ein paar Erziehungsfragen

  • Hallo,

    mit meinem Bolle läuft eigentlich alles sehr gut, ich denke sein "will to please" ist sehr ausgeprägt zumindest muss man ihm die meistens sachen einfach nur zeigen und er macht sie.

    ein paar fragen hätte ich dennoch:

    thema eins: pipi und kaka ;)
    Bolle macht immer sofot dahin, wo er gerade steht. Also zum Glück nicht in der Wohnung aber eben draußen. Am Anfang hat er immer direkt vor der Tür unseres Mehrfamilienhauses losgepullert. Ich ziehe ihn jetzt immer ganz schnell zu einer Ecke, damit er wenigstens nicht direkt vor der Tür eine Pfütze hinterlässt, die ich irgendwie wegmachen muss, damit sich die Nachbarn nicht beschweren. Seinen Kot mache ich natürlich eh immer weg, aber manchmal wenn er zB leichten Durchfall hat und das dann mitten auf dem Weg ist das nicht so toll. Es kann auch nicht sein, dass er total dringend muss, denn das macht er auch, wenn ich nach einer halben Stunde wieder rausgehe. Kann man einem Hund das irgendwie beibringen, dass er dafür ins Gebüsch geht? Wir wohnen direkt am Waldrand wäre es vielleicht eine Idee ihn immer bis dorthin zu tragen und dann gewöhnt er sich das an?

    thema zwei: falsche assoziationen
    Bolle konnte noch gar nichts an irgendwelchen Befehlen als er zu uns kam. Als erste wichtige Befehle habe ich mir dann "zurück" als Rückrufkommando, Sitz und Pfui ausgesucht, was wir jetzt fleißig üben. Er macht das auch alles richtig gut, aber ich habe das Gefühl, dass er eigentlich gar nicht den Zusammenhang mit den entsprechenden Wörtern versteht. Also ich kann im Wald auch "Heinz" rufen und er kommt zurück gerannt. Wenn ich ein Leckerli oder Ball in der Hand habe setzt er sich sofort hin ohne dass ich was sage, wenn ich aber ohne Leckerli oder Ball "Sitz" sage guckt er mich nur mit großen Augen an. Mein Eindruck ist, dass er einfach nur gelernt hat "wenn ich irgendwas fresse und Frauchen ruft was, dann muss ich damit aufhören", "wenn ich weiter weg bin und Frauchen ruft was, soll ich zurück kommen" und "wenn Frauchen irgendwas interessantes in der Hand hält, soll ich mich hinsetzen". Ist das erstmal normal so und man macht einfach weiter und sagt das tausend mal und irgendwann versteht er das dann? Wir üben das jetzt seit ca. 4 Wochen täglich.

    thema drei: anschlagen
    Seit kurzem schlägt Bolle an, wenn draußen Leute vorbei gehen. Er macht das aber nur, wenn die Balkontür offen ist, dann rennt er raus und bellt 3mal kurz. Das finde ich so in dem Rahmen eigentlich absolut unproblematisch, da es ja kein permanentes Kläffen ist oder er keine Leute mehr in die Wohnung lässt oder so. Kann man ihm das dann einfach so lassen oder ist es möglicherweise der Anfang von zu territorialem Verhalten, dass man direkt irgendwie unterbinden sollte?

    thema vier: knurren beim spiel
    Bei Zieh- und Zerrspielen fängt Bolle oft an zu knurren. Dabei wedelt er aber noch fröhlich mit dem Schwanz. Ich dachte immer Knurren ist ein Zeichen, dass es ernst wird. Was da machen? Einfach so lassen, weil normal? Zurückknurren? Mit dem Spiel aufhören?

    Vielen Dank schon mal an alle, die das gelesen haben. Ihr könnt natürlich auch nur auf eines oder einige der Themen antworten.

