Maulkorb erfahrungen - Need Help

  • Guten Morgen und folgendes Szenario:

    Unsere Hündin ist 3 Jahre alt und seit 9 Monaten bei uns. Sie war von beginn an wahnsinnig gehorsam. Sogar so gehorsam, das ich behaupten würde, ich habe persönlich noch kein Hund kennengelernt der so viele Komandos beherscht und diese auch i.d.R. 100%ig abrufbar kann.
    Aber es ist nicht alles Gold was glänzt...
    Sie ist sehr grob zu anderen Hunden :sad2: Sie selbst hat eine Schulterhöhe von 60cm, alles was so in Ihrer Größer ist akzeptiert sie -halbwegs-... Eigentlich interssiert sie sich überhaupt nicht für andere Hunde, sie ist auch noch nie selbstständig zu anderen Hunden gegangen aber andere Hunde kommen halt auf sie zu....
    Es läuft immer so an.... Sie ist an der Leine/ oder im Garten ohne Leine, sie ignoriert den anderen Hund, der ander Hund kommt auf Sie zu und schnuppert, das lässt sie sich bestimmt 30 Sekunden- 1 Minute gefallen ohne zu knurren ohne zu schnappen, ohne das fell zu streuben, sie steht ganz entspannt und wirkt auch nicht genervt o.ä. wie aus dem nichts schnappt Sie dann nach dem anderen Hund (auch bei großen) und ignoriert dann den anderen Hund wieder (sie hat ja dann ruhe). Das Problem liegt bei kleinen Hunden. Dort läuft es genauso ab nur sie schnappt nicht sondern nimmt die kleinen ins Maul und drückt sie auf den Boden. Das ist bis jetzt 3x vorgekommen und immer in meinem Bekanntenkreis. Wir waren vorher immer ausgibig mit den Hunden spazieren und das mehrmals bevor Sie aufeinender treffen durften ohne Leine. Auch am Zaun haben die sich nix getan. Sie hat zum Glück nie einen der knirpse verletzt aber man hat trotzdem erstmal ein schock und die kleinen Hunde natürlich auch.
    In der Hundeschule sagten man mir ich soll ein Maulkorb nehmen und auch der Hundetrainer riet mir dazu weil ich ihr als Mensch nicht beibringen könnte wie man sich unter Hunden verhält.
    Ich selbst hatte auch schon den Gedanken weil ich mich natürlich gern mit meinen Freundinen und Hund treffen würde ohne die anderen zu gefährden. Ich habe versucht mich über diverse Maulkörbe zu Informieren und bin auf diesen Bericht gestossen http://www.vet-doktor.de/DRUMHERUM/Maulkorb/maulkorb.html müsste ich den deuten würde ich sagen es gibt kein 100%igen Maulkorb. Alle haben irgendwie Nachteile für den Hund kann das sein?

  • Hallo Skala,

    für mich hört sich das jetzt alles nicht unbedingt so an, als ob dein Hund n Maulkorb zwingend nötig hätte.
    Es ließt sich alles noch recht normal.

    Dass deine große Dame von Anfang an sehr gehorsam war, ist nichts komisches. Grad am Anfang sind viele Hunde erstmal superlieb und gehorsam. Es ist alles ja recht neu mit neuen Bezugspersonen, neuer Umgebung usw. Das ist genug Stress für den Hund, weshalb er sich auf keine "Diskussionen" einlassen will, und lieber mal gut gehorcht, als in irgend einer Form Ärger zu bekommen. Wenn du da von Anfang an konsequent dran geblieben bist, und die eigenen Regeln weiter durchgesetzt hast, solltest du diesbezüglich keine weiteren Probleme bekommen.

    Was das Verhalten anderen Hunden gegenüber angeht, so gibt es ja ganz unterschiedliche Typen. So wie bei Menschen auch, gibts Hunde, die nicht mit jedem überall Kontakt haben müssen, sondern eher Einzelgänger sind.
    Deshalb finde ich das nicht komisch, dass deine Große kaum Kontakt zu anderen aktiv anstrebt.

    Zum "Pöpeln":
    Es gibt nicht nur ganz offensichtliche Zeichen, mit denen ein Hund dem anderen Mitteilt, dass ihn grad was nervt.
    Ich glaube also nicht, dass sie ohne Vorzeichen einfach drauflos schnappt. Da können noch ganz andere Anzeichen sein, wie Kopf in Richtung des schnupperndes Hundes drehen und fixieren, Hals dabei lang machen, Körper langsam anspannen, Poppo wegdrehen usw.
    Ich kenne es von unserer Hündin auch nicht, dass sie erstmal knurrt, bevor sie nen anderen Hund wegschnappt. Dafür erkenne ich die anderen Anzeichen, und weiß was gleich passiert.
    Wenn dann ein Hund allzu aufdringlich ist, sei es durch zu langes und ausgiebiges Schnuppern, oder bei zu hecktischem Um-sie-rumwuseln (macht die Nachbar-Mops-Hündin gern), dann kommt entweder ein Bellen mit geduckter gestreckter Kopfbewegung Richtung des anderen Hundes, oder ein leichtes Schnappen mit anschließendem Beller.
    Das ist aber alles noch in einem ganz normalen Rahmen, und hat nichts mit eigentlicher Aggressivitiät zu tun.
    Bei aktueller Läufigkeit tritt dieses Situation bei Hündinnen auch verstärkt auf, da sie bis zu ihren eigentlichen Stehtagen alles und jeden nach kurzem Schnuppern wegbellt.
    Auch das "Ins-Maul-nehmen-und-runterdrücken" ist erstmal nichts unnormales. Das machen Hunde, wenn ein andere Hund es allzuwild treibt, bzw. die Geduld des "Genervten" am Ende ist, und die eigentlichen Wegschnapp- oder Wegbell-Versuche ignoriert werden.
    Meine Hündin macht das bei der besagten etwas zu quirligen Mopshündin auch. Meine Süße nimmt dann sogar noch ihre Pfote zur Hilfe und fixiert die Mopshündin so auf dem Boden, und lässt nach Beruhigung der Möpsin wieder los, und alles ist wieder normal. Beide verstehen sich im Übrigen super, spielen auch ab und an zusammen und gehen manchmal zusammen mit mir gassi, wenn ich die Möpsin mal betreue.

