Blindenhunde-wer kennt sich aus?
-
-
Hallo zusammen,
Ich helfe an der Uni behinderten und chronisch erkrankten Studenten. Letzte Woche gabs einen Studenten mit Blindenhund, der Hilfe brauchte. Da hab ich mich natürlich sofort gemeldet
Mein Bild, dass ich vorher von Blindenhunden hatte wurde jetzt aber ziemlich zerstört, deshalb schildere ich euch mal die "Vorfälle" vielleicht kennt sich ja jemand aus.Zunächst hat der Hund (weißer Schäferhund, 5 Jahre, seit 3 Jahren im Einsatz) mich angesprungen, als ich die beiden angesprochen habe. Danach sind wir zum Gebäude gelaufen. Der Hund trägt das bekannte Geschirr und dazu eine Leine mit Zughalsband, so dass er einen Kranz abgebrochener Haare am Hals hat. Der Hund zieht fürchterlich, der Blinde zieht ständig an der Leine. In der Vorlesung war dann alles wieder total normal, der Hund lag brav unter der Bank.
Wir haben uns dann zum Gassigehen mit meinem Hund verabredet:
Ich holte die Beiden an der Bushaltestelle ab, als de Bus ankam und sein Hund meinen sah, machte er noch im Bus einen riesigen Aufstand. Darauf hab ich ihn auch angesprochen, er meinte sie waren im Januar deswegen im Auffrischungstraining.
Während des Spaziergangs hatte ich vermehrt den Eindruck, dass er den Hund hauptsächlich als Gebrauchsgegenstand sieht. Z.B. als der Hund sich im Schlamm wälzte, meinte er: Du schläfst heute Nacht auf dem Balkon.
Da waren gerade diese Wintereinbruchstage, mit -9 grad C. nachts. Dazu hat der Hund kahle Stellen an den hinteren Ellbogen und ist übergewichtig.
Alles in allem hab ich den Eindruck, das passt nicht.
Wie ist denn die Vergabe von Blindenhunden geregelt? Bei ihm hat die Kasse bezahlt. Wird der Blindenhundeführer vorher nicht geprüft? Er z.B. lebt ganz alleine und macht einen etwas zurückgebliebenen Eindruck...Liebe Grüße
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
-
-
führhunde werden von der kasse bezahlt und nach dem patenjahr in der familie schrittweise in den neuen haushalt integriert. am ende der einführungsphase machen hund und neuer halter noch einen teamtest - die führprüfung.
wenn sie diesen bestehen, dürfen sie ein team sein. -
Danke!
Wer nimmt die Prüfung ab? -
Leider kenne ich nur genau solche Beispiele.
Auch eine Kommulitonien von mir hatte einen Flatrüden als Blindenführhund. Leinenaggressiv vom feinsten, Grundgehorsam wenn er laufen durfte schlechter als die meisten Familienhunde und angesprungen bzw angepöbelt hat er auch die meisten Menschen. Arbeiten durfte er dafür dann aber immer etliche Stunden.
Hier im Wohngebiet hat eine Dame eine ehemals wunderschöne und auch toll ausgebildete Labbihündin. Jetzt nach 3 Jahren ist sie viel zu dick, geht andere Hunde an selbst wenn sie führt und ist einfach komplett ungepflegt. Sie läuft selbst dann im Führgeschirr wenn die Dame von ihrem Mann geführt wird.
Eine befreundete Züchterin hat einen Rüden als Führhund verkauft. nach der Ausbildung kam er dann zu einer Frau die schon 2 Familienhunde hatte. Die durften alles und Enni durfte nichts ausser arbeiten, er musste sich alles gefallen lassen von den anderen und wurde wie ein Arbeitsgerät gehalten. Er hatte als er wieder bei seiner Züchterin ankam wunde Stellen vom Geschirr. Raus kam er dort weil er sich irgendwann doch mal wehrte als einer der anderen HUnde die ihn nicht in Ruhe liessen dann doch mal eine übergezogen bekam.
Ich frag mich auch warum diese Halter nicht besser geschult werden, als Freunde und Begleiter werden diese Hunde jedenfalls in den mit bekannten Fällen nicht gezählt. Wer so einen toll ausgebildeten Hund bekommt, und die sind ja auch nicht billig, sollte wenn es nach mir ginge regelmäßig kontrolliert und geschult werden. Mit einem Sporthund trainiere ich ja auch ein Leben lang damit das Können erhalten bleibt und vorallem sorgt man für Ausgleich.
