Blutiger Durchfall/Erbrechen/Leberentzündung

  • Hallo!

    Ich bin trotz mehrmaliger Tierarztbesuche ratlos... Vielleicht hat ja jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen machen müssen oder einen Tipp für mich?!

    Kurz zur Vorgeschichte: Mein 3jähriger Rüde Aragon (nicht kastriert), hatte Anfang August (nach einem Besuch in einem Hundehotel) 2 Hotspots am Rutenansatz und Schuppen/Krusten in selber Gegend bzw. auch auf der Rute selbst. Er wurde mit Antibiotika behandelt - 1 Tag nach den Medikamenten, begann er mit Durchfall (dunkel, sehr dünn, aber nicht häufiger als normal, etwas schleimig). Als dieser 2 Tage später hellbraun/beige und blutig wurde (1 x sogar nur reines Blut), ab in die Notklinik... Verdacht auf eine Entzündung und der Giardien-Schnelltest war positiv: Für Aragon 1 Woche lange Anaerobox, für den Rest des Haushalts (1 weiterer Hund, 4 Katzen) 5 Tage Panacur. Ende August Nachkontrolle (Stuhlproben aller Tiere über mehrere Tage): Giardienfrei :) Schien alles wieder in Ordnung.

    Nun hat aber Aragon, rund 1,5 mon. nach dem ganzen, am Mittwoch wieder blutigen Durchfall bekommen (diesmal ohne Schleim, dunkel). Wieder in eine Tierklinik zum Blutbefund. Nichts deutet auf eine Entzündung hin (Blutplättchen etc. normal), nur Bauchspeicheldrüse ist leicht erhöht und Leber stark erhöht (Wert bei 595 statt "erlaubter" bis 106). Um Schlimmeres auszuschließen, dann mittwochs Vormittag auch noch zum Ultraschall: Zum Glück alles unauffällig, bis auf eine Entzündung der Leber und leichte Entzündungsspuren im Darmbereich. Tierärztin geht davon aus, dass der Infekt vom August nicht ausgeheilt ist und darum jetzt auch Bauchspeicheldrüse und Leber in Mitleidenschaft gezogen sind. Und Schilddrüse (kann im hauseigenen Labor nicht selbst untersucht wurden - daher Probe eingesendet. Anruf gestern: Wert mit 5,5 zu niedrig. Üblich sind 7,5)... Therapie: Hepasan Kapseln (2/Tag) für 30 Tage und für den Durchfall homöopathische Tabletten.

    Ach ja - Spulwürmer wurden in der Kotprobe nachgewiesen. Daher heute morgen entwurmt.

    Ich barfe meine Hunde und kann das, lt. Tierarzt, auch bedenkenlos weiter tun (möglichst fettarmes Fleisch). Aufgrund des Durchfalls war Aragon gestern auf "Nulldiät". Heute hat er 300g gekochtes Huhn bekommen. Und promt wieder erbrochen. 5 Mal innerhalb von einer Stunde. Wieder die Klinik angerufen - ich soll ihm Paspertin geben. Hab ich auch getan. Jetzt geht es ihm anscheinend besser, aber ich bin nimmer noch besorgt. Ich hätte gerne eine Diagnose. Oder zumindest einen Verdacht. Ich bin ziemlich rat- und hilflos... Die Ärzte/Innen in der Klinik sind super nett und auch kompetent - ich bin nur furchtbar ungeduldig, wenn mein "Schmusebär" so leidet...

    Kontrolle der Werte haben wir in einem knappen Monat (kurz, bevor die Kapseln zur Neige gehen) - mit Glück ist dann alles wieder ok. Mit weniger Glück, gehen die Biopsien los...

    Nebenbei erwähnt: Der kleine (Joker, ein Jahr) hat eine kahle Stelle und wird gegen Demodex behandelt. (Ich glaube zwar, wie auch die Tierärzte, nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt, aber ich wollte es auch nicht unerwähnt lassen). Katzen hatten im Sommer Ohrmilben...

    Kennt das jemand von euch oder musste vielleicht schon ähnliches erleben? Was fehlt Aragon? Noch einmal "kurz" zusammengefasst:

    - Entzündungsstellen auf der Haut (Rutenansatz)
    - blutiger Durchfall (Entzündung und angebl. Giardien)
    - Haut wird wieder krustig (Rutenansatz), jedoch kein Hotspots (Shampoo Pyroderm)
    - 1 Monat Pause
    - blutiger Durchfall
    - erhöhte Bauchspeicheldrüsenwerte
    - stark erhöhte Leberwerte
    - Schilddrüsenwert zu niedrig
    - Erbrechen (nach gekochtem Hühnerfleisch)

    Vielen Dank schon an alle, die sich die Mühe machen, diesen Roman zu lesen und vielleicht sogar noch die eine oder andere Idee dazu haben :)

    Anita

  • Alle Symptome passen zu einem überforderten Immunsystem.
    Es sind wahrscheinlich auch Fremdstoffe/Gifte im Körper, die der Körper nicht los wird.

