Was war das und sollte man es fördern?

  • Hallo zusammen,

    gestern hatte ich ein sonderbares Erlebnis mit meinem Hund. Da dies nun schon zum zweiten Mal vorkam möchte ich doch mal nach haken was es war ;) .

    Situation war folgende: Ich war wie gewöhnlich um 6 Uhr morgens am Offenstall um die Pferde zu füttern und auf die Wiesen zu lassen, Hund wartete derweil wie immer brav vor dem Zaun auf mich.
    Ich habe seit kurzem ein Jungpferd dabei welches keinen Respekt vor Strom zu haben scheint :dead:. Dieser watschelte also während ich die anderen fütterte einfach durch den Zaun durch in Richtung Hund.
    Leider ist auch nicht wirklich die Straße weit entfernt und es war stockdunkel. Pferd ist schwarz also saugefährlich währe ein Auto gekommen.
    Ich war leider zu weit weg um eingreifen zu können und sah nur wie mein Hund die Sache regelte.
    Sie ließ das Pferd partout nicht in Richtung Straßen laufen und trieb ihn zurück vor den Zaun und hielt ihn auch da. Sie wurde sogar richtig biestig als er noch mal einen Versuch startet auszubrechen und schnappte in die Luft und bellte ihn an. Komischerweise hatte das Pferd wirklich Respekt vor meinem 7 kg Hund und ich konnte ihn einsammeln und wieder zu den anderen bringen (gut sie leuchtete auch wie ein Weihnachtsbaum wirkte dadruch sehr viel größer :lol: ).

    Das Verhalten vom Hund würde ich in der Regel niemals tolerieren da es mir zu gefährlich ist bei ihrer Größe, aber zeigte sie (außer einmal in einer ähnlichen Situation) auch nie.

    Sie schien aber sofort geschnallt zu haben dass die Situation a) nicht richtig ist und b) ich zu weit weg bin um zu agieren.
    Beides finde ich an sich schon eine starke Leistung.

    Aber was war das? Hütetrieb wird mein Terrier nicht haben, aber irgendein Trieb muss sie ja dazu veranlasst haben das zu regeln? :???:

  • Wenn einer meiner Shibas an der Schleppleine ist und ich sie schleifeb lasse, kann es vorkommen, dass der Herr doch mal etwas zügiger abhaut (wenn er Verführung sieht). Ich hechte halt hinterher, gebe ein Keep Going Signal und belohne, nehme aber dabei die Leine auf.

    Schon ein paar Mal ist mein anderer Herr dem Hund hinterher und hat sich entweder auf die Leine gestellt odr sie ins Maul genommen...

    Hier würde ich sagen, der Hund das sich das Verhalten abgeguckt.


    Wenn er abgeleint weggelaufen ist, hat er ihn seit Tag 1 "gestellt", er hat den Zusammenhang sofort kapiert. Ich habe es aber nicht gefördert, weil es auch nicht so gut war für die Hunde untereinander. Ich würde es als gegeben hinnehmen... und gut sein lassen...
    Das mit der Schleppleine hingegen habe ich immer mit einem freundlichen Danke quittiert.

    Ein Trieb ist es keinesfalls ;)
    Hunde sind wahnsinnig gut uns zu lesen und (re)agieren nicht selten so, dass sie uns "helfen".

  • Hm die Frage ist, ob dein Hund das Pferd wirklich absichtlich zurück Richtung Zaun getrieben hat, oder ob es ihm eher unheimlich war, dass der große Fremde sich da selbstständig gemacht hatte und auf ihn zu kam und er sich das Pferd einfach nur vom Hals halten wollte.

  • Ich habe schon den Eindruck, dass viele Hunde durch das Verhalten des Menschen ein Gespür dafür bekommen, was die anderen Tiere nicht dürfen.
    Von unseren bodentiefen Fenstern aus kann man auf unsere Pferkoppeln schauen, für Barry ist es also das normalste auf der Welt Pferde auf der Wiese zu sehen. Er hat nun ein paar mal gesehen, wie ich wutschnaubend raus bin, um mein Ausbrecherpony wieder auf die Koppel zurück zu bringen. Mittlerweile meldet er recht zuverlässig, wenn das Pony mal wieder außerhalb vom Elektro- oder Paddockzaun ist. Sehr praktische Sache :D.

    Ich fördere das allerdings nicht gezielt. In der Situation lobe ich ihn kurz verbal und mit Streicheleinheiten, genauso wie wenn er anzeigt, dass bei den Hühnern Action ist. Zu sehr möchte ich ihn allerdings nicht drauf trimmen, die Pferde zu kontrollieren, dazu neigt er rassebedingt sowieso schon recht stark.

