Hund aus TH - eine gut Idee für mich?

  • Hallo,

    wer meine Vorstellung gelesen hat weiß, dass ich zur Zeit keinen Hund besitze.

    Ich hatte einen Am. Staff Mix der leider am 01.07.2013 verstorben ist.
    Mein Hundi war sehr anstrengend, da sie nichts kannte und vor allem Angst hatte. Aber wir haben unser Leben gemeistert. Sie ist mit mir in die Arbeit gegangen, auch wenn der Weg dorthin (Zug fahren) wahrscheinlich zu stressig war für sie, aber alleine bleiben konnte sie nicht und wollte ich sie auch nicht lassen für 9h oder so.

    Jetzt ist es so, dass ich nicht weiß ob ich wieder einen Tierheimhund zu mir nehmen soll oder nicht.

    Warum....

    Also was spricht dafür. Ich habe Hundeerfahrung und das auch mit einem Problemhund. Ich musste immer auf meinen Hund Rücksicht nehmen, da sie auch nicht gerne bei Fremden geblieben ist. Ich habe eine gute Hundetrainerin mit der ich natürlich weiterarbeiten würde. Ich wohne beim Wald und ich sehe einen Hund als mein Hobby dem ich gerne meine gessamte Freizeit widmen würde. Ich kann meinen Hund in die Arbeit mitnehmen und mein Partner auch. Wir verdienen beide gut, können uns einen Hund also auch leisten.
    Was spricht dagegen: Wir werden die nächsten 2 Jahre unser Haus umbauen. D.h viel unserer Freizeit geht für die Baustelle drauf. Ich kann meinem Hund morgens ca. 30min Zeit Mittag 1h und abends wieder 30min fix, manchmal mehr. Am WE wird die nächste Zeit auch nicht mehr möglich sein außer Sonntag (weil da arbeiten wir meistens weniger auf der Baustelle).
    Ich würde mir nie einen Hund kaufen, aber ich denke allerdings auch, ein Hund im TH bekommt noch viel weniger Zeit. Allerdings besteht ja auch die Gefahr das der Wauzi vor allem am Anfang viel mehr Zeit braucht um nicht mehr Probleme zu schaffen als zu lösen.
    Ich bin nicht objektiv, zu viele Gefühle sind mit drinnen, ich freu mich daher ehrlich über eure Tipps und Meinungen.

  • Ich habe mittlerweile auch den dritten Hund aus dem TH / Tierschutz. Mein erster war auch ein "Problemhund", der sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit gekostet hat. Das war damals auch ok so, und ich habe sehr gern mit ihm gearbeitet. Mittlerweile haben sich meine Lebensumstaende so veraendert, dass ich beim zweiten und dritten bewusst "einfachere" Hunde gewaehlt habe. Das ist ja bei Tierheimhunden ganz gut zu steuern, weil man meistens schon ungefaehr weiss, woran man ist.
    Ich finde, das hoert sich doch bei Euch ganz gut an. In den +/- 15 Jahren Hundeleben gibt es immer mal stressigere Phasen, also finde ich das schon ok mit dem Umbau, wenn Ihr gern jetzt wieder einen Hund wollt. Ich wuerde halt nur schauen, dass er/sie vielleicht nicht allzu schwierig ist fuer den Anfang. Wenn der Hund z.B. nicht stubenrein ist kann das mit manchem Arbeitgeber wohl Aerger geben. Aber grade wenn Listenhunde aus dem TH nicht ausgeschlossen sind fuer Euch habt Ihr eigentlich fast freie Wahl bei Alter, Geschlecht und Charakter... die sitzen auch teilweise jahrelang unverschuldet und sind sehr gut einschaetzbar.

