Fragen über Fragen :-)

  • Hi liebe Mitglieder,

    ich habe seit gut 2 Monaten nun einen Chihuahua (kurzhaar, reinrassig). Der kleine ist nun fast 5 Monate alt.

    Wir kommen super zurecht und er ist echt ein artiger.
    Auch gut im Griff habe ich ihn.

    Ich erzähle euch nun bisschen was über ihn.

    Er ist ein sehr anhänglicher Welpe, und will am liebsten immer nur kuscheln.
    In der Wohnung bellt er wirklich nicht ein bisschen, nicht mal dann wenn es klingelt.
    Auch Angst hat er vor nichts da ich ihm sozusagen jedes Teil vorgestellt habe, ausser Plastiktüten (ich glaube das Rascheln mag er da nicht).
    Er erkennt meine Tonlagen wenn mir was nicht gefällt, was auch super klappt wenn er zum Beispiel mal auf den Esstisch geht.
    Er hat auch keine scheu vor fremden Personen in meiner Wohnung, heißt wenn freunde kommen, begrüßt er sie ganz herzlich und will auch mit denen gleich spielen oder gestreichelt werden.

    Wie gesagt ich habe ihn eigentlich ganz gut im Griff.

    Aber nun komm ich zu den Punkten wo ich manchmal nicht weiter weiß.

    Er hat seine blase sogut wie gar nicht im Griff.

    Bedeutet:

    Wenn ich ihn manchmal hochhebe, schießt wirklich ein Spritzer einfach in eine Richtung, dann ruf ich kurz laut seinen Namen und in einem anderen Ton, und setz ihn wieder ab, der Hund weiß das er was falsch gemacht hat, er legt seine Ohren nach hinten und zieht den Schwanz ein und tapselt ganz langsam in seine Ecke und schaut immer kurz hinter ob ich noch "sauer" bin.

    Auch hat er in der Wohnung eine Ecke gefunden wo er oft (fast jeden Tag) eine pfütze hinterlässt. dann werd ich wieder laut und hebe den Finger und zeig auf sein Geschäft. Wieder diesselbe Reaktion mit Reue.

    Wenn ich ihn dabei sogar erwische, halt ich ihm am nacken und dann jault er. (Ich weiß viele halten davon nichts, aber ich muss dann ein wenig strenger zu ihm sein als wie wenn ich ihn nicht dabei erwische).

    Ich gehe alle 2-3 Stunden für ca. 15 minuten raus mit ihm damit er sein Geschäft erledigt, was er draußen prima auch macht und er wird auch immer gelobt und wedelt dann wie verrückt mit dem Schwanz und leckt mein Knie.

    Das ist das eine problem.

    Das nächste ist, er kann keine anderen Hunde ab...

    Wenn ich mit ihm raus gehe, bellt er wirklich jeden Hund an, und auch kleine Kinder die hektisch auf ihn zugehen. Ich kann ihn so natürlich nicht von der leine lassen und weiß auch nicht welche Reaktion ich da zeigen soll. Wenn es dunkel ist und wenig los ist draussen, knurrt er auch wenn normale Menschen vorbei gehen.


    Vielleicht habt ihr ein paar Tipps da für mich bereit.

    Vielen lieben Dank euch

  • Einen Welpen muss man nicht "im Griff" haben, sondern liebevoll erziehen und anleiten.
    Du bist zu streng mit Deinem Welpen.

    Dies zeigt sich hier:

    Zitat

    Wenn ich ihn manchmal hochhebe, schießt wirklich ein Spritzer einfach in eine Richtung, dann ruf ich kurz laut seinen Namen und in einem anderen Ton, und setz ihn wieder ab, der Hund weiß das er was falsch gemacht hat, er legt seine Ohren nach hinten und zieht den Schwanz ein und tapselt ganz langsam in seine Ecke und schaut immer kurz hinter ob ich noch "sauer" bin.

    Dein Welpe hat Angst vor Dir.
    Das Pinkeln beim Hochheben ist ein Beschwichtigungspinkeln. Das macht er, um Dich zu besänftigen und Du schimpfst ihn noch zusätzlich aus, obwohl er schon versucht hat, Dich friedlich zu stimmen.

    Zitat

    Auch hat er in der Wohnung eine Ecke gefunden wo er oft (fast jeden Tag) eine pfütze hinterlässt. dann werd ich wieder laut und hebe den Finger und zeig auf sein Geschäft. Wieder diesselbe Reaktion mit Reue.

    Der Hund zeigt keine Reue, sondern hat auch hier wieder Angst vor Dir.

    Zitat

    Wenn ich ihn dabei sogar erwische, halt ich ihm am nacken und dann jault er. (Ich weiß viele halten davon nichts, aber ich muss dann ein wenig strenger zu ihm sein als wie wenn ich ihn nicht dabei erwische).

