Wann sterilisieren lassen?

  • :hallo:

    Unser kleiner Rüde ist jetzt knapp 13 Monate alt. Als wir ihn gekauft haben, wussten wir, dass er nur einen abgestiegenen Hoden hat, der andere ist durch die Leiste durch aber eben nicht im Säckel. Wir wussten also, dass wir ihn irgendwann operieren lassen müssen. Unsere Tierärztin meinte, dass sie eine Kastration erst durchführen wolle, wenn er etwa drei Jahre alt ist, damit er erst noch richtig erwachsen werden kann. Dadurch, dass der Hoden nicht im Bauchraum liegt eilt es wohl auch nicht.

    Eigentlich wollen wir ihn auch gar nicht kastrieren lassen, hätten wir bei einem Rüden der beide Hoden hat auch niemals angedacht. Da wir aber auch eine intakte Hündin haben und er eh unters Messer muss, würden wir gerne den einen Hoden entfernen lassen und bei der Gelegenheit gleich eine Sterilisation durchführen lassen, so dass er seinen abgestiegenen Hoden behalten kann und wir trotzdem auf er sicheren Seite sind.

    Eine Läufigkeit (seine erste bei uns, aber er hat bis 10 Monate bei seiner Züchterin gelebt, also sind läufige Hündinnen nichts Neues für ihn) haben wir gerade hinter uns, die hat er ganz großartig überstanden und nur während der Stehtage mussten wir die beiden trennen. Ansonsten konnten sie weitestgehend stressfrei unter Aufsicht zusammen bleiben. Ich fände es eigentlich gut, wenn wir die Operation mindestens 2-3 Monate vor der nächsten Läufigkeit unserer Hündin durchführen lassen könnten. Dass wir die beiden dann immer noch während der Stehtage trennen müssten weiß ich.

    Ich habe jetzt einen Arzt bei uns in der Nähe gefunden, der die OP durchführen würde und nun fange ich an zu zweifeln, ob wir das möglichst bald erledigen oder noch warten sollten?
    Einerseits wäre es natürlich super, wenn schon bei der nächsten Läufigkeit nichts passieren könnte. Andererseits denke ich halt, dass es vielleicht sinnvoll wäre ihn erst erwachsen werden zu lassen. Was ist, wenn er tatsächlich Verhaltensstörungen entwickelt, die auf seine Hormone zurückzuführen sind und uns nur eine Kastration helfen könnte? Oder wenn er bei den kommenden Läufigkeiten auf einmal unglaublichen Stress hat der ihm auf die Gesundheit schlägt? Dann müsste er eventuell ein zweites Mal Operiert werden, nur weil wir nicht abwarten konnten.
    Eigentlich müsste er in dem Alter ja schon Geschlechtsreif sein, er hebt seit der Läufigkeit immer öfter das Beinchen und war während der Stehtage sehr, sehr interessiert. Mit einem Jahr steht er ja auch mitten in der Pubertät, ist es dann nicht wahrscheinlich, dass er jetzt das größte Interesse zeigt und dass er sich mit dem Alter eher dran gewöhnt, dass unsere Hündin manchmal gut riecht?

    Hat jemand eine Empfehlung für uns?

  • Zitat

    :hallo:

    Unsere Tierärztin meinte, dass sie eine Kastration erst durchführen wolle, wenn er etwa drei Jahre alt ist, damit er erst noch richtig erwachsen werden kann. Dadurch, dass der Hoden nicht im Bauchraum liegt eilt es wohl auch nicht.

    Schön, wenn man auch immer wieder von solchen Tierärzten liest. Ich würde Euch, wenns medizinisch gesehen okay ist, dringend raten, die OP zu verschieben, bis er auch im Kopf erwachsen und soweit gefestigt ist. Damit tut Ihr ihm nur Gutes, sowohl für seine "Psyche", für sein "Sozialleben" und nicht zuletzt auch für sein Knochenwachstum.

    Alles Gute!
    Grüße,
    Birgitta

  • Ich finde es gut, dass ihr den einen Hoden lassen wollt.

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich einen Leistenhoden nicht um jeden Preis operieren lassen würde. Das Risiko der Entartung liegt nur bei 1-2 %.
    Ich würde den Leistenhoden einfach nur kontrollieren lassen. Sollte er entarten, kann man immer noch operieren. Ein Hodenkrebs - sollte er entstehen - neigt in der Regel nicht zu Metastasen. Darum würde ich abwarten, ob der Hoden überhaupt entartet.

    Ich habe hier immer viele alte Tierschutzhunde, die mit einem innenliegenden Hoden alt geworden sind - ohne Probleme.

    Falls es Stress in der Läufigkeit der Hündin gibt, kann man sehr gut mit der Homöopathie ausgleichend helfen.

  • Meine Erfahrung zu diesem Thema, mir wurde diese Entscheidung abgenommen denn ich habe meinen Lennox von der Züchterin mit 9 Monaten übernommen.
    Vorher wurde er bereits sterilisiert und der innenliegende Hoden wurde entfernt.
    Lennox ist jetzt fast 1,5 Jahre alt und hat sich prächtig entwickelt.

