Maggie Teil 2 - sie entpuppt sich

  • Hallo ihr Lieben,
    da ihr mir schon so sehr weiter geholfen habt in der Zeit als ich Maggie adoptiert habe, hoffe ich von euch in dieser Situation auch so gute Tips zu bekommen.
    Es geht um Folgendes, Maggie lebt nun die 5 (oder gar 6) Woche bei uns und macht sich einfach prima. Sie ist ein toller Hund und wir alle lieben sie sehr. Auch kann sie schon im Wald ohne Leine laufen, da sie schon recht gut hört.
    Aber:
    Sie ist sehr unterwürfig, zeigt bei dem kleinsten Tadel die komplette Bauchseite, zieht die Ohren ein, wendet den Blick ab und wenn man sie "ganz schlimm" schimpfen musste, dann schmatzt sie auch. Hebt die Pfote, das volle Programm.
    Zum einen denke ich mir, dass das gut ist, denn sie muss untergeordnet bleiben, aber im anderen Momenten muss ich ehrlich sagen, weiß ich nicht, was ich falsch mache an unserer Erziehung. Da es mir das Herz bricht, wenn ich sehe wie sie immer wieder versucht zu gefallen.
    Dabei gefällt sie uns ja, egal wie sie ist.
    Ich wünschte nur, es gäbe Lösung für ihre Kehrseite.
    Und zwar, entpuppt sie sich seit gut einer Woche. Ich weiß nicht ob es Eifersucht ist oder ob sie versucht innerhalb der Familie im Rang aufzusteigen.
    Sie darf auf der Couch liegen, da sie die Nähe sehr sucht beim Menschen und ich ihr diese geben will. Die Katzen aber dürfen auch auf die Couch und wollen auch kuscheln kommen. Unserer Luna juckt das auch herzlich wenig, wenn Maggie nebendran liegt. Sie bleibt dann auf dem Boden vor mir (nicht vor ihr) und lässt sich schmusen, Maggie knurrt dann, fixiert die Katze total und würde ich sie da nicht immer stören, dann würde sie auch die Zähne blecken.
    Jetzt komme ich zu meinem Dilemma. Überall lese und höre ich, dass man einen Hund knurren lassen soll, sonst würde er nicht mehr vorwarnen sondern gleich zuschnappen... Auf der anderen Seite höre ich aber, dass ich das knurren unterbinden muss, da sie einfach die Rudelmitglieder nicht anknurren darf...
    Da frag ich mich, knurrt sie, weil sie sagen will "mein Platz, mach ihn mir ja nicht streitig", praktisch "Lass mich ja in Ruhe". Oder knurrt sie aus Eifersucht, weil sie sich über die Katze stellen will "mein Mensch, den hast du nicht anzurühren". Letzteres will ich nicht, sie soll und muss die Katzen als Mitglied sehen und als höheres Mitglied - MUSS SIE DAS ÜBERHAUPT?
    Oftmals ist es so, dass sie die Katzen sogar ignoriert, vor allem wenn sie im Haus "zusammen" rumlaufen. Manchmal aber (vor allem dann, wenn man ihr den Rücken zudreht) verbellt sie sie und jackt sie weg (manchmal auch mit in die Luft schnappen).
    Die Katzen haben sie erstaunlich gut mit ihr abgefunden, auch die Lissy (böse Katze, mag nix und niemand) geht wieder ihren gewohnten Dingen nach und jeder geht rein und raus. Nur getrennt gefüttert werden sie.
    Nur Maggie will einfach nicht aufhören.
    Die Katzen lassen sie ja gehen und es würde so gut klappen, wenn Maggie sie nicht ständig nur anpflaumen würde.
    Ich unterbinde also das Knurren und wenn es ganz schlimm ist, weil sie sie schon sehr aggressiv anschaut und knurrt, stuppe ich ihr auch in die Seite. Sie hört dann sofort auf und unterwirft sich.... Nur, das finde ich falsch (ist es denn falsch?), zum ersten, weil ich ihr körperlich die Grenzen zeige (mit aus bringt es nur in diesem Fall nicht mehr, nicht wenn sie glotzt und die Augen schon aussehen wie bei Resident Evil) und zum anderen, sie lernt nicht draus. Beim nächsten Mal, wenn Katze intesiv schmusen will und nicht nur vorbei läuft, wird gleich wieder geknurrt oder im Garten verbellt..
    Was also kann ich tun? Hat irgend jemand einen Rat? Müssen die drei wieder getrennt werden (ganz schlimm und keine Lösung, die ich mir wünsche, alle Tiere sind feste Familienmitglieder). Oder besteht noch Hoffnung, dass ich Maggie dazu bringen kann, die Katzen total zu ignorieren?
    Muss ich wieder mit Leckerlie anfangen, wenn Katze auf der Couch ist? Und sie die Klappe hält? (Dann kann ich sie bald rollen)...
    Ich weiß, ein sehr langer Text von einer unsicheren Neu-Hundehalterin. Aber mir liegt dieser Hund wirklich am Herzen und ich will ja auch nur das beste für sie, und dazu gehört eben auch eine gute und artgerechte Erziehung.
    (Hundeschule ist noch in Planung - aber für den Übergang muss eine Lösung her...)
    Ganz liebe und verzweifelte Grüße Fuchsbella