-
Die Prüfung nimmt i.d.R. ein externer, von den Krankenkassen bestellter Prüfer ab. Es kann durchaus sein, dass zusätzlich ein Gutachter der Krankenkasse dabei ist. Ich kenne es so, dass nach einer meist dreiwöchigen Einarbeitungszeit am Wohnort des Blinden die Gespannprüfung meist direkt erfolgt, manche Krankenkassen verlangen diese aber auch erst nach einem etwas längeren Zeitraum. Leider ist es nicht überall üblich, nach etwa einem Jahr eine erneute Prüfung zu verlangen, um sich davon zu überzeugen, dass alles klappt.
Leider kommt es auch vor, dass keine Gespannprüfung verlangt wird. Schwarzen Schafen kommt dies sicherlich entgegen.
Da die Krankenkassen Kostenträger sind, geht der Hund auch nicht in den Besitz des Führhundhalters über - nur muss die Krankenkasse oder auch die Führhundschule (weißt du übrigens,von welcher er kommt?) auch informiert werden, dass da was gar nicht passt, damit sie handeln können.
-
-
das dumme ist ja auch, dass sich fehler sehr schnell einschleichen, wenn ich meinen hund nicht sehen kann. die nacharbeitung/auffrischung wird hier oft nicht finanziert :/
-
Er hat mir nur gesagt aus welchem Bundesland der Hund kommt, nicht die Schule direkt. Kommt die Schule nicht automatisch auf ihn zu? Ich mein, wenn ich 9 Monate in die Ausbildung investiert hätte, wäre der Hund schon irgendwie "mein Baby" und ich würde da mal ab und an auflaufen.
Mich stört ja nicht nur, dass er nicht wirklich gut "funktioniert", sondern dass er ungepflegt ist und offenbar (da er alleine lebt) keiner darauf achtet, dass der Hund gesund ist/bleibt.
Er geht einmal im Jahr zum Tierarzt, ich finde so ein Arbeitstier müsste öfter durchgecheckt werden! -
Ich würde einfach ein x-beliebiges Blindenhunde-Ausbildungszentrum um Rat fragen, denen schildern, was Du für Probleme siehst und fragen, was Du unternehmen kannst/an wen Du Dich wenden kannst, nachdem der junge Mann ja offenbar die Problematik anders einschätzt oder nicht einschätzen kann (bei letzterem würde sich die Frage stellen, ob er eine Betreuungsperson hat, die wäre dann der erste Ansprechpartner).
LG, Chris
-
Zitat
Er hat mir nur gesagt aus welchem Bundesland der Hund kommt, nicht die Schule direkt. Kommt die Schule nicht automatisch auf ihn zu? Ich mein, wenn ich 9 Monate in die Ausbildung investiert hätte, wäre der Hund schon irgendwie "mein Baby" und ich würde da mal ab und an auflaufen.
Mich stört ja nicht nur, dass er nicht wirklich gut "funktioniert", sondern dass er ungepflegt ist und offenbar (da er alleine lebt) keiner darauf achtet, dass der Hund gesund ist/bleibt.
Er geht einmal im Jahr zum Tierarzt, ich finde so ein Arbeitstier müsste öfter durchgecheckt werden!Das kommt sicherlich darauf an, wie gut und seriös die Führhundschule ist - glaub mir, nicht jede investiert 9 Monate in die Ausbildung eines Hundes. Und nicht jede möchte von späteren Problemen erfahren, so traurig das auch ist.
-
Ich würde mich an Chris' Vorschlag halten. Also eine solche Ausbildungsstätte für Blindenhunde um Rat fragen.
Aber was ich noch sagen wollte, bezüglich dem "auf dem Balkon schlafen". Mein Hund hat sich heute auch ordentlich gewälzt. Da meinte ich auch: "Heute schläfst du aber draußen!!". Und zwar in einem Ton, der, wenn man mich nicht kennt, schon ernst genommen werden kann. Von daher: Sicher, das es nicht Ironie war, die du aber nicht einschätzen konntest??
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!