Erste Schritte mit meinem Hund
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Hallo,
meinen neuen Mitbewohner (Beauceron/Labrador) habe ich gestern aus dem Tierheim abholt.
Eigentlich läuft alles erstaunlich gut - mir wurde gesagt, er sei aus schlechter Haltung, aber er wirkt überhaupt nicht misstrauisch oder schüchtern auf mich, auch nicht gestresst ... grade liegt er da und schläft :-)
Ich war auf einen schüchternen, total erledigten Hund eingestellt, dem ich in den ersten Tagen nicht soviel zumuten kann. Er liegt da und schnauft manchmal so - ist das Entspannung oder schon Langweile? Ich habe nicht vor, ihn zu langweilen, aber wieviel ist richtig am Anfang? Sollte / darf ich heute schon ein bisschen "Training" machen? Sollte ich draussen sofort am ersten Tag mit Fuß-Gehen-Lernen beginnen? Darf's ein etwas längerer Spaziergang sein?!
Ich hab einfach zu oft gelesen, dass man sehr vorsichtig und auf gar keinen Fall zuviel machen soll mit dem Hund in der neuen Situation... aber ehrlich gesagt liegt er da als wäre er nie woanders gewesen...
Ausserdem würde ich gern ein bisschen spielen, das soll man ja aber in den ersten Tag auch nicht... was denkt ihr darüber?
Danke für Rückmeldungen.
H.
- Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
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Also als ich meine Hündin aus Spanien bekommen habe, habe ich sofort mit langen spatziergängen angefangen und trainieren. Damit sie gleich weiß wie es hier abläuft.
Klar hab ich ihr auch viel ruhe gegönnt aber das trainieren von Sitz platz Pfötchen wär gleich angesagt.
sie hat auch alles sehr schnell gelernt und ich konnte sie schon nach einem Monat ohne Leine laufen lassen
Lg -
Hi,
ich würde am Anfang trotz dessen, dass er bei dir wirkt, als wäre er schon immer hier, nicht zu viel mit ihm machen, ich weiß ja nicht wie lange er im Tierheim war, aber ich hab selber seit letzte Woche einen Hund aus dem Tierheim, die ebenfalls aus schlechter Haltung kam, sie war 2 Monate im Tierheim, sie kam nach Hause und hat auch direkt den Eindruck gemacht, dass sie hier schon ewig zu Hause war, wir sind auch mit ihr raus haben Ball gespielt weil sie so unglaublich verspielt ist, haben gedacht, sie sieht so muskulös aus, der machen lange Spaziergänge Ballspiele usw nix aus.... Abends wenn sie aufstand fing sie dann an zu humpeln, hielt teilweise sogar ein Hinterbein hoch und ich hätte mir in den A*** beißen können, dass ich es nicht langsamer angegangen bin.
Jetzt ist schonen angesagt, was sie gar nicht verstehen kann, warum sie jetzt draußen meistens an die Leine muss und keiner auf ihre Spielaufforderungen eingeht
Mach langsam, der Hund wird sich erst schonen, wenn es schon viel zu viel ist
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Zitat
Sollte / darf ich heute schon ein bisschen "Training" machen? Sollte ich draussen sofort am ersten Tag mit Fuß-Gehen-Lernen beginnen?
Der Hund muss erstmal eine Bindung aufbauen. Du bist für ihn noch fremd.
Außerdem unterschätzt man immer den Umstellungsstress. Der ist auf jeden Fall vorhanden, auch wenn der Hund ruhig wirkt.Du kannst aber gerne einen etwas längeren gemütlichen Spaziergang machen, möglichst in einer reizarmen Umgebung, wo nicht so viel los ist.
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Hi,
vielen Dank für Eure Antworten. Dann stimmt es wohl doch, was so allgemein gesagt wird: es recht ruhig angehen lassen. Danke auch für die Warnung, Knuddelsue wg. spielen...
