Ich bin sooo stolz auf meinen Hund . . .
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. . . und ein bisschen auch auf mich!
Hallo zusammen!
Ich freu mich einfach so sehr, dass ich hier mal schreiben muss. Ich muss auch ein bisschen ausholen.
Als unser kleiner spanischer Mischling unbekannter Zusammensetzung (Mutter bekannt, aber auch schon ein Mischling) im Sommer bei uns einzog, hatte ich schnell den Verdacht, dass er eine ordentliche Portion Jagdtrieb mitbringt. Die Nase war nur am Boden und Vorstehen konnte er wie ein Großer. Da ich das von seinem Vorgänger in dem Ausmaß nicht kannte, hab ich mich schnell eingelesen und hab mit unserer Trainerin gemeinsam gearbeitet, um das Jagen in vernünftige Bahnen zu lenken. Meine Horrorvorstellung war nämlich, einen Hund zu haben, den ich nie ableinen kann.
Wir haben also mit der Schlepp gearbeitet, ich hab mich auf Spaziergängen total interessant gemacht, hab ganz viel an der Bindung gearbeitet, hab das Vorstehen verstärkt, hab an der Impulskontrolle gearbeitet, hab immer wieder das Abrufen aus verschiedenen Situationen geübt (mit anschließender Freigabe) usw. usw.
Da ich mich auf Bosse immer besser verlassen konnte, hat er also immer mehr Freiheiten bekommen, so dass er in unserem bevorzugten Gassigebiet fast immer ohne Leine laufen kann.
Gestern bummeln wir dann gemeinsam durch den Wald und haben Spaß miteinander, auf einmal springt aus dem Unterholz ein Stück von uns entfernt ein Reh. Bosse hüpft ins Gebüsch und startet durch, dem Reh hinterher. Ich rufe und pfeife, Bosse dreht eine große Runde um mich herum, will dem Reh hinterher laufen. Ich rufe noch mal und er kommt wie ein Blitz angeschossen und setzt sich vor mich! Danach hat er noch ein bisschen in die Richtung geguckt, in die das Reh verschwunden ist, aber wir konnten ganz entspannt unsere Runde zu Ende gehen.
Ich freu mich einfach dass das Training was gebracht hat!
LG, Eva
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Hi,
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Hey, das ist doch toll! Super, dass Bosse sich auf Dich eingeschossen hat!
Hattest Du vor ihm schon Hunde? Du hast das ja immerhin sofort erkannt und gleich gehandelt, als Du festgestellt hast, dass er ein kleiner Jäger zu sein scheint.
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Ja, wir hatten vorher einen Bardino-Schäferhund-Mix. Der hatte allerdings wenig jagdliche Ambitionen. Der hat mal Möwen am Strand gejagt, aber ihm ging es eigentlich nur ums Rennen. Also, mit einem richtigen Jäger hatte ich es noch nicht zu tun.
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Oh man, wenn ich das mit meinem Rabauken hinbekommen würde, dann würde ich auch nen eigenen Thread aufmachen
. In Waldgebieten ist bei uns noch nix mit Freilaufen und bei nem Reh wäre er ohne Leine wahrscheinlich auf und davon. Super dass du das geschafft hast
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Das klingt doch super. Meine Mutter hat auch so eine Jägerin, kannst du vielleicht ein wenig ins Detail gehen wie du das Training angegangen bist ? Fände ich sehr interessant.
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Ok, ich versuch mal zu beschreiben, wie wir das Training aufgebaut haben.
Also, zuerst war Bosse nur mit Schleppleine unterwegs. Er kam mit knapp 4 Monaten aus Spanien zu uns und das hat ein bisschen gedauert, bis ich ihn wirklich einschätzen konnte.
Wir haben ein Markerwort aufgebaut und ich habe draußen jeden Blickkontakt zu mir gemarkert. Dann habe ich jeden Ansatz seines Vorstehens (was er ganz von selber angeboten hat) verstärkt. Außerdem jede Umorientierung zu mir, wenn Tiere gesehen hat.
Wir machen bei Spaziergang viele Schnüffelaktionen (Leckerchen suchen, Baumstamm schubsen, Verlorenensuche, Geruchsunterscheidung). Anfangs habe ich das viel mehr gemacht, damit Bosse merkt: "Wow, mit Frauchen ist es aber spannend hier!" Jetzt bauen wir das mal ab und zu ein, gerade, wenn ich merke, er fährt sehr hoch, denn das Schnüffeln entspannt ihn total.