    Damit versaust Du Dir das Vertrauen Deines Hundes.
    Ein junger Hund macht nichts falsch. Wenn er noch in die Wohnung macht, hat er das noch nicht verstanden. Erst mit circa 12- 16 Wochen können junge Hunde ihre Blase bewusst kontrollieren.

    Zitat

    Das nächste ist, er kann keine anderen Hunde ab...

    Du solltest eine Hundeschule besuchen, wo er mit gleichaltrigen Welpen spielen kann.
    Wenn Du ihm das nicht bald ermöglichst, wird er ein schlechtes Sozialverhalten entwickeln.

    Zitat

    Vielleicht habt ihr ein paar Tipps da für mich bereit.

    Lass die Erziehung durch Strafe sein. Dadurch lernt ein Hund nichts, sondern verliert das Vertrauen.

  • Zitat


    Er hat seine blase sogut wie gar nicht im Griff.

    Bedeutet:

    Wenn ich ihn manchmal hochhebe, schießt wirklich ein Spritzer einfach in eine Richtung, dann ruf ich kurz laut seinen Namen und in einem anderen Ton, und setz ihn wieder ab, der Hund weiß das er was falsch gemacht hat, er legt seine Ohren nach hinten und zieht den Schwanz ein und tapselt ganz langsam in seine Ecke und schaut immer kurz hinter ob ich noch "sauer" bin.

    Auch hat er in der Wohnung eine Ecke gefunden wo er oft (fast jeden Tag) eine pfütze hinterlässt. dann werd ich wieder laut und hebe den Finger und zeig auf sein Geschäft. Wieder diesselbe Reaktion mit Reue.


    Hallo,

    halte dir bitte vor Augen, dass dein Junghund das nicht mit Absicht macht.
    Du bestrafst ihn mit unangemessener Strenge, die der Kleine nicht zuordnen kann.
    Er legt seine Ohren nicht an, weil er weiß, dass er etwas falsch gemacht hat, sondern er reagiert aus Angst wegen deiner Reaktion so!
    Wenn du ihm die Pipipfütze zeigst und laut wirst, jagst du ihm ebenfalls Angst ein.
    "Reue" kennt ein Hund nicht und dass er was falsch gemacht hat, weiß er auch nicht.
    Er würde nicht ins Haus machen, wenn er es besser wüsste und könnte, glaub mir.
    Er ist noch nicht stubenrein, was jetzt nicht sooo besorgniserregend in dem Alter ist.


    Zitat

    Wenn ich ihn dabei sogar erwische, halt ich ihm am nacken und dann jault er. (Ich weiß viele halten davon nichts, aber ich muss dann ein wenig strenger zu ihm sein als wie wenn ich ihn nicht dabei erwische).

    Nein, davon ist auch nichts zu halten!
    Stell dir vor, deine Eltern wären so mit dir vorgegangen, weil du in die Windeln gemacht hast.
    Was soll der Hund lernen, außer, dass du unberechenbar bist und dass er für Dinge bestraft wird, die er nicht steuern kann!

    Zitat

    Ich gehe alle 2-3 Stunden für ca. 15 minuten raus mit ihm damit er sein Geschäft erledigt, was er draußen prima auch macht und er wird auch immer gelobt und wedelt dann wie verrückt mit dem Schwanz und leckt mein Knie.

    Dann mache weiter so und stelle ab sofort das "Nackenhalten" (der Hund bekommt Todesangst) und Schimpfen ein!


    Zitat

    Das nächste ist, er kann keine anderen Hunde ab...

    Wenn ich mit ihm raus gehe, bellt er wirklich jeden Hund an, und auch kleine Kinder die hektisch auf ihn zugehen. Ich kann ihn so natürlich nicht von der leine lassen und weiß auch nicht welche Reaktion ich da zeigen soll. Wenn es dunkel ist und wenig los ist draussen, knurrt er auch wenn normale Menschen vorbei gehen.

    Dein Junghund scheint sehr unsicher zu sein.
    Woher hast du ihn?
    Warst du mit ihm in einer guten Hundeschule?
    Wie und wo wurde er aufgezogen?
    Wurde er auf das Leben "draußen" vorbereitet?
    Er scheint nicht allzu viel kennengelernt zu haben.

    Gruß
    Themis

  • Zitat


    Aber nun komm ich zu den Punkten wo ich manchmal nicht weiter weiß.

    Er hat seine blase sogut wie gar nicht im Griff.

    Bedeutet:

    Wenn ich ihn manchmal hochhebe, schießt wirklich ein Spritzer einfach in eine Richtung, dann ruf ich kurz laut seinen Namen und in einem anderen Ton, und setz ihn wieder ab, der Hund weiß das er was falsch gemacht hat, er legt seine Ohren nach hinten und zieht den Schwanz ein und tapselt ganz langsam in seine Ecke und schaut immer kurz hinter ob ich noch "sauer" bin.