  • Ich verstehe das Problem nicht ganz. Ihr wollt ihn ja nicht komplett kastrieren lassen, also bleiben ihm seine Hormone zur weiteren Reifung erhalten. Ich denke, die Aussage der TÄ bezog sich auf eine vollständige Kastration?

  • Da er einen Hoden behält, könnt ihr es jetzt schon machen lassen, er wird sich ganz normal entwickeln (aber darum ging es dir ja nicht, das weisst du ja). Wenn er sich sexuell so entwickelt dass eine Kastration nötig werden sollte, würde ich dann erstmal mit Training versuchen weiter zu kommen und wenn das nicht hilft mit einem Kastrationschip. Ich würde deswegen jetzt nicht mit dem Eingriff warten, die wenigsten Hunde werden später hypersexuell.

    Beachtet aber unbedingt: Nach dem Eingriff ist euer Hund noch bis zu 8 Wochen (!!!) zeugungsfähig!

    Mein sterilisierter Rüde zeigt nur in den Stehtagen Interesse an der Hündin, die ganze Zeit davor ist er ganz normal. Er weiss, wann es sich lohnt und wann nicht ;)

  • Danke erstmal für eure Antworten.

    Zitat

    Schön, wenn man auch immer wieder von solchen Tierärzten liest. Ich würde Euch, wenns medizinisch gesehen okay ist, dringend raten, die OP zu verschieben, bis er auch im Kopf erwachsen und soweit gefestigt ist. Damit tut Ihr ihm nur Gutes, sowohl für seine "Psyche", für sein "Sozialleben" und nicht zuletzt auch für sein Knochenwachstum.

    Wir sind auch sehr zufrieden mit unserer Tierärztin. Sie hat uns sogar darauf hingewiesen, dass sie im vom Gesetz her nur mit medizinischer Indikation Kastrieren darf (die bei uns ja gegeben wäre). Da war ich schon sehr (positiv) überrascht. So oder so haben wir uns aber gegen eine Kastration entschieden, sondern wollen nur den innenliegenden Hoden entfernen sowie eine Vasektomie durchführen lassen. Seinen „gesunden“ Hoden dürfte er behalten. Er ist dann zwar unfruchtbar, aber der eine Hoden produziert weiterhin Hormone die aus den von dir genannten Gründen wichtig sind. Deshalb wäre es für die Entwicklung auch egal, ob ich ihn heute, morgen oder in zwei Jahren operieren lasse.


    Naijra, ich habe das was die Tierärztin gesagt hat nur geschrieben um auszudrücken, dass es sich nicht um eine Operation handelt, die wir am besten schon Gestern hätten durchführen lassen sollen. Es eilt nicht. Da der Hoden in der Leiste und nicht im Bauchraum liegt ist das Risiko einer Entartung, wie Babuka schon geschrieben hat, nicht so extrem hoch.

    Trotzdem vertraue ich schon ein bisschen auf das, was mir meine TÄ rät und habe deshalb die Möglichkeit gar nichts zu tun noch nicht angedacht. Unsere TÄ meinte dass sie ihn in einem Alter von 3 bis 5 Jahren kastrieren würde, um auszuschließen, dass wir ihn als alten Hund nochmal in Narkose legen müssen falls es doch zu einer Entartung kommt. Ich finde eigentlich, dass es eine win-win Situation ist, da ihm seine Hormone erhalten bleiben, eine ungewollte Trächtigkeit auszuschließen ist und zumindest für den einen Hoden kein erhöhtes Krebsrisiko mehr besteht. Es ist auch grundsätzlich kein Problem die beiden während der Läufigkeit zu trennen und nur unter Aufsicht zusammen zu lassen, aber in ein paar Jahren soll es bei meinem Partner und mir auch Nachwuchs geben und ich weiß nicht ob ich als frisch gebackene Mama wirklich in der Lage wäre die Hunde auch noch für drei-vier Wochen ständig im Auge zu behalten. Da wäre mir das Risiko zu groß, dass doch etwas passiert. Deshalb stellt sich auch nicht wirklich die Frage ob wir es machen wollen, sondern nur wann.

    Ist es sinnvoll noch die nächste Läufigkeit unserer Hündin in ca. sieben Monaten abzuwarten um zu sehen, ob sein braves Verhalten während dieser Läufigkeit nur ein „Ausrutscher“ war und es im Alter ganz schlimm wird? Im Moment braucht das kleine Bübchen jedes bisschen Testosteron dass er kriegen kann, er ist einfach nur lieb, ne kleine Memme und steht ziemlich unter der Fuchtel unserer Hündin – aber was wenn er erwachsen wird und eine sexuell bedingte Aggressivität entwickelt? Klar kann mir hier keiner sagen ob so etwas passieren wird, aber vielleicht ob es sinnvoll wäre noch ein bisschen abzuwarten um zu sehen ob er sich in eine Richtung entwickelt, die eventuell eine Kastration nötig macht.
    Ich habe eben Angst, dass wir jetzt eine OP durchführen lassen und uns dann in acht Monaten wünschen, dass wir doch gewartet hätten bis er alt genug für eine richtige Kastration ist. Ich glaube Woelfchen versteht was ich meine, ich hoffe der Rest auch? Vielleicht mache ich mir auch einfach nur zuviele Gedanken.

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