Junger Hund mit frechem Benehmen

  • Wieso empfindest du dieses Verhalten als frech? Ich würde dir raten, das Verhalten als das zu sehen, was es ist:
    Der Hund weiß es noch nicht besser. Das erspart dir schon einiges, die Erwartungshaltung ist weg.

  • Ich denke, Du verlangst ein bisschen viel von einem Hund, der gerade in eine ganz andere Lebenssituation gekommen ist und von daher wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn Du Deine Erwartungshaltung etwas runter schraubst.

    Der Hund kennt vielleicht ein Leben im Haus nicht, kennt kein Halsband, keine Leine, woher soll er wissen, wie man sich hier bei uns benehmen muss?

    Deine Aufgabe und Verantwortung ist es nun, ihm zu zeigen, wie unser Leben hier läuft.

    Zunächst einmal würde ich dafür sorgen, dass der Hund klare Strukturen erfährt, ein gut strukturierter Tagesablauf hilft bei der Eingewöhnung. Ebenso macht es Sinn, Rituale einzuführen, an denen der Hund sich orientieren kann.

    Im Haus würde ich dem Hund als erstes beibringen, auf Kommando in sein Körbchen oder in eine Box zu gehen und dort zu bleiben. So kannst Du Aktivität und Passivität etwas steuern. Auf seinem Platz könntest Du dem Hund dann etwas zu kauen anbieten oder einen gefüllten Kong - kauen und lecken beruhigt.
    Ruhe halten und den Hund nicht zu sehr pushen halte ich für am wichtigsten.

    Stubenreinheit solltest Du wie bei einem Welpen angehen. Also oft genug den Hund raus führen und loben, wenn der draußen macht.

    Leinenführigkeit wird sicher etwas länger dauern, wie Du es am besten angehst, solltest Du Dir von einem Trainer zeigen lassen.

    Du musst bedenken, dass der Hund in seinem ersten Lebensjahr ein ganz anderes Weltbild abgespeichert hat, als es Deinen Vorstellungen entspricht. Dies nun zu verändern wird einige Zeit dauern und wird am besten über klare Strukturen, Grenzen, Geduld und Ruhe Deinerseits und mit viel Training funktionieren.

    Dass man einen perfekten Hund bekommt, ist eher selten, wenn man einen Hund aus dem Tierschutz zu sich nimmt.

    Und auch bei einem Welpen hätte man einige Jahre echte Arbeit vor sich, bevor alles so läuft, wie man es selbst im Kopf hat.

    Also, ein bisschen die Erwartungshaltung ändern, mit Ruhe und Geduld die einzelnen Dinge angehen und wenn Du Dir nicht sicher bist, wie Du das Training ansetzen sollst, würde ich Dir empfehlen, Dir einen Hundetrainer zu bestellen, der nur mit Dir und Deinem Hund arbeitet und Dir weiter hilft.

    Ich wünsche viel Geduld und starke Nerven, das wird schon alles.

  • Ein Tag ist wirklich gar nix. Lass den Hund mal ankommen. Die Kleine ist furchtbar aufgeregt und unsicher. sie braucht vor allem Ruhe und Sicherheit.

    Was ich machen würde:

    Eine Schlafkiste oder Box aufstellen und den Hund da drin auch füttern. So hat sie einen Rückzugsort. Nicht zumachen! Wenn sie sich sonst irgendwo verkriechen will, auch gut. Einfach in Ruhe lassen, nicht anfassen, ansprechen usw, ausser sie kommt von sich aus auf euch zu.

    Mache eine Hausleine dran. Daran kannst du sie einfach nehmen, wenn du raus willst, und musst sie nicht jedesmal an und ableinen.

    Je aufgeregter der Hund, um so ruhiger musst du sein! Keine hektischen Bewegungen, nur leise und langsam sprechen (oder gar nicht) und nicht mehr anfassen als nötig. Dein Hund muss erst lernen, was dieses dauernde Angefasst werden bedeutet. Wenn du nicht am Hund rummachst wirst du auch weniger gekniffen...
    Beissen in Hände oder Kleidung würde ich mit einem ruhigen und bestimmten Wegschieben und Abwenden beantworten. Denk daran, dass alles schnelle, hektische, laute den Hund zu mehr Schnappen animiert!

    Gassigänge erst mal nur kurz und unaufregend.

    Ansonsten einfach deinen Tag normal leben und den Hund nicht groß beachten. Sie wird sich, wenn es gut läuft, erst mal vom Stress erholen und dann Kontakt suchen.

    Mit Frechheit hat das alles null komma nix zu tun! Das ist die falsche Denke.

  • Ich würde dir auch unbedingt zu einer Hundeschule raten UND verabschiede dich bitte von dem Gedanken, dass es Tricks gibt, mit denen solche "Macken" ganz schnell weg gehen. Es erfordert viel Arbeit und Liebe und Geduld. Noch dazu stehen euch die schönen Jahre der Pubertät ins Haus.
    Und mache dir mal nicht so einen Kopf. Das wird schon :-)

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