    Bis hier hin, klingt also für mich alles völlig normal bei deinem Hund.
    In Anbetracht der Größe bleibt aber anzumerken, dass es hier manchmal zu nicht gleichmäßig verteilten Verhältnismäßigkeiten kommen kann. Ein so großer Hund ist natürlich erstmal viel furchteinflößender. Dann ist das allgemeine Kraftpotential ja auch nicht zu verachten. Vielleicht hast du automatisch eine etwas angespanntere innere Einstellungen, eben weil 60cm Stockmaß schon beachtlich sind, und im Hinterkopf immer ein kleines bissl Angst mitschwingt. So was merkt ein Hund viel schneller, als man selbst.
    Ich würde versuchen mehr über die Körpersprache von Hunden zu lernen, um besser zu erkennen, wann es deiner Großen zu viel Beschnuppere ist. Dann kannst du da evtl mal einschreiten, und den Fremdhund vorher abblocken, bzw. vom Poppes deiner Hündin "wegholen", bevor deine Hündin sich genötigt fühlt, das selbst zu regeln. ;)

  • Hab den Nylonmaulkorb, Plastikmaulkorb, den einfachen Ledermaulkorb und Metallmaulkorb.

    Beim Nylonmaulkorb find ich es auch alles mehr schein als sein, aber sehr locker zugemacht kann man den Hund an das Gefühl ganz gut gewöhnen das über der Nase was aufliegt.
    gehen schnell auf, wegen klettverschluß und die andere zusätzliche Sicherung reißt schnell kaputt.

    Den Plastikmaulkorb find ich unpraktisch, passen keine Leckerlies mehr durch, aber dafür auch keine Finger und für Tierarzt besuche die mit starken Schmerzen verbunden sind sehr praktisch. Bei meinem Rüden, wenn er starke Schmerzen hätte sogar ein absolutes 'must have'.

    Den Metallmaulkorb find ich auch ganz gut. Schützt vor Bissen und mit etwas Trickserei kriegt man kleinere Leeckerlies durch. Nur für längere Zeit tragen find ich den nicht so toll. Zuviel gewicht und versperrt wirklich etwas die Sicht und ist deswegen nicht so angenehm zu Tragen.

    Den einfachen Ledermaulkorb mag ich am liebsten. Ist wirklich kein 100% Schutz. Ist relativ Biegsam das Leder. Ist aber leicht und lässt Trinken, Hecheln, sowie Leckerlies geben ohne Probleme zu. Starke Bissverletzungen können damit auch nicht entstehen, lediglich Kniffe. Eventuell auch kniffe die dann sogar genährt werden müssen, aber Lebensgefährliche Verletzungen kann ich mir damit nicht vorstellen.
    Meine 1. Wahl, wenn meiner mal für längere Zeit einen tragen muss. Eigenverantwortung, das es garnicht erst zum Beißen oder Schnappen kommt, hat man find ich auch mit Maulkorb.
    Zu Besuch wo Kinder im Haus sind, pass ich trotzdem die ganze Zeit auf und lass die Leine dran um meinen Rüden schnell aus der Situation bringen zu können, sollte was sein. Mein rüde braucht Situationen mit Kindern oder anderen hunden nicht zu klären, erst recht nicht, wenn er einen Maulkorb trägt ;) .


    Also für deine Situation, wenn es wirklich ein Maulkorb sein soll, dann würd ich dir zu dem leichten Ledermaulkorb raten. Aber manche Hunde fühlen sich durch das Tragen eines Maulkorbes auch verunsichert und reagieren deswegen auch empfindlicher! Vielleicht sogar gereizter.
    Ich würd dir da eher zu raten, mal das Abblocken zu üben und Spaziergänge für deinen an der Leine zu machen. So das du sofort den anderen Hund abblocken kannst und dein Hund lernt, bei dir hat er ruhe vor dem störenfried.
    Nen Versuch wärs Wert find ich :smile: .

  • Mein Tip für Maulkörbe ist der Baskerville Ultra (den es jetzt auch in hellblau gibt und beige, glaub ich, rosa :herzen1: wurde leider noch nicht ins Programm aufgenommen) oder Rennmaulkörbe.
    Die Metallmaulkörbe tun schweineweh, wenn der Hund damit ans Bein dotzt - also vermute ich mal, dass das auch unschön ist bei nem kleinen Hund. Außerdem können die mit viel Pech ganz üble Verletzungen machen, wenn sie Kanten haben - dann hast Du ggf. nen skalpierten Kleinhund. :verzweifelt:

  • Nach dem Bericht möchte sie doch nur einfach keinen Kontakt! Sie geht nicht aggressiv auf die anderen Hunde los!
    Da würde ich keinen Maulkorb drauf packen, sondern sie unterstützen und andere Hunde von ihr fernhalten!
    Wenn sie lernt, das sie die Hunde alleine fernhalten muss und auch noch einen Maulkorb bekommt, kann sich schnell eine Aggression entwickeln, da sie allein gelassen wird und sich nicht wehren kann!

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