Körpersprache lehren - so richtig?
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MrsFrontAngel -
9. Juli 2013 um 12:13
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Ich kopiere einfach mal den Teil, um den es hier geht, hier rein:
ZitatAlles anzeigenMeine Motte ist ja ein ziemlicher "Körpersprachen-Legastheniker", hat diese wohl nie richtig gelernt.
Sie hat schon ganz tolle Fortschritte gemacht! Teils mit meiner Vorarbeit, aber hauptsächlich seit Indi da ist.
Nun würde ich gern von euch wissen:
- Wenn ein fremder Hund Kontakt aufnimmt und sie ruhig bleibt lobe ich sie.
- Wenn ein fremder Hund Kontakt aufnimmt und sie angemessen zeigt, dass sie das nicht wünscht lobe ich sie ebenfalls (gab schon interessante Diskussionen mit anderen HH).
- Wenn ein fremder Hund Kontakt aufnimmt und sie "übertreibt" (nach-vorn-gehen) oder "explodiert" (bellend und knurrend nach-vorn-gehen, sofortiges Angehen, dann kann auch mal Fell fliegen, aber nie mehr) breche ich das sofort ab (Abbruchkommando) und gut ist. Kein Schimpfen, kein Loben, kein Nachtragen. Zu mir kommt sie eh von selbst, das wiederum wird gelobt.
So habe ich es bisher gehandhabt, auch schon bevor Indi kam.Ist das so in Ordnung? Sollte/kann/muss ich an der Methode etwas ändern, wenn ja was genau?
Sie muss nicht jeden Hund mögen und auch bei weitem nicht jede Kontaktaufnahme "ertragen", doch ich möchte von ihr ein gewisses "Benehmen" dem anderen gegenüber, das beinhaltet auch dem anderen die Chance zu geben auf ihre Signale zu reagieren.
Natürlich schütze ich sie, wenn sie Sicherheit braucht, keine Frage! - Vor einem Moment
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Hi,
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Ich möchte (erstmal) gar nicht direkt auf deine Frage eingehen, ob und vor allem wie du die Körpersprache deines Hundes...
Sondern zuerst einmal "ganz dumm" fragen: Woher weißt du, dass deine Hündin TATSÄCHLICH ein "Körpersprachen-Legastheniker" ist ???
Ich frage deshalb, weil mein jetziger Hund, ein Chow Chow Rüde, oft so "betitelt" wurde = er ignoriert zu 90% kläffende, knurrende, drohende Hunde, und auch Bisse... Er scheint dann irgendwie zu vermitteln: "Och, komm, sei doch nicht so", oder er weicht einfach aus, versucht, den "Droher" noch in ein Spiel zu verwickeln... etc.
Tao ist jetzt 21 Monate alt. Er hat seine Mutter mit 8 Wochen verloren, lebte dann noch ein paar Wochen mit seinem - großen, oftmals "stinkigen" Vater, seinem kleineren, unsicheren Bruder und einer alten Tante zusammen...
Und erst jetzt ( oder seit einer Weile ) merke ich: Tao versteht die Körpersprache anderer Hunde sehr viel besser als ich, oder die meisten Menschen ! Denn: bei WIRKLICH selbstbewußten/dominanten Hunden reicht ein Blick, um ihn... Wie soll ich sagen ? Um ihn aus dem "Spiel-Modus" zu bringen und ihn Respekt zeigen zu lassen !
Evtl. ist das ja bei deiner Hündin ebenso ?!?
Sie sieht etwas (mehr als du gerade), reagiert. Und...
Aber. du wirst schon deine Gründe haben, warum die sagst, sie wäre so (anders als deine anderen Hunde)...
Gibt es denn einen konkreten Grund, warum du meinst, dass deine Motte die Sprache anderer Hunde nicht versteht ???
Wie ist sie aufgewachsen ? Was konnte sie lernen...?
....
DAS war meine Frage. Ich finde, die klingt zwar zunächst etwas abwegig. Aber ich (hab auch über 3 Dutzend Hunde gehabt/ausgebildet...) und ich meine, manchmal entpuppt sich die "Aggression" als ganz normales Sozial-Kommunikation
Keine Ahnung, ob du dabei darauf schaust... Ich hab nach 30 Hunden "das" auch wieder neu lernen müssen....
= Das war nur ein "Zwischen-Wort"....
Ob und wie du deiner Hündin "Körpersprache lehren" kannst (wenn sie denn wirklich ein Legastheniker in der Hinsicht ist ( und ihr Verhalten darauf zurückzuführen wäre )?
Das ist ein anderes Thema.
Ich könnte dir vielleicht keine (schnell-wirksamen) "Tipps" geben. Aber, evtl. doch dazu "überreden", dir die Aktionen deiner Hündin mal wie in Zeitlupe anzusehen (mal filmen) ?