    Nimmst du ihn von hinten hoch oder von vorne & machst erst auf dich aufmerksam? Wenn du ihn plötzlich und ohne Ankündigung einfach hochnimmst, erschrickt er vielleicht oder fühlt sich bedrängt, so dass er gar nicht bewusst pinkelt, sondern einen "Schreckpinkler" loslässt. Oder sogar das Pinkeln als Beschwichtigungssignal benutzt, weil er denkt, er hat was falsch gemacht.
    Ich glaub auch nicht dass der Hund in dem Moment weiß dass sein kleiner Spritzer "böse" war, sondern verbindet eher das Hochnehmen dann mit Tadel. Deshalb guckt er dich vielleicht auch eingeschüchtert an, anstatt seinen Spritzer zu "bereuen".

    Zitat


    Auch hat er in der Wohnung eine Ecke gefunden wo er oft (fast jeden Tag) eine pfütze hinterlässt. dann werd ich wieder laut und hebe den Finger und zeig auf sein Geschäft. Wieder diesselbe Reaktion mit Reue.


    Schimpfst du ihn aus, wenn du ihn dabei erwischst oder erst später, wenn du gemerkt hast dass da wieder eine Pfütze ist? Der Hund versteht nicht, wenn du ihn später dafür maßregelst.
    Um die Ecke weniger schmackhaft zu machen, sprüh sie mal mit Desinfektionsmittel ein. Wenn du es "nur" wegwischst, bleibt trotzdem noch der Duft und für den Hund ist es angenehmer, dorthin zu pinkeln.

    Zitat


    Wenn ich ihn dabei sogar erwische, halt ich ihm am nacken und dann jault er. (Ich weiß viele halten davon nichts, aber ich muss dann ein wenig strenger zu ihm sein als wie wenn ich ihn nicht dabei erwische).


    Das find ich persönlich überhaupt nicht gut! Also wir haben unseren Junghund NIE für sein Pinkeln bestraft und trotzdem wurde er ganz simpel stubenrein. Einfach ignorieren, wegwischen, einsprühen um den Duft wegzubekommen und ab in den Garten (bzw vor die Tür) mit ihm, wenn du ihn beim Pinkeln erwischst!

    Zitat


    Ich gehe alle 2-3 Stunden für ca. 15 minuten raus mit ihm damit er sein Geschäft erledigt, was er draußen prima auch macht und er wird auch immer gelobt und wedelt dann wie verrückt mit dem Schwanz und leckt mein Knie.


    Vielleicht ist es für ihn einfacher, wenn du erstmal jede Stunde rausgehst, damit er gar nicht in Verführung kommt, ins Haus zu machen. Mit 5 Monaten kann er auch schon ein wenig länger rausgehen, als 15min. Gibt so ne Faustregel - pro Lebensmonat 5 Minuten. Muss man aber individuell auf seinen Hund anpassen.

  • Vielen Dank für die ganzen Antworten.
    Ja mach mir nur Sorgen das ich das nicht schaffe mit dem stubenrein. Okay das mit dem nackenhalten werde ich nun sein lassen, danke. Es wird immer so oder so gesagt.
    Also einfach noch geduld haben am besten oder?

    Hundeschule geht leider zeitlich bei mir kaum da ich von Montag- Samstag von 11-21 uhr arbeite (Hund ist immer dabei).


    Ich habe ihn von Privat gekauft, mit seinen Eltern hat er sich verstanden, ich hab den besitzer darauf angesprochen und er hat gemeint das es mal einen Zwischenfall mit einem anderen Hund gab, näher ist er darauf nicht eingegangen. Aber auch Tauben oder Vögel bellt er an. Aber menschen liebt er (sobald es nicht dunkel ist)

  • Zitat

    Okay das mit dem nackenhalten werde ich nun sein lassen, danke. Es wird immer so oder so gesagt.
    Also einfach noch geduld haben am besten oder?

    Einen Hund im Nacken zu packen, ist finsterstes Mittelalter.
    Wenn Dein Hund reinmacht, dann machst Du das weg - ohne Kommentar.
    Wenn er draußen macht, wird gelobt.

    Zitat

    Hundeschule geht leider zeitlich bei mir kaum da ich von Montag- Samstag von 11-21 uhr arbeite (Hund ist immer dabei).

    Das ist sehr schlecht. Die Sozialisierungsphase ist bald abgeschlossen. Wenn Dein Hund jetzt nicht bald den Umgang mit anderen Hunden lernt, wird er nie mit anderen Hunden klarkommen. Such Dir eine Hundeschule, die sonntags Spielstunden hat oder private Kontakte mit gut verträglichen Hunden.

