Hund lahmt - Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

  • Hallo zusammen!

    Unsere Hündin lahmt seit einigen Tagen und hat Schmerzen beim Rennen/Spielen. Wir waren letzte Woche auch schon beim TA und fahren auch morgen wieder hin. Aber trotzdem würde mich mal eure Meinung interessieren - nicht bzgl. einer Diagnose, aber vielleicht habt ihr ja schonmal was ähnliches mitgemacht.

    Ich fange mal ganz vorn an. Lissy ist ca. 2004 in der Türkei geboren und als Welpe zusammen mit ihren Geschwistern und ihrer Mama nach Deutschland gekommen. Sie konnte dann vom Tierheim schnell vermittelt werden und ist bei einer Familie aufgewachsen, welche sie dann im Sommer 2010 dort wieder abgegeben hat. Seit August 2010 lebt sie nun bei uns.

    Vor ca. 2-3 Monaten ist mir mal aufgefallen, dass sie vorn rechts etwas humpelt, was sich aber nach wenigen Tagen wieder gegeben hat und ich dachte, dass sie sich vielleicht nur vertreten hatte oder so.
    Seither war mir kein Lahmen mehr aufgefallen. Letzte Woche begann es dann, dass sie beim Spielen im Garten auf einmal laut aufschrie und humpelnd auf mich zukam und mir ihre rechte Pfote hinhielt. Ich hab diese dann erstmal auf Splitter oder sonstiges untersucht aber nichts gefunden. Auch druckempfindlich war sie nicht und reagierte nicht negativ auf sanfte Bewegungen im Gelenk. Als wir es nochmal probierten, hatten wir das gleiche Dilemma. Wir haben sie dann erstmal zwei Tage lang geschont und dann hatte sie auf einmal hinten Schmerzen.
    Mir kommt es so vor, als ob diese hauptsächlich beim Abbremsen aus vollem Lauf so extrem auftraten.

    Auf jeden Fall sind wir dann letzte Woche Freitag zum TA. Die haben sich zuerst mal angeschaut wie sie läuft und meinten dann, dass sie auch im Schritt unrund läuft. Beim Abtasten von verschiedenen Druckpunkten wurden Reaktionen im hinteren Rücken und der rechten Schulter festgestellt.
    Sie hat dann erstmal eine Spritze bekommen und mir wurden Schmerztabletten mitgegeben, die ich ihr morgens geben sollte.
    Außerdem sollte ich mich beim Tierheim erkundigen, ob damals der Mittelmeercheck bei ihr gemacht wurde.
    Falls nicht, sollten wir uns überlegen ob wir diesen nachholen wollen. Außerdem könnte man noch röntgen, aber da wüsste man auch nicht ob man was sieht, weil wenn z.B. eine Gelenkentzündung oder so vorläge, dann könnte man das da dann halt nicht sehen.

    So, zunächst nochmal "ein großes Dankeschön" ans Tierheim, welche mir einfach gesagt haben, dass der Check nicht gemacht wurde, weil man keine Lust hatte in den Unterlagen nachzusehen (schon blöd, wenn man den Hörer nicht richtig zuhält)!!! :muede2: Das hat mich schon ganz schön wütend gemacht. Hauptsache das Tier ist weg, wenn hinterher was ist, will man nix mehr damit zu tun haben.
    Ich konnte dann noch den Vorbesitzer ausfindig machen, welcher aber auch meinte, dass der Check nicht gemacht worden wäre.

    Morgen nachmittag will ich jetzt wieder zum Tierarzt. Das Lahmen ist im Schritt gerade in den letzten paar Tagen auch viel stärker geworden. Rennen hab ich sie schon gar nicht gelassen.

    Was meint ihr, was nun die sinnvollste Reihenfolge wäre? Ich habe im Internet mal nach den Mittelmeerkrankheiten gesucht, aber da stand immer dass die Krankheiten nach ein paar Monaten ausbrechen, nicht nach 9 Jahren! Mir kommt das schon reichlich unwahrscheinlich vor. Oder was habt ihr da für Erfahrungen?

    Ansonsten wäre meine Tendenz ihr Blut abzunehmen und auf Entzündungen und Borreliose zu untersuchen. Wenn da nix bei rumkommt, dann Röntgen. Den Mittelmeercheck würde ich erstmal hinten anstellen...