LG: Manuel -
Ich mache das so ähnlich, seit einem Jahr und das ziemlich erfogreich bei einem deprivierten Hund (der nachweislich dadurch bestimmte körpersprachliche Feinheiten nicht zeigen kann und auch nie zeigen können wird). Ich habe auch Zähne zeigen gemarkert. Zusätzlich kann man vielleicht noch ein bisschen was mit Entspannungssignal reißen und dann nochmal markern. Oder man stellt Bogenlaufen unter Signal und dreht damit ein bisschen was.
Ich würde sagen, sonst spielt einfach auch die Zeit für dich. Vielleicht fällt mir auch noch ein Kniff ein, den ich angewandt habe udn der mir einfach gerade nicht einfällt.
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Danke Manuel!
Motte ist auf einem Bauernhof geboren worden, in einer Scheune. Sie kannte bis zu ihrer Abgabe mit acht Wochen nichts außer ihrer Mutter und der Scheune von innen. Ob sie Geschwister hatte weiß ich nicht. Sie spielt auch draußen nicht, drinnen nur nach langem Zusammenleben (Hund) und mit mir (inzwischen auch selten mit der Miez).
Von dort kam sie zu einer Frau, der Vorbesitzerin. Diese hatte irgendwann eine Katze. Später ging diese und dann kamen Kinder und Mann.
Übergeben wurde sie mir als unverträglich ("mag absolut keine anderen Hunde"), kann überall frei laufen, völlig übergewichtig (wurde aber nicht angesprochen), das Fell war talgbedeckt. Als ich dort war um sie zu besichtigen sprang sie mir und meiner Begleitung völlig aufgedreht schnappend ins Gesicht, als wir dort saßen und uns unterhielten. Auf eine Ansage hin unterließ sie das, allerdings kam die Ansage von mir, nicht von den damaligen Besitzern. Nach dem Schnappen kam dann Schnürsenkel-aufziehen. Auch das habe ich dann unterbunden.
Als ich sie übernommen habe konnte sie: Sitz=absitzen und Sitzsitz=ablegen und ihren Namen. Kinderzimmer, Couch und Schlafzimmer waren tabu, sie durfte sich nur im Wohnzimmer und in der offenen Küche aufhalten. Als sie sich auf Grund der Kinder veränderte durfte sie auch nur noch in der Küche bleiben, über das Kindergitter ging sie allerdings drüber.
So viel schon mal dazu.Motte ignoriert nicht - sie geht nach vorn.
Anfangs ist sie alles angegangen, was ihr hundiges über den Weg lief, auch offline. Ich weiß gar nicht wie die immer ohne Leine unterwegs waren. Irgendwas an ihrer Haltung bei Hundebegegnungen sagte mir, dass sie das nicht aus "Bösartigkeit" macht sondern aus Unsicherheit. Ich habe dann angefangen, sie immer hinter mich zu nehmen. Irgendwann, wie ein Schlüsselerlebnis, kam die Situation, dass sie von 2 großen Hunden belagert wurde und stocksteif stand, nicht vor und nicht zurück wusste. Da habe ich sie dann zu mir gerufen und die anderen Hunde weggeschickt. Von da an war sie anders, irgendwie zugänglicher.Wir haben sehr viel trainiert, viel geübt, und beide viel gelernt.
Wird sie angeknurrt weiß sie gar nicht, was sie tun soll. Wird sie beim Schnüffeln am anderen von diesem fixiert reagiert sie gar nicht, sie braucht erst eine Ansage.
Ich habe sie allerdings auch noch nie von einem Profi "schätzen" lassen. Das wollte ich immer schon mal tun.
Sieht sie einen Hund nimmt sie den Kopf runter und auch der Vorderkörper geht etwas tiefer. So geht sie dann auf ihn zu, frontal. Dann nimmt sie Schnauzenkontakt auf, wechselt am Körper entlang nach hinten. Sie schnuppert, lässt es aber selbst nur ungern oder gar nicht zu, das setzt sie auch mal mit Schnappen durch. Ich vermute, dass sie das aber eher bei unsicheren Hunden macht.
Bei der Hündin einer Freundin geht das sogar so weit, dass sie schnuppert und schnuppert, fixiert und angestarrt wird, die Hündin wird steif, fletscht - und RUMMS. Vorher reagierte sie gar nicht.
Aufpassen muss ich, wenn sie sich bei Hundesichtung hinlegt - dann hilft nur noch festhalten, sonst schießt sie nach vorn und jagt den anderen Hund. Kam im letzten Jahr genau ein Mal vor.Ach ja: ich möchte gar keine "schnellen Lösungstipps", ich möchte nur sichergehen, dass ich auf dem richtigen Weg bin und so weitermachen kann.
