Hasenproblem - Schleppleinentraining führt zu nichts?

  • Sorry, werd mir erst nachdem ich das hier geschrieben habe nochmal alles durchlesen, weil ich erstmal unvoreingenommen durch andere Beiträge dir Antworten will.

    Zum einen finde ich es toll, das du mit einem Hund der 7 Jahre auf sich selbst gestellt war schon soviel erreicht hast. Das du auch jetzt nach einem Jahr immernoch beim Schleppleinentraining bist ist auch nicht schlimm.
    Gab doch sicher tausend Dinge vorher die der Hund auch noch Lernen musste und das darfst ja auch nicht unterm Teppich kehren nur weil das Schleppleinen Training noch nicht soweit ist.

    Hab meinen Rüden auch aus dem TS, mit ca. 8 Jahren und der musste auch erst noch das zusammenleben mit Menschen und Leinenführigkeit Lernen und 1 1/2 Jahre Schleppleinetraining(insgesamt 2 eigenlich, weil im Winter konnt ich ihn ableinen). Deswegen hab ich da riesen Respekt vor dir, was du bei dem Hund schon erreicht hast, weil ich weiß das es mit verdammt viel Arbeit verbunden ist.
    Ausserdem weiß ich deswegen auch, das man schon eine Maschine sein müsste um es zu schaffen jeden Tag der super Hundehalter zu sein und immer alles nach Lehrbuch zu machen. Hat finde ich nichts mit mangelnder Konsequenz zu tun, irgendwann will man auch einfach mal die Zeit mit dem Hund genießen und das ständige Training mal links liegen lassen ;) .

    Hab um den Jagdtireb in den Griff zu kriegen extra für meinen Hund Spiele gemacht die seinen Anlagen entsprachen. Also Flächensuche, Fährtensuche, einfach mal Leckerlies auf der Wiese erschnüffeln oder Ziel-Objekt-Suche (ZOS).
    Damit war wenigstens das Hundetier glücklich und ausgelasteter und bekam mehr Interesse an mir.

    Bei Wildtierbegegnungen hab ich garnicht mehr versucht das irgendwie über Meiden oder Ablenken zu machen, weil das Kind war eh schon in den Brunnen gefallen. Da man es eh nicht mehr schlimmer machen konnte, hab ich über Zeigen und Bennen und über Grundgehorsam bei Wildtierbegegnungen Trainiert.

    Also den Hund gelobt, wenn er mir ein Wildtier angezeigt hat (mit Schleppleine gesichert natürlich und mit Kommando "Bleib" so langsam an der Schlepp mich selbst zum Hund geangelt). Gab immer Leckerlies in die Schnautze gestopft. Irgendwann funktionierte es, ohne das ich mich an der Schlepp zu dem Angeln musste mit dem "bleib", irgendwann klappte der Abruf, irgendwann bei Sichtkontakt im Fuß an den Hasen vorbei...

    Jetzt nach 3 Jahren schaut es so aus, das der Jagdtrieb natürlich nicht weg ist. Aber erst vor wenigen Tagen stand mein stinker wie ne 1 Vor, blieb stehen bis ich bei ihm war und Anleinen konnte und übers Zeigen und Bennen Kommando "Vogel". Was ihm Signalisierte, Frauchen hats auch gesehen rührte er sich erst wieder, um seine Belohung entgegen zu nehmen. 2m vor ihm lag nen Raben Jungvogel. War echt süß, wie der aussah. Schon fast wie ein richtiger Rabe, nur noch etwas Flaum zwischen den Flügern und kürzere Schwanzfedern.

  • Du kannst einem Hund den Jagdtrieb nicht wegerziehen, schon gar nicht, wenn die Jagd gut sitzt. Evtl Husky? Dann ist es schwer. Da kannst damit leben oder den Abruf üben und den Hasen vorher sehen. Rennt der Hund, dann wirst du kaum Chancen haben.

    Im Alter kann es aber sein, dass er gar nicht mehr so rennen will und nicht mehr weit oder nicht mehr geht. Ansonsten mache ich dir keine Hoffnungen, dass du es komplett in den Griff bekommst, das schaffen die wenigsten.

  • Hab mir jetzt auch alles durchgelesen und im Grunde nur noch paar kleine Tips.

    Wegen des Offline laufens und das dein Hund lernt, das auch ohne Schleppleine die gleichen Regeln gelten wie an der Schleppleine würd ich dir empfehlen, das du die Schlepp an Wegen abnimmst, wo du dir zu 100% sicher bist das dort nichts passiert.
    Bei mir war es anfangs eine Strecke von vielleicht 100m. War alles schön übersichtlich, wusste dort gibt es keine Hasenkolonien. Gehörte mit zu unserem üblichem Weg. Die Strecke wurd mit der zeit eben länger wo das Offline laufen klappte. (Hab mich sogar dran gewöhnt, das sein Vorlauf Radius eben auch mal 50m sein kann. Aber solang der Abruf klappt, was solls)

    Ausserdem kann ich dir noch empfehlen, wenn du was neues ausprobierst, bezüglich Offline laufen oder Schlepp hinterher schleifen lassen, dann nimm dir Begleitung mit. Zu Zweit kann man einfach 2 Seiten absichern. So stand mein damaliger Freund auf der Wiese und ich rannte ums Waldstück herum auf den Parkplatz und sicherte dort den Weg. Nach einer gefühlten ewigkeit, wahrscheinlich nur wenige Minuten, kam er dann auf Abrauf auf meiner Seite wieder aus dem Waldstück raus :D .