  • Ganz wichtig, was ich vergessen habe.
    Sie knurrt auch Männer an. Vor allem fremde Männer, die uns beim Spazierengehen über den Weg laufen (nicht alle).
    Meinen Schwanger kann sie überhaupt nicht leiden, der wird verknurrt und man weicht ihm aus. Gestern war meine Schwester zu Besuch und er. Und da hat sie ihm sogar ohen Vorwarnung in die Hosen gebissen. Und er sagte auch, dass sie an die Schuhen meiner Schwester ging. Ich selber hab es nicht gesehen und er war sich relativ unsicher, ob sie geschnappt hat. Meine Schwester hat das gar nicht mitbekommen. (Wobei ich mir das kaum vorstellen kann, sie mag meine Schwester und Frauen sowieso, da geht sie überall hin.)
    Allerdings mag sie deren Hund nicht (weiblich, Pocketbeagle und dominant) und die beiden haben immer Konflikte miteinander. Auf jeden Fall klappt es nur bedingt mit den beiden. Maggie geht ihr auch nach, knurrt sie an. Nur der andere Hund lässt sich das nicht gefallen... Auch mischt sich dann der Familienhund ein (die beiden kommen miteinander aus, mittlerweile sogar ohne Knurren). Und er tadelt Maggie praktisch, nimmt also den Beagle in Schutz...
    Irgendwann gibt sich das dann auch und es ist Ruhe im Garten, nur Maggie bleibt dann ein Außenseiter.
    Kann es also am Hund liegen, dass sie an meine Schwester und Schwager geht?

  • Ich würde zweigleisig fahren.
    1. ich entscheide mit wem ich wann auf der Couch kuschel. Wer da motzt, der muss eben von der Couch. Damit bietest du ihr zum einen eine Lösung: weggehen wenn ihr was nicht passt, zum anderen machst du klar, dass du dieses Verhalten nciht in Ordnung findest, weil etwas was sie möchte dann wegfällt (sogenannte negative Strafe). Ich würde dazu (damit du nicht so körperlich werden musst) eine kurze Hausleine (ca. 1m ohne Handschlaufe, damit sie sich nirgends verfängt) an Maggie lassen und sie mit einem Kommando und mit Hilfe der Hausleine auf ihren Hundeplatz bringen. Dann setzt du dich wieder auf die Couch und kuschelst mit deiner Katze. Wenn sie ruhig ist kannst du sie nach kurzer Zeit wieder zu dir rufen.
    2. würde ich ruhig belohnen, wenn sie akzeptiert, dass die Katze dazu kommt. Ob das unbedingt mit Leckerchen sein muss weiß ich nicht. Wenn sie sich auch mit Stimme oder Streicheln gut belohnen lässt, dann geht auch das. Ansonsten kannst du gutes Trockenfutter als Trainingsleckerli nehmen und das einfach von ihrer Ration abziehen. Dann wird sie auch nicht zu dick :)