    Viele Grüße
    Jacky

  • Hallo,

    zu Thema 1.
    Ich habe gelesen, er ist aus Spanien und da stellt sich mir die Frage, ob er dort auf der Straße gelebt hat, sodass er gar nicht wissen kann, wo er sich lösen soll.
    Du könntest versuchen, ihn mit Leckerchen bis zum Waldrand zu locken, d.h. Kommando bei Fuß, Hund ist aufmerksam, weil Du ev ein Leckerchen in der Hand hast und lässt sich bis zum Wald führen.

    Thema 2. falsches Assoziieren

    :lachtot:

    Zitat

    Also ich kann im Wald auch "Heinz" rufen und er kommt zurück gerannt.

    ...ist das krass

    Zitat

    Wenn ich ein Leckerli oder Ball in der Hand habe setzt er sich sofort hin ohne dass ich was sage,


    das ist ein häufiges Problem bei Hunden, die ausschließlich über Leckerchen erzogen werden. Sie fordern mit ihrem Verhalten die Leckerlis ein und das macht Dein Hund.
    Er weiß, Frauchen hat Leckerchen in der Hand, also tut er das, wofür er das Leckerchen bekommt.
    Ich zeige die Leckerchen nie, greife erst dann in die Tasche, wenn Hund das von mir gewünschte Verhalten zeigt.

    Dein Hund ist erst seit 4 Wochen bei Dir, oder?
    Er braucht sicherlich noch etwas Zeit, sich an das andere Leben, das Leben mit Gehorsam zu gewöhnen, also fang' langsam an, 1 Schritt nach dem anderen

    Zerrspiele:
    dazu gibt es geteilte Meinungen und wenn ein Hund beim Zerren knurrt, bedeutet das nicht zwangsläufig, es wird Ernst.
    Dago knurrt auch beim Zerren, er liebt diese Spiele und ich spiele sie mit ihm, denn er spielt nicht so wild und ich komme ohne Blessuren aus diesem Spiel heraus. Mit Atti zerre ich nicht, der ist ein ungehobelter Klotz :D
    Allerdings beende ich das Spiel und nicht der Hund

  • Es gibt viele Hunde, die beim Zergeln knurren. Wenn die restliche Körpersprache stimmt, ist das Ausdruck der Spielfreude. Akuma knurrt sogar relativ laut und extrem und dennoch hört sich das ganz anders an als ein drohendes Knurren.

    Wenn du dir nicht sicher bist, das Spiel abbrechen - allerdings ist es zweifelhaft, ob der Hund verknüpfen kann, wieso.

    Ich beend das Spiel nicht zwangsläufig, genauso weng fange ich es zwangsläufig an - bei mir darf das auch der Hund. Und das bei ehemals bissigen Hunden. Zerrspiele fördern im Regelfall die Bindung, wenn es Spielregeln gibt, an die sich der Hund (und Halter) orientieren.


    ***

    Zu den Leckerlis.
    Nein, das ist kein Problem bei Hunden, die mit Leckerlis erzogen wurden. Es ist einfach kein sauberer Aufbau. Wenn der Hund Dinge nur tut, weil man ein Leckerli in der Hand hat, ist man beim Locken zu weit gegangen udn besticht den Hund nur noch.

    Ich erziehe ganz viel über Leckerlis (gerade in der Wohnung, weil Top-Verstärker) und wünsche, dass mir der Hund Verhaltensweisen anbietet. Allerdings belohne ich nach einiger Zeit variabel und lasse die Belohnungen dann ausschleifen. Meine Hunde können "Sitz" auf Sicht- und Hörzeichen, das belohne ich nur noch ganz selten (ab und zu über Lob und ein Mal im Jahr mit einem Leckerli)...

    Bei vier Wochen ist das alles noch nicht schlimm - wennd er Hund vorhe rnichts konnte, wird er draußen mit alle den Reizen natürlich nur kommen, wenn er Leckerlis oder dn Ball vermutet. Du bist zu schnell.
    Und mach nicht zu viel... sonst hast du vielleicht das Problem, dass der Hund am Ende überfordert ist und gar nichts mehr macht (ist mir bei Yoma passiert...)