  • Ich habe jetzt nur mal quergelesen und werde morgen alles genau durchlesen, doch antworten will ich schnell

    Zitat

    Mich wundert es etwas das Deine Methode zum Erfolg geführt hat. Meine Trainerin hat mir erklärt, dass ich immer aufpassen muss wann ich lobe, damit die Verknüpfung nicht falsch erfolgt. Sie sagte mir mal, dass wenn ich ausgerechnet dann das Fußgehen lobe, wenn Rexi auch gerade zufällig einen Hasen sieht, dann würde er sofort denken, dass Hasen jagen ok wäre. Für mich hat das logisch geklungen. Andererseits finde ich Deinen Ansatz auch sehr verständlich. Vielleicht braucht der Hund in der Situation einfach die Bestätigung, dass das Ausmachen des Hasen gute Arbeit war und alles weitere nicht mehr nötig ist. Ich werde es mal ausprobieren und hoffe, dass ich den richtigen Zeitpunkt für das Lob erwische


    Es ist traurig, aber manche Trainer sind mit dem Thema Antijagdtraining absolut überfordert. Ich hatte hier auch keinen Trainer, der wirklich helfen konnte und habe dann nach dem Buch von Pia Gröning gearbeitet.
    Eine Freundin aus Borken ist Trainerin und als sie zu uns kam, gab sie mir denTipp, das Vorstehen zu belohnen und für uns war es genau die Methode

  • Bei uns war die Verstärkung des Vorstehens auch der wichtigste Baustein, allerdings denke ich, dass man dazu auch einen Hund braucht, der das von der Veranlagung her anbietet.

    Ansonsten, mal ganz grundsätzlich: wenn der Hund an der Schleppleine zuverlässig "funktioniert" wäre es vielleicht ein Ansatz, die Leine langsam zu kürzen. Wenn du sie direkt abnimmst, merkt er den Unterschied zwischen Freilauf und Leine natürlich sehr deutlich. Wenn du nach und nach ein Stück wegschneidest und die Leine langsam "ausschleichst", kannst du ihn vielleicht austricksen.

  • Zuerstmal möchte ich euch allen für die ausführlichen Anregungen danken!

    Loremma: Vielen Dank für den Link zu den "Hasen"-Beuteln! Allerdings glaube ich nicht, dass das bei meinem Dicken helfen wird. Er würde sofort merken, dass das nur ein Dummy ist und für den Spaß der Dummy-Jagd ist er einfach nicht zu haben.

    Das AJT habe ich bestellt, bin schon ganz aufgeregt und gespannt auf das Buch.

    Bisher konnte ich leider noch nicht herausfinden wie sich das Loben der Hasen-Sichtung auswirkt, die letzten Tage sind wir keinen Hopplern begegnet. Die Schlepp war an Stellen wo ich mir absolut sicher war, dass nichts passieren würde ab und es hat prima funktioniert.

    Ich hätte da noch eine Frage an euch. Im Moment finde ich das "Hasen-Problem" ja besonders schlimm. Gibt es eine Jahreszeit wo das sich bessert? Bitte nicht falsch verstehen, ich weiß, dass immer Hasen da sein werden ;) - ich dachte zur Paarungszeit und wenn die Kleinen da sind ist es besonders schlimm, dafür vielleicht weniger wenn es im Sommer warm ist? Bitte entschuldigt wenn ich doofe Fragen stelle, aber früher habe ich mich nicht so für Wild interessiert :smile: .

    Liebe Grüße,

    Anne

  • Der Winter ist toll. Du kannst Meilenweit sehen, weil dir kein Gras, Blätter oder Gestrüpp die Sicht versperrt.
    Finde den Winter auch toll um am Gehorsam zu Arbeiten bei Wildtiergerüchen. Weil du siehst die Spuren ja selbst im Schnee. So kannst deinen Hund auch besser für den Frühling und Sommer Lesen Lernen.

    Aber sobald die ersten Hasenbabys da sind, da greif ich trotzdem immernoch zur Schleppleine zurück ;) . Nicht weil ich meinem Hund nicht traue, aber die kleinen Mümmler sind noch so Unerfahren und wenn die großen Hasen schon längst in ihre Verstecke gehoppelt sind, sitzen die immernoch da und überlegen ob sie Flüchten oder sich klein machen sollen.
    Ausserdem schmeiß ist oft mit Stöcken oder Steinen in die Richtung der kleinen und versuch die so gut wie möglich zu erschrecken, damit die genau bescheid wissen, das die sich von Menschen und Hunden besser fernhalten müssen. Wenn die dann wie der Blitz lossprinten, hab ich meinen Jäger lieber gut gesichert an der Leine.

    Das mit dem Loben beim Vorstehen, kannst ja auch über Bleib erstmal aufbauen. Durch die Schleppleine hat dein Hund ja garkeine andere möglichkeit, wie stehen zu bleiben. Deswegen hab ich mich an der Schlepp dann zum Hund geangelt. Die Leckerlies musst ich dem auch richtig zwischen die Leftzen schieben, weil der nur seine Beute im Auge hatte. Meiner musste es von der pieke auf Lernen.
    Hab auch ein Kommando was die selbe Funktion wie ein Clicker hat und ebenso kurz ist. Spielt keine Rolle ob mit Clicker oder nem kommando wie "gut". Weil Loben in der Form von Haititaiti und Party machen, könnte Contra Produktiv sein, beim Hund der grad im Jagdmodus ist.
    Lieber ein kurzes knappes Kommando, welches für "gut gemacht, bekommst ein Lecker bei mir" steht.
    Wenn das Vorstehen oder das stehen bleiben nämlich von selbst gemacht wird, dann musst anfangs sehr schnell sein mit Loben, weils anfangs oft nur wenige Sekunden ist.

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