  • Naja, ganz ehrlich, ich finde in deiner Situation ist ein Hund kein Problem und ein Tierheimhund vermutlich auch nicht.
    Ich würde mir an deiner Stelle halt nicht gerade den größten Problemhund aussuchen der erst mal bei Null anfangen muss alles zu lernen und kennenzulernen. Aber im Tierheim gibt es ja auch sehr viele Hunde die keine Problemfälle sind und die schon recht schnell unkompliziert in ihrem neuen Zuhause mitlaufen können.
    Dass ein Hund auch Arbeit bedeutet muss ich dir ja nicht sagen, aber es gibt auch bei Tierheimhunden solche und solche.
    Hier fände ich es am Besten wenn du dich in den Tierheimen und örtlichen Tierschutzorgas umschaust und dort die Hunde die in Frage kommen kennenlernst. Erst mit Gassigehen und dann einfach mit Probetagen so kannst du bestimmt schnell rausfinden welcher Hund deinen Ansprüchen gerecht wird und welcher mit eurer Situation am besten klar kommt.
    Viel Glück bei der Suche:)

  • Hallo,

    danke für eure Antworten.
    Ja für mich ist auch klar, dass ein Problemhund derzeit keinen Platz hat. Es müsste schon was leichter handlebares sein. Aber ich bin da etwas seltsam veranlagt, weil ich mir denke, einen einfachen Hund holt sich ein anderer auch, der müsste sowieso nicht im TH sitzen.
    Ich habe sogar ein großes Herz für Listenhunde, aber sehr oft sind Listenhunde im TH eher Problemhunde. Vor allem sind nach meiner Erfahrung vor allem Am-Staffs sehr sensible Hunde, was sie oft leicht Stress anfällig macht und genau das passt zur Zeit nicht zu mir. Aber ich bin für jede Rasse und Mischling offen wichtig ist, die Chemie muss stimmen. Ich würde auf jeden Fall viel Zeit in die Suche investieren! Denn es ist für beide Seiten wichtig, dass es einfach passt.
    Außerdem steht auch noch eine berufliche Änderung ins Haus und solange ich keine fixe Zusage für einen Bürohund habe würde ich es sowieso nicht machen, denn nach Hause fahren in der MP geht sich nicht aus.

  • Baut ihr das Haus um, in dem ihr gerade wohnt? Das heißt, der Hund wäre nicht allein und du meinst die Zeit, in der du dich aktiv um ihn kümmern kannst, wenn du schreibst, dass du wenig Zeit für ihn haben wirst?
    In dem Fall würde ich nur darauf achten, dass der Hund nicht allzu ängstlich ist, sondern eher ein Gemütstier, denn Bauarbeiten sind ja oft mit Krach verbunden.

    Vielleicht nimmst du ein älteres Tier, das nicht mehr so arg viel Bewegung braucht. Muss ja kein Greis sein - die kommen auch oft mit Lärm nicht gut zurecht, aber eben ein Hund im vernünftigen Alter. :smile:

  • Hallo,

    ja es ist das Haus in dem wir wohnen.
    Nein, alleine sein würde der Hund nicht lange, das ist etwas das ich nicht möchte.
    Bin auch schon am umschaun in der Umgebung, jedoch je intensiver ich schaue um so größer werden die Zweifel.

    Vor allem meine Familie erklärt mich für verrückt, sie meinen ich solle mir das neben unserer Baustelle und dem Beruf nicht auch noch aufladen und mir ein anderes Hobby suchen welches ich nicht ausüben muss wenn ich keine Zeit habe.
    Aber für mich sind Tiere das schönste Hobby, die Kommunikation mit einem Tier ist so ehrlich, da kann sich keiner verstellen.
    Habe natürlich große Angst, dass ich alles schön male und am Ende mit der Entscheidung überfordert bin. Vielleicht rede ich es mir schön, dass ein Hund bei unserer momentanen doch stressigen Situation wohl fühlen kann.
    Aber ich denke halt, wir sind ja nicht Halli-Galli unterwegs sondern arbeiten zu Hause wo der Hund die ganze Zeit mitlaufen kann wenn er mag. Die aktive Zeit mit dem Hund wird sicher momentan etwas zu kurz kommen, aber immerhin eine halbe Stunde am Morgen und die Mittagspause sind für den Wauzi reserviert....

  • Und abends? Wie könnte denn so ein Tagesablauf aussehen? Und wie wird es sein, wenn das Haus fertig ist?

    Ich kann dir nur sagen, dass ich sicher keinen Hund hätte, wenn ich auf meine Familie gehört hätte. Gut, dass ich die gar nicht gefragt habe.