    Ich würde mal eine fähige, erfahrene Tierheilpraktikerin aufsuchen, die sich mit Entgiftungen auskennt und mit der klassischen Homöopathie arbeitet.

    Ich kenne das Hepasan nicht, aber es sind sicherlich Löwenzahn, Artischocke oder Mariendistel enthalten. Die klassische Homöopathie hat aber zusätzlich noch andere Möglichkeiten.

  • Hallo Anita,


    Magst Du genauso auch nochmal auflisten was bisher in welchem Zeitablauf diagnostisch gemacht wurde und wie behandelt wurde?
    Ist z.B. mal Kot eingeschickt wurden?
    Wurde nach dem letzten Erbrechen nochmal geröntgt um ggf eine Verdickung der Magenwand zu erkennen?

    lg
    Fraukie

  • Gerne - ich rekonstruiere, so gut ich kann (gibt noch eine "Fortsetzung" seit gestern):
    Aragon wiegt übrigens knapp 30 kg.

    29.07.2013 Nagt sich am Rutenansatz: 2 eiternde Wunde, ausrasiert, desinfisziert, Silberspray , 7 Tage Antibiotika (leider hab ich mir nicht notiert, welche, und kann es auch nicht mehr rekonstuieren)
    04.08.2013 letzter Tag Antibiotika: Leichter Durchfall (sehr dunkel)
    06.08.2013 Kontrolle TA, da sich Durchfall verschlimmert (heller, leichte Blutfäden, schleimig) - Verdacht auf Unverträglichkeit Antibiotika, "Kohletabletten"; Schnelltest Parasiten: negativ
    06.08.2013 Gegen 23 Uhr Notdienst, da Durchfall stark blutig bzw. nur noch Blut. Schnelltest Parasiten: Giardien positiv - Verdacht auf bakterielle Infektion: Anaerobex für 7 Tage
    13.08.2013 Beginnt wieder mit "Nagen". Ord. Dr. Dreier: Bakterielle Infektion bestätigt. Aufgrund der bisherigen Behandlungen, keine weiteren Antibiotika: Shampoo Pyoderm (1 Woche täglich betroffene Stellen waschen, nach einer "Ganzkörperwaschung") / Ohrenentzündung, bis Tropfen Surolan leer: Täglich spülen und eintropfen
    19.08.2013 K o t p r o b e n a l l e r 6 T i e r e z u m T i e r a r z t : G i a r d i e n n e g a t i v
    20.10.2013 Durchfall mit "schleimigen" Spuren
    23.10.2013 Über Nacht, Kotabsatz in Wohnung: Durchfall mit Blutspuren / Kontrolle Haut am Rutenansatz: Wieder Schuppen/Krusten / 10:00 Uhr: Durchfall (dunkel, flüssig, mit Blutspuren) und "Miniwurst" mit Konsistenz / Aufsuchen Kleintierklinik, Vorgeschichte geschildert: Blut und Kot wird teilweise vor Ort untersucht, teilweise eingeschickt (Schilddrüse u. detailliertere Kotuntersuchung wird nicht im eigenen Labor gemacht). Sofortbefund Kot: Keine Parasiten.
    Sofortbefund Blut: ALT/GPT: 595 (Leber, statt max 116 U/l) // cpLIPA: abnorm (Bauchspeicheldrüse, statt "norm"), Glukose mit 111 leicht über den erlaubten 107 mg/dl (wobei die Ärztin meint, dass sei durch die Aufregung vollkommen normal). Er hat eine Injektion bekommen, weiters haben wir Hepasan-Kapseln (2x tgl) für die Leber und homöop. Tabletten (bei Bedarf, bis zu 5 täglich) für den Durchfall bekommen. Außerdem einen Termin für 24.10. zum Ultraschall
    24.10.2013 Ultraschall (Gott sei Dank!) großteils unauffällig (keine Tumore). Entzündete Leber (war zu erwarten) und einige Darmschlingen leicht entzündet (auch keine Überraschung). Prostata minimal vergrößert, sei aber angesichts seines Alters und, dass er nicht kastriert ist (Deckrüde), normal. Eine kleine Zyste in der Prostata, sei aber auch durchaus üblich. Barf lt Ärztin ok, nur auf fettes Fleisch und Knochen verzichten. Zu Hause gefüttert (hat er verschlungen), kurz danach wieder Durchfall. An dem Tag 2 homöop, Tabletten gegeben.
    25.10.2013 Nulldiät, 2 homöp. Tabetten, weiter Durchfall. Im 16 Uhr Anruf von der Klinik, Ergebnisse der eingesendeten Proben. Kot: Eier von Spulwürmern. Schilddrüse: mit 5,5 unter den üblichen 7,5. Ärztin vermutet aber, dass das mit "dem Rest" zu tun hat. Soll in ca. 4 Wochen (kurz vor Ende der Gabe von Hepasan) wieder mit kontrolliert werden.
    26.10.2013 Gegen 11 Uhr mit Drontal entwurmt (lt. Ärztin ok und erforderlich, trotz der Leberwerte - hab ich extra nachgefagt). Ca um 18:30 gekochtes Huhn (ca 400 g) gefüttert. Ca 20 min danach: Erbrechen. Innerhalb von einer Stunde 5 x (bis alle Nahrung wieder draußen war, dann noch 2 x). Anruf Klinik: Ich solle Paspertin geben, wenn es nicht besser wird, um 20:15 kommen. Jedoch keine Beschwerden mehr (außer weiterhin "matschig" und am Hecheln). 20:15 telefoniert, Besuch für heute, 10 Uhr vereinbart. Ich sollte am 27.10 morgens noch einmal Paspertin geben und eine Stunde später Reisschleim (mit gekochtem, magerem Rind) füttern, um zu sehen, ob er es behält. Hepasan Kapseln am Abend nur noch "einflößbar" (in den Rachen stecken), da er den Putenschinken ausspuckt.
    27.10.2013 Paspertin (15 Tropfen) verabreicht, Reisschleim mit Rumpsteak verfeinert. Frisst nicht. Auch Rind pur (roh und gekocht) angeboten, wird nicht angenommen. 10 Uhr Klinik: Aragon hat in 3 Tagen 1,4 kg abgenommen (von 29,8 auf 28,4 kg) - entspricht 5% seines Körpergewichts. (Aufgrund seines dichten Fells, fällt es optisch zwar nicht so auf, aber er baut stark ab.) Von daher heutige Behandlung: 3 Injektionen (Buscopan, 1 Breitbandantibiotika gegen aerobe, eines gegen anaerobe Bakterien) und eine Infusion (Flüssigkeit). Dann habe ich mitbekommen: Buscopan Kapseln für Hunde (bei Bedarf bei Schmerzen bis zu 3 Kapseln täglich, frühestens heute Abend), Cip 500 mg Tabletten (ab morgen, war eine von den Injektionen heute) und Metronid 500 mg Tabletten (erste gerade eben). Und folgendes Diät-Dosenfutter: Royal Canin Gastro Intestinal low fat (1 Stunde nach der Tabette, eine viertel Dose mit Reisschleim mischen) - er sollte wieder zu fressen beginnen. Um 18 Uhr muss ich in der Klinik anrufen, für morgen sind wir wieder bestellt.

