Zum 100. Mal: Allein bleiben ...
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Hallo liebe Foris :)
Also ich habe gerade mal per Suchfunktion nach Tipps zum Allein-sein-Üben gesucht. Unsere Hermine ist jetzt 5 Monate alt und ich finde, sie kann jetzt lernen, mal ne Stunde allein zu bleiben.
Unsere Situation ist folgende:
Ich bin selbstständig, war also immer Zuhause und bin ihre Bezugsperson. Eben die Ersatzmama. Mittlerweile hat sie sich gut eingelebt, schläft viel und entspannt, spielt aber zwischendurch super gerne - ein ganz normaler Welpe. Kontaktliegen findet sie nicht mehr ganz so spannend wie mit 12 Wochen, man merkt also, sie wird erwachsen :) Bis jetzt habe ich sie "geschont" und sie nicht allein gelassen. Nun will ich anfangen, das aufzubauen. Bin mir aber nicht ganz sicher, was für uns der richtige Weg wäre. Fange ich erst an, sie in einem Zimmer allein zu lassen? So richtig mit "Tür zu"? Wir haben übrigens nur eine 2-Zimmer-Wohnung.
Ich dachte nämlich, da sie mir nicht mehr ständig hinterherläuft (vor allem, wenn sie müde ist), kann ich eigentlich gleich für 2 Minuten ganz aus dem Haus gehen, und dann wiederkommen. Dank IP-Kamera kann ich sehen, was sie macht, wenn ich weg bin.
- Ein Beispiel, wie ich jetzt angefangen habe, zu üben: Vorhin war ich schnell Müll wegbringen, das dauert insgesamt vielleicht 3 Minuten. Wenn ich zur Tür rausgehe, dann fiept sie, und dann rennt sie voll Adrenalin durch Wohnzimmer und Flur (Schlafzimmer, Küche und Bad sind zu). Ist das in Ordnung? Wenn ich wiederkomme, fiept sie nicht mehr, ist aber eben total aufgedreht. Ich ignoriere sie dann, setze mich an meinen Schreibtisch und mache mein Ding. Dann fiept sie nochmal enttäuscht (wahrscheinlich weil ich sie nicht beachte), und dann legt sie sich hin. Vor dem Rausgehen habe ich ihr übrigens nicht extra eine Beschäftigung (Kong etc.) gegeben, damit sie das nicht als Signal dafür sieht, dass ich jetzt gehe.1. Denkt ihr, dass ich das richtig mache, oder sollte ich tatsächlich noch Zwischenschritte in der Wohnung einbauen?
2. Was meint ihr, wie oft und lange sollte ich am Anfang jeweils die Wohnung verlassen?
3. Wie lange vor und nach dem Rausgehen sollte ich sie nicht beachten?
Ich hoffe, ihr könnt mir mit eurem reichen Erfahrungsschatz helfen :) Langsam hab ich Bedenken, ob ich nicht viel zu spät mit dem Alleinlassen anfange ...
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ich fange mit dem Training ja schon an wenn ich aufs Klo gehe und da dann auch mal die Tür schließe. Oder ich liege mal ne Stunde in der Wanne und die Tür ist nur angelehnt (man hört mich also) Oder mal die Küchetür zu machen wenn ich koche oder Schlafzimmertür beim Bettenmachen. Einfach so dass der Hund merkt man stirbt nicht wenn Fraule mal ausser Sicht ist. Erst danach kommt Briefkasten gucken und Müllrausbringen an die Reihe aber da sind meine dann auch erst 12 Wochen alt. denke aber das gleiche gilt auch für ältere Hunde vielleicht wirds etwas länger dauern aber es wird irgendwann ok sein.
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Hm danke Lockenwolf. Ich wollte mir jetzt einen Trainingsplan schreiben, bin aber unsicher, wie oft ich wie lange weggehen sollte. Steigere ich jeweils um eine Minute oder nur Sekunden? Mine ist so gestresst, ich will da auf keinen Fall was falsch machen ...
