Junghund frisst einfach alles

  • Hallo ihr Lieben,
    Ich weiß,dass wir so ein ähnliches Thema bereits hatten,aber ich möchte noch einmal genauer nachfragen.
    Meine Junghündin(7Monate alt )frisst einfach alles,was sie zwischen die Zähne kommt.Vor allem draußen ist es ein echtes Problem.Sie frisst gerne Kot,Glasscherben,Taschentücher,Glasscherben etc.
    Nichts ist vor ihr sicher und ich bin manchmal zu langsam.Leider wurde jetzt auch auf meiner gewohnten Gassirunde Giftköder gemeldet,da ist die Angst einfach riesig.Meine TÄ meinte,dass das normal ist in dem Alter und dass das von alleine weggeht :???: Was kann ich aktuell tun um ihr Verhalten so schnell wie möglich zu unterbinden(außer Maulkorb) Bin für jeden Post dankbar.Liebe Grüße Lilly :hilfe:

  • Hallo Lilly,

    das hatten wir bei Janosch auch. Nach dem er den Befehl "Stop" (könnte ja auch Aus oder ähnliches sein - er nimmt es nicht auf oder wenn er etwas im Maul hat, lässt er es fallen) gelernt hat, nimmt er draußen auch nichts mehr auf. Das war besonders wichtig, als hier die Straße mit Mist übersät war und Janosch mich dann mit einem Maul voll ansah. Spazierengehen war gar nicht mehr möglich. Die ersten Spaziergänge waren zwar von zahlreichen "Stop-sagen" geprägt, aber danach ging es. Ich lasse ihn jetzt frei laufen und selbst da ist er (meist ;-)) brav. Natürlich sieht es anders aus, wenn wir nicht gucken. Bei Giftködergefahr würde ich ihn auch nicht von der Leine nehmen.

    LG

  • Dieses Problem kenne ich nur zu gut. Ich habe Lucy beigebracht, dass sie erst nach meiner Freigabe essen darf. Erste Übung also zu Hause bei der Fütterung. Stell ich ihr den Napf hin, muss sie warten. Erst auf mein Signal "NIMM" geht's los.

    Es hat nicht lange gedauert bis sie verstanden hat, was ich von ihr will. Wird gedrängelt erfolgt sofort der Abbruch und das Spiel beginnt von vorne.

    Dieses "Nimm" habe ich auch beim Leckerchen geben benutzt. Futter gibt's ohne Ausnahme nur mit meiner Erlaubnis. Zudem darf sie von anderen Personen nur etwas nehmen, wenn sie mit mir Blickkontakt aufgenommen hat und ich ihr das OK gebe. Du wirst sehen, das Konditionieren geht sehr schnell.

    Wichtig ist, dass Du diese Übung auch draußen machst, denn da liegt ja das große Problem. Pack Leckereien ein, mache Futtersuchspiele. Dieses "Nimm" muss mehr und mehr verinnerlicht werden.

    Seitdem dies bei Lucy sitzt, hat sie draußen nichts mehr aufgenommen. Übung macht den Meister! :smile:

    Und genauso wichtig ist auch, dass man nichts durchgehen lässt. Hat Lucy draußen etwas aufgenommen, habe ich es ihr zur Not auch aus dem Schlund geholt. Dafür muss er aber Deine Regeln lernen und respektieren. Vielleicht ist für den Anfang der Einsatz einer Schleppleine hilfreich, damit hast Du die nötige Kontrolle und kannst eingreifen ohne, dass der Hund kauend abhaut.

    Mir hat meine Hundetrainerin da sehr geholfen, hast Du diesbezüglich auch einen Ansprechpartner?

  • Als unser Pinot alles, aber wirklich ALLES fraß, haben wir am Anfang den Fehler gemacht, panisch zu intervenieren, wenn er was ins Maul nahm, es ihm wieder rauszunehmen versucht und geschimpft. Konsequenz war - logisch - dass er gelernt hat, die Sachen ganz schnell runter zu schlingen, bevor sie ihm wieder abgenommen werden konnten. :verzweifelt:

    Als wir dann ein "Nein!" aufbauten, vor dem Futter ein "Okay!"-Kommando obligatorisch machten und ohnehin mit der Schleppleine zu arbeiten anfingen, sahen wir aber immer noch keine Verbesserung.
    "Nein!" und "Okay!" klappten sehr gut... aber trotzdem wurde jeder Pferdeapfel erstmal ins Maul genommen.