    Zitat

    Wenn ich mit ihm raus gehe, bellt er wirklich jeden Hund an, und auch kleine Kinder die hektisch auf ihn zugehen. Ich kann ihn so natürlich nicht von der leine lassen und weiß auch nicht welche Reaktion ich da zeigen soll. Wenn es dunkel ist und wenig los ist draussen, knurrt er auch wenn normale Menschen vorbei gehen.

    Er muss wirklich andere Hunde und auch kleine Kinder kennenlernen - natürlich positiv.
    Dass ein junger Hund im Dunkeln knurrt, ist nicht ungewöhnlich.

  • Glückwunsch zum neuen Familienmitglied ;)
    Gut, dass du die Antworten bislang beherzigen möchtest. Ganz viel Geduld und das mit der Stubenreinheit gibt sich schon. Vor allem dem Kleinen nicht noch zusätzlich Angst einflößen!

    Zitat

    Ich habe ihn von Privat gekauft, mit seinen Eltern hat er sich verstanden, ich hab den besitzer darauf angesprochen und er hat gemeint das es mal einen Zwischenfall mit einem anderen Hund gab, näher ist er darauf nicht eingegangen. Aber auch Tauben oder Vögel bellt er an. Aber menschen liebt er (sobald es nicht dunkel ist)

    War dein Kleiner aus einem "Unfallwurf"? Papiere hast du ja dann vermutlich keine oder? Und woher weißt du, dass er reinrassig ist?

    Ich würde schon mal näher bei dem Züchter (?) nachfragen, was das für ein Zwischenfall ist. Dann bist du auf eventuelle Situationen gewappnet und kannst auch gezielt die Ängste angehen, die dein Hund aufgrund dieses Zwischenfalls eventuell entwickelt.

  • Da bliebe auch noch der Sonntag für einen Gruppe, in der dein Hund lernt, wie man mit Artgenossen umgeht! Das ist unglaublich wichtig für ihn, stell dir mal vor, du müsstest dein ganzes Leben in einer Elefantenherde verbringen und hättest Probleme mit anderen Menschen, evtl sogar Angst vor ihnen. Da entgeht deinem Hund die Chance, mit den einzigen Lbenwesen zu kommunizieren, die ihn WIRKLICH verstehen - andere Hunde.

    Wenn man sich einen Hund anschafft (e.gal welche Größe), dann muss man den Zeitaufwand für eine anständige und artgerechte Entwicklung und Sozialisierung (von Erziehung mal ganz abgesehen) einplanen und dafür auch auf andere Hobbys zB verzichten. Will oder kann man das nicht, sollte man sich kein Haustier anschaffen.

    Und ein neueres Buch über die ersten Monate mit einem Hund wäre sicher auch sehr sinnvoll, da lernst du zumindest grundlegend sicher auch viel dazu. Dein Hund wird es dir danken!! Vielleicht hat hier ja jemand Tipps, bin da nicht mehr so im Bilde.

  • Hallo ChrisRocky,

    zuerst: Glückwunsch zum Zuwachs! :smile:

    Du hast deinen kleinen Freund ja erst ein paar Wochen bei dir, ich würde mir und auch ihm also nicht so viel Druck machen. Ihr müsst euch beide an die neue Situation gewöhnen und besonders als Welpe wird er da täglich etlichen Reizen ausgesetzt, die neu für ihn sind.


    Ich schließe mich an, was den Nackengriff angeht und das Ausschimpfen bei erneuten Pfützen. Du musst dir überlegen, auf was eure Beziehung aufbauen soll. Natürlich kann man einen Welpen mit Stränge und Angst "erziehen", aber es ist doch viel schöner, wenn der Hund auf dich hören möchte, weil er dir gefallen will - statt aus Angst vor möglichen Strafen.


    Je nachdem woher du kommst, gibt es dort mit Sicherheit andere Hundebesitzer (vielleicht sogar im Forum vertreten?), mit denen du privaten Kontakt aufnehmen kannst, um die Hunde außerhalb einer Hundeschule spielen zu lassen. Außerdem könntest du bei Hundeschulen anrufen, nachfragen, wie die Zeiten sind und/oder ob sie Kontakt zu anderen Besitzern herstellen können, wenn es nicht passen sollte.


    Das mit der Stubenreinheit wird schon werden. Einfach ein wenig Geduld üben und - loben, loben, loben! Wenn dich die Spaziergänger, Nachbarn und Passanten für verrückt erklären, dann lobst du richtig! :D


    Ich wünsche euch beiden viel Spaß miteinander! :smile:


    PS: Bücher zum Thema Erziehung, Spaß, Spiel.. kannst du auch super in der Bibliothek finden!

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