    Wie seht ihr das? Würde mich über eure Meinungen freuen!
    Ich fühl mich einfach so hilflos, weil ich überhaupt nicht weiß wie ich ihr helfen kann! Und ich hab Angst, dass wir suchen und suchen und überhaupt nix finden :sad2:
    Das macht mich echt wahnsinnig!

    Sorry, für den langen Roman, den ich geschrieben hab. Aber ich hoffe, so möglichst viele Fragen schonmal abdecken zu können.

    Danke schonmal für eure Antworten!

  • Mein Paul hat z.B. Verdacht auf eine Bizepssehnenentzündung in der Schulter vorne. Wenn er länger läuft, läuft er irgendwie unrund...... wobei eine sichere Diagnose nur durch Ultraschall in Vollnarkose möglich ist. Lahmen kann halt so viele Ursachen haben.... das kann die Bandscheibe sein, Spondylose, HD, ED und... und... und.

    Mein erster Weg wäre zu einem Spezialisten. Zu einem Orthopäden in einer guten TK oder auch TA-Praxis. Sehr hilfreich war bei uns auch eine Physiotherapeutin.

  • Hallo Rittho,

    danke für deine Antwort!
    Die Praxis zu der wir gehen hat mehrere Tierärzte, u.a. auch Orthopäden und unter den Helfern sind auch Physiotherapeuten. Von daher fühle ich mich da eigentlich erstmal ganz gut aufgehoben.

    Trotzdem hat mich das letzte Gespräch mit denen halt unsicher gemacht, wo immer gesagt wurde, das kann man machen und das und das. Aber ob man da was feststellt, ist halt nicht sicher.
    Und das ist ja auch das was du schreibst. Es gibt einfach so viel, was es sein könnte...

    Ich weiß, dass mir hier keiner eine Diagnose stellen kann ;). Aber es hilft ja auch irgendwie mit Leuten zu reden, die ähnliche Probleme kennen.

    Habt ihr denn schon einen Ultraschall gemacht, Rittho?

  • Nein, Paul hat sich dazu entschieden, erstmal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung zu bekommen und 8 Tage stationär in der TK zu verbringen. Da konnte er nach 3 Tagen plötzlich seinen Hals nicht mehr bewegen, so dass ein MRT wegen Verdacht auf Bandscheibenvorfall gemacht wurde. Ohne Ergebnis, war alles in Ordnung.

    Nach dem MRT hätte man, als er noch in Narkose lag, den Ultraschall der Schulter machen können. Aber vor lauter Stress hab ich das dann irgendwie ganz vergessen.
    Und jetzt so kurz drauf nochmal in Narkose legen möchte ich nicht.
    Er hatte einige Blockaden im Hals, die die Physiotherapeutin gelöst hat und danach lief er auch recht gut ohne zu lahmen. Vielleicht war auch das die Ursache.....

    Gerade wenn er hinten lahmt oder unrund läuft, hatte er aber auch oftmals Probleme mit dem Magen oder wie zuletzt die Bauchspeicheldrüse. Das konnte ich auch bei unserem anderen Hund beobachten. Bauchschmerzen, dann hat die Madame hinten gelahmt...... da muss man erstmal drauf kommen.
    Die Arztpraxis, wo du hingehst, hört sich gut an. Denen bleibt ja leider auch nichts andres übrig, als mit dem Ausschlussverfahren zu arbeiten und die Vorschläge hören sich doch auch ganz vernünftig an. Ich würde da jetzt einfach mal drauf vertrauen.

  • Welche Untersuchungen sind sinnvoll, wenn ein Hund lahmt/ hinkt?

    Für wen? Für den Hund oder für die Klinik?

    Wenn was gebrochen wäre, würde man es merken. Irgendwelche Dysplasien sieht man beim Röntgen unter Narkose, dazu muss der Hund ´überstrekt´ werden.

    Für was an den Weichteilen ( Sehnen/ Muskeln) braucht´s ein MRT/ CT

    Könnte Borreliose sein...nur dass viele Hunde Antikörper haben, ohne darunter zu leiden...

    Könnte sonstwas sein...

    Ich hab diesen ganzen Diagnose- Rausch auch schon hinter mir...der ist oft unbefriedigend und erbringt keine Diagnose. Von Pontius zu Pilatus...was ich seither mache: ich verabreiche erstmal was entzündungshemmendes und abschwellendes ( Metacam, 1,5mg/ml...das hab ich beim einen TA um 9,24 Euro bekommen und beim anderen um 11,25 Euro...huhu (!!!) ) ...und wenn´s danach wieder gut ist jag ich weder den Hund durch´s MRT noch das Geld durch den Schornstein.