    Jetzt... nach wochenlangem vermeintlich erfolglosen Trainings, nach vielen, vielen "Neins!" und vielem, vielem Schleppleinengerucke, gibt es langsam, ganz laaaangsam einen bemerkbaren Effekt. Er lässt immer öfter Dinge auf dem Weg liegen, für die er sich interessiert, wenn ein rechtzeitiges "Nein!" kommt... auch schon einige Male Pferdeäpfel.
    Der Welpen-Impuls, erstmal alles ins Maul nehmen zu wollen, lässt tatsächlich ein klitzeklein wenig nach mit der Zeit und wenn parallel dazu konsequent mit Kommandos und Kontrolle gearbeitet wird, ergibt das ein Verhaltensmuster, das sich festigen kann.

    Zumindest glauben wir das nun und machen voll Vertrauen in langfristig wirksame Hundepädagogik weiter.
    :gut:

  • Ach ja, sorry,.... Du hattet ja eine konkrete Frage gestellt:

    Zitat

    (...) Was kann ich aktuell tun um ihr Verhalten so schnell wie möglich zu unterbinden(außer Maulkorb) (...)


    Hmmm... ich glaube, dass es keine wirklich schnell wirksame Strategie gibt.
    Viel vorausschauende Kontrolle plus Schleppleine kann aber ganz viele Situationen verhindern.
    Kurzfristig ist das schon mal eine Verbesserung, wenn auch kein völliges Unterbinden.
    Wenn dazu dann Training und Geduld kommen, wird das was.

  • Hallo,danke erstmal für eure zahlreichen Antworten :gut:
    Ich habe ihr das Signal "aus" beigebracht.Manchmal lässt sie die Sachen dann aus dem Maul fallen(aber nur wenn es zum Beispiel um Eicheln geht)Bei Kot sieht die Sache schon anders aus :headbash:
    Vielleicht habe ich das Kommando falsch aufgebaut?!
    Wie baut man das "aus " Kommando richtig und sauber auf?
    Grüße Lilly

  • Also normalerweise gibt sich das schon von allein. Welpen nehmen ihr Umwelt durch das Maul wahr, also sie machen sie sich dadurch erfahrbar und müssen alles mal anknabbern, um es besser zu verarbeiten.
    ABER es gibt auch so extrem verfressene Hund, bei denen bleibt das dann und die stürzen sich auf alles, was essbar ist. Und gerade bei Giftködern usw. kann das wirklich gefährlich werden.

    Also erst mal sollte der Hund nur Futter aus dem Napf oder aus deiner Hand kriegen. Am besten nicht von anderen aus der Hand, nicht vom Boden und auch sonst wo nicht.
    Dann kannst du das auch in der Wohnung tranieren indem der Hund erst auf Kommando fressen darf (aus Napf oder aus deiner Hand). Und du natürlich draußen mit "Nein" und Konsequenz.

    Es gibt auch eine etwas rabiate Methode, falls alles Üben und Konsequenz nichts bringt. Du kannst selbst Köder mit Chillisoße auslegen, so dass der Hund dadurch lernt, alles was draußen zu fressen rumliegt, ist aber sowas von fieß. Aber das ist natürlich nur das letzte Mittel. Es ist wirklich nicht angenehm für den Hund.

    Nimm auf den Spaziergängen irgendeine extrem leckeres Futtermittel für den Hund mit. Sein Lieblingsfressen (was er sonst nie bekommt). Wenn er zum Beispiel eine Eichel aus dem Maul fallen lässt, bekommt er das im "Tausch" und wird überschwenglich gelobt.

  • Zitat


    Es gibt auch eine etwas rabiate Methode, falls alles Üben und Konsequenz nichts bringt. Du kannst selbst Köder mit Chillisoße auslegen, so dass der Hund dadurch lernt, alles was draußen zu fressen rumliegt, ist aber sowas von fieß. Aber das ist natürlich nur das letzte Mittel. Es ist wirklich nicht angenehm für den Hund.


    Es sei denn, der Hund mag es!
    Um bei Meinem da Erfolge zu erzielen, müßte ich schon zu solcher Soße greifen, bei der mit gesundh. Konsequenzen zu rechnen ist.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!