An Spielzeug- und Futterneid arbeiten?

  • Hatte zuerst überlegt, ob ich in "Fragen, die man sich nicht zu stellen traut" schreibe, aber mache doch mal ein Thema auf...
    Kurz zur Einführung: Buddy ist seit Februar bei uns, kommt aus dem örtlichen Tierheim, ca. 6 Jahre alt, Schäfi-Mix, ein wirklicher Traumhund für uns.

    Nun hat er bisher nie Anzeichen von Futter- oder Spielzeugneid gezeigt, wenn andere Hunde dabei sind. Wirklich nie. Nun gab es aber in den letzten Tagen folgende zwei Situationen:

    1. Befreundete Labbi-Hündin+Besitzerin getroffen, die wollte gern ein Foto von den beiden zusammen. Habe Leckerli hochgehalten, damit beide in die selbe Richtung gucken. Naja, klappte natürlich alles nicht, Buddy saß schön still (und bekam auch immer mal ein Leckerchen), nur die Hündin latschte immer rum und kam nicht zur Ruhe. Irgendwann, nach 5min, hatte ich das Leckerchen blöderweise mal tiefer gehalten, sodass plötzlich beide Schnauzen mal dran waren, und da fing Buddy an, zu knurren, Lefzen hochzuziehen und sie wegzuschnappen. Ist ihr sogar dann noch knurrend hinterhergerannt, hatte ihn aber dann am Halsband und dann auch an der Leine, für eine kurze Auszeit. Kurz darauf hatten sie auch nochmal gespielt, also war nix passiert. (Ich weiß, war vor allem mein Fehler, dass das passiert ist.)

    2. Heute war mein Freund früh mit ihm draußen, sie haben auch kurz Ball gespielt, üben immer Steadyness und auch Kommandos, da Buddy mit Ball schneller lernt als mit Leckerchen. Da kommt unversehens ein Hundekumpel angerannt, der aber extrem spielzeugneidisch ist und Buddy auch schon mal deswegen ins Bein gezwickt hatte. Nunja, da anscheinend das gleiche wieder, Buddy hat geknurrt und den anderen weggeschnappt. Wie gesagt, da gab es aber schon mal eine Rauferei, nur dass damals der andere einfach angerannt kam und Buddy "verkloppt" hat, weil er ein Spielzeug hatte. Unserer hatte sich da aber nicht weiter gewehrt und ist zu uns geflohen, und trug nur eine Mini-Wunde am Bein davon. Seitdem hatten wir den Hund komischerweise auch nicht mehr getroffen.

    Frage ist nun: Ist dieser neue Futter-/Spielzeugneid etwas, woran man arbeiten muss/sollte? Oder heißt das nun für uns immer, dass Leckerchen und Spielzeug wegmüssen, sobald ein Hund in Sichtweise ist? Eigentlich ist das ja klar, und wir legen es ja auch nicht darauf an, und packen werfen natürlich keinen Frisbee zwischen spielende Hunde oder sowas, aber bisher war es eigentlich ganz angenehm, da nicht so penibel aufpassen zu müssen, zum Beispiel wenn Buddy doch mal was von einem befreundeten Halter gleichzeitig mit dessen Hund zugesteckt bekam (natürlich nach meiner Zustimmung). Ich hoffe, ihr könnt mir vielleicht etwas die Unsicherheit nehmen?

  • Also Resourcenverteidung ist erst mal vollkommen normales Hundverhalten und ich finde das anhand deiner Schilderung die Hündin nun auch nicht übermäßig aggressiv reagiert hat.

    Ich würde es 1. gar nicht zu so einer Situation kommen lassen und falls es 2. aber doch passiert, den Befehl "Nein" o. ä. sehr gut trainieren im Vorfeld mit dem du dann auch die Situation unterbrechen kannst, falls sie ZU aggressiv reagieren sollte.

  • Wenn du Futterneid tatsächlich trainieren willst, sollte es nicht über unangenehme Impulse passieren. Die Kunst ist es, dem Hund klarzumachen, das es toll ist, zu teilen.

  • Bei deinem Hund würde ich nicht überreagieren, sofern das nicht schlimmer wird (dass er unverhofft extrem überragiert), Ressourcen zu verteidigen ist ganz normal. Was du aber machen kannst, ist immer dafür zu sorgen, wenn es mal um ein Leckerli oder dergleichen geht, dass der Hund das Gefühl hat, dass er es nicht verteidigen muss bzw. er auch etwas bekommt.

    Ich mache das über den Clicker. Akuma ist ganz extrem ressourcenverteidigend, wahrscheinlich weil er Einzelwelpe war. Inwieweit daran "gearbeitet" wurde, kann ich nur schwer sagen, aber wenn, wurde es über Strafe gemacht - was es nicht verbessert hat.
    Wenn du deinem Hund nun sein natürliches "Recht" auf Verteidigung verbietest, kann es schnell passieren, dass er den anderen Hund als unangenehmen Reiz verbucht und du verschlimmerst die Sache nur.

    Ich würde also, wenn er einen anderen Hund in der Nähe des Leckerlis akzeptierst (für den Anfang einen größeren Abstand zum anderen Hund wählen), das einfach per Clicker markern und ihn belohnen. Es ist schwierig, das zu generalisieren, wenn man es nicht kontinuierlich mit verschiedenen Hunden übt. Solange es also nicht "extrem" wird, würde ich einfach nur Vorsorge betreiben, wie du es bereits tust.


    Ich kann dir nur ein Beispiel geben, wie dieses Training funktioniert hat - ganz aktuell. Mein Pflegling (der mit dem Halsband) hat Akuma (der "nackte" Shiba) seinen Fund streitig gemacht. Normalerweise ist mein Pflegling eher der Typ, der solche Konflikte vermeidet, außerdem habe ich diesen Ast gar nicht als potentielles Streitobjekt erkannt...

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    Akuma verteidigt das "Stöckchen", ich gebe von der Ferne (ich stehe da, wo der rote Shiba ist) das Entspannungsignal, damit Akuma sich beruhigen kann:

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    Das nutzt Kibo (der Pflegling) voll aus, um den Ast zu bekommen und jagt Akuma davon:

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    Hier guckt Akuma zu mir und wird mit Marker bestätigt (Belohnung ist "Und lauf"):

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    Wie man hier sehen kann:

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    Immer noch sehr verlockend, gerade wenn Kibo so damit spielt, aber Akuma hält Abstand:

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    Letztendlich kann ers akzeptieren:

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    Akuma orientiert sich zu mir um --> Click:

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    Kibo genießt seine "Beute", indes kommt Akuma zu mir und holt sich seine Belohnung ab:

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    So sieht ein glücklicher Shiba mit dem funktionalen Verstärker "mit eigenem Stöckchen spielen" (beste Belohnung, die es in diesem Fall gibt) aus:

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