  • Zitat

    Zu den Leckerlis.
    Nein, das ist kein Problem bei Hunden, die mit Leckerlis erzogen wurden. Es ist einfach kein sauberer Aufbau. Wenn der Hund Dinge nur tut, weil man ein Leckerli in der Hand hat, ist man beim Locken zu weit gegangen udn besticht den Hund nur noch.

    genau das meinte ich, habe es nur falsch ausgedrückt.....Du warst besser ;)

  • Hallo,

    danke für die Antworten!

    ja Bolle ist erst seit 5 Wochen bei uns. Dafür macht er sich wie gesagt echt gut :) Ich bin vor allem so glücklich, dass ich ihn frei laufen lassen kann.

    Also aggressives Verhalten zeigt er bisher noch überhaupt nicht und auch bei den Zerrspielen achtet er zB darauf, dass er nicht aus versehen in die Hand beißt, also sobald er merkt da ist Hand dazwischen lässt er los und ist ganz vorsichtig. Dann werd ich das auch weiter mit ihm spielen, auch wenn er knurrt. Wir legen die Seile eh immer weg, weil er sonst anfängt einzelne Fäden rauszufriemeln und die zu fressen, also wir (mein Freund und ich) entscheiden, wann das gespielt wird und wie lange.

    Ja mit den Leckerlis bzw Ball oder Socke etc. gehen ja auch das stimmt wohl. Allerdings weiß ich gar nicht, wie ich ihn ohne sowas in den Sitz bekomme. Die Hundetrainerin in der Hundeschule (wir hatten bisher nur eine Einzelstunde) hatte mir gezeigt, dass man einen Hund in den Sitz bekommt in dem man ein Leckerli über seinen Kopf hält, so dass er sich quasi automatisch hinsetzt um das Leckerli sehen zu können. Kennt ihr ja bestimmt auch. Und so habe ich ihm das dann beigebracht. Ohne Leckerli kann ich tausend mal Sitz sagen und er setzt sich nicht. Auch wenn ich leicht auf sein Hinterteil drücke (was ja auch schon umstritten ist) dann dreht er sich nur um und schnüffelt an meiner Hand etc. Er ist halt ein kleiner hibbeliger Hund. Ich weiß da irgendwie nicht, wie ich quasi den Schritt zu "ohne Leckerli" schaffen soll. Also ist ja auch ok wenn ich jetzt eine ganze Weile noch so weitermache und das dann irgendwann klappt, aber vielleicht gibts ja auch noch Tricks oder so.

    Mit dem mit Leckerli bis zum Wald locken, damit er pieseln kann klappt leider bisher gar nicht. Er läuft so 3-4 Schritte und dann hockt er sich hin und los gehts. Er hockt sich auch übrigens oft hin anstatt das Beinchen zu heben, das macht er nur wenn er markiert, aber das normal pinkeln immer in der Hocke. Ist das normal? Er ist ca. 12 Monate alt und schon kastriert (seit ca. 2 Monaten).

  • Du kannst anfangs ruhig mit Leckerchen üben. Irgendwann, wenn dann alles richtig gut sitzt an Kommandos, dann kann man die Belohnung über Leckerchen wieder langsam ausschleichen. Dann bekommt er nicht mehr jedes mal eins, sondern bei jedem dritten mal keines. Das steigerst du dann immer mehr, heißt du lässt als Belohnung immer öfter mal das Leckerchen weg.
    Das setzt aber voraus, dass er alle Kommandos auch wirklich begriffen hat und gut ausführt.

    Was das allgemeine Begreifen der Kommandos angeht, so gib dem Ganzen noch n bissl Zeit. In so kurzer Zeit ist es normal, dass er noch nicht alles direkt begreift. Das kommt aber alles mit andauernden Wiederholungen. Da würde ich mir keine Sorgen machen. ;-)

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