    Vor der Klinik heute hat er wieder einen kleinen Schleim-Kotbatzen verloren. Wird aufgehoben und evt noch einmal eingeschickt. Auch 2 "Mit-Möglichkeiten": Pilz von Nussschalen (hab ich sogar eingesammelt, lt. Ärztin Untersuchung aber nicht sinnvoll, weil sie sicher ist, dass man etwas finden würde und es bei Aragon ohnehin mitspielt). Haben einen Nussbaum "ums Eck". Er frisst zwar nichts, schleckt aber ständig duftenden Hündinnen nach. Möglicherweise auch über Nussschalen?! Dann seltsame weiße Spuren in den Rasenflächen in der Umgebung. Google-Recherche: Könnte sich um Mehltau handeln. Und, was wir beim Start von der Misere auch schon hatten: Fliegen. Ich weiß nicht, ob die irgendwie mitspielen können. Wohnen vis a vis von einer Ponykoppel und haben daher manchmal eine Fliegenplage. Daher TUS-Sticker auf den Fenstern. Fliegen sehen aus wie ganz normale Stubenfliegen, verhalten ich aber seltsam (fliegen immer um den Kopf herum, Richtung Haare/Ohren) und langsam (man kann sie teilweise mit bloßen Händen "zerklatschen"). Habe im August die Ärztin darauf angesprochen, die hat das aber in keinem Zusammenhang gesehen...

    Jetzt habe ich vergessen, die Fliegen in der Klinik zu erwähnen :/ Die Ärztin geht aber davon aus, dass er bestimmt einen Infekt und eine "Pilzvergiftung" hat. Wobei diese Pilze einem gesunden Hund nicht wirklich was anhaben. Nur durch sein angeschlagenes Immunsystem (Infekt), machen eben auch die Pilze massive Probleme. Wenn wir den Infekt in den Griff kriegen, sollte sich der Rest quasi von selbst ins Lot bringen..

    Dass mit dem Infekt und den Antibiotika macht mich zwar ein bisschen stutzig (Hämatokrit, Thrombozyten, Leukozyten etc.: Alles unäuffällig im normalen Bereich), aber ich klammere mich an jeden Strohhalm...

    Hoffe, dass diese Detailbeschreibung mehr Licht ins Dunkle bringt?!

    Danke schon für die bisherigen Antworten und auch für die, die noch folgen werden!

    LG
    Anita

  • Hallo.
    Bei Futtermittelallergie kann es zu einer Magen-Darmentzündung und Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen, der Kot kann flüssig und mit Schleim ummantelt sein. Das Anknabbern des Rutenansatzes kann von vollen Analdrüsenbeuteln kommen, die bei einer Allergie meistens mit betroffen sind und durch den Schmerz knabbern die Hunde (können sich nicht selber entleeren) Durch Spot-ons haben wir bei Bruno Hot-Spots auf der Haut oder durch Impfungen. Die Tierklinik hat die Allergie nicht herausgefunden, ich bin durch das Forum darauf aufmerksam geworden.

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