    Wenn´s wirklich ´was Schlimmes´ist, dann ist´s auch egal, ob man es zwei Wochen früher oder später weiss.

  • @ Rittho: Ohje, das hört sich bei euch ja auch nicht so gut an. Aber wenn es ihm im Moment besser geht, waren es ja vielleicht (hoffentlich!) wirklich die Blockaden! Dass du nicht direkt nochmal ne Narkose geben möchtest, kann ich auch verstehen! Mir graut es da auch vor wenn wir Röntgen müssen.

    Ja ich schau mal, was die morgen sagen. Nur wie gesagt, den Mittelmeercheck stellen wir denk ich erstmal hinten an. Können wir ja immernoch nachholen wenn bei der Blutuntersuchung und Röntgen nix rumkommt. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sone Krankheit erst nach 9 Jahren ausbricht... :/

    @ Cookie: Ja da hast du Recht! Das ist ja auch meine Angst, das wir suchen und suchen und einfach nix finden! Deshalb denke ich dass wir ihr Blut erstmal auf Entzündungswerte und Borreliose untersuchen lassen. Dann muss sie erstmal noch keine Narkose über sich ergehen lassen und vielleicht findet man da ja schon was, was uns weiterbringt...

  • Hallo,

    einige "Mittelmeerkrankheiten" (z.B. Leishmaniose) können durchaus eine jahrelange Inkubationszeit haben. Ich würde das also auf jedenfall im Hinterkopf behalten und evtl. "so oder so" mal machen lassen, wenn es zu Beginn versäumt wurde. Zudem werden einige typische "Mittelmeerkrankheiten" mittlerweile auch in D übertragen, bspw. Anaplasmose (durch Zecken), welche sich ebenfalls durch Hinken/Lahmen bemerkbar machen kann...
    Liebe Grüße

  • Ich glaube nicht, dass es eine Mittelmeerkrankheit ist.

    Meine Tierärztin sagte mir mal, dass Hunde die größten Schmerzen im Ellenbogen haben können. Vielleicht hat deine Maus ja da was?

    Wir haben auch ein Humpeltier...bei uns waren es defekte Wachstumsfugen, aber das ist ja bei dir auch nicht der Fall.

    Eine Kniegelenksentzündung hatten wir auch schon, da hat man Gelenkflüssigkeit entnommen und diese auf alles mögliche getestet. Da kam nichts raus. Naja, außer ein paar Wochen später ein Kreuzbandriss, wahrscheinlich war es zu dem Zeitpunkt schon angerissen.

    Wir haben halt Glück im Unglück, unsere Tierklinik schwatzt einen gar nichts auf, macht sogar Röntgenbilder immer nur von den Teilen wo ein Verdacht besteht, und keine unnötigen zusätzlichen Bilder, weil ja jedes kostet.

    Weisst du, wenn was entzündet ist, reicht ja meistens nicht nur 1 Woche Tabletten. Wir geben übrigens Rimadyl, das schlug bei uns entzündungstechnisch besser an.

    Du kannst auch mal Traumeel einige Tage geben..vielleicht hilfts.

  • Bei uns war es ED.
    Und den Verdacht würde ich ansprechen und darauf untersuchen lassen.
    Gerade der Schmerz beim Stop............ein einfaches Röntgenbild wird schon helfen, zum genauen abklären brauchts ein CT.
    Am besten ein Vergleichsröntgenbild links und rechts machen lassen. Dazu braucht es auch keine Narkose.

    Mittelmeerkrankheiten ,ja,klar,die gibt es,Borreliose auch....... da kann eine Klinik auch lange drumrumtesten.
    Und viel Geld mit verdienen.

  • Hallo,

    ich verstehe gar nicht, warum das Pferd immer von hinten aufgezäumt wird. Warum denkt man bei einer recht wenig komplexen Symptomatik nicht zuerst an die näherliegenden Dinge und erst, wenn dabei nichts rumkommt, an Dinge, die gar nicht so recht ins Bild passen (Borreliose, nur weil der Hund vorne rechts humpelt? :???: )?

    Ich würde den Hund zunächst röntgen lassen (Schulter, Ellenbogen, Wirbelsäule und Hüfte - Überlastungen durch eine HD können die gleiche Symptomatik auslösen) und einem guten Physiotherapeuten vorstellen.

    LG
    Shalea

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