  • Also wenn ich das ganze Revue passieren lasse, war es folgendermaßen.

    Mein Hund saß genau vor dem Zaun durch den das Pferd durchging. Ihre erste Reaktion war ihm den Weg frei zu machen, was vernünftig war (wegen dem Verletzungsrisiko).
    Dann geriet ich aber in Hektik und war am rumhantieren (mit den anderen Pferden die gerne hinter her wollten) und schrie auch was rum. Da merkte ich das mein Hund anfing zu reagieren und die Situation zu begreifen.
    Sie lief dem Pferd hinterher und brachte es dazu umzukehren und es vor den Zaun zurück zu bringen.
    Durch den Zaun zurück wollte Herr Pferd nicht wegen dem Strom (vorher juckte ihn das allerdings nicht :dead: ). Dor konnte ich ihn dann abholen.

    Wenn ich das arg vermenschliche würde ich fast behaupten, mein Hund hat einschätzen können dass ich nicht in der Lage bin zu reagieren und sie für mich eingesprungen ist.
    Wo die Pferde hingehören und wo nicht dass weiß sie ganz genau.
    Und sie bekommt jede Stimmung mit, wenn Stress bei den Pferde herrscht (hatten wir vor kurzem bei der Eingliederung) dann schlägt sie an und macht mich darauf aufmerksam (aber ohne selber tätig zu werden). Sie mag keine Stresssituationen.

    Ich hatte auch schon mal einen Fall dass ich meine Stute am Putzplatz nicht richtig angebunden habe und sie dann stiften gegangen ist (ich war derweil im Stall). Ist nicht weiter schlimm da meine Stute nie weit geht, aber mein Hund wusste das ja nicht. Da verstellte sie ihr auch den Weg, weil ich außer Sichtweite war.
    Wenn ich da gewesen wäre, hätte sie dass nicht weiter tangiert.

    Sie hat ein ziemlich gutes Gespür dafür wenn etwas nicht in Ordnung ist, das war immer so. Fast schon beänstigend.

  • ich hab keine Ahnung von Hüten und Gedöns, aber ich bin großer Freund des Bauchgefühls ;)
    In dem Fall würde ich gar nichts machen, sondern situativ entscheiden. Heißt: bedanken bei deiner Maus, wenn sie was richtig macht und abbrechen bzw. zurück rufen, wenn du es jetzt eben nicht willst.

    Ist doch toll, wenn sie dich versteht!

  • Du schreibst dein Hund ist kein Hütehund sondern ein Terrier. Gerade die Terrier haben einen
    Extremriecher für Gefahren.
    Das konnte ich bei meinen Terriern sehr oft erleben.
    Einer meiner Airedales wollte mich ständig von zugefrorenen Weihern retten, weil er meinte
    das wäre zu gefährlich für mich dort zu laufen.
    Nur ein Beispiel von vielen Erlebnissen, die ich in der Richtung mit meinen Hunden hatte.
    Ich würde dieses Verhalten nicht unterbinden.

  • Also hatte letztens auch so ein ähnliches Erlebnis:

    Mein Pferd machte Anstalten loszulaufen und ich war nicht in direkter Reichweite sondern musste erst um ihn herum zu den Zügeln (ist hier jetzt auch nicht so wichtig), wichtig ist, dass mein Freund und ich etwas aufgeregter zum Pferd riefen, es soll stehen bleiben und ich bin schnell hinterher. Mein Hund erkannte die Situation wohl und hat das Pferd auch angestupst usw. Also ich glaube sie hat es sich von uns abgeguckt und die Dringlichkeit der Situation erkannt, dass das Pferd stehen bleibt. Fand ich irgendwie total süß.

    Btw. also es war jetzt nicht gefährlich, dass mein Pferd losgelaufen ist, es war eher so ein davontrödeln und wir waren alle in der Nähe nur keine Züfel o.ä. in der Hand.

  • Wenn Hunde Krebszellen erahnen/erschnüffeln etc. können, werden sie wohl auch in der Lage sein eine solche Situation einzuschätzen.

  • Zitat

    Wenn Hunde Krebszellen erahnen/erschnüffeln etc. können, werden sie wohl auch in der Lage sein eine solche Situation einzuschätzen.


    Genauso ist es, nur wir unterschätzen die Fähigkeiten der Tiere sehr oft. Logisches Denken
    traut man ja nur den Menschen zu. ;)

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