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Gerade wenn deine Hündin so gestresst reagiert, würde ich unbedingt erst in der Wohnung üben.
Nutze doch für den Anfang einfach Situationen aus, in denen sie müde ist. Verlass das Zimmer, Tür zu, zähl bis drei, Tür wieder auf. Hund wird ignoriert, als wäre das Türen-Klapp-Spiel das Normalste der Welt.
Ich finde den Tipp hier mit dem Tür-schließen beim Toilettengang oder während der Badezimmer-Zeiten auch sehr gut. Einfach Tür zu und gut ist's, dann machst du die Tür wieder auf. Je angespannter du an diese Situationen heran gehst, desto eher wird deine Hündin das spüren und ebenfalls nervös reagieren. Wenn ein paar Minuten mit geschlossener Tür keinen Grund zur Aufregung mehr darstellen, musst du das Ganze langsam steigern, das würde ich nach Gefühl machen. Ein zu straffer Trainingsplan kann deinen Hund auch überfordern. Und falls du per Plan deine eigene Regelmäßigkeit kontrollieren willst: am Besten du übst das echt täglich. Natürlich nicht bis zur Schmerzgrenze deiner Hündin, sondern darunter.
Ich habe meiner Hündin von Anfang an Beschäftigungsmaterial da gelassen. Sie bekommt bis heute einen Kong oder ähnliches, wenn ich gehe. Für uns hat das gut funktioniert, ich kann sie problemlos maximal 7 Stunden alleine lassen (was ich sehr selten voll ausschöpfen muss, länger hab ich's nie getestet). Es stimmt zwar, dass dieser Knabberkram den Abschied ritualisiert, aber das tun andere Handlungen auch (Jacke an, Schuhe an, Schlüssel nehmen, usw.).
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Alles klar, dann werd ich sie richtig müde machen (
) und dann immer rausgehen und wieder reinkommen, solange sie auf der Couch lümmelt. Ich werde einfach total geduldig mit ihr sein und das jetzt jeden Tag ein bisschen üben.Danke euch tausendmal :)
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Also das mit der Tür ist der erste richtige Schritt. Bei uns war es so, dass unser Hund uns ständig hintergelaufen ist. Wahrscheinlich hatte er Kontrollverlustängste gehabt.
Immer wenn wir den Raum verlassen haben, haben wir die Tür hinter uns geschlossen und sofort wieder aufgemacht, so dass der Hund erstmal gar nicht gepeilt hat, was jetzt eigentlich los war. Und nach ein paar Tagen haben wir sekundenweise die "Tür-zu-Zeit" erhöht, aber so getan, als ob nix wäre.Im Endeffekt musst du dir keine Gedanken machen, ob du zu spät mit dem Alleinsein-Training angefangen hast. Dein Hund kann das auch immer noch lernen. Wir zum Beispiel haben unsern Hund mit einem Jahr bekommen und haben nicht direkt mit dem Training angefangen, sondern erst gewartet, bis er sich an uns gewöhnt hatte (er war sehr selbständig anfangs - konnte aber auch net alleine bleiben).
Letztendlich haben wir die ganze Sache drastisch verkürzt. Da er keine Probleme hatte in seiner Hunde-Auto-Box zu bleiben, haben wir diese einfach ins Wohnzimmer gestellt und in dort eingesperrt (Wassernapf nicht vergessen!). Die Box gab ihm soviel Sicherheit, dass er keinerlei Aufregungen hatte. Und irgendwann lässt du die Tür von der Box auf. Und im nächsten Schritt lässt du ihn einfach im Raum ohne Box. Wie du die Schritte einsetzt, musst du anhand deines Hundes bestimmen.
Wenn du deinen Hund alleine lässt, dann wird er keinen Marathon laufen. Also brauchst du auch kein schlechtes Gewissen haben, ihn erstmal einzusperren. Das ist das Prinzip der Hundehütte: eine sichere Höhle, wo nix passieren kann. Was ist beängstigender? Viel Raum und keiner da oder die schutzbietende Höhle?Unseren Hund lassen wir übrigens auch nur im Wohnzimmer und machen die Türe zu. Vorher ordentlich rausgehen, entspannt den Hund beim alleine sein. Wenn wir wieder kommen, dann liegt er immer an der gleichen Stelle. Mittlerweile begrüßen wir ihn ganz normal - ist er zu aufgeregt, wird er aber ignoriert.