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Du hast Dir einen Hund ins Haus geholt der Verhaltensprobleme hat,
was für ein Glück für Motte, das Du sie dir ausgesucht hast.ZitatIrgendwas an ihrer Haltung bei Hundebegegnungen sagte mir, dass sie das nicht aus "Bösartigkeit" macht sondern aus Unsicherheit. Ich habe dann angefangen, sie immer hinter mich zu nehmen. Irgendwann, wie ein Schlüsselerlebnis, kam die Situation, dass sie von 2 großen Hunden belagert wurde und stocksteif stand, nicht vor und nicht zurück wusste. Da habe ich sie dann zu mir gerufen und die anderen Hunde weggeschickt. Von da an war sie anders, irgendwie zugänglicher.
Du hörst auf Dein Bauchgefühl und gibst ihr Sicherheit, wunderbar.
Das ist, meiner Meinung nach, der beste Weg, Verhalten in Situationen beobachten und zu agieren.ZitatSie schnuppert, lässt es aber selbst nur ungern oder gar nicht zu, das setzt sie auch mal mit Schnappen durch.
Weiter beobachten...Liebe Grüße
Sabine -
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Zitat
Sie schnuppert, lässt es aber selbst nur ungern oder gar nicht zu, das setzt sie auch mal mit Schnappen durch.
Das kommt mir sehr bekannt vor. Sie traut dem Hund einfach nicht über den Weg (das machen aber auch Hunde, die alles an Körpersprache beherrschen). Mit positiven Lernerfahrungen legt sich das. Mein Hund schnappt heute selten in die Luft heutzutage.
Ich würde also für den Anfang nur Hundekontakte wählen, die deinem Hund am besten entsprechen. Kläre dies mit dem Halter ab. Du kannst zusätzlich markern, wenn sie es vielleicht doch mal zulässt.
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Danke Kareki.
Ich lobe jedes Verhalten ihrerseits, dass ruhig und "angemessen" ist. Daher hatte ich auch schon mal eine hitzige Diskussion mit Junghundhaltern, deren Hund "nur spielen" wollte aber in meine Omi reingekracht ist. Da ist Motte dann zwischen und regelte das schneller als ich da war. Anschließend musste ich mir anhören, dass so ein "aggressives Biest" doch weggesperrt gehöre, weil sie knurrend Zähne gezeigt hat. Kein Fell, kein Schnappen. Und ich habe das sogar gelobt. Naja.Wie marker ich denn so was? Mit einem Wort? Dem Cilcker?

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Zitat
Danke Kareki.
Ich lobe jedes Verhalten ihrerseits, dass ruhig und "angemessen" ist. Daher hatte ich auch schon mal eine hitzige Diskussion mit Junghundhaltern, deren Hund "nur spielen" wollte aber in meine Omi reingekracht ist. Da ist Motte dann zwischen und regelte das schneller als ich da war. Anschließend musste ich mir anhören, dass so ein "aggressives Biest" doch weggesperrt gehöre, weil sie knurrend Zähne gezeigt hat. Kein Fell, kein Schnappen. Und ich habe das sogar gelobt. Naja.Wie marker ich denn so was? Mit einem Wort? Dem Cilcker?

Sowas kommt leider immer. Es ist bei nicht wenigen Hundehaltern noch nicht angekommen, dass Knurren & Zähnezeigen Kommunikation ist und keine Bösartigkeit. Am schlimmsten finde ich dann noch solche Hundehalter, die den Kontakt zulassen, obwohl ich ihnen sage, dass mein Hund in den ersten Sekunden sehr abwehrend reagiert, bis er den Hund einschätzen kann.
"Ja, kein Problem."
Und dann stampfen und fuchteln sie dazwischen, obwohl noch kein Grund zur Einschreitung besteht. Bei nur einem Lefzenhochziehen.Je nach dem, was deinem Hund liegt. Ich nutze beides situativ. Er geht dann auch gar nicht aus der Situation, um sich Leckerlis abzuholen, sondern belohnt sich selbst, indem er seinem Interesse (der Hundebegegnung) nachzugehen. Anfänglich dachte ich, das bringt nichts, aber nach einigen Wochen habe ich gesehen, dass sein abwehrendes Verhalten weniger wird und ein relativ normaler Austausch stattfindet. Manchmal knurrt er auch gar nicht mehr (bei Kandidaten, die ich schon vorher aussuche, ich kenne seine Vorlieben ja mittlerweile!), vor einigen Monaten wäre das unmöglich gewesen.
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Ich fand das Splitten von Motte sogar sehr sehr gut und habe mich wirklich gefreut. Immerhin kann die Omi sowas absolut nicht gebrauchen und auch nur noch schwer selbst regeln, wegen ihres Rückens.
Motte's Vorlieben kenne ich leider so gar nicht, da ich keinen "roten Faden" erkennen kann.
Aber ich kann es versuchen, wenn sie einen Hund trifft, bei dem sie es zulässt. Sie liebt den Clicker und auch das Clickern mit "Click"-Wort.
Danke dir! -
Ich hätte das auch sofort bestätigt (bzw. habe es auch)!
Vielleicht bei einem schon bestehenden Hundefreund mal bestätigen?
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