Westhighland Terrier mit akuten Hüftproblemen

  • Hallo,

    es geht hier um den Westhighland Terrier meiner Mutter, der mittlerweile 11 Jahre alt ist. Als ich letzte Woche noch bei meiner Mutter zum Geburtstag war, war der Hund noch völlig normal wie immer. Sprang fröhlich umher, schnappter sich sein Leckerlie und war auch sonst quietschfidel. Das war am Donnerstag den 22.08.

    Am Sonntag begann der Hund auf einmal zu humpeln, weswegen meine Mutter gestern, also am Montag mit ihm zum Tierarzt gegangen ist. Verdacht war zuerst was an den Bändern. Er hat wohl Spritzen und Schmerztabletten bekommen.

    Heute musste meine Mutter dann nochmals zum Tierarzt wo der Hund geröngt wurde. Ich kann jetzt leider nicht genau sagen was ist, aber anscheinend ist die Hüfte "völlig kaputt". Die Tierärztin hat dann wohl noch von einem Spezialisten eine Meinung eingeholt und am Ende wohl das einschläfern in den Raum gestellt.

    Danach ist meine Mutter völlig aufgelöst, verständlicherweise, zu mir gekommen. So konnte ich den Hund noch etwas beobachten. Das er Schmerzen hat, steht für mich völlig außer Frage. Er hat dauerhaft gehechelt, obwohl es nicht unbedingt warm heute ist und saß eine ganze Weile. Dennoch war er völlig klar und aufmerksam und ist auch ein paar Schritte noch gegangen, auch wenn er mit der hinteren rechten Pfote nicht mehr auftritt. Wenn der Hund sitzt, zittert die Hüfte.

    Trotzdem kommt mir der Hund nicht so vor, wie wenn er sich aufgegeben hätte, sondern wie oben beschrieben noch voller lebensmut. Auch als sein Herrchen von der Arbeit heimgehetzt kam, freute er sich, quietschte vor Freude, schwanzwedeln... Alles noch da. Nur laufen kann er kaum mehr.

    Ich bin auch der Meinung, dass man einen Hund gehen lassen sollte wenn er starke Schmerzen hat, aber ICH könnte niemals ein Tier einschläfern lassen, dass noch lebenswille zeigt. Außerdem ist es für mich so unbegreiflich, weil Donnertag noch alles ok war und es am Dienstag so schnell heißt er solle eingeschläfert werden.

    Mir graut es jetzt schon davor irgendwann einmal vielleicht die Entscheidung bei meinem Labrador treffen zu müssen...

    Was würdet ihr nun machen ? Anderer Tierarzt für eine 3. Meinung ? Einschläfern ?

    Freue mich über eure Antworten.

    Gruß Daniel

  • Hallo,
    das klingt ja nicht gut.

    Bekommt der Hund denn auch aktuell noch Schmerzmittel? Wenn ja, was und ist es damit deutlich besser? Ist bis Donnerstag nie vorher etwas aufgefallen?

    Eine 2. bis 3. Meinung ist, wenn solche Entscheidungen im Raum stehen, sicher nicht falsch. Was für ein "Spezialist" war das denn - hat die TÄ dem die Rö-Bilder gemailt oder wie kam diese 2. Meinung zustande?
    Was genau heisst "völlig kaputt"?

    Viele Fragen, ich weiß, aber um sich wirklich zwecks Entscheidungsfindung ein Bild machen zu können, muss man als Tierhalter alles an Infos zusammenkratzen, was man nur bekommen kann.

    Was mich weng stutzig macht, ist dieses sehr akute Auftreten der hochgradigen Lahmheit. Meist zeigen sich z. B. arthrotisch bedingte Veränderungen in einer allmählich fortschreitenden schleichenden Verschlechterung - aber eher selten von jetzt auf gleich erst nichts und dann geht auf einmal gar nichts mehr. Vielleicht hats da einen extemen Rumpler in der Hüfte gegeben, der mit Ruhe, Entzündungshemmern und ggf. sonstigen unterstützenden Maßnahmen noch mal etwas auskuriert werden kann?

    Ich würde mir vermutlich noch mal sehr zeitnah eine Tierklinik suchen, die einen FachTA für Orthopädie/Knochenchirurgie an Bord hat und den Hund dort vorstellen. 11 Jahre ist für einen Westie ja nun auch noch kein Methusalem-Alter. Man kann nicht immer curativ, also heilend, was erreichen, aber mit angemessener Schmerzmedikation kann man oft noch einiges an guter Lebenszeit für den Hund rausholen.