Du kannst kontrollieren, ob dein Hund es verträgt alleine zu sein, oder nicht, indem du ihn direkt nach dem alleine sein abtastest. Kommt er dir "wärmer" als sonst vor, dann war er dauerhaft angespannt und aufgeregt. Fühlt er sich eher normal an, dann war alles gut.
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Argohund, vielen Dank für deinen Beitrag. Das mit der Autobox finde ich gar nicht so schlecht. Ich überlege jetzt, ob ich ihr Kissen im Wohnzimmer durch die Box ersetze. Sie hat mit dem Ding auch keine Probleme.
Übrigens übe ich nun seit gestern mit ihr, sekundenweise die Tür zuzumachen. Aber nur,wenn ich sie vorher ausgepowert habe und sie sowieso kaputt auf der Couch liegt. Bin jetzt bei 6 Sekunden und bleibe dran :) -
Ich habe meinen Hunden es am besten begreiflich machen können indem ich sie mit einer "langen" Leine im Wohnzimmer angeleint habe und simuliert habe das ich das Haus verlasse sprich die Haustür zugeschlagen, dann habe ich mich entspannt in die Küche gesetzt und gewartet bis ein Mucksartiges Fiepen oder Jaulen oder Bellen kam und habe anschließend ein "NEIN" gerufen oder mich in der Küche bewegt es hat in meinem Falle geklappt.
Viele Grüße.
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Zitat
Argohund, vielen Dank für deinen Beitrag. Das mit der Autobox finde ich gar nicht so schlecht. Ich überlege jetzt, ob ich ihr Kissen im Wohnzimmer durch die Box ersetze. Sie hat mit dem Ding auch keine Probleme.
Übrigens übe ich nun seit gestern mit ihr, sekundenweise die Tür zuzumachen. Aber nur,wenn ich sie vorher ausgepowert habe und sie sowieso kaputt auf der Couch liegt. Bin jetzt bei 6 Sekunden und bleibe dran :)Super!
Ausprobieren schadet nicht. -
Zitat
Ich habe meinen Hunden es am besten begreiflich machen können indem ich sie mit einer "langen" Leine im Wohnzimmer angeleint habe und simuliert habe das ich das Haus verlasse sprich die Haustür zugeschlagen, dann habe ich mich entspannt in die Küche gesetzt und gewartet bis ein Mucksartiges Fiepen oder Jaulen oder Bellen kam und habe anschließend ein "NEIN" gerufen oder mich in der Küche bewegt es hat in meinem Falle geklappt.
Das halte ich für heikel, auch wenn es bei euch geklappt haben mag. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass Hunde sich kaum verar***en lassen, zumindest meine Hündin kann sehr wohl auseinanderhalten, ob ich wirklich weg gehe oder nur in einem anderen Raum sitze. Somit dient deine Übung vielleicht nicht dem wirklichen alleine-bleiben, sondern trainiert nur die Frustrationstoleranz. Und dann verbal zu reagieren, wenn der Hund Geräusche macht, kann auch völlig schief gehen. Jede Form von Interaktion mit einem jammernden oder bellenden Hund kann verstärkend wirken, weil Aufmerksamkeit vom Menschen immer auch als ein Erfolgserlebnis verbucht werden kann. Heißt, man bringt dem Hund schlechtestenfalls bei: wenn du heulst, meldet sich Frauchen aus der Küche. Das hat mit Training zum alleine-bleiben dann nur noch wenig zu tun.
Ich hab es eisern so gehalten, dass ich keinen Raum wieder betreten habe, wenn meine Hündin gejault hat. Ich bin erst wieder rein, wenn Ruhe war. Sie ist heute absolut ruhig, wenn sie alleine ist.
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