Hund bleibt ständig zurück

  • Nachdem auch unsere Hundetrainerin etwas ratlos scheint, frage ich einfach mal in die Runde nach Ideen. Erstmal zur Ausgangslage. Wir haben eine Labradorhündin mit 2 Jahren. Sie ist sehr unterwürfig und wirkt teilweise auch Unsicher bei den Spaziergängen. Sie läuft kaum voraus. Gerade jetzt nach der Läufigkeit hat sie wieder angefangen kurz zu "bocken", bedeutet aus dem Haus heraus und dann mal kurz verlangsamen und sich hinsetzen. Kurzer leichter Ruck an der Leine reicht aber um sie zum weitergehen zu bringen. Läuft dann auch perfekt. Dann nach dem Ableinen wirkt sie unsicher, Kopf gesenkt und Schwanz unten (nicht eingeklemmt). Manchmal bleibt Sie auch hier einfach sitzen. Kommt aber immer wenn man eine gewisse Distanz (ca. max. 50m) weg ist/ oder ausser Sicht. Das ist auf dem ersten Drittel des Spaziergangs fast immer so. Helfen tut oft Beschäftigung/ Ablenkung, also wird Apportiert, gespielt, andere Hunde helfen auch. Sie hört natürlich auch immer noch auf das "Hier", "Fuss" oder Pfiff. Ich möchte aber nicht ständig Kommandos geben und hab auch das Gefühl sie könnte das Kommando und das Leckerlie "provoziert"haben. Allgemein beschäftigen wir uns sehr viel mit ihr während dem Spaziergang und ich habe auch das Gefühl das die Bindung und die Rangfolge sehr gut sind. Ich habe das Gefühl ihr fehlt eher eine Portion "Selbstbewusstsein".

  • Da scheint ihr ja tatsächlich ein ganz schüchternes Mäuschen zu haben. Unsere Dalmatinerhündin war genauso. Wir haben sie mit 2 1/2 Jahren bekommen und "hundisch" war für sie eine absolute Fremdsprache.

    Sie hatte auch keine Ahnung, wie sie ihre eigene Körpersprache einsetzen sollte und oftmals provozierte sie eine Keilerei, weil sie einfach die falschen Signale aussendete.

    Wir haben uns dann die "Macht des Rudels" zu nutze gemacht. In einer "bunten" Hundetruppe gemischt mit Rüden und Hündinnen haben wir sie einfach mal "Hund" sein lassen. Und dieses Toben und sich über Körpersprache verständigen hat enorm viel gebracht. Von den Hündinnen hat sie sich abgeguckt, wie man sich verhält, wenn die Rüden doch mal zu aufdringlich wurden. Sie lernte von älteren Hunden den nötigen Respekt und bei Welpen die notwendige Vorsicht.

    Insgesamt ist sie jetzt eine stolze, resolute Hündin, die sich zu behaupten weiß. Das einzige, was ihr nachwievor Probleme bereitet ist das Lesen bei Hunden, deren Körpersprache "eingeschränkt" ist. Beispielsweise bei Hunden mit kupierter Rute/Ohren oder bei Hunden mit kurzer Schnauze.

  • Eine Bekannte hatte das Problem mit dem hinterher laufen auch. Sie hat von einer Trainerin den Tipp bekommen den Hund die nächste Zeit konsequent vorne weg zu schicken. Es dauerte 2 -3 Tage und jetzt klappt das.

    Ist sie an der Leine selbstbewusster?

  • Wartest du manchmal auf sie, lockst/bittest sie, mitzukommen?
    Das könnte nämlich ein Grund für ihr Verhalten sein, bzw. es noch verstärken.
    Was macht sie, wenn du sie ableinst und dann einfach davonrennst?

    Aber ungewöhnlich ist es schon, wenn ein Hund so gar nicht an seiner Umwelt interessiert ist. Wobei es nach der Läufigkeit natürlich auch durch die Scheinschwangerschaft verursacht sein kann.

  • Vorausschicken funktioniert nicht wirklich, sie fasst es (glaube ich) als Spiel auf und beginnt das hochzuspringen. Könnte auch Beschwichtigen sein...
    Mit Leckerlies oder so kann ich sie schon nach vorne schicken aber kurze Zeit später ist sie wieder hinten. Sie ist durchaus an der Umwelt interessiert, schnüffelt viel, spielt mit anderen usw.
    Das mit dem Warten und so weiter halte ich auch für falsch, Sie sollte sich ja an mir orientieren, macht Sie ja auch, aber die Distanz die Sie zurückbleibt ist mir zu gross. Sie kommt ja durchaus mit, aber erst in 20 oder 30 m.

    Meist verbessert sich das mit der Hälfte des Spaziergangs, dann läuft sie teilweise auch mal nach vorne. Ich denke im Moment ist es einfach etwas krasser durch die Läufigkeit bedingt.

  • bei meiner Hündin hatte sich das Bummeln beim Spazierengehen im Laufe der Zeit durch meine eigene Nachlässigkeit eingeschliffen.
    Ich bin jetzt dazu übergegangen, sie kräftigst zu scheuchen, wenn sie zurückbleibt, ihr es also sehr unbequem zu machen. :)

    Wenn sie dagegen bei mir bleibt oder auch vorläuft, dann gibt es freundliche Zuwendung, ggf. auch mal n Spiel, Suchaufgaben, etc.

    Das dauerte ein paar Wochen, aber es bessert sich zunehmend.


    P.S.
    Auch bei unsicheren Hunden muss man Regeln durchsetzen ;)

  • Nachdem ich mir nochmal Gedanken gemacht habe und die Foreneinträge gelesen habe. Bin ich mir relativ sicher, dass Sie schlicht und einfach gelernt hat, wenn ich zurückbleibe macht mein Herrchen was ganz tolles :) Also gibt es nun einfach nichts mehr wenn Sie hinten bleibt, keine Ansprache, Spiel und erst Recht keine Leckerlies. Klappt nach einer Woche schon viel besser. Allerdings muss ich auch sagen, das sie durch die Läufigkeit einfach auch sehr ruhig und lahm geworden ist und viel weniger spielt und spazieren will.

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