    Alles Gute für Euch und halt uns auf dem Laufenden.

    LG, Chris

  • Hallo,

    danke schonmal für die schnelle Antwort. Da meine Mutter recht aufgelöst war und ich mich auch mehr auf den Hund konzentriert habe als ihr zuzuhören, kann ich es leider nicht mit 100%iger Genauigkeit sagen was an der Hüfte ist.

    Soweit ich weis, hat die Tierärzten die Röntgenbilder an einen Spezialisten geschickt (ob Spezialist für Knochen etc weis ich leider nicht) und der hat die Tierärztin in ihrer Meinung bekräftigt. Was genau an der Hüfte ist, weis ich nicht, aber anscheinend hat der TA gesagt, die Hüfte hängt am seidenen Faden und in beiden Hinterbeinen ist Arthrose.

    Eben nochmal bei meiner Mutter angerufen: Der Hund frisst normal und bekommt auch momentan jedes Leckerlie was er haben möchte. Außerdem trinkt er viel mehr als normal. Er liegt allerdings größenteils nur da und zittert anscheinend.

    Er steht noch unter dem Einfluss der Schmerzspritze vom Tierarzt heute Vormittag und hat für morgen eine starke Schmerztablette bekommen.


    Und nein, bisher ist nie was augefallen, dass der Hund lahmen würde. Er war die Woche zuvor nur in tierärztlicher Behandlung, weil er sich wohl Flöhe eingefangen hatte, was aber auch erfolgreich behandelt wurde. Kann es eventuell mit dieser Behandlung zusammenhängen ?

    Mit der Arthrose kenn ich es auch nur so, dass die sich schleichend bemerkbar macht. Gerade das es eben so abrupt kam macht mich so stutzig.

  • Zitat

    Und nein, bisher ist nie was augefallen, dass der Hund lahmen würde. Er war die Woche zuvor nur in tierärztlicher Behandlung, weil er sich wohl Flöhe eingefangen hatte, was aber auch erfolgreich behandelt wurde. Kann es eventuell mit dieser Behandlung zusammenhängen ?

    Das ist durchaus möglich. Flohmittel enthalten ja Nervengifte.

    Zitat

    Er liegt allerdings größenteils nur da und zittert anscheinend.


    Das kann auch am Flohmittel liegen.

    Ich bin auch der Meinung, dass eine Hüfte nicht von einem Tag auf den anderen kaputt geht.
    Vielleicht ist die Hüfte schon länger kaputt, aber macht ihm nicht unbedingt Probleme.

    Ich würde mir das Röntgenbild aushändigen lassen und eine weitere Meinung einholen.

    Wenn das Flohmittel die Ursache sein sollte, könnte eine Tierheilpraktikerin helfen.

    Wegen der Beschwerden mit dem Laufen könnte man auch mal eine Tierphysiotherapeutin aufsuchen, die sich das Röntgenbild ansieht und auch die "Statik" des Hundes.

    Manchmal verschiebt sich eine Hüfte auch, das kann dann wieder ins Lot gebracht werden mit einfachen Handgriffen. Schulmediziner kennen offenbar diese Möglichkeit nicht.
    Dafür müsste die Physiotherapeutin in der Dorn-Methode ausgebildet sein.

    Ich würde so schnell nicht aufgeben!!!!

  • Hallo,

    war leider heute alles etwas stressig, weswegen ich erst jetzt schreiben kann.

    Wir waren heute nochmal bei meinem Tierarzt mit den Röntgenbildern und auch die 3. + 4. Meinung war, dass die Hüfte irreparabel ist + die Arthrose die langsam im fortgeschrittenem Stadium ist und wohl auch irgendwann ausbrechen wird.

    Da der Hund sich kaum bist gar nicht mehr bewegt und zunehmend abwesender wirkt durch die Schmerzen, haben sich meine Mutter und Stiefvater schweren Herzens dazu entschlossen den Hund morgen einschläfern zu lassen.

    Der schwere Gang wird allerdings mir überlassen, worüber ich gar nicht begeistert bin, aber ich kann es verstehen das meine Eltern das nicht können und ich will auch, dass der Hund als letztes einen Vertrauten sieht.

    Danke euch dennoch für die Hilfe.

    Gruß Daniel

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