  • Listenhunde sind nicht zwangsläufig Problemhunde. Sie sind aber fast immer die Sorgenkinder der Tierheime, weil sie schwer vermittelbar sind auf Grund ihres Medienimages und der Auflagen vieler Gemeinden.
    Ich denke es gibt viele Hunde, die Spaß daran haben, einfach nur dabei zu sein und ab einem gewissen Punkt kann Hund ja auch mit auf die Baustelle.

    Die (ich nenn es mal) Qualitytime von zwei Stunden über den Tag verteilt, wo man sich nur mit dem Hund beschäftigt und ihn gezielt bespaßt und trainiert, reichen sicher aus. Mehr bekommen meine zB auch nicht und ich arbeite auch zum großen Teil von Zuhause aus.

  • Nimm einen! :lol: Du tust was gutes und dir tuts wahrscheinlich auch gut.
    Wir haben aktuell drei aus dem Tierschutz und sind mehr als happy mit denen.

    Es gibt Hunde die wirklich extremes(manchmal echt UNFASSBAR) mitgemacht haben. Da wirds meistens sehr zeitintensiv. Junghunde sind da meistens einfacher. Bei unseren wars auf jeden Fall so. Wenn du willst kann ich dir den Link von der Orga schicken. Bei unseren war auch medizinisch alles top.(mit allen zugehörigen Papieren)

  • Also wie sieht so ein Hundealltag aus an guten und schlechten Tagen:

    Normale Tage:
    5:45 aufstehen fertig machen 20-30 min spazieren gehen dann ab in die Arbeit. In der Arbeit schlafen und mal die Kollegen besuchen, Hund kann sich im Büro frei bewegen, auch Beschäfigung mit Kong oder ähnlichem ist möglich. 12:00 30-60 min Pause je nach Stress in der Arbeit und Terminen zu Hause, Park ist gleich ums Eck.
    17-18:00 nach Hause, wenn die Baustelle ruft 15 min Gassirunde vor dem Nachhauseweg ansonsten ist der Abend nicht verplant.
    Wenn Hund gut abrufbar und wenig stressanfällig, kann er im Garten herumlaufen wo wir arbeiten (momentan kein Zaun möglich weil wir den Garten umgestalten (Terassieren). Beim arbeiten immer wieder kleine Pausen wo auch mal gerne ein Stöckchen fliegen kann oder ein Guti gesucht werden will. Falls Hund einen Jagdtrieb hat oder nicht abrufbar ist muss er an die lange Leine oder ins Haus, da können wir uns dann halt kaum mit ihm beschäftigen.

    Stressige Tage:
    Morgen-Spaziergang unverändert, Mittag Reduktion auf eine 15 min Gassirunde Abends gehts erst um 20:00 nach Hause, ebenfalls nur Gassirunde. Wenn noch genug Energie ein bisschen klickern in der Wohnung.

    Hingehend Gassi gehen war ich mit meinem alten Hund verwöhnt. Wenns geregnet hat wollte die gar nicht raus. Da haben wir dann nur schnell das nötigste gemacht und oftmals als Ersatz im Trockenen Tricks geübt.
    Auch an stressigen Tagen bei nur wenig Bewegung hat die sie trotz Dauerschlaf im Büro auch zu Hause geschlafen und hat nicht gewirkt als ob sie unausgelastet wäre. Auch wenn ich oft ein schlechtes Gewissen hatte.

    Natürlich gibt es auch hier Abweichungen manchmal hat man noch andere Termine am NM wo der Hund dann alleine bleiben muss oder halt mit kommt. Da habe ich aber noch eher wenig Erfahrung denn mein alter Hund musste überall mit (konnte nicht alleine bleiben). Private Termine (wie Freunde Treffen, Kino etc.) gibt es solange wir Baustelle haben sowieso kaum.
    Mein alter Hund war leider nur bedingt verträglich mit anderen Hunden, das sollte mit dem neuen anders sein, dann möchte ich nämlich auch min 1x die Woche mit einer Gruppe in der Umgebung spazieren gehen.

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