Kritik, Bedenken in Threads nicht erwünscht?

  • Ja, ist es. Keine Frage.

    Nur was mir hier wieder auffällt. Dieses Problem haben nicht nur Kurznasen. Das tritt auch bei anderen Hunden auf. Da ist es dann aber fast schon normal und es wird argumentiert "wer verlangt das auch von seinem Hund". Es wird einfach als gegeben hingenommen, es besteht keine Notwendigkeit das der Hund das schaffen muss, also ist es okay.

    Bei Kurznasen ist das gleich ein Megaproblem. Ich will das nicht runter reden. Es ist immer traurig, wenn eine Rasse eingeschränkt ist. Aber es gibt eben die Hütehunde, wo alles dafür getan wird, dass sie geistig und körperlich ausgelastet sind, als wenn sie eine Schafherde hüten mussten. Das ganze Hundehalterleben wird auf diese Rasse abgestimmt.

    Ich bin Halter von Möpsen, eine Rasse, die über Jahrhunderte nur gezüchtet wurde, damit sie auf dem Schoß sitzt, ich tu eben alles dafür, dass sie nichts machen müssen, wofür sie nicht "gedacht" sind. Wobei ich sie nicht nur auf den Schoß setze. Aber wenn sie bei 30° eben nicht mehr am Fahrrad laufen können, dann müssen sie das auch nicht. Dann hätte ich mir eine Rasse geholt, die von den Voraussetzungen her weniger Probleme damit haben dürfe und hätte gehofft, dass ich nicht gerade ein Exemplar erwische, was aus anderen Gründen das nicht verpackt.

  • Zitat

    Versteht man worauf ich hinauswill? Es gibt immer mehr als 1 Seite der Medaille.
    Ein Jagdhund kann auch in Nichtjägerhänden sehr glücklich werden. Ein Hütehund auch ohne Schafe, ein Schäferhund auch ohne Schutzdienst, um nur mal die gängigsten Sachen aufzuzählen.
    Ebenso kann eine englische Bulldogge ein sehr gesundes Exemplar ihrer Rasse sein, ohne 20 Kilometer Trab. Und ein Shar Pei kann durchaus in seine Falten reinwachsen und gesunde Augen haben. (Schonmal nen jungen Ridgeback gesehen? Kaum zu glauben, der wächst aber auch in seine Haut rein)

    Und worauf ICH hinaus will: bei manchen Rassen sind die die körperlichen Vorrausetzungen nicht gegeben um ein hundewürdiges Leben zu leben.

    Mein Beagle wird weder rassegerecht gehalten noch rassegerecht ausgelastet, keine Frage. Inwiefern er damit glücklich oder unglücklich ist ist dann ein anderes Thema, aber wenigstens kann er innerhalb seines nichtrassegerechten Lebens vernünftig atmen, laufen, muss nicht an Augen oder Nase operiert werden, seine nicht vorhandenen Hautfalten entzünden sich nicht usw.

    Gehandicapt zu sein stelle ich mir weder beim Mensch noch beim Hund besonders erstrebenswert vor. Diesen Zustand willentlich herbeizuführen weil mans "süß" findet finde ich pervers.

  • Zitat

    Dieses Problem haben nicht nur Kurznasen.


    Ehrlich? Welche Erfahrungen hast du da?
    Meine Erfahrungen: Je kürzer die Schnauze, desto hitzeanfälliger ist der Hund...die Fellmasse spielt da höchstens sekundär mit rein...

  • Ich habe zumindest immer darauf geachtet, dass die Tiere (egal welche Rasse) bei größeren Temperaturen nicht zu sehr gefordert werden. 1. weil es mir eigentlich schon immer bewusst war, dass man die größeren Anstrengungen lieber in die Morgen- oder Abendstunden verlegen sollte und weil ich nicht ausstesten wollte, in wie weit ich mit meinen gehen kann und 2. ich das bei den Hunden, mit denen ich näheren Kontakt hatte auch gemerkt habe, dass die alle nicht so wahnsinnig darauf aus waren sich in der Hitze überschwenglich zu bewegen.

    Ich kann da nur von Erfahrungsberichten anderer profitieren, wenn es um spezielle Einzelfälle geht. Aber ich habe schon häufig gelesen, dass Halter davon berichtet haben, dass ihre Hunde nicht gut mit der Hitze umgehen können. Deswegen habe ich mir diese Aussage erlaubt. Wobei ich sagen kann, dass es meistens um Kreislaufprobleme ging, deren Ursache als solches aber selten erwähnt wird. Ich glaube nicht, dass sich viele Hundehalter auf die Suche machen, warum ihr Hund bei 30° eine gewisse Leistung mit Kreislaufproblemen quitiert, sondern diese als solches hingenommen werden und als Begründung ausreichen.

