

    LG, Chris

  • vielen Dank.

    Gina war inzwischen bei 3 Tierärzten.
    Gestern am Sonntag sagte der Tier-Notarzt nur, dass eine Bauchspeichelerkrankung in dem Alter nichts Ungewöhnliches wäre.
    Die Nieren- und Leberwerte haben sich gebessert aber was nützt das schon, wenn sie einfach nicht fressen und trinken will ?!
    Mir ist schon ganz übel, wenn ich an Ostern und die Feiertage denke.
    Über die Venen klappt das mit der Infusion auch schon nicht mehr und sie bekommt daher (wie vorhin auch) einen Liter Infusion unter die Haut.
    Wir haben vorhin dem Tierarzt unsere Bedenken und Sorgen geschildert.
    Er sagte, dass es eine sehr schwere Erkrankung ist und der Verlauf nunmal ungewiss wäre.
    Ich hätte gehofft, dass hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat und mir sagen kann, wie lange man seinem Hund die täglichen Infusionen zumuten kann.
    Vor vielen Jahren schon habe ich gelesen, dass man selbst erkennen würde, wann es Zeit ist, den Hund gehen zu lassen.
    Damals dachte ich, dass ich es erkennen würde und mit Sicherheit richtig entscheiden würde.
    Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer ist und so viele Zweifel aufkommen würden.

  • Zitat

    Vor vielen Jahren schon habe ich gelesen, dass man selbst erkennen würde, wann es Zeit ist, den Hund gehen zu lassen.
    Damals dachte ich, dass ich es erkennen würde und mit Sicherheit richtig entscheiden würde.
    Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer ist und so viele Zweifel aufkommen würden.

    Ich weiß, was Du durch machst ... es ist eine schlimme Zeit.

    Damit Du fühlst und erkennst, wann es genug ist, musst Du inne halten und innere Ruhe finden ... kein Tierarzt an dem Tag ... nichts. Und Dich dann mit Deinem Hundchen beispielsweise auf eine schöne sonnige Wiese begeben ... seine Pfote nehmen, ihm von Deinen Sorgen erzählen und ihn fragen, was Du tun sollst ... dass Du ihn gehen lässt, wenn er es möchte, falls er nicht mehr kämpfen mag. Versprich ihm, bei ihm zu bleiben bis zu seinem letzten Atemzug, er braucht keine Angst haben. Lass Dir viel Zeit ... wenn Euch ein Band verbindet, wirst Du spüren was Du tun musst, was gut für ihn ist ... was er entscheiden würde.

    Dein Hund ist krank, die TÄ wissen nicht weiter, er frisst und trinkt nicht mehr ... so tun es viele Tiere in der Natur wenn ihre Zeit gekommen ist. Für sie gehört auch das Sterben ganz selbstverständlich zum Leben - nur wir Menschen haben oft so eine irre Angst davor und viele Probleme damit.

    Ich habe vor vielen Jahren einen Kater gehen lassen müssen, er war noch nicht alt ... aber todkrank ... Ich traf mit ihm zusammen eine Entscheidung, ein letztes Mal zum Tierarzt, eine ordentliche Menge Schmerzmittel und Cortison und dann haben wir zwei Tage und zwei Nächte ganz nah und intensiv zusammen verbracht ... er wirkte erleichtert, er durfte gehen. Er blühte regelrecht auf ... es war verwirrend, es war wirklich als ob er wüsste, dass sein Leiden bald ein Ende haben wird - er wirkte total entspannt, frass auch wieder ein wenig, spielte sogar ... Am dritten Tag morgens ließen die Medikamente nach, der Kater schaute verzweifelt ... dann kam der Tierarzt und gab ihm die Spritze bei uns zu Hause, auf seinem Sessel ... seine Mitkatzen waren da und seine beiden Menschen und haben ihn begleitet bis zum letzten Atemzug. Es war trotz unserem großem Schmerz eine friedliche ruhige Stimmung - wir haben was gutes für ihn getan. Wir haben ihn in seinen letzten Stunden nicht mit unserem Leid belastet, sondern diesem tapferen Kater das geschenkt, was er verdient hat, ein gutes Ende ...

    Du ahnst, dass ich weine ...? Kostete viel Kraft, ich vermisse ihn noch immer, diesen tollen Katermann, der so krank war und so lange gekämpft hat.

    Ein weiser Mann sagte einmal, dass der Sterbende im Vordergrund steht und der Sterbebegleiter ihn nicht mit seiner Angst und Verzweiflung belasten soll, ihn nicht festhalten darf, sondern ihn gehen lassen muss, wenn seine Zeit eben gekommen ist ... in Frieden, nicht in Trauer. Das muss man sich immer wieder bewusst machen, dann sind diesen schweren Wege in unserem Leben nicht ganz so schlimm und man findet auch besser die Kraft dazu diese Zeit durchzustehen. Weinen und trauern kann man anschließend ...

    Mir graut jetzt schon vor dem nächsten Mal ...

    Ich wünsche Gina und Dir ein Wunder ...

  • Es ist immer eine schwierige Entscheidung, wan man loslassen sollte. Ich hatte dies schon ein paarmal durchgemacht. Verlasst dich auf dein Gefühl und wenn du meinst das Gina nicht mehr will und nur noch Schmerzen hat, dann ist es an der Zeit Gina gehen zu lassen. Ich weiss, es ist immer ein sehr schmerzliche Enscheidung, daher wünsche ich dir viel Kraft und ich hoffe das deine Liebling sich doch noch erholt und ihr noch ein schöner Zeit miteinander verbringt.
    LG

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