verknüpft ein hund best. Vorfälle mit bestimmter Schimpfe?

  • Hallo ihr,

    ich hab mal eine doofe Frage:
    Merkt sich mein Hund bestimmte Situationen und die Schimpfe dazu?

    Situation: gestern hat Whiskey über den Stuhl den Schreibtisch erklommen und die Leckerlidose geplündert (war nicht mehr viel drin und auch noch ein Rest als ich wieder ins Zimmer kam) aber die Papiere lagen alle unten und die Dose war umgekippt - ich wusste er konnte nur der Übeltäter sein. :hust:

    Nun hab ich nicht wie sonst nur mit "Nein" die Sache kommentiert, sondern gesagt "Das ist nicht schön!" (ok, bisschen einfallslos, aber er hat gemerkt was ich will und auch, dass er Unsinn gemacht hat. Nach einem "ich bin jetzt hoffentlich klein und mach mich unsichtbar", versuchte er sich wieder einzuschmeicheln. Hat dann später auch geklappt - Bin ja auch nicht nachtragend - solang er gemerkt hat, dass er was falsch gemacht hat ;)

    Nun ist es so, dass ich anderes unerwünschtes Verhalten (bellen im Büro) seither auch mal mit "Das ist nicht schön!" kommentiert habe und er hat - im Gegensatz zu "Nein"- was bisher immer gesagt wurde und nur kurzzeitig erfolg hatte - auch das "OK, ich hab was falsch gemacht"-Verhalten von gestern gezeigt und damit ist grade alles super.

    Nun meine Frage: verknüpft er diesen Satz mit dem gestrigen Vorfall oder allgemein mit unerwünschtem Verhalten? Ich weiß, bissl blöd, aber ich hab einfach keine Ahnung ob das jetzt super ist, weils funktioniert, oder ob er das immerwieder mit der Situation verbindet...

    Vielen Dank schonmal für eure Antworten.
    LG, Sue

  • Huhu :smile:

    Ich schreib mal was mir so spontan dazu einfällt.

    • Bestrafungen (wie auch Lob) verknüpft der Hund mit der Situation nur in der Sekunde, wo es passiert. Ist das Missgeschick schon eine Weile her macht eine Bestrafung keinen Sinn mehr, der Hund reagiert mit Beschwichtigungsverhalten auf deine Mißgunst (das riechen und spüren die). Er weiß aber nicht was er falsch gemacht hat!
    • Du musst das Fehlverhalten bestrafen und ein anderes (gewolltes) dafür einsetzen. Am deinem Beispiel würde das heissen, dass ich den Hund unterbreche, wenn er sich überlegt den Stuhl zu erklimmen, um auf den Tisch zu gelangen. Ich lasse keine Tirade los wenn der Hund bereits auf dem Tisch was frisst - dann war ich einfach mal zu langsam. Um dass der Hund nicht mehr auf den Stuhl will, belohnst du einfach unten auf dem Boden. Auf dem Tisch darf sich nichts befinden, was der Hund haben wollte - das ist einfaches Management. Selbst wenn der Hund in deiner Abwesenheit auf den Tisch klettert, darf er sich dort nicht selbst belohnen und muss erfolglos bleiben.
    • Du hast genau 2 Dinge in der Hand: Das was VOR dem Verhalten passiert und was DANACH. Verhalten ist immer konsequenzgetrieben. Wenn du nur meckerst, der Hund beschwichtigt und alles ist gut, wird sich am Verhalten nichts ändern. Um Verhalten zu mindern, muss der Hund die Konsequenz vermeiden wollen. Das hat aber nichts mit Gewalt oder Zwang oder rumbrüllen zu tun!
    • Es ist hilfreicher Fehlverhalten mit einem Wort zu belegen, als mit einem ganzen Satz. "Das ist nicht schön" besteht aus Worten, die du sicher häufiger verwendest aber nicht auf den Hund gemünzt sind. Viele Leute nutzen ein einfaches "Schade" oder "Das war's!" und DANN folgt auch die Konsequenz. IMMER. Ausnahmslos. So kann der Hund bald unterscheiden, dass er gerade eben etwas falsch gemacht hat, der Vorteil dabei ist, dass man nicht direkt bei dem Hund sein muss, das Wort sagt dem Hund an Ort und Stelle, dass er sich gerade falsch verhält.
    • Bei dem Bellen im Büro müsste man unterscheiden warum er bellt. Hat er angst vor etwas/jemandem - dann würde ich dieses Verhalten NIE bestrafen - bellt er weil jemand kommt und er es nicht erwarten kann, bellt er weil irgendwas komisches abgeht ...
  • hallo,

    danke für deine Antwort Estandia!

    Ich hab das vielleicht blöd beschrieben - der hund war sonst noch nie auf dem Stuhl und gleich gar nicht auf dem Tisch :D Ich hatte die Dose da auch noch nie stehen - mein Fehler... :ops:

    Ich musste gestern nur mal kurz raus und da hat er sich eben bedient.
    Diesen Satz "Das ist nicht schön" gibt es bei mir / uns sonst dialektbedigt nie :)

    Das bellen macht er meiner Meinung nach aus territorialem Verhalten.
    Er meckert immer, wenn jemand an der Tür vorbei geht. Ist zwar auch ängstlich bei Fremden, aber hier deutet die Körpersprache eher auf Krawall als auf Angst...

    Nach der gestrigen Situation (war nach deiner Beschreibung ja schon alles zu spät, als ich ins Zimmer kam) war er aber doch geknickt und musste die (meinerseits sicher zu späte Konsequenz) auf seinen Platz zu gehen und dort auszuharren, erstmal hinnehmen und heute war das so:
    Er lag im Büro auf seinem Leiblingsplatz, sah wieder Füße vor der Tür und schlug an.
    Als ich nun sagte "Das ist nicht schön." zog er die Ohren ein und ging auf seinen Platz, wartete auch dort, bis ich ihn wieder aufstehen ließ.

    Man macht ja so mit dem ersten eigenen Hund einige Fehler, daher meine Frage ob das ok so ist oder ob ich ihm da was falsches vermittelt habe / vermittle...!?

    LG Sue

  • Ich schätze du betrachtest das Ganze ein wenig zu menschlich.

    Nein, dein Hund weiss nicht, dass er was falsch gemacht hat und für deinen Hund ist es auch nicht falsch, dass die Leckerliedose geplündert auf dem Boden liegt.

    " er darf das nicht tun" ist dein Verständnis, aber nicht seins.

    Deswegen ist es auch sinnlos zu schimpfen oder sich anderweitige Sanktionen auszudenken.

    Er registriert deine Stimmung und reagiert darauf. Du hast seine Reaktion ja beschrieben.

  • Zitat


    Man macht ja so mit dem ersten eigenen Hund einige Fehler, daher meine Frage ob das ok so ist oder ob ich ihm da was falsches vermittelt habe / vermittle...!?

    Das wirst du daran sehen, ob er wieder tut was du nicht möchtest :D

    Ansonsten kommentierst du nur was er tut - er zeigt daraufhin eine Handlung, von der ER gelernt hat, dass sie dich in deinem Tun beeinflusst. Dem Beschwichtigungsverhalten (eigentlich Beruhigungsverhalten) muss nichtmal mehr "wahre" Beschwichtigung zu grunde liegen. Ich bezweifle, dass es das "verbotene" Verhalten nachhaltig ändern wird.

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