Ich hab eben hier ein bisschen Sitz und Platz "trainiert", aber er schaut mich noch nicht so richtig an sondern nur nach den Leckerlies. Ist ja auch klar, er kennt es nicht anders und es stimmt natürlich - ich bin ihm fremd.
Also, dann gibt es heute Nachmittag einen gemächlichen Spaziergang - er zieht zwar, aber das muss ich dann wohl anfangs so lassen - solange ich dabei nicht lobe oder "Bei Fuß" sage, wird das ja nicht so dramatisch sein. Schon nach einem Monat ohne Leine, toll! Ich glaube nicht, dass ich das hinkriege

Eben hat er zum ersten mal ein einziges Mal gebellt - als jemand im Hausflur war (ich wohne im Erdgeschoss, im Haus obendrüber noch zwei andere Mieter). Tjaaaa, das darf auch nicht einreißen..
Ich dachte, ich wäre gut vorbereitet, aber in der Situation selbst kommen dann doch so einige Fragen auf

Grüße, H.
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Ich würde mir eine Schleppleine besorgen, nicht zu lang, vielleicht 5 Meter.
Wenn der Hund mehr Bewegungsfreiheit hat, dann zieht er auch nicht mehr so.
Natürlich an der Straße kurz halten, damit er nicht auf die Straße geht. -
Also ich finde wichtig, daß man die Regeln von Anfang an aufstellt. Willkommen in Deinem neuen Leben! Hier läuft es folgendermaßen: Nichts vom Tisch holen, es gibt Tabuzonen im Haus, an der Straße warten, .....
Der Hund lernt gerade sein neues Leben kennen und wenn dazu gehört, daß er halberwegs vernünftig an der Leine geht, dann ist das so. Ist viel einfacher als wenn er denkt, das muß alles so sein und dann wird später dran rumgedoktort....Sitz und Platz sind Kunststückchen. Die haben Zeit. Name, Nein, Leine gehen - damit würde ich sofort anfangen. Die Spaziergänge erst mal ruhig. vom Tempo und von der Aufregung. Du und der Hund. Zum gemütlichen Kennenlernen. Hundepark oder Innenstadt müssen ja nicht gleich sein.
Ich würde den Hund auch gleich mal alleine lassen. Gerade wenn er so entspannt ist. Alleine sein ist in diesem schönen neuen Leben ganz normal. Aus dem Zimmer gehen, aus der Wohnung gehen.
Besucher würde ich ebenfalls beizeiten einladen. Die sollen gar nix mit dem Hund machen. Es soll einfach normal sein, daß Fremde die Wohnung betreten.
Wenn er Probleme mit dem Alleinesein oder mit Fremden hat mußt Du da natürlich überlegen, ob das eine Übung für jetzt oder für später ist. Aber ich würde ihn keine Gewohnheiten entwickeln lassen, die Du später abtrainieren mußt.
Wenn Du hier suchst, findest Du bestimmt viel zum Thema "Bindungsaufbau". Ich würde auch schon anfangen mit so Spielchen: Leckerlie in der Faust - und die geht nicht auf, solange der Hund dran rumkratzt sondern erst wenn er Dich anguckt, (Egal wie kurz)
Oder "Anti-Futter-Verteidigen" Sachen: Daß Du beim Füttern hingehst und erst mal was superdupertolles in den Napf DAZUgibst. -
Moin Moin,
eine Schleppleine hab ich, damit will ich aber noch warten. Aber gut, dass ihr das auch so seht - anders kann ich ihm ja nicht zeigen, dass er sich bewegen darf. Ich vermute, dass der noch nie Freilauf hatte. Er wurde angeblich an der Kette gehalten.
ZitatDer Hund lernt gerade sein neues Leben kennen und wenn dazu gehört, daß er halberwegs vernünftig an der Leine geht, dann ist das so.
Ja, wenn ich jetzt mal wüßte, was "halbwegs vernünftig an der Leine gehen" ist... Nach ner Weile wird er ruhiger und geht auch nebenher bei durchhängender Leine, meistens auf dem Rückweg. Anfangs macht er ein ziemliches Theater vom Moment des Anleinens an, weil er dann weiss, dass es raus geht.