    Ich habe keine negativen Erfahrungen im Sommer mit meinen Möpsen gemacht, aber ich habe sie eben auch nicht bis zur Grenze gefordert.

    Zitat

    aber wenigstens kann er innerhalb seines nichtrassegerechten Lebens vernünftig atmen, laufen, muss nicht an Augen oder Nase operiert werden, seine nicht vorhandenen Hautfalten entzünden sich nicht usw.

    Und sowas mag ich nicht, wenn das auf meine Hunde bezogen wird (ich weiß nicht, ob das in diesem Fall auch ein Stück mir galt, ich nehme es nur als Beispiel, weil es eben oft so ist). Meine Hunde atmen, laufen wie jeder andere Hund auch. Sie sind noch nicht operiert worden und bisher haben sie auch keine Entzündungen in den Hautfalten gehabt und ich habe da kein besonderes Pflegeprogramm angewendet. Wenn ich sie ausbürste, dann gucke ich, ob alles okay ist. Das wars.

    Vielleicht werde ich irgendwann eines besseren belehrt, ich weiß es nicht. Aber das sind eben diese Momente, wo ich denke, ich habe meine Hunde täglich um mich rum und ich sehe nichts von hundeunwürdigen Leben oder ähnlichem und soll aber akzeptieren, dass es so ist, weil von der "anderen Seite" nicht akzeptiert werden kann, dass es so nicht sein muss.

    Ich betone nochmal, dass ich es furchtbar finde, wenn ein Hund davon betroffen ist. Aber als Mopsbesitzer kommt man oft mit anderen ins Gespräch. Ich kenne röchelnde Möpse, aber ich kenne auch ganz viele, die nicht röcheln und für mich sieht es so aus, dass ganz viele Züchter umdenken, aber eben auch die Halter, die eine Zucht nicht unterstützen wollen, die Defizite hervorbringt.

  • Zitat

    Und worauf ICH hinaus will: bei manchen Rassen sind die die körperlichen Vorrausetzungen nicht gegeben um ein hundewürdiges Leben zu leben.

    Mein Beagle wird weder rassegerecht gehalten noch rassegerecht ausgelastet, keine Frage. Inwiefern er damit glücklich oder unglücklich ist ist dann ein anderes Thema, aber wenigstens kann er innerhalb seines nichtrassegerechten Lebens vernünftig atmen, laufen, muss nicht an Augen oder Nase operiert werden, seine nicht vorhandenen Hautfalten entzünden sich nicht usw.

    Gehandicapt zu sein stelle ich mir weder beim Mensch noch beim Hund besonders erstrebenswert vor. Diesen Zustand willentlich herbeizuführen weil mans "süß" findet finde ich pervers.

    Ja, natürlich ist es mehr als ungünstig wenn die Hunde kaum richtig leben können.
    Aber das richtige Leben wird eben nicht mit "Der kann 20 Kilometer ohne Pause traben" definiert.
    Ich habe viele Rassen von meiner Wunschliste gestrichen, eben wegen der Gesundheitsproblematik. Aber besonders die hier viel genannten Shar Peis haben 2 Extreme: Die einen, die auch als Erwachsene vor Falten kaum laufen können und die, die in die Falten reinwachsen und nie eine Operation brauchen.
    Ersteres empfinde ich als absolute Qual. Letzterem stehe ich offen gegenüber, weil es doch zeigt das da jemand sehr genau geguckt hat welcher Linie sein Hund entspringt und er eben einen "echten" Pei will und nicht die auf ewig Faltenhaufen bleibenden armen Tiere.

    Ebenso der Mops. Es gibt Exemplare die würde ich sofort nehmen! Aber dann sehe ich welche mit so ziemlich garkeiner Nase mehr, deren Augen extrem schielen und ich könnte heulen.
    Und die Chihuahuas! Gott, manche würde ich sofort mitnehmen! Und dann begegnet mir wieder einer aus der Mini-Mini Zucht und ich kann nur den Kopf schütteln ob dieses 1 Kilo Hündchens mit Glubschaugen.
    Darum verteufel ich aber weder die Rasse Mops und Chi im Ganzen noch alle Halter. Sondern nur die Züchter und Käufer dieser extrem Linien.

  • Und ich verteufel eben direkt jedes Extrem in der Hundezucht. Wenn man von vornerein nah am Ursprung geblieben wäre müsste man heute gar nicht drauf achten welcher Linie der Wunschhund entstammt.

  • Nunja, ein Beagle ist auch nicht gerade eine gesunde Hunderasse,....verurteilst du dich und Pluto darum auch?

  • Ich verteufel Zucht im Allgemeinen. Die Tierheim sind voll, da müssen nicht noch zusätzlich Hunde produziert werden. Binden ich aber auch nicht immer und jedem unter die Nase.

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