    Die Situation mit dem Schwager ist mir nicht ganz klar. Wenn sie aber Probleme mit Besuch hat würde ich sie den Besuch einfach nicht begrüßen lassen. Lass sie erst dazu wenn alle sitzen und sie sich beruhigt hat. Bis dahin hast du sie entweder an der Leine und hältst sie hinter dir (und gehst weg wenns ihr zu viel oder einfach zu eng wird - wieder lernt sie: ich kann gehen wenn mir was nicht passt), oder du lässt sie in einem Raum, bei dem du die Tür zumachen kannst.
    Zu den Hunden: könnt ihr vielleicht bei den nächsten Besuchen zunächst eine kleine Runde mit den Hunden an der Leine laufen, bevor ihr dann gemeinsam ins Haus geht? Dann ist es keine so konfrontierende Situation.
    Eure Lebensverhältnisse hab ich noch nicht ganz verstanden - du wohnst bei deinen Eltern, und da gibt es noch einen zweiten Hund? Oder waren sowohl du, als auch deine Schwester bei euren Eltern zu Besuch?

    Zu Männern auf Spaziergängen: nimm sie als erste Maßnahme wenn euch Männer entgegenkommen immer auf die abgewandte Seite. Damit bildest du einen Puffer zwischen ihr und den unheimlichen Männern. Halte sie freundlich aber bestimmt auf der abgewandten Seite und neben oder hinter dir. Damit kannst du ihr zeigen, dass du übernimmst und sie nicht unsicher sein muss. Wenn notwendig (weil es zu eng ist oder so) geh mit ihr aus der Situation raus. Du kannst dich hier im Forum auch mal in das Thema "Zeigen und Benennen" einlesen.

  • Hallo lemming,
    vielen Danke für deine Antwort.
    Also gestern sind wir alle gemeinsam laufen gegangen, damit sie sie sich alle bruihigen konnten und nicht aufgeregt in den Garten kommen. Hat nur leider nichts gebracht, da Maggie schon vor dem Tor (beim Rückweg) schon anfing zu knurren und zu bellen.
    Sie wollte also definitiv nicht, dass der Hund meiner Schwester in den Garten geht.
    Zeigen und Bennen... Danke, ja da werde ich mich mal durchlesen. (Bin froh, wenn es solche Infos gibt).
    Ja, sie ging bei der Begrüßung an Hosen und Schuhe.
    Ihr fester Platz ist auf der Couch, von anfang an (falsch?) Sie hat zwar ein Körbchen, da traut sie sich aber nicht rein.
    Kann ich ihr nun nachträglich noch einen anderen Platz zuweisen? Sie bleibt nur schwer auf Komando irgendwo stehen oder liegen.
    Bis jetzt klappt nur, komm, bleib (also stehen bleiben, aber querfeld ein) und sitz (sitz, aber nur, wenn es was gibt).
    Sie geht auf die Couch, wenn ich sie getadelt habe und sie auf die Couch verweise. Aber da muss ich schon mit und es ihr zeigen.
    Und mit den Katzen ist auch so eine Sache, hat sie sie erstmal erfolgreich vergrault, kommen sie auch nicht wieder :(
    Wie kann ich das also machen? Katze rennt ja weg, wenn sie knurrt und würde ich sie dann von der couch verweisen, hab ich mein Ziel ja auch nicht erreicht (Katze schmusen). Oder meinst du, es bringt generell was, sie zu verweisen, wenn sie überhaupt knurrt? Dann werde ich das mal probieren.
    Aber generell sollte/muss ich das Knurren unterbinden?

  • Hallo Fuchsbella,
    Auch wenn es sich blöd anhört, aber lass Ihr Zeit. Wir haben unsere Mira auch aus dem Tierschutz. Am Anfang habe ich zwischendurch gedacht, es wird nichts mit Ihr. Hatte vor allem Angst, hat sich immer unterworfen jeden angebellt, der in Ihre Nähe kam, hat (im Übrigen Männer mochte sie auch nicht), jetzt ist sie bereits seit 6 Monaten bei uns und ich sag dir es ist ein ganz anderer Hund geworden. Noch nicht ganz selbstsicher aber schon mutiger, es wird nicht jeder Nachbar angemotzt. Angstpinkeln ist weg. Ich glaube diese Tiere brauchen einfach viel länger als ein Welpe vom Züchter, der in einer Familie aufgewachsen ist. LG