Momentan nenne ich das Gehen bei durchhängender Leine "langsam" statt "Fuß" weil ich das Wort nicht verbrauchen will. Er läuft sowieso noch vor mir, ich versuch das einzudämmen, aber leicht ist das nicht. Ich will ja auch nicht so an seinem Hals ziehen!
ZitatSitz und Platz sind Kunststückchen. Die haben Zeit. Name, Nein, Leine gehen - damit würde ich sofort anfangen.
Stimmt. Du hast vollkommen recht. Gut, dass mir das so noch mal klar wird.ZitatIch würde den Hund auch gleich mal alleine lassen. Gerade wenn er so entspannt ist. Alleine sein ist in diesem schönen neuen Leben ganz normal. Aus dem Zimmer gehen, aus der Wohnung gehen.
Das macht er mit. Ich weiss nicht, ob das ein gutes Zeichen ist ;-)ZitatBesucher würde ich ebenfalls beizeiten einladen.
Hierzu habe ich auch nur gelesen, dass man das nicht machen sollte. Aber ich seh das auch so wie Du. Wenn nach 3 Wochen plötzlich Fremde da sind, wird er das stressiger finden.ZitatAber ich würde ihn keine Gewohnheiten entwickeln lassen, die Du später abtrainieren mußt.
Deswegen schreibe ich ja auch hier. Ich will keine Fehler machen, aber vermutlich mache ich schon welche, auch ohne dass mir das so klar ist. Wie sieht's aus - würdet ihr direkt zur Hundeschule gehen in der ersten Woche oder damit auch noch länger warten?ZitatWenn Du hier suchst, findest Du bestimmt viel zum Thema "Bindungsaufbau". Ich würde auch schon anfangen mit so Spielchen: Leckerlie in der Faust - und die geht nicht auf, solange der Hund dran rumkratzt sondern erst wenn er Dich anguckt, (Egal wie kurz)
Das hab ich probiert. Er checkt nicht so richtig, dass er mich ankucken darf / soll ... muss ich üben. Ist ne Welpenübung hab ich gehört, er ist 4 - aber was soll's, wenn er das nicht kennt, dann soll er's lernen. Allerdings ist er eh schon total auf Futter, aber so wie ich das verstehe, hat diese Übung den Sinn, vom Futter weg zum Blickkontakt...ZitatOder "Anti-Futter-Verteidigen" Sachen: Daß Du beim Füttern hingehst und erst mal was superdupertolles in den Napf DAZUgibst.
Glücklicherweise scheint er kein Verteidiger zu sein, obwohl er auch abgemagert war bevor er ins Tierheim kam. Ich halte seine Schüssel, das scheint ok für ihn zu sein.Sorry für den langen Text hier, ich möchte sogar noch was loswerden. Normal ist, dass Freund den Tag bei mir verbringt bzw. abends nach der Arbeit herkommt an Werktagen. Schon gestern hatten wir beide das Gefühl, dass der Hund sich eher auf ihn bezieht. Jedenfalls als er abends die Tür raus ist, bellte mein Hund und hat danach bestimmt noch 2 Stündchen "Wache gehalten". Dh sich neben seinen Korb gelegt, Kopf hoch, Ohren hoch, lauschen... statt schlafen. Wat kann ich denn da machen? Bellen macht mich echt nervös, das will ich nicht... Ich weiss, dass ich eine "ruhige, souveräne Autorität" ausstrahlen soll und ich bin auch keine kuschelweiche Piepserin mit "Eidiei" und so. Dennoch muss ich das auch erst mal lernen, denke ich. Sicher ist, dass der Hund von einem Mann an der Kette gehalten und danach ins Tierheim gebracht wurde...
Herzlichen Dank jedenfalls fürs Lesen und auch für Eure bisherigen Vorschläge.
Grüße,
H.
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