Außerdem habe ich ihn immer wieder aus spannenden Situationen abgerufen (Spiel mit anderen Hunden, Mäuschen suchen etc.) und sofort wieder hingeschickt, damit er mein Abrufen nicht damit verbindet: Frauchen ruft =Spaß vorbei.
Wir arbeiten viel an der Impulskontrolle, in allen möglichen Situationen im Haus oder draußen. Wir haben auch mit der Reizangel trainiert und da immer wieder die Umorientierung zu mir.
Generell bemühe ich mich, viel Kopf- und Schnüffelarbeit mit Bosse zu machen und ihn nicht durch " sinnlose" körperliche Aktivität zu pushen. Er fährt nämlich sehr schnell hoch und dann würde er sicherlich nicht mehr ansprechbar sein, wenn ein Reh vor uns durchstartet. Natürlich bekommt er viel Bewegung und darf mit seinen Kumpels toben, aber ich bemühe mich immer, den Punkt zu erkennen, an dem ich abrechen muss, bevor er "durchknallt".
Wenn Du noch Fragen hast, frag gerne.
LG, Eva
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Wie hast du denn das Umorientieren geübt oder erreicht.
Wenn Jacke nochmal zu mir gucken würde bevor er losprescht oder erstmal Vorstehen würde wäre bei uns schon ein großer Schritt!
Und wie genau hast du mit der Reizangel trainiert? -
Wie alt ist sie denn jetzt? Also wie lange schon bei euch?
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So, nachdem hier endlich mal Ruhe herrscht, komme ich auch dazu, zu antworten.
Zunächst: Bosse ist jetzt 11 Monate alt (ziemlich pubertär) und seit Mitte August bei uns. Es ist übrigens ein Rüde und keine sie
.Zur Reizangel:
Unsere Trainerin hat Party mit der Reizangel gemacht. Ich hatte Bosse an der Leine und hab ihn auf mich aufmerksam gemacht (ansprechen, schnalzen) und jedesmal, wenn er nur ansatzweise die Aufmerksamkeit von dem lustig hüpfenden Tierchen abgewendet und in meine Richtung gerichtet hat, habe ich ihn mit dem Markersignal verstärkt und dann dick belohnt. Ich habe bei ihm auch einfach das Glück, dass er sehr futtermotiviert ist. Wobei ich ihn auch mit Spielen, Toben, Buddeln, Schnüffeln usw. belohnt habe, je nachdem, was ich für situationsangemessen gehalten habe.
Wir haben dann die Distanz zwischen Hund und hüpfendem Objekt immer weiter verringert. Ach ja, wann immer Bosse in diesen Momenten ein Vorstehen angeboten hat, habe ich das Markerwort und die Belohnung eingesetzt.Zur Umorientierung:
Ich habe natürlich nicht erwartet, dass Bosse , wenn ein Tier vorbeiflitzt, sich dann noch umorientiert. Deshalb habe ich viel früher angefangen. Am Anfang habe ich jeden Blickkontakt zu mir gemarkert, egal, ob an der Leine oder im Freilauf. Jetzt verstärke ich im normalen Freilauf nur noch manchmal, in Situationen, in denen die Gefahr besteht, dass Bosse abzischt, nutze ich es verstärkt.
Ich habe eben auch das Vorstehen massiv verstärkt. Das hat Bosse gerade am Anfang sehr oft in Situationen gemacht, die für ihn unbekannt waren. Das habe ich halt ausgenutzt.Na ja und ich denke eben auch, dass die Impulskontrolle super wichtig ist. Das haben wir auch intensiv geübt, es ist bei meinem Hund aber echt noch stark ausbaufähig, insbesondere wenn es um die Begegnung mit anderen Hunden geht, vorwiegend aber an der Leine.
Ja und Auslastung über Nasenarbeit ist bei meinem Hund eben auch ganz wichtig. Er scheint wohl eher einen Schnüffler und Stöberer und nicht so sehr einen Hetzjäger in den Genen zu haben. Da kann man dann wirklich viel über Schnüffel- und Suchspielchen machen.
Ich hoffe, Ihr könnt mit meinen Antworten etwas anfangen.
LG, Eva
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Danke für deine Beschreibung :)!
Ich finde vorallem das Training mit der Reizangel gut. Denke das werde ich auch mal ausprobieren und mal sehen vielleicht hilfts ja ;)! Vielleicht können wir ja dann auch mal (irgendwann) gemütlich in den Wald :D! - Vor einem Moment
- Neu
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