  • Ja, vielleicht ändert sie sich langsam. Kann wirklich sein.
    Nur, bin ich mir selber sehr unsicher, da ich einfach keine Hundeerfahrung habe.
    Heute mache ich mir eh Gedanken um sie. Sie ist völlig neben der Rolle.
    Sie geht auf ihren Platz nicht mehr. Setzt sich im Bad in die Nische von Wand und Toilette. Will zwischen die Beine und abhauen, wenn einer die Haustür aufmacht.
    Sie kauert sich unter den Esszimmertisch. Keine Ahnung was die heute hat.
    Wir haben eine Mücke in der Küche, die macht sich wahnsinnig mit den Krabbelvieh. Versucht sie zu fangen, ist ganz nervös und guckt ständig in die Luft, wo die Mücke nur ist...
    Einfach nicht sie selbst. Total von der Rolle. Und dabei ist nichts passiert. sie lag auf ihrem Platz und Mücke kam angeflogen... Seit dem spinnt sie.

  • Hmm.. die Arme. Also unserer Maus hat es geholfen sich ganz oft mit anderen Hunden und Menschen zu treffen. Sie wurde dann immer mutiger. Sie hat mit anderen Hunden gespielt und gesehen, dass sie nichts machen und das man von nichts Angst haben muss. Allerdings hatten wir eine andere Situation wir haben schon einen Rüden im Haus, der hat Mira quasi an die Hand genommen und einiges gezeigt wovor man keine Angst haben braucht. Hat die Meggie einen Hundekumpel, von dem Sie eventuell lernen kann? Ich sie hat Angst vor der Mücke, weil sie nicht weiß was das ist... summt ja auch :). Besucht Ihr eine Hundeschule mit Ihr? Bei den Katzen kann ich dir leider keinen Rat geben.

  • Hallo ihr Lieben,
    ja einen Hundekumpel hat sie - unseren Familienhund (wir wohnen zusammen auf einem Grundstück, Häuser separat, aber Garten zusammen) und mit ihm gehen wir auch immer Gassi. Nur sie kann nix mit ihm anfangen, denn die arme Maus, weiß nicht mal wie man richtig spielt. Ab und an kommen so Tobattacken aus ihr raus, aber sobald man darauf eingeht hört sie auf. Manchmal spielt sie ein bisschen mit ihrem Zausel, aber da muss schon viel zusammen kommen.
    Mit anderen Hunden ist sie eher zurückhaltend und steht immer nur am Rande und schaut.
    Hundeschule ist in Planung, aber das dauert noch ein wenig. Plätze sind überlaufen, bei uns ist das absolute Mangelware. Müsste mal schauen ob es irgendwo auf anderen Dörfern wenigstens Hundeplätze gibt, wobei man davon nix hört, da ist die Nachfrage nicht so groß.
    Ins Tierheim fahre ich mit ihr oft noch - aber das ist ja nicht das gleiche.
    Heute Abend hat sie sich wieder etwas eingekriegt. Allerdings will sie auf Teufel komm raus in Zimmer, in der sie wegen der Katzen nicht darf.
    Armes Mäggelchen, heute hängt sie in der Luft. :/

  • "falsch" ist das mit der Couch nicht, aber ich würde ihr, gerade wenn sie ein eher unsicherer Hund ist, noch einen anderen Platz geben, an dem sie etwas abgeschirmter ist und ihre Ruhe finden kann. Falls sie Höhlen gerne mag könntest du über eine Faltbox nachdenken. Wenn sie das Körbchen nicht mag, versuch es doch erst mal mit einer einfachen Decke oder einem Kissen.
    Häufig bietet sich als Ort dafür das Schlafzimmer an, weil da tagsüber meistens nicht so viel Verkehr ist, und sie dort auch ihre Ruhe vor Besuchern hat.
    Ich würde dir außerdem raten mal hier im Forum nach einem guten Trainer in deiner Gegend zu fragen. Vor Ort kann man so Sachen einfach besser einschätzen, und ein Trainer kann euch beiden viel Stress ersparen. Oft reichen da 2-3 Termine um die Situation einschätzen und einen auf die richtigen Trainingsideen bringen zu können.

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